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Neues im Oberengadin

  • Ersteller Ersteller Anonymous
  • Erstellt am Erstellt am
Vor Jahren hat der Bürgermeister genau diese Klage geführt. Der Milliardärsauftrieb im Februar + Berichte der Yellow Press über den Multimilliardärsslum Suvretta haben das Image von Moritz so fixiert, dass Leute aus der Unterschicht (Rechtsanwälte , Zahnärzte etc.) es gar nicht versuchen nach Moritz zu gehen.
 
Fab schrieb:
Vor Jahren hat der Bürgermeister genau diese Klage geführt. Der Milliardärsauftrieb im Februar + Berichte der Yellow Press über den Multimilliardärsslum Suvretta haben das Image von Moritz so fixiert, dass Leute aus der Unterschicht (Rechtsanwälte , Zahnärzte etc.) es gar nicht versuchen nach Moritz zu gehen.
Das ist ein weiterer Grund warum es nicht mehr vorwärts geht, die „alte“ Stammkundschaft verkauft ihre Liegenschaften an gut betuchte. Die neuen Besitzer sehen das Objekt hehrer als Wertanlage an. Dazu kommt das sie weniger bereit sind die Ferienwohnung in ihrem Bekanntenkreis zu „vermieten“.
 
Immer wenn ich von Multimedia-Angeboten am Berg höre, kräuseln sich meine Fußnägel ;-)
 
LGH schrieb:
Immer wenn ich von Multimedia-Angeboten am Berg höre, kräuseln sich meine Fußnägel ;-)
Das sind die Dinge die der Mensch wirklich am Berg braucht... :?
Vielleicht die ach so geschätzte Zielgruppe der Asiaten.
Aber bald kann man sich diese Multimedia Angebote weltweit online konvergiert mit Realtime Streaming der dortigen Bergweltkulissen im 3D Heimkino auf dem curved 4k Fernseher anschauen. Dann bleiben auch die Asiaten zu Hause und ziehen das klimatisierte Wohnzimmer der unwirtlichen Bergwelt vor und die Schweizer Bergbahnbetreiber haben ein neues Problem.
 
Auch wenn das Oberengadin durch seine besonders eindrucksvolle Landschaft ein konstantes Herausstellungsmerkmal inne hat, so frage ich mich doch immer wieder, ob die konstanten Modernisierungsmassnahmen auf die Lange Sicht nicht mehr schaden (also Gäste zum nicht-anreisen veranlassen) als nutzen.

Kurzfirstig scheint "neu" Menschen zu faszinieren, es werden die Vorzüge zB. eine kuppelbaren Anlage noch gespürt weil der Vergleich mit dem Altzustand direkt vom Gefühl abgerufen werden kann.
Mit jedem "Neuen" geht aber auch ein "Etwas" verloren, dieses "Etwas" ist nicht leicht zu beschreiben und besonders subjektiver Natur. Ältere (ab Mitte 30 ist man in der modernen Skiwelt "alt") Forumisten beschäftigen sich immer wieder mit dem Fragenkomplex...

Ich ward in früher Jahren in nahezu jeder Wintersaison im Oberengadin, das hat mir damals sehr viel Freude gemacht. Dies war die Zeit, als von Marguns die ersten KSB's gezogen wurden (mit Stationen aus lokalen Naturstein) , als Corvatsch noch den alten Hahnensee Schlepper kannte, die Parkplätze und Menschenflächen wesentlich keinvolumiger und unstrukturierter waren etc... Es gibt viele Determinatnten die sich wandeln, Liftanlagen sind nur eine unter vielen, auch Dörfer und Hotels haben sich im Charakter durchaus sehr gewandelt.

Die Faszination finde ich dort nicht mehr vor, es ist vieles zu "smooth" geworden, zu glatt, zu einfach und gleichzeitig zu Massig und zu wenig Achtsam gegenüber dem was die Frage nach dem "eigentlichen" Sinn ist.

Nun mag es sein, dass die Junge Generation in diese jetzige Konfiguration hineinwächst und diese als Normal empfindet, also hieran keinerlei Nachteile sieht... Wer weiss....
 
Kris schrieb:
Auch wenn das Oberengadin durch seine besonders eindrucksvolle Landschaft ein konstantes Herausstellungsmerkmal inne hat, so frage ich mich doch immer wieder, ob die konstanten Modernisierungsmassnahmen auf die Lange Sicht nicht mehr schaden (also Gäste zum nicht-anreisen veranlassen) als nutzen.

