Berg- und Talfahrt für Oberperfuss bei Rangger-Köpfl-Bahn
Im Skigebiet Rangger Köpfl soll eine Gondelbahn aufgestellt werden. Die Gemeinde ist sich in diesem Punkt aber alles andere als einig.
Der Zahn der Zeit nagt an der alten Liftanlage.
Bild: Böhm
Hitzige Wortgefechte zwischen den einzelnen Mandataren prägten in Oberperfuss die letzten Gemeinderatssitzungen. Der Grund war und ist, dass die Gemeinderäte über die möglichen Neuerungen bei den Bergbahnen Oberperfuss unterschiedliche Meinungen vertreten.
Gebrauchter Lift
Die Oberperfer Liftgesellschaft hat von den Silvrettabergbahnen um 50.000 Euro eine gebrauchte Gondelbahn gekauft und das, obwohl es noch kein behördliches Okay für die Errichtung gibt. "Eine Gondelbahn erleichtert Familien mit Kindern die Liftfahrt", rechtfertigt Bürgermeister Ewald Spiegl den Kauf. Zudem könne sich die Gemeinde, die zu 100 Prozent Gesellschafter der Bergbahnen ist, auch gar keinen neuen Lift leisten.
Deshalb war der Bürgermeister froh, als der jetzige Geschäftsführer der Bahnen, Alois Loidl, die Fimabahnen aus Ischgl vorschlug. Diese kenne Loidl aus seiner dortigen Betriebsleiterzeit "in- und auswendig". Das Ganze sei laut Spiegl wie bei einem Gebrauchtwagenkauf und der Geschäftsführer habe in dieser Sache sein "vollstes Vertrauen".
Knappe Abstimmung
Michael Niederkircher von der Liste "Oberperfuss Aktiv" (OA) ist von dem Projekt alles andere als überzeugt. Als Touristiker ist er zwar für den Erhalt und den Ausbau des Skigebiets, aber er stellt sich die Frage "ob eine 23 Jahre alte Bahn gut oder schlecht ist". Auch die noch unklare Finanzierung, hat ihn dazu bewogen, sich in der Gemeinderatssitzung am Dienstag bei der Stimmabgabe zu enthalten.
Die Abstimmung ging schließlich denkbar knapp 7:6 für das neue Projekt aus.
Laut Bürgermeister Spiegl ist der gefasste Beschluss aber durchaus aufschiebbar. Sollte die Gesamtfinanzierung nicht funktionieren oder die Behörde keine Bewilligung erteilen, müsse man ein neues Konzept erdenken. Zudem könne der angekaufte Lift notfalls auch weiterverkauft werden, da es "Interessenten gibt", so der Oberperfer Ortschef.