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Maut

Meiner Ansicht nach auch und deshalb ist für mich eigentlich juristisch nicht nachvollziehbar warum die Maut gekippt wurde weil es in der Praxis ja auch keinen Unterschied machte ob die KFZ - Steuersenkung zugleich oder z. B. zuvor gemacht würde. Auch sind die KFZ - Steuerabgaben auch nicht zweckgebunden sprich die Bürger zahlen auch über andere Steuereinnahmen Investitionen der Straßeninfrastruktur mit. Ausserdem werden zukünftig ja auch noch Steuerveränderungen u. a. bei Kraftfahrzeugen getroffen werden müssen die eine deutlich dramatischere Lenkungsfunktion in Richtung der Verringerung des Co2 - Ausstosses aufweisen und die belasten logischerweise dann auch nicht alle EU - Bürger in gleichem Ausmass.
 
Eben weil Steuern nicht zweckgebunden sind, sondern nur zur Füllung des Steuertopfes dienen, können sie argumentativ nicht herangezogen werden um zu begründen, dass der deutsche Steuerzahler die Infrastruktur über diese ja bereits finanzierte.

...Skipässen für Einheimische wurde geschrieben diese seien Rechtswidrig, solange die Einwohner keine Abgaben zahlen, welche für die Skilifte verwendet werden. Ist das nicht vergleichbar mit der KfZ-Steuer und der Maut? Also wir haben eine Steuer, zahlen somit also schon für die Straßen und bekommen somit eine Vergünstigung für die Benutzung? Oder ist das nicht vergleichbar, oder sogar veraltet?

Gäbe es eine KFZ - bzw. Mineralölabgabe, also keine Steuer, sähe das Ganze vermutlich anders aus.
Nur hätten wir dann dank solcher hypothetischer, zweckgebundener Abgaben [in Höhe der jetzigen Steuersätze] das Problem der unterfinanzierten Infrastrukturinstandhaltung sowieso nicht. Dieses Geld stünde dann aber selbstverständlich auch nicht anderweitig zu Verfügung.
 
3303 schrieb:
Eben weil Steuern nicht zweckgebunden sind sondern nur zur Füllung des Steuertopfes dienen, können sie argumentativ nicht herangezogen werden um zu begründen, dass der deutsche Steuerzahler die Infrastruktur über diese ja bereits finanzierte.
Das Argument würd ich allerdings eher als Begründung für die Autobahnmaut sehen als wenn die Umstellung z. B. mit Mauteinführung und dem direkten Zurückfahren einer zweckgebundenen Abgabe gestaltet worden wäre.
Und völlig unabhängig von der Zweckbindung lässt sich ja trotzdem problemlos nachweisen wieviel Geld aus dem Budget tatsächlich laufend in die Autobahn - und Schnellstrasseninfrastruktur investiert wird.
 
Pilatus schrieb:
Zudem muss ich gerade für die Schweiz sagen: während die Dörfer um die Städte immer grösser und hässlicher werden, wachsen die Städte nur bescheiden.Und um in den Städten attraktive Mobilitätsformen wie U-Bahn etc. anbieten zu können, braucht es nunmal eine kritische Grösse und Bevölkerungsdichte.

Erzähl das einmal unseren grünen Politiker und den Verkehrsplaner. Die wollen die armen Fussgänger nicht unter den Boden verbannen.
Gibt genügen Beispiele wo z.B. die Fussgängerunterführung durch einen Zebrastreifen ersetzt worden ist. Oder es ist offensichtlich auch kein Problem mit der Strassenbahn im 2Min-Takt durch eine Fussgängerzone zu fahren...
Aber jetzt wieder zurück zum Thema
 
AndyGAP schrieb:
Marvin schrieb:
Was das mit Zersiedelung zu tun hat: durch die Pendlerpauschale wird tägliches Pendeln aus dem Umland in die Kernstädte künstlich günstiger gemacht. Wer im Umland wohnt, profitiert von geringeren Wohnkosten, hätte im Gegenzug aber normalerweise höhere Kosten für die Fahrt zur Arbeit. Die höheren Fahrtkosten werden durch die Pendlerpauschale aber ausgehebelt, so dass das Pendeln und damit Leben im Umland attraktiver gemacht wird.

Andere Sichtweise: Wer zur Arbeit pendelt, wendet dafür aber auch Zeit auf. Also ist es nur fair, dass man einen finanziellen Ausgleich erhält.

Bedenke, in Deutschland zahlt man seine Steuern am Wohnort. Die Stadt in die eingependelt wird hat quasi nichts von diesem Menschen - außer eben das Vekehrsproblem.
 
noisi schrieb:
AndyGAP schrieb:
Marvin schrieb:
Was das mit Zersiedelung zu tun hat: durch die Pendlerpauschale wird tägliches Pendeln aus dem Umland in die Kernstädte künstlich günstiger gemacht. Wer im Umland wohnt, profitiert von geringeren Wohnkosten, hätte im Gegenzug aber normalerweise höhere Kosten für die Fahrt zur Arbeit. Die höheren Fahrtkosten werden durch die Pendlerpauschale aber ausgehebelt, so dass das Pendeln und damit Leben im Umland attraktiver gemacht wird.

