Raiffeisenbank Tannheim kauft Großteil die Rohnenlifte
Aus den Liften in Tannheim, Zöblen und Schattwald entsteht eine große Liftgesellschaft.
Die Lifte in Zöblen wechseln den Besitzer.
Bild: TT/Mittermayr
Im Tannheimer Tal kommt es zu großen Rochaden, was die Eigentumsverhältnisse bei den Liften betrifft. Die Rohnenlifte in Zöblen, bisher im Besitz des Reutteners Helmut Fritz, werden von der Tannheimer Liftgesellschaft übernommen.
Montagabend wurden die dafür notwendigen Papiere bei einem Reuttener Notar unterzeichnet. Besitzer Helmut Fritz, bald 66-jährig, denkt an seine Pensionierung und wollte vor allem die anstehenden Investitionen bei der im Jahr 1961 errichteten Anlage - ein Vierersessellift ist im Gespräch - nicht mehr tragen.
Die Schlepplifte in Zöblen sind damit in einem Verbund von Tannheim bis Schattwald. Bereits vor zwei Jahren wurden die Schattwalder Lifte vor einer drohenden Insolvenz gerettet und von der Raiba Tannheim übernommen.
Das Bankinstitut trägt künftig auch die führende Rolle in der Tannheimer Liftgesellschaft. Vor allem der genossenschaftliche Gedanke kommt hier zum Tragen.
Raiffeisen nimmt seine Verantwortung für die Absicherung der touristischen Entwicklung im Tal wahr. Bevor kleinere Lifte zusperren mussten, sprang die Bank als größter Kreditor in die Bresche.
Reutte steigt aus
Die Tannheimer Liftgesellschaft möchte künftig mit Schattwald, Zöblen und Tannheim als Tannheimer Bergbahnen firmieren. Die Komplementärin der Tannheimer Liftgesellschaft, die Reuttener Seilbahnen, steigen hingegen aus.
Die Reuttener hielten bisher einen Anteil von 58 Prozent. Diesen Part könnte die Raiba Tannheim bald übernehmen und ihren Anteil als neuer Komplementär sogar noch weiter aufstocken.
Bei den Reuttener Seilbahnen, mit seinen vier Gesellschaftern EWR, Sparkasse Reutte, Tourismusverband Ferienregion Reutte und Raiffeisenbank Reutte, gilt das ganze Augenmerk dem Hahnenkamm in Höfen.
Hier wollen die Reuttener Touristiker vor allem ihr Geld einsetzen und nicht im Tannheimer Tal. Ein schneearmer Winter - wie der vergangene - soll die Lust auf weitere Geldflüsse von Reutte ins Hochtal rapide gebremst haben. Reutte will - wenn schon notwendig - am eigenen Hausberg nachschießen und aus der Tannheimer Haftung raus.
Neben einem möglichen Umbau der Rohnenlifte vom Schlepp- zum Vierersessellift werden bei der Tannheimer Liftgesellschaft auch grenzüberschreitende Visionen gewälzt - nämlich die Verbindung mit dem deutschen Oberjoch.
Verbund über Grenze?
Mit vergleichsweise geringen Investitionen könnte hier das größte deutsche Skigebiet vom Iseler (Oberjoch) bis Zöblen geschaffen werden. 50 Kilometer Abfahrten stehen als Anreiz für Wintersportler im Raum.
Sowohl die deutsche als auch die österreichische Seite können der Vision einiges abgewinnen. Erste Begehungen hat es bereits gegeben. Ein bzw. zwei zusätzliche Aufstiegshilfen wären für den Zusammenschluss notwendig.