CruisingT
Großer Müggelberg (115m)
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Kris schrieb:so...um so halb zehn nachts stand ich vorher auch als so ein böser illegaler auf 2350m unterm glungezer, 1800hoehenmeter uber dem lichtermeer der stadt. Mit eisigen fingern schnell mal facebook extreme betrieben und ein iphone nachtbild hochgeladen.
Aufstieg ganz normal...man braucht kein licht, weder beim aufstieg noch bei der abfahrt. Das lichtermeer des inntales illuminiert die tiefe die berge umgreifenden wolken, diese schicken dann genügend licht in die weisse landschaft.
Abfahrt dann ganz normal.. auch tw. im pulver...mei des müssts einfach mal gemacht haben!!!!
Zur frage vielleicht "warum man das denn mache": Wenn man regelmässig in die berge geht -was ja kaum anders möglich ist wenn diese vor der haustüre rumstehen- so ist das einfach keine wirkliche kraftanstrengung mehr, da geht man einfach so rauf wie andere gemütlich im central park locker joggen. Zudem kommt man recht schnell in den "flow" trott, da gehts dann nur mehr automatisch....Man kennt die hausberge sehr genau, man geht los wie andere eben joiggen gehen- null aufwand.
Ad Pistenproblematik: Meine einstellung ist folgende: Ich versuche generell in der natur möglichst wenig bleibende spuren zu hinterlassen. Ich erwarte mir von den kommerziellen besetzern von naturraum dass diese die unkonditionelle pflicht haben, anderen den zutritt zu den immensen versiegelten infrastrukturflächen zu gewähren. Auf diesen Flächen muß man eben aufpassen wie in einem grossen industriebetrieb, was jedoch mit ein bisschen grips möglich ist.
Deren flächen würden nicht ökonomisch funktionieren, wenn der sie umgebende naturraum nicht intakt wäre! D.h. das Geschäftsmodell basiert im wesentlichen darauf, dass zwar der eigene raum industrialisiert ist, der umgebende dies aber nicht sein darf!
Um innsbruck werden dzt. ganz nett die daumenschrauben angezogen gegen skitourengeher, die womöglich aufgrund ihrer präsenz für vielleicht 0,0000000005% umsatzrückgang bei bergbahnbetreibern verantwortlich sind. Ich hoffe, dass der schuss nach hinten los geht, denn es ist die bevölkerung der talschaften gegen die sie sich richten....
Es werden österreichweit bereits mehr tournski als langlaufski verkauft....
Jedenfalls wars heute mal wieder supertoll...ich kann nur jeden einladen, sich selbst ein urteil zu bilden, indem er es selbst ausprobiert...
@kris
Ich bin durchaus bei dir, speziell auch bezüglich dessen, was du "drüben" so alles schreibst. Verstehe mich daher bitte nicht falsch.
Ob das Umgebende intakt ist oder nicht steht nicht zur diskussion.
Ob die Leute Grips haben oder nicht auch nicht wirklich.
IMHO geht es auch nicht um ausfallende Umsätze der Bergbahnen.
Es geht schlicht weg um die Diskrepanz zwischen der Freiheit des Einzelnen und dem Betreiben eines alpinen Unternehmens. Einhergehend ist die Sicherheit von Menschenleben von Relevanz.
Keiner verhindert dich selber ein Skigebiet zu betreiben. Du wirst dich dann aber auch mit den Grundeigentümern über die Nutzungsrechte einigen, die Genehmigungen bei den Behörden einholen und den Laden am laufen halten müssen. Dazu steht dir noch eine nicht unerheblich Organisation bevor.
Jetzt noch groß Rücksicht auf Leute nehmen zu müssen, die in deiner "Pflegephase" unmarkiert über den Betriebsgelände huschen, ist wohl etwas unverhältnismäßig.
Und zwecks dem Tourengehen:
Ich bin selber schon mal sehr nah an ein Stahlseil gekommen und habe auch anderweitig mit Raupen im Dunkeln bekanntschaft gemacht.