Andere Sichtweise: Wer zur Arbeit pendelt, wendet dafür aber auch Zeit auf. Also ist es nur fair, dass man einen finanziellen Ausgleich erhält.

Bedenke, in Deutschland zahlt man seine Steuern am Wohnort. Die Stadt in die eingependelt wird hat quasi nichts von diesem Menschen - außer eben das Vekehrsproblem.
Abgesehen natürlich von der Wertschöpfung, die der Arbeitnehmer erbringt.
 
TPD schrieb:
Pilatus schrieb:
Zudem muss ich gerade für die Schweiz sagen: während die Dörfer um die Städte immer grösser und hässlicher werden, wachsen die Städte nur bescheiden.Und um in den Städten attraktive Mobilitätsformen wie U-Bahn etc. anbieten zu können, braucht es nunmal eine kritische Grösse und Bevölkerungsdichte.

Erzähl das einmal unseren grünen Politiker und den Verkehrsplaner. Die wollen die armen Fussgänger nicht unter den Boden verbannen.
Gibt genügen Beispiele wo z.B. die Fussgängerunterführung durch einen Zebrastreifen ersetzt worden ist. Oder es ist offensichtlich auch kein Problem mit der Strassenbahn im 2Min-Takt durch eine Fussgängerzone zu fahren...
Aber jetzt wieder zurück zum Thema

Wie, das versteh ich jetzt nicht? ;) Die Grünen sind doch nicht gegen den ÖV? ;)
 
Pilatus schrieb:
Wie, das versteh ich jetzt nicht? ;) Die Grünen sind doch nicht gegen den ÖV? ;)

Die Grünen sind der Ansicht, dass die Strassen den Fussgänger, Velos und Strassenbahnen gehört.
Eine U-Bahn wäre da quasi ein Rückschritt, weil der ÖV unter den Boden verbannt würde.
 
Ich glaube nicht, dass "die Grünen" (wer immer das auch ist, die Grüne Partei kann damit kaum gemeint sein, dazu ist sie doch noch zu klein und unbedeutend) der grösste Gegner einer U-Bahn in der Agglo Zürich wäre. Da wären andere Kreise ganz vehementer auf der ablehnenden Seite, zB die SVP wegen den Kosten...
Übrigens wurde 1973 ein U-Bahn-Projekt von der Stimmbevölkerung sehr wuchtig abgelehnt: 57% im Kanton, 71% in der Stadt.
 
Bitte denk daran in den letzten 25 Jahren hat das Stimmvolk sehr ÖV freundlich abgestimmt.

Die SVP hat übrigens auch keine Mehrheit! Aber wenn auch die Grünen und Linken Kreise aus den weiter oben genannten Gründen gegen U-Bahnen sind hat man eine unheilige Allianz.

Und es müsste ja nicht mal eine vollausgebaute echte U-Bahn sein. In einer ersten Phase würde es vollkommen ausreichend sein, wenn an den neuralgischen Punkte die Strassenbahngleise unter den Boden verlegt würden. Bei Bedarf könnte man den Tunnel zu einem späteren Zeitpunkt immer noch für eine echte U-Bahn umnutzen.
 
TPD schrieb:
Und es müsste ja nicht mal eine vollausgebaute echte U-Bahn sein. In einer ersten Phase würde es vollkommen ausreichend sein, wenn an den neuralgischen Punkte die Strassenbahngleise unter den Boden verlegt würden. Bei Bedarf könnte man den Tunnel zu einem späteren Zeitpunkt immer noch für eine echte U-Bahn umnutzen.
Dir ist die Geschichte eines solchen Systems bekannt - Stadtbahn Rhein-Ruhr? Man hat inzwischen davon Abstand genommen teure Tunnels zu bauen.
 
Und was willst Du denn machen ?
Normale Strassenbahnen gehen in der Schweiz nur auf Kosten des Individualverkehrs! Einerseits weil der Platz für eine Eigentrasse fehlt andererseits weil dies auch von den rot grünen Politiker so gewollt ist...
 
Schaut doch nach Stuttgart dort wurde die Strassenbahn von Spurbreite 1 Meter in Etappen durch Stadtbahnzüge in Normalspur ersetzt zum Teil auch mit Tunnelstrecken.
 
Stäntn schrieb:
Finde ich gut! Damit die armen Kufsteiner auch Samstags mal einkaufen können.

