Emilius3557
Shisha Pangma (8013m)
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@Starli: nein, den Bericht habe ich gesehen, da war nur ein ganz kurzer Blick auf diese riesige, noch unberührte (!) Eisfläche, in der Bergsteigerliteratur "Riesen-Eissumpf" genannt. Ansonsten war nur die Hütte viel im Bild, beeindruckende Sache.
Also ein paar möglichst objektive Kommentare zu diesem Thema:
Ich bin eher gegen diese Erschließung, unter anderem aus folgenden Gründen:
- der Gepatsch-Ferner ist der zweitgrößte Gletscher der Ostalpen und ein großes Stück unberührter Natur
- es gibt genügend Gletscherskigebiete: okay, im Herbst ist manchmal viel los, aber schaut euch den Rest des Jahres an?
- glaubt ihr, dass wegen einer PB und zwei SLten plötzlich alle ins Kaunertal und nicht mehr ins Stubaital fahren, das für die Süddeutschen-Ausflügler sehr viel günstiger liegt? Tux, Sölden und Stubai, Kitzsteinhorn sind nach wie vor besser technisch ausgerüstet und bieten im Hochwinter mehr. An der peripheren Lage ändert auch die Weißseespitzgipfelbahn nichts, ebenso wenig wie das meiner Ansicht nach die Anbindung an das Langtauferer Tal beheben würde, das ja auch nicht gerade dicht an den nachfragerelevanten Metropolen liegt.
- das Zugangsproblem (lange Straße, nächste Übernachtungsmöglichkeit in Feichten etc. dort nicht viel los (vgl. zu Sölden oder Tux) wird nicht gelöst
- von der PB Hoher Zahn eine Abfahrt zum Parkplatz wird schwierig (steil, Spalten, Eisbrüche, Gelände in Bewegung)
- natürlich liegt das Ding sehr hoch, landschaftlich bei tollem Wetter sicherlich genial => kann man heute schon haben, von der Bergstation SL Weißsee ca. 1-1 1/2 h über den Westgrat, soll nicht schwierig sein
- wenn ich auf hochgelegenen Gletschern fahren will die nicht steil sind, kann ich das heute schon besser in Zermatt, Les Deux Alpes und am Stilfserjoch. Die Weißseespitze wird gletscherskitechnisch auch keine Offenbarung bedeuten.
- Sommerski wird auch in den nächsten Jahren wohl eher nicht zum Trendsport werden
- natürlich wird man dort oben eine tolle Aussicht haben, kein Widerspruch, aber mit diesem Argument könnte man auf sehr viele Alpengipfel eine Seilbahn und Schlepplifte bauen. Ihr werdet das sicher auch so sehen, dass Aussicht allein kein Argument für Skierschließung ist, weil wg der Aussicht könnte man meintwegen auch zu Fuß gehen, wozu gibt es Leute wie einheimische Berg- und Skiführer?
- der Aufwand und der Schaden, der dabei entsteht wird wohl nicht ganz dem Nutzen entsprechen.
- Ihr könnt mir gerne Inkonsequenz vorwerfen, im Pitztal habe ich mich ja zu einem JEIN entschlossen, aber ich denke, dass die Fernerkogel-Pläne samt Talabfahrt samt Ausbau des bestehenden Gebietes samt Sölden-Verbindung insgesamt mehr bringen
- der Arbeitsplatzeffekt: das ist doch kein Argument zu sagen, wenn wir nicht erschließen sind die Arbeitsplätze futsch. Das hätte man sich vielleicht vorher überlegen sollen, oder nicht? Mit einer Vorwärts-Strategie kommt man nicht immer weiter. Die haben in den 1980er Jahren leider schon den Trend verschlafen und zu lange am reinen Sommerskigebiet festgehalten. Wenn ich mich recht erinnere haben die schon zu dieser Zeit Staatsbeihilfen bekommen (@Tyro: kann das sein? Habe ich irgendwo gelesen...) Wenn ein Unternehmen defizitär produziert (und Bereitstellung touristischer Dienstleistung ist auch eine Art Produktion), dann kann es doch nicht in jedem Fall sagen: okay, wir erschließen jetzt mal die und die neuen Märkte und starten 5 neue Produkte, das wird uns dann schon retten...
- das bestehende Gebiet könnte durchaus besser genutzt werden, Stichwort 4 KSB Karlesspitze: von mir aus sofort, das bringt wirkliche Verbesserungen
P.S. Ich sehe gerade, dass ich nicht wirklich objektiv geblieben bin, ist aber auch nicht ganz einfach. Ich wünsche eine spannende und anregende Diskussion, ich bin euch ja übrigens noch "meinen Ausbauplan" Kaunertal+Gepatsch schuldig...

