ARV schrieb:
Das Original hat nämlich auch nicht mehr Details.
Doch, hat es. Ich sehe beim Original ein erhabenes Schild - im Modell nicht umgesetzt, Nummer einfach aufgedruckt - Ätzschilder sollten bei dem Preis drinnen sein (bei Roco fast schon Standard). Ich sehe den Haltegriff beim rechten Scheinwerfers des Spitzensignales - irgendwie sehr dick - Frage: Aus Metall mitgespritzt? Wenn ja würde ich hier eine Lösung mit extra angefertigtem Griff vorziehen (Zurüstteil). Griffstangen sind im Modell zur Gänze Gelb - im Original sind sie das nicht (oberster und unterster Teil grün). Auftritte zum Führerstand sind im Modell rein grün, im Original nach deinem Foto nicht. Die Pufferbrust hat im Modell keinen einzigen Bremsschlauch! Rangiererauftritt - nicht nachgebildet - der Handgriff dazu aber wohl. Die Leuchtkörperinlays in den Scheinwerfer wirken auch irgendwie komisch (schauen so aus, als würden sie herausschauen bzw. zu lang sein - ich hoffe mal stark, dass das täuscht!). Hinter den Maschinenraumfenstern fehlt eindeutig eine Imitation der Maschinen - eigentlich heutzutage schon verwunderlich, dass auf so was vergessen wurde - einfach nur grau dahinter wirkt irgendwie einfallslos. Nebenbei: Vorbildfoto und Modell stimmen nicht überein (Verschlossene Führerstandstüre). Wurde vermutlich im Laufe der Zeit zugeschweißt (im Zuge des von dir angesprochenen Umbaues?). Ich fange sicher nicht an, die Nietreihen zu vermessen oder die Anzahl der Nieten zu zählen - das ist ja nicht im Sinne des Erfinders.
Die oben von mir aufgelisteten Mängel sollten aber zu einem guten Modell vermieden werden - ich muss aber zugeben, dass es genug Modelle anderer Hersteller gibt, die auch derartige Sachen vergessen. Ich finde es jedenfalls immer schade, wenn solche Kleinigkeiten vergessen werden.
Ob nun Plastik oder Metall der geeignete Stoff ist, da scheiden sich die Geister (ähnlich dem Vergleich Gondelbahn oder Sesselbahn - um nicht ganz hier die Haftung zur Seilbahn zu verlieren

). Der Kessel meines obigen Dampflokmodelles ist beispielsweise aus Gussmetall. Und ganz persönlich gesagt: ich mag Plastik lieber, mit dem ganz einfachen Grund: Modelle sind etwas günstiger und können etwas besser detailliert werden.
Ich habe es mittlerweile in meiner 23 Jährigen Modellbahn - Karriere gelernt, Modelle kritisch zu beäugeln. Je teurer ein Modell ist, desto genauer werde ich. Ich sehe es schließlich nicht ein, warum ich 300 Euro aufwärts ausgeben soll, wenn ich dann ein Modell bekomme, was auf den ersten Blick gut ausschaut, dann aber im Laufe der Betrachtung Kleinigkeiten auffallen, die einfach nicht stimmen. Ich bin sogar schon so weit gegangen, dass ich eine Nietreihe weggeschliffen habe, weil sie dort einfach nicht hingehört (Original hatte einen geschweißten Kessel, im Modell sinnigerweise mit einem genieteten ausgeliefert

). Noch schlimmer sind dann unsaubere Lackierungen und Bedruckungen (so was kaufe ich erst gar nicht - eine Farbgrenze hat scharf zu sein! Und immer wieder kommt es bei Modellen aus Fernost vor, dass da beim Lack gepfuscht wurde). Daher bin ich auch vehement dagegen, dass Modellbahnhersteller ihre Modelle in China fertigen lassen, um dort dann Kosten zu sparen, sich diese aber mit Qualitätsmängel erkaufen, die den Gesamteindruck erheblich stören und den Kunden damit von einem Kauf abhalten.
Und ich fürchte, dass genau das bei Märklin passieren wird (bei Roco ist das schon passiert!). Aus obengenannten Gründen habe ich übrigens seit 6 Jahren kein Märklinmodell mehr gekauft. Das Tüpfelchen auf dem I war übrigens eine Lok eines Bekannten, ein Trixmodell (ein vergleichstromtes Wechselstrommodell

), dass schlichtweg im Analogbetrieb unfahrbar war (ist auf Digitalbetrieb ausgelegt, solte nach Herstellerangaben aber analog auch gehen). Dazu kamen zu hohe Spurkränze, sodass diese auf den Kleineisen der Schwellen aufliefen (für was gibt es eigentlich die NEM?).
So, genug puffergeküsst, nietengezählt und Frust über MäTrix abgelassen
MFG Dachstein