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nächtlicher Skiunfall am Hauser Kaibling

Kris schrieb:
so...um so halb zehn nachts stand ich vorher auch als so ein böser illegaler auf 2350m unterm glungezer, 1800hoehenmeter uber dem lichtermeer der stadt. Mit eisigen fingern schnell mal facebook extreme betrieben und ein iphone nachtbild hochgeladen. :-)
Aufstieg ganz normal...man braucht kein licht, weder beim aufstieg noch bei der abfahrt. Das lichtermeer des inntales illuminiert die tiefe die berge umgreifenden wolken, diese schicken dann genügend licht in die weisse landschaft.
Abfahrt dann ganz normal.. auch tw. im pulver...mei des müssts einfach mal gemacht haben!!!! :-)

Zur frage vielleicht "warum man das denn mache": Wenn man regelmässig in die berge geht -was ja kaum anders möglich ist wenn diese vor der haustüre rumstehen- so ist das einfach keine wirkliche kraftanstrengung mehr, da geht man einfach so rauf wie andere gemütlich im central park locker joggen. Zudem kommt man recht schnell in den "flow" trott, da gehts dann nur mehr automatisch....Man kennt die hausberge sehr genau, man geht los wie andere eben joiggen gehen- null aufwand.

Ad Pistenproblematik: Meine einstellung ist folgende: Ich versuche generell in der natur möglichst wenig bleibende spuren zu hinterlassen. Ich erwarte mir von den kommerziellen besetzern von naturraum dass diese die unkonditionelle pflicht haben, anderen den zutritt zu den immensen versiegelten infrastrukturflächen zu gewähren. Auf diesen Flächen muß man eben aufpassen wie in einem grossen industriebetrieb, was jedoch mit ein bisschen grips möglich ist.
Deren flächen würden nicht ökonomisch funktionieren, wenn der sie umgebende naturraum nicht intakt wäre! D.h. das Geschäftsmodell basiert im wesentlichen darauf, dass zwar der eigene raum industrialisiert ist, der umgebende dies aber nicht sein darf!

Um innsbruck werden dzt. ganz nett die daumenschrauben angezogen gegen skitourengeher, die womöglich aufgrund ihrer präsenz für vielleicht 0,0000000005% umsatzrückgang bei bergbahnbetreibern verantwortlich sind. Ich hoffe, dass der schuss nach hinten los geht, denn es ist die bevölkerung der talschaften gegen die sie sich richten....
Es werden österreichweit bereits mehr tournski als langlaufski verkauft....

Jedenfalls wars heute mal wieder supertoll...ich kann nur jeden einladen, sich selbst ein urteil zu bilden, indem er es selbst ausprobiert...

@kris

Ich bin durchaus bei dir, speziell auch bezüglich dessen, was du "drüben" so alles schreibst. Verstehe mich daher bitte nicht falsch.

Ob das Umgebende intakt ist oder nicht steht nicht zur diskussion.
Ob die Leute Grips haben oder nicht auch nicht wirklich.
IMHO geht es auch nicht um ausfallende Umsätze der Bergbahnen.

Es geht schlicht weg um die Diskrepanz zwischen der Freiheit des Einzelnen und dem Betreiben eines alpinen Unternehmens. Einhergehend ist die Sicherheit von Menschenleben von Relevanz.

Keiner verhindert dich selber ein Skigebiet zu betreiben. Du wirst dich dann aber auch mit den Grundeigentümern über die Nutzungsrechte einigen, die Genehmigungen bei den Behörden einholen und den Laden am laufen halten müssen. Dazu steht dir noch eine nicht unerheblich Organisation bevor.
Jetzt noch groß Rücksicht auf Leute nehmen zu müssen, die in deiner "Pflegephase" unmarkiert über den Betriebsgelände huschen, ist wohl etwas unverhältnismäßig.

Und zwecks dem Tourengehen:
Ich bin selber schon mal sehr nah an ein Stahlseil gekommen und habe auch anderweitig mit Raupen im Dunkeln bekanntschaft gemacht.
Ja, ich behaupte, dass ich Grips habe. Ja, ich war aufmerksam. Ja, es ist nichts passiert. Und ja, es fällt leicht, mal schnell eben eine Pisten hoch zu rennen.
Besser als joggen gehen oder ins Studio rennen ist es alle mal. Keine Frage. Aber ich handel auf eigenes Risiko und darf mich weiß Gott nicht beschweren, wenn mir auf "fremden Betriebsgelände" etwas zustößt.

