Auch wenn das Oberengadin durch seine besonders eindrucksvolle Landschaft ein konstantes Herausstellungsmerkmal inne hat, so frage ich mich doch immer wieder, ob die konstanten Modernisierungsmassnahmen auf die Lange Sicht nicht mehr schaden (also Gäste zum nicht-anreisen veranlassen) als nutzen.
Kurzfirstig scheint "neu" Menschen zu faszinieren, es werden die Vorzüge zB. eine kuppelbaren Anlage noch gespürt weil der Vergleich mit dem Altzustand direkt vom Gefühl abgerufen werden kann.
Mit jedem "Neuen" geht aber auch ein "Etwas" verloren, dieses "Etwas" ist nicht leicht zu beschreiben und besonders subjektiver Natur. Ältere (ab Mitte 30 ist man in der modernen Skiwelt "alt") Forumisten beschäftigen sich immer wieder mit dem Fragenkomplex...
Ich ward in früher Jahren in nahezu jeder Wintersaison im Oberengadin, das hat mir damals sehr viel Freude gemacht. Dies war die Zeit, als von Marguns die ersten KSB's gezogen wurden (mit Stationen aus lokalen Naturstein) , als Corvatsch noch den alten Hahnensee Schlepper kannte, die Parkplätze und Menschenflächen wesentlich keinvolumiger und unstrukturierter waren etc... Es gibt viele Determinatnten die sich wandeln, Liftanlagen sind nur eine unter vielen, auch Dörfer und Hotels haben sich im Charakter durchaus sehr gewandelt.
Die Faszination finde ich dort nicht mehr vor, es ist vieles zu "smooth" geworden, zu glatt, zu einfach und gleichzeitig zu Massig und zu wenig Achtsam gegenüber dem was die Frage nach dem "eigentlichen" Sinn ist.
Nun mag es sein, dass die Junge Generation in diese jetzige Konfiguration hineinwächst und diese als Normal empfindet, also hieran keinerlei Nachteile sieht... Wer weiss....