Kurzfirstig scheint "neu" Menschen zu faszinieren, es werden die Vorzüge zB. eine kuppelbaren Anlage noch gespürt weil der Vergleich mit dem Altzustand direkt vom Gefühl abgerufen werden kann.
Mit jedem "Neuen" geht aber auch ein "Etwas" verloren, dieses "Etwas" ist nicht leicht zu beschreiben und besonders subjektiver Natur. Ältere (ab Mitte 30 ist man in der modernen Skiwelt "alt") Forumisten beschäftigen sich immer wieder mit dem Fragenkomplex...

Ich ward in früher Jahren in nahezu jeder Wintersaison im Oberengadin, das hat mir damals sehr viel Freude gemacht. Dies war die Zeit, als von Marguns die ersten KSB's gezogen wurden (mit Stationen aus lokalen Naturstein) , als Corvatsch noch den alten Hahnensee Schlepper kannte, die Parkplätze und Menschenflächen wesentlich keinvolumiger und unstrukturierter waren etc... Es gibt viele Determinatnten die sich wandeln, Liftanlagen sind nur eine unter vielen, auch Dörfer und Hotels haben sich im Charakter durchaus sehr gewandelt.

Die Faszination finde ich dort nicht mehr vor, es ist vieles zu "smooth" geworden, zu glatt, zu einfach und gleichzeitig zu Massig und zu wenig Achtsam gegenüber dem was die Frage nach dem "eigentlichen" Sinn ist.

Nun mag es sein, dass die Junge Generation in diese jetzige Konfiguration hineinwächst und diese als Normal empfindet, also hieran keinerlei Nachteile sieht... Wer weiss....

Also ich kenne das Oberengadin auch noch aus den achtziger Jahren und glaube, dass die Probleme die man heute dort hat, gerade aus der Trägheit der damaligen Zeit herrühren. Ich assoziierte lange mit Corvatsch, Platzkarten, 2 Stunden warten, schlecht präparierte Pisten und alte Anlagen. Bin unter anderem deshalb lange dort nicht mehr hingefahren. Heute fahr ich zumindest als Tagesausflug immer wieder gerne dorthin. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Unter den früheren Bedingungen würde ich heute keinen Tag dort hinfahren, dann kann ich heute schon eher mit der 20 Minuten Frequenz der Corvatschbahn leben, obwohl ich auch das bei 75 € Tageskartenpreis grenzwertig finde .
 
In Ischgl gab es auch Platzkarten und Chaos... Trotzdem ist Ischgl eine der erfolgreichsten Destinationen geworden.
 
ski-chrigel schrieb:
In Ischgl gab es auch Platzkarten und Chaos... Trotzdem ist Ischgl eine der erfolgreichsten Destinationen geworden.

Die haben aber rechtzeitig angefangen, bedingungslos zu investieren und die Gewinne nicht aus dem Unternehmen gezogen.
 
Ja eben! Ich wollte ja nur sagen, dass frühere Platzkarten sicher nicht ein Problem für heute sind..
 
ski-chrigel schrieb:
Ja eben! Ich wollte ja nur sagen, dass frühere Platzkarten sicher nicht ein Problem für heute sind..

Dann sehen wir das gleich! :ja:
 
Wobei Kris ja der Meinung zu sein scheint, dass bereits die bestehenden Modernisierungen (z. B. Austausch von diversen Skiliften durch KSBs) eher kontraproduktiv gewesen wären…

Ein nostalgischer Teil von mir kann das durchaus nachvollziehen, dennoch glaube ich, dass sie absolut unumgänglich waren, und das Engadin heute noch deutlich mehr Probleme hätte, wenn man auf diese verzichtet hätte.

Erst dieses Jahr erlebte ich tatsächlich einen dieser Momente am Curtinella Skilift, wo die Sonnenstrahlen besonders idyllisch auf die "Schneewüste" fielen, und ich während der langen Fahrt eine gewisse innere Ruhe fand. Einen kurzen Moment dachte ich: "Schade eigentlich, mit einer schnellen KSB6 wird man in Zukunft das hier nie wieder so wie jetzt wahrnehmen."

Dann fing aber irgendwann auch mein Fuß ein wenig an zu schmerzen, und ich sagte mir: "Jetzt bequem in einem Sessel zu sitzen hätte aber auch was." ;-)

Fakt ist, dass ich auch des öfteren schon Personen gehört habe, die sich äußerten: "Am Corvatsch gibt's immer noch zu viele Skilifte." Gerade Anfänger lernen dank Förderteppichen &Co diese Lifte heutzutage fast gar nicht mehr zu beherrschen, vor allem auf längeren Strecken. Ich kenne immer mehr Skigebiete, wo man wirklich jede einzelne Ecke ohne Skilift erreichen kann und diese höchstens noch als Parallelanlage oder Abkürzung vorkommen.