Mit dem Saufen auf den Hütten verhält es sich IMHO ähnlich.
Keiner wird gezwungen zu trinken. Auch ich kipp mir gerne mal einen hinter die Birne. Es ist dabei aber zu beachten, wo, wann und wie. Ein Wirt, der nach Liftschluss und nach Präparationsbeginn weiterhin bewirtet muss die Leute entweder selber in irgendeiner Form runterbringen oder sich mit dem Skigebiet in irgend einer Form absprechen. All das gibt es und all das ist machbar.


@bäckerbursch

Auch deine sehr interessanten Bericht weiß ich sehr zu schätzen und halte deine Statements in hoher Achtung.

Dennoch komm ich nicht umhin, deine Forderung nach beleuchteten Seilen als unrealisierbar und nicht angebracht zurück zu weisen.

Auch hier wieder das Argument:
Der Skigebietbetreiber zahlt eine Pacht für die Nutzung der Flächen oder hat sich dies zumindest zubilligen lassen. Dass er in gewissen Zeiträumen versucht möglichst wirtschaftlich diese Flächen für seine Einnahmestruktur herzurichten ist nur recht und billig.

Raupenfahren ist ein harter Job. Du selber bist durchaus vertraut mit dem "Schichtdienst" - ich selber kenne es auch gut genug.
Sich im Dunklen auch noch auf irgendetwas zu fokussieren, was nur hinderlich und "nicht natürlich" um die gegebenen Uhrzeiten ist, übersteigt mMn die Anforderungen.
Eine Raupe in absoluter Dunkelheit perfekt zu beherrschen verlangt schon einiges an Konzentration, ein Seil ist mehrere hundert Meter lang und komplett einsichtig ist die Trasse der Schleppwinde eh nie. Es ist einfach nicht machbar, dass bei der Zahl an geleisteten Präparationsstunden am Seil noch Rücksicht auf die paar "Nachtsportler" genommen wird. Mit "Nachtsportler" meine ich diesmal sowohl die Geher wie die Säufer.


nochmal @ kris

Bezüglich des Arguments, dass de Bergbahnen vom Rest der Umgebung profitieren und selber fleißig am verschandeln sind:
In Innsbruck und anderen größeren Siedlungsräumen mag dies schon stimmen. Abstrakter wie grundsätzlich trifft dies natürlich auch sonstwo zu.
In den meisten Regionen der Alpen sind die Skigebiete aber der Wirtschaftsfaktor Nr. 1 und bilden DIE Grundlage der lokalen Erwerbsstruktur.
In Form von verbilligten Skipässen und Arbeitsplätzen kommt auch einiges bei den Anwohnern wieder an. Das Recht zu beanspruchen, die Fläche für den eigenen Benefit zu requirieren, weil ein Unternehmen aus ihm kapital zieht, erscheint mir dann doch etwas altbacken sozialistisch.
Mal anders herum gefragt:
Hast du schon mal den Besitzer einer Alm gefragt, ob er es schätzt, dass du im Winter über seinen zugeschneiten Zaun fährst?
Immerhin ist es sein Eigen und sein Grund.

Bitte nicht zu offensiv und persönlich auffassen - mir ist klar, dass im Gebirge mit Wegerechten anders umgegangen wird und ein anderer Usus herrscht.

Ich kann aber einfach zu gut die Seite des Unternehmers verstehen und komme nicht wirklich sehr gut mit der Attitude klar, dass der Allgemeinheit einfach so alles zur Verfügung steht, ohne sich auch mal einschränken zu müssen.
 
@bäckerbursch
Auch hier wieder das Argument:
Der Skigebietbetreiber zahlt eine Pacht für die Nutzung der Flächen oder hat sich dies zumindest zubilligen lassen. Dass er in gewissen Zeiträumen versucht möglichst wirtschaftlich diese Flächen für seine Einnahmestruktur herzurichten ist nur recht und billig.

Ok, das ist sicherlich ein Punkt nach dem jedes Unternehmen arbeiten muss. Nur ist halt hier die Abwägung zu sehen zwischen den Interessen der Bergbahn und dem Sicherheitsaspekt der nächtlichen Skifahrer.

