1,6 Millionen Fahrgäste zählt die Zillertalbahn schon heute. Mit mehr Komfort und ab dem Winterfahrplan 2007/08 im 30-Minuten-Takt sollen noch mehr Zillertaler und Urlaubsgäste auf die Traditionsbahn umsteigen.
Dafür fließen die nächsten Jahre Unsummen. Mit neun Millionen Euro wird die Infrastruktur der Bahn ausgebaut, weitere sieben Millionen Euro kosten zwei neue Lokomotiven, drei Steuerwagen und fünf Mittelwagen.
Die ersten Prachtstücke sind bereits auf Schiene und wurden am Mittwoch präsentiert, die restlichen folgen bis April 2008. "Ein Qualitätssprung", frohlockt Wolfgang Holub, Boss der Zillertaler Verkehrsbetriebe. Klimatisiert, barrierefrei zugänglich und großzügiges Platzangebot werden die Fahrgäste freuen.
Straße überlastet
Die Begeisterung teilen auch die Landesräte Anton Steixner (zuständig für öffentlichen Verkehr) und Hans Lindenberger (Umwelt). Das Zillertal sei verkehrsmäßig an der Kapazitätsgrenze, die Modernisierung der Zillertalbahn verkehrs- und umweltpolitisch ein wichtiger Schritt.
Neue Wagen und Loks sind Teil des Gesamtkonzepts, das die Verkehrsströme im Zillertal mittel- und langfristig umleiten soll. "Die Bahn spielt bei den öffentlichen Verkehrsmitteln im Tal die Hauptrolle.
Die Busse haben künftig mehr denn je Zubringerfunktion von den Bergregionen zu den Bahnhöfen im Tal", erläutert Georg Fuchshuber vom Verkehrsverbund Tirol (VVT) das Konzept. Erste viel versprechende Ansätze mit Regiotaxen gibt es bereits im Zillertal.
Das Zusammenspiel von Bahn und Bus sei im Zillertal mit 35.000 Bewohnern und etwa sechs Millionen Nächtigungen pro Jahr unverzichtbar, um künftig die Verkehrslawine in den Griff zu bekommen, gibt Fuchshuber zu bedenken.
Die enorme Gesamtinvestition von 16 Mio. Euro tragen zu 90 Prozent Bund, Land und die Zillertalgemeinden. Der Zeller Bürgermeister Walter Amor hebt hervor: "Die Talgemeinden stehen fest hinter der Zillertalbahn." Das gilt auch für den begonnenen Streckenausbau. Dieser wurde von Grundbesitzern kritisiert und bekämpft.
Kapazität steigt
Auf den Abschnitten Kaltenbach-Aschau bzw. Zell-Ramsau wird die sonst einspurig geführte Bahn zweigleisig. "Das und der 30-Minuten-Takt ermöglichen erst eine höhere Zugfrequenz", untermauert Bahnchef Holub die Notwendigkeit des Ausbaus.
Die Kilometerleistung kann von zurzeit 304.000 auf 608.000 Kilometer gesteigert werden. Auch im Güterverkehr (besonders bei Holztransporten) spielt die Zillertalbahn eine wichtige Rolle im Umweltschutz.
Die Zweifler oder Gegner des Bahnausbaus werden weniger. Mit den Grundeigentümern wurden Lösungen (Abschlagszahlungen bzw. Grundtausch) gesucht. "In einem Fall könnte es aber zu einer Enteignung kommen", hofft Holub noch auf eine gütliche Einigung.