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Neues im Thüringer Wald

Das Land ist mit 49% größter Anteilseigner des Zweckverbandes (Ort 25,5% und Kreis 25,5%). Mit 60 Mio € hat Erfurt für Oberhof 2023 soviel Geld auf einen Schlag locker gemacht wie noch nie zuvor. Derzeit wird der Ort als "Eventregion Oberhof" im TW vermarktet. Ob das die richtige Strategie ist?! Die Kritik von IFT hinsichtlich Profilierung und Positionierung bringt es auf den Punkt: "Die Fokussierung auf Sportstätten macht blind für Kundenbedürfnisse"

Hier liegt doch schon das Problem. Ohne die dort tätigen Mitarbeiter schlecht zu reden, aber als Privatunternehmer hat man einfach mehr Interesse daran, die Anlagen gewinnorientiert zu betreiben und sieht auch nicht nur den Dienst nach Vorschrift. Und abgesehen vom Fallbachhang kann ja auch gar keine der gebauten Anlagen mit Breitensportlern gewinnbringend betrieben werden.
Meine persönliche Meinung ist, dass alles rund um den Grenzadler auch weiterhin aus Erfurt zwangsbeatmet werden muss. Allerdings werden solche Großinvestitionen wie in den letzten beiden Jahren nicht noch einmal umgesetzt werden. Und Oberhof selbst wird sich auch nicht mehr großartig weiter entwickeln. Mit den kleinen Pensionen und wenigen Hotels funktioniert es im kleinen Stil gut. Mehr wird es aber auch einfach nicht werden.

Das ist in Steinach nichts anderes, allerdings liegen hier die Ursachen an anderen Stellen.
 
manitou schrieb:
Oberhof hat eine super Autobahnanbindung und dadurch ein Einzugsgebiet von knapp 10 Mio Menschen im Radius 2 Std. Anfahrt.
Wäre es genau deswegen nicht viel interessanter die "Schneekopf-Pläne" zu reaktivieren? Muss der alpine Bereich unbedingt unmittelbar in Oberhof sein? Das Schneekopf-Gebiet wäre über die Straße zur Schmücke in unmittelbarer Nähe erreichbar. Aber schlussendlich braucht man wohl tatsächlich, erst recht mit einer rot-grünen Regierung in EF, hier überhaupt nicht "alpin" zu denken.
 
jene1 schrieb:
Wäre es genau deswegen nicht viel interessanter die "Schneekopf-Pläne" zu reaktivieren? Muss der alpine Bereich unbedingt unmittelbar in Oberhof sein?
Der Zug Gehlberg/Schneekopf ist endgültig abgefahren!
Eine komplette Neuerschließung eines Skigebietes wäre aktuell unwirtschaftlich und auch nicht nachhaltig. Es ist ja nicht nur das Skigebiet, welches geschaffen werden müßte. Es ist eine komplette Umstrukturierung des Ortes Gehlberg, denn mit einem Skigebiet in der geplanten Dimension müssen Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomie, Versorgung...etc. gebaut werden. Für eine größere Anzahl von zusätzlichen Betten gibt es im TW keinen Bedarf - im Gegenteil - der TW kämpft seit Jahren um die Konsolidierung seines Status Quo. Wie zäh sich touristischen Veränderungen realisieren lassen, zeigt auch Steinach, dass trotz des größten Skigebietes im TW außer für den Tagestourismus keine nennenswerte touristische Rolle spielt.

Auch die Straße Oberof-Schmücke-Schmiedelfeld müsste teuer ausgebaut werden, sonst gibt es im Winter ein Verkehrschaos. All das, was in Gehlberg geschaffen werden müsste, ist in Oberhof vorhanden. Wenn neue Pisten/Lifte in überschaubarer Anzahl neu errichtet werden, dann ist das nur in den bestehendenn Skigebieten Oberhof und bedingt auch noch in Steinach sinnvoll.
 