Aber kann es denn sein daß ich ein paar Schilder rund um dem Berg austelle und draufschreibe "Außerhalb der Betriebszeiten ist das Betreten der Pisten verboten" und das mit Windenpräperation begründe (obwohl ich in wahrheit nur 1 Piste damit präpariere)?

Und das Argument mit den Schneekannonen + Schläuche + Kabel: Immerhin läuft diese Kannone und ist angeschlossen. Da kann doch wohl auch ein Blinklicht brennen - oder? Immerhin beleuchten sie ja meinstens den erzeugten Kunstschnee sowieso.

Und ist es denn nicht zu viel verlangt wenn man am Anfang einer Piste, wenn man mit Winde präperiert ein Blinklicht aufstellt?


Mir will nicht in den Kopf das ich als Bergbahnbetreiber ein einfaches Schild reicht um mich komplett aus der Verantwortung zu stehlen. Immerhin kann man ein solches Schild übersehen. Und eingezäunt sind die Pisten ja auch noch nicht.
 
Sich im Dunklen auch noch auf irgendetwas zu fokussieren, was nur hinderlich und "nicht natürlich" um die gegebenen Uhrzeiten ist, übersteigt mMn die Anforderungen.

Mit dem Argument kannst auch in der Nacht das LKW fahren verbieten, da könnte dir ja auch was vor´s Auto laufen.
 
baeckerbursch schrieb:
Und ist es denn nicht zu viel verlangt wenn man am Anfang einer Piste, wenn man mit Winde präperiert ein Blinklicht aufstellt?

Ist es auch nicht. Am Kaibling werden die Pisten sogar mit einem Schranken und einem Blinklicht gekennzeichnet. Wer das übersieht, ist entweder sehr klein und blind (weil er/sie unter dem Schranken durchgefahren is statt dagegen zu fahren und das Blinklicht nicht gesehen hat), oder handelt einfach nur dumm und ist dann meines Erachtens wirklich selber schuld, wenn er gegen was fährt, was ihm nicht bekommt...
 
baeckerbursch schrieb:
Und ist es denn nicht zu viel verlangt wenn man am Anfang einer Piste, wenn man mit Winde präperiert ein Blinklicht aufstellt?

Du könntest Politiker werden.
Einfach drauf los reden und keine Ahnung von der Materie haben.
Weder was technisch möglich ist, noch was sinnvoll ist, geschweige den schon praktiziert wird.
Hauptsache was sagen.

Das da ein Blinklicht schon ist steht im Artikel. Genauso noch eine Schranke wie Hebi schon sagte.

Zitat ORF Artikel:
Um zusätzlich auf die Gefahren bei Abfahrten nach den offiziellen Zeiten aufmerksam zu machen, war im Nahbereich der Unfallstelle ein Schranken mit einer Hinweistafel und einer Rundumleuchte installiert.
 
baeckerbursch schrieb:
Aber kann es denn sein daß ich ein paar Schilder rund um dem Berg austelle und draufschreibe "Außerhalb der Betriebszeiten ist das Betreten der Pisten verboten" und das mit Windenpräperation begründe (obwohl ich in wahrheit nur 1 Piste damit präpariere)?

[...] Und ist es denn nicht zu viel verlangt wenn man am Anfang einer Piste, wenn man mit Winde präperiert ein Blinklicht aufstellt?


Dass ist ja das problem: Ein blinklicht (gibt es hier am patscherkofel tatsächlich auch), und schon hops sei das gesamte areal industrie-sperrgebiet?

Für gleitschirm- und drachenflieger werden in fluggebieten tafeln aufgestellt, an denen genau über flugverbotszonen und gefahren (leitungen, windkonstellationen) aufmerksam gemacht wird. Und zwar überaus präzise mit topographischen landkarten im detail und mit selbigen von ICAO für das weitere..
Ich wünsche mir derartiges für skipisten, in form von einer infotafer im tal:
[*]Eine GENAUE angabe, wo die verankerungspunkte stehen, und wie weit von selbigen mit der winde abgefahren wird (1:25000 karte).
[*]Ein genaues wöchentliches programm, an welchen tagen tatsächlich mit winde präpariert wird.
Das ganze ist mit wenig aufwand realisierbar. Immerhin wird genau dies in der schweiz für (die überaus zahlreichen) militärischen schiessgebie gemacht. Diese sind vielfach ausserhalb der schiesszeiten ganz normales freies gelände (in dem man ab und an hübsche munition findet).

