Sicherlich könnte man alles per Heli rauffliegen, oder ganz illusorisch per SSB hochtransportieren, aber wenn man realistisch ist, sind die Muldenkipper vom Energieaufwand wahrscheinlich immer noch besser als hunderte Heliflüge...
Im Juli/August 2000 habe ich eine ganze Woche auf der Braunschweiger Hütte verbracht. Zu dieser Zeit wurde drüben im Skigebiet der Speichersee errichtet, d.h. die ganze Zeit sehr viele Heli-Flüge. Ich habe dann damals per Mail bei den Gletscherbahnen angefragt was denn der Hintergrund dieser Flüge sei - eben der Speicherseebau. Zumindest lärmtechnisch dürfte die jetzige Lösung besser sein.
Danke an Stäntn für die spannenden Bilder vor Ort. So ein großes Baufahrzeug habe ich bislang noch nicht auf einem Gletscher fahren gesehen.
Die Wanderer laufen ja auch erst da im Tal seit es den Notweg gibt
Wie meinst Du das? M.W. wurde der Wanderweg vor dem Bau des "Notwegs" verlegt. Zuvor verlief er relativ nahe an der Gletscherzunge.
Was mich wundert ist, dass sich keiner über die regen Bautätigkeiten am Tuxer, Baustrassen am Stubaier, Baustrassen am KSH, Bautätigkeiten am Mölltaler etc. aufregt. Hier siehts tw. auch nicht besser aus.
Aber da die Pitztaler ja den Weg eingenmächtig durchgeboxt haben, werden Diese ständig angegangen...
Das liegt m.A. zum einen an dem von Dir genannten Punkt, zum anderen aber an der "Ungnade der späten Geburt" des Pitztaler Gletscherskigebietes. Die anderen Gebiete wurde fast durchweg noch in der Zeit der großen Erschließungseuphorie erschlossen, den Bau von Zufahrtswegen etc. hat niemand hier live dokumentieren können, die werden quasi als "immer da gewesen" betrachtet.
die gub ist eine einmalige werbeikone - aber wer bei der skiindustrie überleben möchte muß eben mitspielen - mit allen nebenwirkungen.
Meinst Du, dass wegen der GUB viele Besucher ins Pitztal kommen? Ich würde behaupten, dass die meisten Gäste diesen Bahntyp als unbequem und unkomfortabel empfinden (Stehen, Enge, Gedränge, unsinniges Stehenbleiben in der Mittelstation, unregelmäßige Beförderung...) und dagegen die neue EUB als deutliche Verbesserung wahrnehmen. Aus seilbahntechnischer Sicht gebe ich Dir Recht, wobei die neue Bahn sicherlich auch spektakulär werden wird.
Und wofür den ganzen Scheiss?? Mit nem 2. Zubringer, der eh nötig wäre wäre das völlig überflüssig!
Nicht falschverstehen, ich bin kein überzogener Naturschützer und fahre gerne in gut ausgebauten Skigebieten mit modernen Anlagen.
Aber ich liebe eben auch die Berge... Und was hier passiert sprengt aus meiner Sicht die Verhältnismässigkeit.
Wie würde denn der 2. Zubringer gebaut werden? Gänzlich ohne Zufahrtsstraße?
Wie sind denn die von Dir geschätzten "gut ausgebauten Skigebieten mit modernen Anlagen" in diesen Zustand versetzt worden? Wie viele dieser Anlagen hast Du während der Bauphase bzw. nach der Schneeschmelze besucht?
Die Verbindung ist nicht mittels einer Verbindungsbahn Mittelbergferner/Schwarze Schneid gedacht, sondern mittels Skitunnel vom Tiefenbach auf den Ausläufer Wildspitze/Linker Fernerkogel. Rückbinger von diesem Auslauf rauf zur Schwarzen Schneid Mittelstation, Zubringer vom Pitztal Tal aus mittels EUB auf den Linken Fernerkogel.
Wenn das Pitztal feuer frei hätte und die entsprechende Kohle, würden morgen wohl schon die Bagger auffahren. Zuerst am Berg und am selben Tag noch im Tal für massenhaft Unterkünfte. Denn bei Kohle schneissen die Tiroler fast alle guten Vorsätze über den Haufen.
Mit "Ausläuferr" meinst Du die große Hauptzunge des Mittelbergferners?
Wie viel lawinensichere Bauzone gibt es denn noch im hinteren Pitztal? Mal ehrlich, wer von uns würde sich denn eine solche ökonomische Chance entgehen lassen, gesetzt den Fall wir kämen in diese Gelegenheit? Ist das wirklich ein Tiroler Spezifikum oder nicht eher ein Kennzeichen modern-kapitalistischen Wirtschaftens?
Damals als Notabfahrt betituliert ist schlichtweg eine Autobahn in Mitten hochalpinem Felsen - schrecklich. Man muss ein paar Meter darauf zurück legen, einfach rein gesprengt. ... lässt sich die Autobahn in Mitten einer Hochgebirgslandschaft erkennen...
Wie breit sollte denn Deiner Meinung nach ein "Notweg" sein? 2-3 Meter? Wie sollten darüber mehrere Tausend Besucher im Fall des Falles evakuiert werden, darunter Anfänger, Kinder etc.? Zum Thema Sprengen: jedem, der das Gebiet vorher kannte, war klar: anders geht es nicht. Bis vor wenigen Jahrzehnten lag der Bereich unter dem Eisbruch des Mitterlbergferners, daher blankes, anstehendes Felsgestein, nicht einmal moränentypisches Geröll o.ä.
Spannender insgesamt finde ich die Frage, wie es mit dem Projekt Fernerkogelbahn und Sölden-Verbindung weiter geht. Dazu ist es ja seit Jahren quasi erstaunlich still, auch wenn es um das Update der Skigebietsgrenzen z.Z. geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt ad acta gelegt worden ist. Oder will man erst das eigene Gebiet auf Vordermann bringen (aktuelles Brunnenkogelprojekt) um nicht im Fall der Verbindung zu viele Gäste nach Sölden zu verlieren, die insgesamt (noch) etwas mehr Komfort bei der Beförderung bieten?
Wenn ich mir die letzten Bilder von Stäntn anschaue, so denke ich, dass eine der nächsten größeren Investionen eine oder gleich mehrere Beschneiungslinien im Bereich Mittelberg-EUB sein werden. Der Eismassenverlust (auch auf der noch durchgehenden Zunge bergwärts gesehen links der EUB) hier ist wirklich dramatisch. Vor zehn Jahren war von den Felsen noch nicht viel zu sehen, wir hatten zwei durchgehende, schön steile Gletscherpisten und einen Schlepplift...