Dafür gibt es ja die Autobahn, um die Stadt zu umfahren.
Von den "armen Kufsteinern" :rofl: fährt, wenigstens bisher, ein gar nicht so kleiner Teil über die alte Grenze zum Einkaufen in die Supermärkte in Kiefersfelden, auch oder sogar vor allem am Samstag. Dazu braucht man sich nur die Autokennzeichen auf den Parkplätzen beim Lidl, Norma und Rewe anzuschauen. Bis zur Mautpflicht-Aktivierung sind fast alle über Kufstein-Nord, dann die 1.5 km österreichische Autobahn über die Innbrücke und Ausfahrt Kiefersfelden raus gefahren. Da doch viele Kufsteiner keine Vignette haben, fuhren die bis jetzt halt über die Landstrasse und auch über die wieder zurück.
Mit der Ampel wird das eine Gaudi, vor allem weil den Autofahrern, egal ob 50 oder 500 PS, der Zusammenhang zwischen Anfahr-Totzeit, aufreißender Lücke und Ampel-Durchsatz nicht bewusst ist. Es würde mich nicht wundern, wenn pro 15 s Grünphase nur 5 Fahrzeuge über die Ampel kämen und damit pro Stunde dann nur 200 Fahrzeuge. Ich hoffe nur, dass nicht irgendwann ein Dynamiker auf den Ausfahrt-Rückstau an der Ausfahrt Kiefersfelden kracht ...
 
mightyjust schrieb:
Zitat: "Der errechnete Zeitverlust gegenüber der Fahrt auf der Autobahn beträgt elf Minuten.
...
Damit die Dosierampel nämlich ihren Zweck erfüllt, sind begleitende Maßnahmen in Deutschland erforderlich. Um Mautflucht zu verhindern, müsse bereits auf der Autobahn vor der Abfahrt Kiefersfelden auf den Zeitverlust auf der Bundesstraße hingewiesen werden
."

Und wie groß ist der auf der Bundesstraße ohnehin entstehende Zeitverlust ohne die sog. "Dosierampel?" - Fallen da (vermutlich zusätzliche?) 11 Minuten noch ernsthaft ins Gewicht - auch im Vergleich zu dem Zeitaufwand, den ich zusätzlich habe, wenn ich erst irgendwo die Plakette kaufen muß (und dann irgendwann auch wieder zum Entfernen von diesem sichtbehindernden Glump benötige)? Ich glaube, da werden viele den Stau in Kauf nehmen und die Luft um Kufstein herum zusätzlich verpesten.

Außerdem trifft man damit natürlich auch die "Einkaufstouristen" aus Deutschland, die sich dann vielleicht nach anderen Quellen umsehen (ich bin z.B. häufig samstags bei Riedel zugange - natürlich ohne Vignette für die paar km auf österreichischem Grund und Boden).

Schließlich bleibt abzuwarten, ob die bayerischen Behörden sich zum Erfüllungsgehilfen für den faktischen österreichischen Mautzwang benutzen lassen.
 
Es gibt Kufsteiner die ein KFZ, aber keine Vignette besitzen? Ernsthaft?

Dennoch finde ich es ein spannendes Projekt. Als Start hätte ich mir Weihnachten gewünscht, aber Fasching fällt ja rein ;)
 
Chlosterdörfler schrieb:
Schaut doch nach Stuttgart dort wurde die Strassenbahn von Spurbreite 1 Meter in Etappen durch Stadtbahnzüge in Normalspur ersetzt zum Teil auch mit Tunnelstrecken.
Wenn man das genau nachrechnet ist es genauso irrsinnig wie das aktuelle Projekt Stuttgart21.

Für die Stadtbahnen mussten ALLE Linien komplett umgebaut werden. Nicht nur das gesamte Gleisbett, die Triebwagen und die Haltestellen - auch die gesamte Streckenführung! Teilweise mussten ganze Linien, welche vormals oberirdisch fuhren komplett in den Untergrund verlegt werden, nur weil die neuen Triebwagen die Steigung oder die Kurven nicht bewältigen.
Das ist ein extrem unwirtschaftlicher Umbau - zumal er den Bürgern gar keinen Vorteil gebracht hat.

Zur Anti-Maut-Ampel in Kufstein:
Oh jeh!

Auch in den Wintern ohne Mautkontrolle, war der Stau an der Ausfahrt Kufstein-Süd schon so schlimm, dass es oft sinnvoll war, bereits Kufstein-Nord abzufahren.
Ich glaube nicht, dass diese Trollampel irgend etwas bringen wird.
 
Stäntn schrieb:
Es gibt Kufsteiner die ein KFZ, aber keine Vignette besitzen? Ernsthaft?
Ja, die gibt's. Nicht die Mehrheit, aber genug, dass für die ein nach hinten losgehender Schuss schmerzlich ist. Hab übrigens nochmal nachgelesen, die Schaltzeiten der Ampel sollen 25s Grün und 75s Rot werden. Die Drosselwirkung wird aber weit stärker werden, eben wegen der einschläfernden Wirkung des Stau-Stehens. Den "errechneten Zeitverlust" von 11 Minuten halte ich für untertrieben; so groß ist ja jetzt schon der Fahrtzeitunterschied, wenn man in der Früh bei normalem Verkehr (=Stop&Go über die Innbrücke) zum Eiberg-Kreisel statt über die Autobahn und Kufstein-Süd durch Kiefersfelden und Kufstein Schubertstrasse fährt. Vignettenkauf etc. mag das schon verschieben; das kann ich nicht beurteilen.
 
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