Ich fände das eine sinnvolle lösung, denn dort wo mit winde präpariert wird, halte ich mich nicht auf, ist halt wie gesagt industrialisierte freilandfläche oder militärisches sperrgebiet ...was solls...

Anderseits: Das nutzungsrecht der bergbahnbetreiber an ihren pistenflächen ist keineswegs uneingeschränkt! Aber sie haben es sich in den letzen 10...15 jahren einfach so definiert und wehement medial in diese richtung breitgetreten... Finde das schon bemerkenswert.
Bitteschön auf welcher rechtlichen grundlage fusst das denn?

Und, jedenfalls im falle vom patscherkofel, ist bei der finanzierung der industrialisierung kräftig der steuerzahler gemolken worden. Koscher war das verfahren nicht. Wenn der schröcksnadel zu sehr triezt, recherchiere ich das mal genauer und publiziere es.


In europa haben wir zum glück noch das recht, freie flächen zu betreten - im Ggs. zum angelsächsischen raum, wo man als gruzndbesitzer hunderte quadtratkilometer einfach einzäunen darf, und mit schildern "no trespassing - use of arms "(o.dgl). umgibt. Fahrts mal die küstenstrasse von San Francisco richtung norden in den oregon hinein: Obwohl nahezu unverbaut, kommt man nahezu nirgends ans wasser, für unendliche kilometer. Stacheldraht. Privat. Und wenn man doch eine offene lücke gefunden hat, muß man angst um seine eigene sicherheit haben. In der natur. Na toll. Von wegen freedom.
 
Kris schrieb:
[*]Eine GENAUE angabe, wo die verankerungspunkte stehen, und wie weit von selbigen mit der winde abgefahren wird (1:25000 karte).
[*]Ein genaues wöchentliches programm, an welchen tagen tatsächlich mit winde präpariert wird.

Das wird es nie geben können, da das extrem vom Wetter abhängt - je nach Temperatur, Schneefall und natürlich zustand der Piste kann sich hier jeden Abend eine total neue Situation ergeben.
Wenns gut neuschnee gibt, kann es sein, dass die Nacht durchpräpariert wird, während normlerweise einmal rüber reicht.
Andersherum kann es sein, das zu wenig schnell auf der Piste liegt und dann doch gross Schnee verschoben werden mußt.

Ausserdem: Die meissten Pisten werden eh täglich präpariert - von daher ist die Angabe:
Ab 17:30 Pistengerät mit Winde im Einsatz

Also gar nicht so verkehrt...

Gruß, Jens
 
s ist ja das problem: Ein blinklicht (gibt es hier am patscherkofel tatsächlich auch), und schon hops sei das gesamte areal industrie-sperrgebiet?


Ich meine daß so ein Blinklicht auch nur da stehen sollte wo wirklich und momentan mit Winde präpariert wird. Also nicht solche 17.00-08.00 Sperrungen (fürs gesamte Gebiet) sondern wirklich nur dann + wann (Pistenweise) es da gefärlich ist.

Ungefähr wie diese unsäglichen "Achtung Nass" Schilder die sich überall wie eine Seuche verbreiten. Aufstellen wenns nass ist, wegnehmen wenn die Gefahr vorbei ist.
 
Dazu gebe ich jetzt einen einzigen Kommentar ab obwohl ich weiß, dass sich jetzt gleich einige angepisst fühlen. ( Ist mir aber wurscht) Alle, die hier Laut schreien, denen Wünsch ich mal eine Woche Pistenpräparieren, damit sie kapieren worum es hier eigentlich geht.
Aber Tourengeher und langinderhüttesitzer werden das nie Checken.

Aber genau die die jetzt hier laut schrein sind dann die, die sich am nächsten Tag über die schlechte Pistenpräparierung beim Betreiber beschweren. Schnee braucht nämlich ca. 4 Stunden bis er sich verfestigt.
Und wir Präparieren nicht für Tourengeher sondern für zahlende Gäste.
Ich kenn das schon seit 20 Jahren. Ist immer wieder das selbe.

Ein Tourengeher soll doch dort bleiben wo er hingehört. Und zwar ins freie Gelände.
 