Also ein paar möglichst objektive Kommentare zu diesem Thema:
Ich bin eher gegen diese Erschließung, unter anderem aus folgenden Gründen:
- der Gepatsch-Ferner ist der zweitgrößte Gletscher der Ostalpen und ein großes Stück unberührter Natur
- es gibt genügend Gletscherskigebiete: okay, im Herbst ist manchmal viel los, aber schaut euch den Rest des Jahres an?
- glaubt ihr, dass wegen einer PB und zwei SLten plötzlich alle ins Kaunertal und nicht mehr ins Stubaital fahren, das für die Süddeutschen-Ausflügler sehr viel günstiger liegt? Tux, Sölden und Stubai, Kitzsteinhorn sind nach wie vor besser technisch ausgerüstet und bieten im Hochwinter mehr. An der peripheren Lage ändert auch die Weißseespitzgipfelbahn nichts, ebenso wenig wie das meiner Ansicht nach die Anbindung an das Langtauferer Tal beheben würde, das ja auch nicht gerade dicht an den nachfragerelevanten Metropolen liegt.
- das Zugangsproblem (lange Straße, nächste Übernachtungsmöglichkeit in Feichten etc. dort nicht viel los (vgl. zu Sölden oder Tux) wird nicht gelöst
- von der PB Hoher Zahn eine Abfahrt zum Parkplatz wird schwierig (steil, Spalten, Eisbrüche, Gelände in Bewegung)
- natürlich liegt das Ding sehr hoch, landschaftlich bei tollem Wetter sicherlich genial => kann man heute schon haben, von der Bergstation SL Weißsee ca. 1-1 1/2 h über den Westgrat, soll nicht schwierig sein
- wenn ich auf hochgelegenen Gletschern fahren will die nicht steil sind, kann ich das heute schon besser in Zermatt, Les Deux Alpes und am Stilfserjoch. Die Weißseespitze wird gletscherskitechnisch auch keine Offenbarung bedeuten.
- Sommerski wird auch in den nächsten Jahren wohl eher nicht zum Trendsport werden
- natürlich wird man dort oben eine tolle Aussicht haben, kein Widerspruch, aber mit diesem Argument könnte man auf sehr viele Alpengipfel eine Seilbahn und Schlepplifte bauen. Ihr werdet das sicher auch so sehen, dass Aussicht allein kein Argument für Skierschließung ist, weil wg der Aussicht könnte man meintwegen auch zu Fuß gehen, wozu gibt es Leute wie einheimische Berg- und Skiführer?
- der Aufwand und der Schaden, der dabei entsteht wird wohl nicht ganz dem Nutzen entsprechen.
- Ihr könnt mir gerne Inkonsequenz vorwerfen, im Pitztal habe ich mich ja zu einem JEIN entschlossen, aber ich denke, dass die Fernerkogel-Pläne samt Talabfahrt samt Ausbau des bestehenden Gebietes samt Sölden-Verbindung insgesamt mehr bringen
- der Arbeitsplatzeffekt: das ist doch kein Argument zu sagen, wenn wir nicht erschließen sind die Arbeitsplätze futsch. Das hätte man sich vielleicht vorher überlegen sollen, oder nicht? Mit einer Vorwärts-Strategie kommt man nicht immer weiter. Die haben in den 1980er Jahren leider schon den Trend verschlafen und zu lange am reinen Sommerskigebiet festgehalten. Wenn ich mich recht erinnere haben die schon zu dieser Zeit Staatsbeihilfen bekommen (@Tyro: kann das sein? Habe ich irgendwo gelesen...) Wenn ein Unternehmen defizitär produziert (und Bereitstellung touristischer Dienstleistung ist auch eine Art Produktion), dann kann es doch nicht in jedem Fall sagen: okay, wir erschließen jetzt mal die und die neuen Märkte und starten 5 neue Produkte, das wird uns dann schon retten...
- das bestehende Gebiet könnte durchaus besser genutzt werden, Stichwort 4 KSB Karlesspitze: von mir aus sofort, das bringt wirkliche Verbesserungen
P.S. Ich sehe gerade, dass ich nicht wirklich objektiv geblieben bin, ist aber auch nicht ganz einfach. Ich wünsche eine spannende und anregende Diskussion, ich bin euch ja übrigens noch "meinen Ausbauplan" Kaunertal+Gepatsch schuldig...