Das geht in Oberhof aber nicht. Die Betreiber des Fallbachlifts hätten die Piste ja verlängert, dort geht es noch ein ganzes Stück weiter den Berg hinunter. An dessen Ende liegt aber die Ohra Talsperre, die Mittelthüringen mit Trinkwasser versorgt. Da ist eine Erweiterung dies Skihangs unmöglich. Der Schneekopf ist somit der einzige Berg in der Nähe. der genügend Potenzial hätte, sowohl von Steilheit, als auch Länge der möglichen Pistenfläche.
 
snowstyle schrieb:
Das geht in Oberhof aber nicht. Die Betreiber des Fallbachlifts hätten die Piste ja verlängert, dort geht es noch ein ganzes Stück weiter den Berg hinunter. An dessen Ende liegt aber die Ohra Talsperre, die Mittelthüringen mit Trinkwasser versorgt. Da ist eine Erweiterung dies Skihangs unmöglich. Der Schneekopf ist somit der einzige Berg in der Nähe. der genügend Potenzial hätte, sowohl von Steilheit, als auch Länge der möglichen Pistenfläche.

Das neue Ortsentwicklungskonzept von IFT/Montenius sieht eine Erweiterung vor, die trotz Trinkwasserschutzgebiet als realisierbar dargestellt wird.
https://www.stadt-oberhof.de/die-stadt-oberhof/stadtentwicklung/
In der Fortschreibung des Tourismuskonzeptes der Stadt Oberhof ist auf S. 75 zu lesen:
"Der bestehende Fallbachhang, der dort jüngst ergänzte Bikepark und auch die Rennschlittenbahn befinden sich im Wasserschutzgebiet der Zone III. Wie die jüngsten Baumaßnahmen in diesem Bereich zeigen, besteht die grundsätzliche Möglichkeit, im Wasserschutzgebiet der Zone III Sportanlagen zu errichten. Insofern sollte ein Ausbau des vorhandenen Skigebietes genehmigungsfähig sein, wenn sich dieser auf das Wasserschutzgebiet der Zone III beschränkt. Diese Einschränkung berücksichtigt die abgebildete Skizze für einen möglichen Skigebietsausbau."

Entweder die bekommen das irgendwie hin oder es passiert im Raum Oberhof vermutlich gar nichts mehr. Das Schneekopf-Projekt ist jedenfalls raus - auch dort existieren übrigens Wasserschutzprobleme!
 
manitou schrieb:
Entweder die bekommen das irgendwie hin oder es passiert im Raum Oberhof vermutlich gar nichts mehr.

Ich tippe eher auf Zweiteres :wink:
Nochmal: Privat kann diese Finanzierung keiner stemmen und in Erfurt ist bezüglich der Förderung von Wintersportprojekten aktuell die Luft raus.
 
basti.ethal schrieb:
manitou schrieb:
Entweder die bekommen das irgendwie hin oder es passiert im Raum Oberhof vermutlich gar nichts mehr.

Ich tippe eher auf Zweiteres :wink:
Nochmal: Privat kann diese Finanzierung keiner stemmen und in Erfurt ist bezüglich der Förderung von Wintersportprojekten aktuell die Luft raus.
Sehe ich auch so. Die Langlauflobby ist in Oberhof zu stark und die haben Fördergelder und Maßnahmen in den vergangenen Jahren einseitig in ihr eigenes Metier gelenkt.
 
Das gilt nicht nur für Oberhof.
Auch in Masserberg wird aktuell für 1,3Mio. Euro eine unbeschneite Loipe gebaut:
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/f/video-645538.html

Für dieses Geld hätte Skilift und Schneeanlage in Masserberg ebenfalls gut ertüchtigt werden können.
 
basti.ethal schrieb:
Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt folgende Arbeiten durchgeführt:

- Erhöhung der Pumpleistung auf 70l/s
- Anschaffung von 20 neuen Schneeerzeugern
- Bau einer neuen blauen Piste bis zur Mittelstation
- Verlegung des Kinderlandes an die Bergstation
- Ersatz des alten Heuss-Schleppers auf dem Fellbergplateau durch ein Förderband
- Neu- und Ausbau von Biketrails
- Bau einer neuen Trafostation

Wurde das eigentlich alles realisiert ?
Auf dem Pistenplan schaut die Familienabfahrt wie früher aus, und der Schlepper oben steht wohl auch noch.....
 