@seilbahner:
Dem ist fast nichts hinzuzufügen.

Werde mich auch kurz dazu äussern wenn ich mit da arbeit fertig bin, darf jetzt erstmal Neuschnee von den Rennpisten runterschieben...
 
seilbahner schrieb:
Ein Tourengeher soll doch dort bleiben wo er hingehört. Und zwar ins freie Gelände.
Ich denke langsam, es fehlt wirklich ein Begriff in der Deutschen (wahrscheinlich in allen) Sprache(n) der diese Spezies genau definiert: vielleicht sollte man "Pistengeher" sagen oder so ähnlich.
Tatsache ist, dass für viele "Anrainer" an Schigebieten eine abendliche Tour zu Trainingszwecken einfach sehr attraktiv ist, man bewegt sich in der freien Natur und kann nach dem Aufstieg auch noch eine nette Abfahrt genießen. Genau das wäre aber bei einer Nachttour in freiem Gelände nicht möglich bzw. bei weitem schwieriger. Während ein guter Schifahrer auf einer präparierten (muss überhaupt nicht frisch präpariert sein) Piste auch bei Mondschein oder mit einer Stirnlampe gut runterkommt ist das Abfahren in freiem Gelände in der Dunkelheit wesentlich schwieriger, weniger genussreich und dafür gefährlicher. Damit handelt es sich also um eine Spielart unseres Sportes, den es praktisch nur am Abend gibt und der auf präparierte Pisten angewiesen ist, womit er sich vom klassischen Schitouren-Gehen deutlich unterscheidet.
Die abendliche Pistenbenützung scheint also durchaus ein Produkt mit Nachfrage zu sein, für das Interessenten wahrscheinlich auch durchaus bereit wären zu bezahlen.
Ich denke also, die Bereitstellung einer halbwegs attraktiven Piste für Aufstieg und Abfahrt (natürlich abhängig von der Größe des Schigebiets) am Abend zu einem umschriebenen Zeitraum gegen Gebühr (ev. mit Jahreskarte oder Jahresregionskarte oder als Bestandteil einer normalen Saisonkarte) könnte als Angebot für die "sportlichen Eingeborenen" durchaus ein Erfolg sein, diese Piste könnte nach Ende des Zeitfensters als letzte präpariert werden und alle wären zufrieden.
 
Jedenfalls hat es sich hier in eine klassische Diskussion zwischen den Vorschriftenfreunden und den Freigeistern entwickelt.
 
Aber genau die die jetzt hier laut schrein sind dann die, die sich am nächsten Tag über die schlechte Pistenpräparierung beim Betreiber beschweren.

Würde ich nicht tun - ich steh eh nicht so auf Carvingautobahnen

Schnee braucht nämlich ca. 4 Stunden bis er sich verfestigt.

Ist mir klar

Und wir Präparieren nicht für Tourengeher sondern für zahlende Gäste.

Ich denke einige (wie z.B. gerrit und ich) würden auch was zahlen um den Service nutzen zu können. Zudem gibt es einige "Hüttenstammtische" von denen zwar nicht die Bergbahn - wohl aber die Gastronomie profitiert.
 
Dann empfehle ich euch den Unternberg in Ruhpolding. Dort wurde jetzt ein Tourengeherabend mit Stammtisch eingerichtet.
 
@gerrit: Ich denke nicht, daß sich durch "eintrittskarten" besonders viel geld lukrieren liesse, der aufwand wäre zu gross. Vielmehr wird dies in tirol über die parkplatzbewirtschaftung gemacht. Gratisparken ist sowieso -egal ob in einem skigebiet oder an einer klassischen skitour- oft nicht möglich, es thront der parkscheinautomat für tourengeher, bzw. die skidataschranke welche sich nur mit skipass gratis öffnen lässt.

Über gute einnahmen hingegen können sich gasthäuser am berg freuen, zB. waren jene an der muttereralm in der EUB-losen zeit genauso rappelvoll bis weit in die nacht hinein, wie heute tagsüber. Die muttereralm ist der skigehberg für senioren, ich finde es schön dass es das gibt. Von zuhause sehe ich sie wie die ameisen in endlosen ketten raufspazieren. Der ist so flach, es bedürfte keiner piste und somit nett für ältere die nicht vollends einrosten wollen. Noch zudem mit der strassenbahn erreichbar.