Ich glaube, dass kein mittelgroßes Skigebiet es sich auf Dauer leisten kann, primär die Nostalgiker zu bedienen. Ob es einem gefällt oder nicht: die Gesellschaft wurde schnelllebiger. Selbst im Urlaub ist Geduld eine Tugend, die man immer seltener vorfinden wird. Das kann man bedauern… ist aber so ;-)
 
Volle Zustimmung, LGH. Auf Nostalgie zu machen ist entweder eine notgedrungene Ausrede, wenn die Finanzen Ersatzinvestitionen nicht zulassen oder der Tod eines Skigebiets. Hätte das Oberengadin 1991-95 resp. 2001-2002 nicht die grossen Investitionen in neue Anlagen gemacht, wäre die Situation heute noch viel schlechter. Nostalgie in Ehren, aber damit kann kein grösseres Skigebiet auf Dauer leben.
 
ski-chrigel schrieb:
Nostalgie in Ehren, aber damit kann kein grösseres Skigebiet auf Dauer leben.

Genaus so ist es. Wer möchte heute noch auf lahmen Schleppern die Berge hinauf. Wer Nostalgie sucht, geht Touren. Wer Pistenspass sucht, der sucht moderne Anlagen mit guten Pisten ohne große Wartezeiten.

Ich finde es auch traurig, dass Lagalb geschlossen werden soll. Es ist eigentlich unverantwortlich seitens der Verantwortlichen für den Tourismus, eine Anlage wir Lagalb und wahrscheinlich dann auch Diavolezza nicht quersubventionieren zu wollen. Oder man schraubt die Preise weiter hinauf, so dass die beworbene Kernklientel die exklusiven Preise zahlt und der Rest abwandert; dann reichen Corviglia und Corvatsch allemal aus.
 
maria13 schrieb:
LGH schrieb:
Nostalgie in Ehren, aber damit kann kein grösseres Skigebiet auf Dauer leben.
Da hast Du wohl ein Durcheinander gemacht. Das Zitat stammt von mir, nicht von LGH, aber da LGH und ich die gleiche Meinung vertreten, spielt es auch nicht so eine Rolle... :wink:
 
Ich habe anscheinend Probleme mit dem Zitieren.... Habe einfach auf Zitat gedrückt und mir die Details nicht angeschaut..
 
maria13 schrieb:
Wer Nostalgie sucht, geht Touren. Wer Pistenspass sucht, der sucht moderne Anlagen
Selten so einen Bullshit im Alpinforum gelesen. Gibt hier genug, die das anders sehen.

maria13 schrieb:
Wer möchte heute noch auf lahmen Schleppern die Berge hinauf.
SL sind gewöhnlich schneller als fixgeklemmte Sesselbahnen, wie z.B. 4SBs.
 
Hier gibts die vielleicht schon, aber für die Masse der Gäste sieht das anders aus.
 
@Starli
Da muss ich auch widersprechen. Das Forum hier ist mit Sicherheit nicht repräsentativ.
Meine Beobachtung ist, dass bei einem Parallelbetrieb von Schlepp- und Sessellift der Sessellift definitiv von den meisten Gästen bevorzugt wird selbst wenn es eisig und der Sessellift erheblich langsamer ist.
 
Schon noch lustig:
- Wenn ein Skigebiet nicht investiert und weiterhin Schlepper betreibt, wird es abgekanzelt, es habe die Entwicklung verschlafen, sei veraltet und nicht mehr besuchenswert.
- Wenn jemand Skilifte als Nostalgie beschreibt, wird das als Bullshit bezeichnet.
Tatsache ist, dass Skigebiete mit modernen Bahnen Kapazitäten und Erfolg haben, während solche mit Schleppern auf dem absteigenden Ast stehen oder sich mit Mühe über Wasser halten.
Sorry, starli, aber Du mit Deinen Fahrten durch ganze Europa und neuerdings Asien auf der Suche nach irgendwelchen abgelegenen Schleppern bist definitiv nicht repräsentativ. Cool, was Du machst, aber da suchst Du seinesgleichen. Die grosse Masse will Komfort, bequeme und schnelle Sessel. Das ist Fact. Nur ein paar wenige Ewiggestrige (bewusst plakativ ausgedrückt), Nostalgiefans oder Leute mit irgendwelchen besonderen Bedürfnissen haben noch Freude an Schleppern. Und Marias Aussage ist alles andere als Bullshit.
 
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