Ja, ich behaupte, dass ich Grips habe. Ja, ich war aufmerksam. Ja, es ist nichts passiert. Und ja, es fällt leicht, mal schnell eben eine Pisten hoch zu rennen.
Besser als joggen gehen oder ins Studio rennen ist es alle mal. Keine Frage. Aber ich handel auf eigenes Risiko und darf mich weiß Gott nicht beschweren, wenn mir auf "fremden Betriebsgelände" etwas zustößt.
Mit dem Saufen auf den Hütten verhält es sich IMHO ähnlich.
Keiner wird gezwungen zu trinken. Auch ich kipp mir gerne mal einen hinter die Birne. Es ist dabei aber zu beachten, wo, wann und wie. Ein Wirt, der nach Liftschluss und nach Präparationsbeginn weiterhin bewirtet muss die Leute entweder selber in irgendeiner Form runterbringen oder sich mit dem Skigebiet in irgend einer Form absprechen. All das gibt es und all das ist machbar.
@bäckerbursch
Auch deine sehr interessanten Bericht weiß ich sehr zu schätzen und halte deine Statements in hoher Achtung.
Dennoch komm ich nicht umhin, deine Forderung nach beleuchteten Seilen als unrealisierbar und nicht angebracht zurück zu weisen.
Auch hier wieder das Argument:
Der Skigebietbetreiber zahlt eine Pacht für die Nutzung der Flächen oder hat sich dies zumindest zubilligen lassen. Dass er in gewissen Zeiträumen versucht möglichst wirtschaftlich diese Flächen für seine Einnahmestruktur herzurichten ist nur recht und billig.
Raupenfahren ist ein harter Job. Du selber bist durchaus vertraut mit dem "Schichtdienst" - ich selber kenne es auch gut genug.
Sich im Dunklen auch noch auf irgendetwas zu fokussieren, was nur hinderlich und "nicht natürlich" um die gegebenen Uhrzeiten ist, übersteigt mMn die Anforderungen.
Eine Raupe in absoluter Dunkelheit perfekt zu beherrschen verlangt schon einiges an Konzentration, ein Seil ist mehrere hundert Meter lang und komplett einsichtig ist die Trasse der Schleppwinde eh nie. Es ist einfach nicht machbar, dass bei der Zahl an geleisteten Präparationsstunden am Seil noch Rücksicht auf die paar "Nachtsportler" genommen wird. Mit "Nachtsportler" meine ich diesmal sowohl die Geher wie die Säufer.
nochmal @ kris
Bezüglich des Arguments, dass de Bergbahnen vom Rest der Umgebung profitieren und selber fleißig am verschandeln sind:
In Innsbruck und anderen größeren Siedlungsräumen mag dies schon stimmen. Abstrakter wie grundsätzlich trifft dies natürlich auch sonstwo zu.
In den meisten Regionen der Alpen sind die Skigebiete aber der Wirtschaftsfaktor Nr. 1 und bilden DIE Grundlage der lokalen Erwerbsstruktur.
In Form von verbilligten Skipässen und Arbeitsplätzen kommt auch einiges bei den Anwohnern wieder an. Das Recht zu beanspruchen, die Fläche für den eigenen Benefit zu requirieren, weil ein Unternehmen aus ihm kapital zieht, erscheint mir dann doch etwas altbacken sozialistisch.
Mal anders herum gefragt:
Hast du schon mal den Besitzer einer Alm gefragt, ob er es schätzt, dass du im Winter über seinen zugeschneiten Zaun fährst?
Immerhin ist es sein Eigen und sein Grund.
Bitte nicht zu offensiv und persönlich auffassen - mir ist klar, dass im Gebirge mit Wegerechten anders umgegangen wird und ein anderer Usus herrscht.
Ich kann aber einfach zu gut die Seite des Unternehmers verstehen und komme nicht wirklich sehr gut mit der Attitude klar, dass der Allgemeinheit einfach so alles zur Verfügung steht, ohne sich auch mal einschränken zu müssen.