Am Glungezer (Berg östl. von Innsbruck) diese woche am abend war es etwas stressig, es war ein freund aus o.Ö. dabei der eine derartige angst hatte wg. dem vermeintlichen betretungsverbot, dass er nicht mehr ruhig gehen konnte: Einmal näherte sich ein licht, wir mussten in den kratzigen forst flüchten wie mexikanische illegale an der grenze zur USA. Es war dann ein skidoo. Weiter oben gibts im skigebiet noch ein gasthaus mit licht, wir wollten nicht hineingehen weil es ja ein wespennest der bergbahngesellschaft sein könnte. Unten am parkplatz vor einem grossen gasthof wurden wir zunächst vom freundlichen gastwirt(!) mit dem sinngemässen zitat verscheucht "ich geb euch 2 minuten, dann hole ich die poilizei" (ski waren schon an den füssen). Auf dem riesigen leeren parkplatz (notabene nicht vom skigebiet, sondern vom gasthof+hotel) standen 2 reisebusse, der gastwirt ist offensichtlich mit dem melken der reisebusgäste zufriedengestellt.
Derweil war es früher (vor der neuen tourengeherregelung) so üblich, daß an dem parkplatz die tourengeher parkten, und nach der tour entsprechend durstig in der gastwirtschaft einkehrten. Auf letzteres haben wir dieses mal ohne probleme verzichten können.
Übrigens hat das Glungezer haus, eine geniale hütte fast am gipfel auf 2600m (2100 hm über dem tal, 400hm über dem skigebiet) auch im winter offen: Nach der arbeit unter sternenhimmel (1500hm) rauflatschen, oben ausblick ins beleuchtete inntal geniessen, gemütlich abend essen, übernachten, fühstücken, sonnenaufgang erleben, abfahren und um 9 wieder im büro sein...ha!


Hey, ok, touristen lassen sich anscheinend generell wie kuhherden auf weiden locken, leiten und süffisant melken. Schön für die wirtschaft, ich freue mich ja auch, und profitiere indirekt davon. Aber generell aufgeweckte einheimische/auswärtige menschen partout auch in die herde zwingen zu wollen, das wird nicht hinhauen.

Ich denke dennoch, daß die allermeisten tourenngeher der region den bedürfnissen von skigebieten/forstwirtschaft/jägerschaft/naturschutz/... in ausreichendem mase entgegen kommen. Nur auflösen können wir uns nicht im sich zunehmends verschärfenden Interessenskonflikt.

Je grösser der einfluss einer interessensgruppe auf medien und aktuere der politik ist, je grösser seine chanche, den eigenen kuchenanteil vergrössern zu können. Eine ganz normale sache....die gewichte auf den wagschalen sind bekannt, und somit ist die langfristige zukunft relativ leicht vorhersehbar.....


NB: Es gibt es doch noch, das gute liberale tirol: Eine weitere finstere gestalt auf der piste gab uns wg. der parkproblematik den hinweis, dass es auf den weiten almwiesen ein privathaus mit grossem grundstück gäbe, auf dem derjenige der es weiss problemlos parken kann: An der wand hängt dort ein kleines holzkasterl, man wirft einen freiwilligen obulus ein und gut ist die sache. So kleine menschliche dinge erfreuen dann doch ungemein...
 
Obwohl diese Frage angesichts der hier mittlerweile aufgeflammten Diskussion ueber Nachtnutzung von Pisten durch Tourengeher schon fast OT ist, will ich sie doch stellen: Ist irgendwas darueber bekannt geworden, ob und wenn ja, wie stark die verunglueckte Frau in ihrem Urteils- und Wahrnehmungsvermoegen durch Alkohol beeintraechtigt war? Spekulationen darueber helfen beim Versuch einer sachlichen Aufarbeitung des Unfallgeschehens nicht wirklich weiter.
 
