Ich war ende August bei der Seilbahnführung an der 3S Eisgrat Bahn. Diese war übrigens sehr empfehlenswert, der Mitarbeiter hat uns über eine Stunde lang alles erklärt und war dabei auch sehr ehrlich, was die ganzen Probleme mit der Eisgratbahn angeht. Laut ihm ist die Bahn ein Prototyp und das merkt man an einigen Problemen, die den Mitarbeitern viel Arbeit machen und die Bahn sehr häufig zum Stillstand zwingen. An was ich mich noch so erinnere:
- Notantriebe sind nicht beheizt und müssen daher im Winter morgens täglich warmgefahren werden.
- Fehlende Skilöcher in den Kabinen
- Mangelhafter Druckausgleich in den Kabinen, dadurch sind sie Scheiben stark belastet und springen immer wieder (aber auch durch Ski)
- Reifenförderer im Bahnhof der Bergstation, die bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht fördern
- Bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 6m/s kommt die Bahn durcheinander mit der Position der Kabinen -> Stillstand
- Die benötigte Leistung zum anfahren ist so hoch, dass die Gamsgartenbahn davon einen Tag fahren kann (nicht so Energiesparend). Das liegt am Direktantrieb. Wegen dem fehlenden Getriebe ist die Abnutzung der Bremse auch deutlich höher, weil die Bahn direkt an der Umlenkrolle bremst.
- Es wurde keine Weiche in die Werkstatt an der Mittelstation verbaut, daher muss immer die ganze Bahn in den Umlauf, wenn eine Gondel zur Wartung soll
- Die Windsensoren sitzen an der Spitze der Stützen. Daher müssen sie im Sommer demontiert werden, da sie sonst durch Blitzschlag sofort kaputt wären. Im Sommer wird die Windmessung daher manuell gemacht (Es steht jemand an jeder Stütze)...
- Funfact: Es gibt einen Sensor, der die Bahn zum stoppen bringt, wenn die Tragseile an der Station ausreißen sollten. Die Frage ist, was die Gefahrenbremsung dann noch bringt.
Was ich sonst noch so erfahren habe:
- Die Schaufeljochbahn soll vermutlich diesen Winter wegen Personalmangel stehen
- Die Beschneiung an der Piste 4 wurde dieses Jahr bis zur BS Eisgrat gezogen
- Die Piste drei wird wieder rot, man hat sich vor ein paar Jahren vermessen
- Nächstes großes Projekt wird der Ersatz des SL Gaisskar in eine Kuppelbare Sesselbahn
- Die Gamsgartenbahn sollte ursprünglich 2033 ersetzt werden, jetzt ist der Plan 2054 oder so? Liegt wohl daran, dass die Kliers daran persönlich mitgebaut haben und die Bahn daher einen nostalgischen Charakter hat. Außerdem ist sie die zuverlässigste im ganzen Gebiet und aktuell besteht kein Kapazitätsproblem, Ersatzteile gibts auch in Massen. Das einzige Problem ist der Wind, aber den würde man auch mit ner größeren/ neueren EUB nicht lösen. Und die Hoadlbahn ganz in der nähe schreckt mit ihren ganzen Kinderkrankheiten auch ab.
- Die Tiwag sorgt mit ihrem Tunnel auch für eine neue Stromanbindung vom Gletscher. Damit wird das Gebiet unabhängiger von der störungsanfälligen Talleitung.