manitou schrieb:
jene1 schrieb:
Wäre es genau deswegen nicht viel interessanter die "Schneekopf-Pläne" zu reaktivieren? Muss der alpine Bereich unbedingt unmittelbar in Oberhof sein?
Der Zug Gehlberg/Schneekopf ist endgültig abgefahren!
Eine komplette Neuerschließung eines Skigebietes wäre aktuell unwirtschaftlich und auch nicht nachhaltig.
Trotz der geeigneten Topographie finde ich es richtig, den Schneekopf infrastrukturell beim Status quo zu belassen.

basti.ethal schrieb:
Nochmal: Privat kann diese Finanzierung keiner stemmen und in Erfurt ist bezüglich der Förderung von Wintersportprojekten aktuell die Luft raus.
Viel läuft ja privat im TW ohnehin nicht, gibt es überhaupt ein Gebiet/Lift, das in privatem Besitz ist und auch betrieben wird?

manitou schrieb:
Sehe ich auch so. Die Langlauflobby ist in Oberhof zu stark und die haben Fördergelder und Maßnahmen in den vergangenen Jahren einseitig in ihr eigenes Metier gelenkt.
Aber ist es nicht auch so, dass die Langlaufausrichtung in Oberhof stark vom Leistungssport getrieben ist?
Herausragende Investitionen in den Breitensport sehe ich da eher nicht - vielleicht irre ich mich aber.

basti.ethal schrieb:
Auch in Masserberg wird aktuell für 1,3Mio. Euro eine unbeschneite Loipe gebaut:
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/f/video-645538.html

Für dieses Geld hätte Skilift und Schneeanlage in Masserberg ebenfalls gut ertüchtigt werden können.
Unbeschneit ist aber iwie auch nicht so richtig zukunftsweisend...und ich persönlich finde 1,2 km doch sehr kurz...zumindest tagsüber will ich mich doch auch auf größeren Strecken bewegen. 1-2 h auf einer 1,2 km Spur mit Inlineskates oder Skirollern zu fahren, stelle ich mir auch langweilig vor. Aber vielleicht ist da eher der Bewegungsablauf der Fokus, nicht die Landschaft, durch die man sich bewegt.

Und sicher hätte man auch die Beschneiung am Ersteberg so ausrichten können, dass man damit noch eine Loipe versorgt...so steil ist der Hang ja nicht ;-)
 
krasse Förderquote! Oder habe ich da was falsch gelesen? 16 Mio Euro sollen investiert werden, davon 14 Mio gefördert? Sind das dann Darlehen oder Subventionen?
 
schön zu sehen, dass in den dt. Mittelgebirgen investiert wird. Solche Leuchttürme brauchen wir um zu zeigen, dass es eben DOCH geht, ein ordentliches Ganzjahresgebiet zu betreiben. Und das allen Unkenrufen zum Trotz, dass sich solche Investitionen nicht mehr lohnen...
 
kaldini schrieb:
krasse Förderquote! Oder habe ich da was falsch gelesen? 16 Mio Euro sollen investiert werden, davon 14 Mio gefördert? Sind das dann Darlehen oder Subventionen?

Ja in der tat. 90% Förderung gab es bisher nur in Thüringen.
Mit dieser Förderung sind auch die Anlagen in Oberhof und Schmiedefeld entstanden.
Sie läuft allerdings in diesem Jahr aus, somit wird dies das letzte Projekt sein.
 
Ähnliche Förderungsanteile wie vor 40 Jahren :wink:
Im MDR-Artikel steht, dass nun eine Ganzjahresnutzung ermöglicht werden soll...aber die gibt's doch schon längst.
Oder soll das wirklich ausgeweitet werden?
 
Wenn die Förderung heuer ausläuft, heisst das, das der Neubau bereits 2024 erfolgen wird? Oder hat man sich jetzt die Förderung gesichert und hat noch ein bis zwei Jahre Zeit, die Fördersumme einzusetzen?
 
Die Baumaßnahmen werden 2024 und 2025 erfolgen.
2026 muss das Projekt abgeschlossen sein.
 
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