Talabfahrer schrieb:
Obwohl diese Frage angesichts der hier mittlerweile aufgeflammten Diskussion ueber Nachtnutzung von Pisten durch Tourengeher schon fast OT ist, will ich sie doch stellen: Ist irgendwas darueber bekannt geworden, ob und wenn ja, wie stark die verunglueckte Frau in ihrem Urteils- und Wahrnehmungsvermoegen durch Alkohol beeintraechtigt war? Spekulationen darueber helfen beim Versuch einer sachlichen Aufarbeitung des Unfallgeschehens nicht wirklich weiter.
Hier wird doch sofort davon ausgegangen das die Frau was getrunken hatte da die Leute von einer Hütte kamen!
So ist das halt mal im AF. Das die obligatorische Presseschellte noch nicht eingesetzt hat wundert mich. Paßt diesmal hier jedem ins Programm. Hütte- "Frau besoffen"- Unfall - selber Schuld.
Bleibt mal abzuwarten ob es von Seiten der Behörden noch Infos gibt.
In jedem Fall muß man sich dem Thema Hüttenöffnung und Pistenschließung mal annehmen. So gehts ja echt ned.
Wünschen wir der Frau in jedem Fall alles Gute..........!

Gut auch das sie nicht auch D kommt.
Mic mit Null- Promilleverordnung auf der Piste. Zum Glück gibts lecker Bier z.B. wie Schloßgold und Weizen "ohne Gas".
 
baeckerbursch schrieb:
Und ist es denn nicht zu viel verlangt wenn man am Anfang einer Piste, wenn man mit Winde präperiert ein Blinklicht aufstellt?


Mir will nicht in den Kopf das ich als Bergbahnbetreiber ein einfaches Schild reicht um mich komplett aus der Verantwortung zu stehlen. Immerhin kann man ein solches Schild übersehen. Und eingezäunt sind die Pisten ja auch noch nicht.

Jetzt mische ich mich hier auch einmal ein.

Ich gehe davon aus das du den Hauser Kaibling nicht kennst, denn da gibt es nur eine rote und eine schwarze Talabfahrt auf denen beiden mit einer Seilwinde präpariert wird und somit der Weg ins Tal für viele Stunden gesperrt ist.

Wie schon weiter oben geschrieben versperrt einen oberhalb der Piste ein Schranken mit einem Blinklicht und einer Warntafel den Weg. Natürlich sind die Pisten auch dort noch nicht eingezäunt, aber man kann an den Schranken einfach nicht vorbei sondern muss unter dem Schranken durchklettern.
 
Hier was mir dazu einfällt, wollte eigentlich nur ein Paar Zeilen schreiben, ist dann doch mehr geworden.

Also, für mich macht es keinen Unterschied ob Hütte, Frau besoffen, Unfall, selber Schuld oder Hütte, Frau nüchtern, Unfall. Ebenso selber schuld. Leute haben einfach nach Betriebsschluss nichts mehr im Skigebiet zu suchen. Egal ob zahlender Gast oder Tourengeher, obwohl letztere nicht als solche zu Bezeichnen sind. Sie sind einfach zu faul um einen anständige Tour im Gelände zu gehen und bevorzugen die flachen planierten Pisten, denn es ist ja nicht so anstrengend. Meist wird dann auch gar nicht der Gipfel anvisiert sondern eine Hütte, meist ausserhalb des Skigebiets, rund 2/3 am Berg oben. Da wird dann gegessen, getrunken (egal ob Alkohol oder nicht), geratscht und irgendwann entschließt man sich wieder ins Tal abzufahren, natürlich auf der frisch präparierten Piste, oder auf der Piste die gerade hergerichtet wird. Warum? Tja, natürlich ist man erschöpft, es war ja ein langer Tag im Büro, dann der Stress nach Hause, Sachen zusammensuchen, der 'anstrengende' 2-stündige aufstieg, dann liegt das essen schwer im Magen, man hat was getrunken und realisiert dass es schon spät ist, man müde ist und ja morgen früh wieder ins Büro muss. Also entschließt man sich die flachgewalzte Piste zu nehmen, Abseits wäre ja zu diesem Zeitpunkt viel zu anstrengend. Und ob da gerade wo präpariert wird oder nicht ist in diesem Fall egal, mann ist ja schließlich Alpinist und nicht Tourist, man weiss was los ist und 'ich pass ja auf'... Gerade alle diese **** kosten mich bei der Arbeit den letzten Nerv. Aber was soll man groß erwarten von Leuten die nicht mal lesen können, denn auf jeder Tafel steht geschrieben, Pistensperre ab 17 Uhr. Dann haben wir noch Warntafeln mit Blinklichtern, die eines Stop Schildes gleich schauen auf dem steht: Stop! Weiterfahrt verboten. Windenmaschine im Einsatz! Trotzdem schaffen es die meisten Tourengeher all dies nicht zu entziffern.

