Der Süddeutschen Zeitung gab nun der weltweit bekannte Bergsteiger Reinhold Messner ein Interview zum Thema. Er verurteilt zwar auch den Vandalismus am Berg, sagt jedoch gleichzeitig, Gipfelkreuze hätten auf Bergen nichts verloren. Messner begründet dies mit der religiösen Symbolik. „Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin, dieses gehört meiner Meinung nach aber nicht auf einen Gipfel", meint Messner. „Man sollte die Berge nicht zu religiösen Zwecken möblieren", so der Bergsteiger. Berge würden der ganzen Menschheit gehören und sollten nicht „mit einer bestimmten Weltanschauung verknüpft oder besetzt werden.
Gipfelkreuze gebe es zudem erst seit etwa 200 Jahren. Erst als Zeichen im Kampf der gläubigen Tiroler gegen die Fremdherrschaft der Bayern und Franzosen, kam es später zu einer regelrechten „Verspargelung der Alpen mit Kreuzen", erzählt Messner in dem Interview. Früher habe man hingegen Gipfel mit aufeinander geschichteten Steinen markiert. Zwar seien Berge in vielen Religionen zentral und damit Teil der Kulturgeschichte, jedoch meint Messner, man sollte trotzdem „die Berge meiner Meinung nach nicht mit religiösen, politischen und sonstigen weltanschaulichen Symbolen besetzen. Dahinter stecken meist Machtdemonstrationen." Dennoch: „wenn jemand Gipfelkreuze umhackt, ist das ein Akt von Vandalismus."