Am 29. Oktober ist es soweit, doch Fraport und Airbus wollen ganz ungestört testen
A380 kommt – keiner darf hin
Frankfurt. Am 29. Oktober schaut die Welt nach Frankfurt – und das ist nicht einmal übertrieben. Neben einem kurzen Abstecher zur Pariser Luftfahrtschau im Juni wird dann das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A 380, zu seiner ersten Landung außerhalb der heimatlichen Produktionsstätte in Toulouse ansetzen, und die Wahl unter allen Flughäfen dieser Welt ist dabei auf Rhein-Main gefallen. Jetzt wird es aber kurios: Nach den Wünschen des Flughafenbetreibers Fraport soll bloß niemand kommen, um Zeuge dieses ziemlich einmaligen Ereignisses zu werden.
«Wir bitten ausdrücklich darum, nicht zum Flughafen zu kommen, sondern die Landung im Fernsehen zu verfolgen», wird ein Fraport-Verantwortlicher in der F.A.Z. zitiert. Eine Darstellung, der sich Pressesprecher Klaus Busch nur anschließen kann. Man werde von den wenigen Aussichtspunkten am und rund um den Airport kaum etwas wahrnehmen können. Außerdem sei wegen der nicht vorhersehbaren Wetterlage auch nicht klar, ob der Riesenvogel von Westen oder von Osten einschweben werde, so Busch. «Dies ist zudem ein reiner Testflug, also gibt es auch keine Ehrenrunden über der Region.»
Schade eigentlich, denn die Bevölkerung des Rhein-Main-Gebiets, die sich nicht nur durch eine monatelange Auseinandersetzung um den Bau der Frankfurter A 380-Werft intensiv mit allen Umständen und Details der Entwicklung des mit fast 80 Meter Spannweite und 24 Metern Höhe gigantische Abmessungen erreichenden Flugobjekts vertraut gemacht hat, wartet voller Spannung auf den ersten Besuch.
Dies wird zwar auch bei Airbus Deutschland in Hamburg eingeräumt, doch betont man dort ebenfalls den Test-Charakter des Flugs, der sogar eine weiträumige Sperrung der Lande- und Abfertigungsstelle nötig mache, damit die Techniker ungestört arbeiten könnten, wie Airbus-Sprecher Tore Prang erklärt. Auch bei der Lufthansa, die 15 Maschinen vom Typ A 380 bestellt hat, von denen die ersten im Herbst 2007 den Betrieb aufnehmen sollen, bedauert man: Auf die erste Präsentation des Fliegers in Deutschland habe man keinen Einfluss.
Bleibt den Menschen also nur die Hoffnung auf eine geplante Fernseh-Live-Übertragung oder den erfolgreichen Abschluss laufender Verhandlungen zwischen dem Hessischen Rundfunk und der Stadt Frankfurt über die Projektion des ganzen auf eine Großleinwand in der Innenstadt. Der Rest ist Glücksache, nämlich das Erhaschen eines Original-Blicks auf den Riesen der Lüfte, wann auch immer dieser am Vormittag des 29. Oktober zur Landung ansetzen wird. Und die Ohren spitzen sollte man tunlichst auch, empfiehlt Airbus-Sprecher Prang, denn: Sie werden sich wundern, wie leise dieses Flugzeug ist.