Und das ganze wegen Geld ist auch eher lächerlich. Was soll man denn von denen Verlangen? z.B. ein Piste, 3h Arbeit mit Winde, 250euro/h. Dann reichen 10 Leute die natürlich die ganze Pistenbreite benutzen müssen um Abzufahren und da der Schnee frisch aufgefräst und alles weich ist kann man dann alles nochmal machen. Sind 750euro. Also, wieviel verlangt man von Tourengehern? Sie sollten ja mindestens für den entstandene Mehrarbeit aufkommen.

Soviel zu den Tourengehern, nun zu den Hütten. Meiner Meinung nach fehlt es an erster Stelle zumeist in der Kommunikation zwischen Skigebiet und Hüttenwirt. Solange die nicht auf einen grünen Zweig kommen und Wirte einfach solange offen haben bis der letzte geht werden immer Unfälle passieren. Es werden eher mehr werden, da immer mehr mit Winde präpariert wird. Idealerweise wäre das so, Skigebiet letzte bergfahrt 16:30, letzte abfahrt 17:00. In der Hütte letzte Bestellung 16:30, 17:00 alles raus und runter.
Hier sehe ich, wie schon gesagt, die Verantwortung/Schuld rein bei den Hüttenbesitzern und Skigebietsbetreibern. Würde keinem Tourist der nur zu Gast im Skigebiet bzw. auf einer Hütte ist und keine Ahnung hat (was ja auch die meisten Leute in diesem Forum vergessen; die meisten Touristen wissen zwar dass die Pisten irgendwann irgendwie hergerichtet werden, jedoch wie, wann und mit was, da haben 90% keine Ahnung. Hier im Forum scheinen die meisten wenigstens eine grobe Idee zu haben) die Schuld geben zu spät von wo abzufahren. Bei Einheimischen sehe ich dass wieder anders. Sie sollten wissen was an 'Ihrem' Berg los ist, zumindest ungefähr.
Sobald man aber ein Schild passiert das klar eine Piste sperrt weil sie gerade Präpariert wird und es kommt zu einem Unfall wie am Kaibling, egal ob Tourist oder Einheimischer, ist es dass Alleinverschulden des verunfallten. Schließlich wird auf eine Gefahr hingewiesen, wenn man sich dann entliesst weiterzufahren ist man selber schuld.

Es wird wohl noch etwas dauern, bis hier eine vernünftige/endgültige Regelung gefunden wird. Glücklicherweise arbeite ich mittlerweile in einem Skigebiet wo es diese Problematik nicht gibt, Unsere Hütten schließen um 16:30, danach Spielt sich alles im Tal ab. Und Leute hier haben Realisiert dass es viel schöner ist Touren ausserhalb des Skigebiets zu gehen. Habe in den letzten 3 Jahren bis jetzt 1 Tourengeher im Skigebiet während der Arbeit gesehen. Die Jahre zuvor, wie ich noch in Deutschland/Österreich war, lag der Tourengeher-Rekord bei fast 500 in einer einzigen Vollmondnacht. Mein Mitgefühl in der ganzen Sache/Angelegenheit gilt allen Bullyfahrern die sich fast jede Nacht mit diesem Sch**** abgeben müssen und gewiss nicht den Hüttensitzern und schon gar nicht den Pistentourengehern.

Und, wie schon im vorherigen Post gesagt, schließe mich dem Seilbahner an, bin mir ebenso bewusst dass das manche Leute nicht gerne lesen bzw. sich angegriffen fühlen, und mir ist's egal.

My own 0.02$
 
Danke für die Sichtweise aus der Perspektive eines Pistenraupenfahrers.
Ich kann es nachvollziehen, was geschrieben wird.

"Tourengehen" auf der Piste, gerade nach Betriebsschluss, hat ein bisschen was von einer Rosinenpickerei-Mentalität.
Auf der einen Seite will man persönliche Freiheit: Machen, was man will und wann man will.
Auf der anderen Seite nimmt man gerne die Vorteile einer frisch gewalzten Piste in Anspruch.

Die gewalzte Piste und uneingeschränkte persönliche Freiheit schließen sich aber zu einem gewissen Grad aus.
 
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