Quelle:
www.alpinforum.ch
Klosters-Madrisa hat Ausbau-Kapital beisammen
Die Madrisa Bergbahnen AG hat turbulente Zeiten hinter sich. Jetzt ist ihr nach zweimaliger Verlängerung die Aktienkapital-Erhöhung um 2 Mio. CHF gelungen. Vergangene Woche wurden die noch fehlenden 20mille für neue Inhaberaktien gezeichnet. Das Geld soll für den Bau der neuen 2,8 Mio. teuren Zügenhüttli- 2er-Sesselbahn verwendet werden. Bauen wird sie 2007 die Bartholet AG Mels.
Die Madrisa Bergbahn AG hat heikle Geschäftsjahre hinter sich. Als 2004 die fällige Erneuerung der technisch sanierungsbedürftigen Madrisabahn in Planung ging, war man noch allerseits guten Mutes. Der starke Finanzpartner (Parsenn) aus Davos hatte die Aktien-Mehrheit übernommen, und es lag ein schlaues Erneuerungskonzept auf dem Tisch. Die alten Bahnkörper (Stationen, Trassée) sollten weitestgehend übernommen werden. Der Umbau sollte bei höheren Kapazitäten 6,5 Mio. CHF kosten. Auch die Finanzierung schien mit starker Partnerschaft im Reinen. Bund, Gemeinden, Banken und die moderate AK-Erhöhung von 2 Mio. schienen zu genügen. Man begann die Etappe I der Zubringerbahn zu bauen.
Dann aber zogen Wolken auf. Die Gebäudesubstanz erwies sich im Nachhinein als schlechter als angenommen, das Starkstrom-Inspektorat machte unerwartete Auflagen, und auch die Feuerpolizei sah manches anders als die Bau-Verantwortlichen zuvor. Was den Bau zusammen mit mehr Kabinen um 1,2 Mio. verteuerte. Dann verlief der Winter 2004/05 mit 118’000 Ersteintritten deutlich schlechter als im Vorjahr (133’000). Was Einnahmen von 2,9 Mio. anstelle der 3,3 Mio. des Vorjahrs, und einen Cashflow von 0,4 anstelle der erwarteten 0,9 Mio. ausmachte. Wobei deutlich zu optimistisch budgetiert worden war. Auch die AK-Erhöhung verlief schleppender als angenommen. Und zudem weigerte sich Hauptaktionär Carlo Schertenleib getreu der Devise, ‘kein gutes Geld dem Schlechten hinterher zu werfen‘, nachzufinanzieren. Zu guter Letzt warf dafür der VR-Präsident Hans-Peter Pleisch unter grosser Anteilnahme der lokalen Presse entnervt das Handtuch.
Jetzt ist auch die Ausbauetappe II (Zügenhüttli-Sesselbahn und Beschneiung) durch die AK-Erhöhung gesichert. Ein Klosterser Feriengast soll schon vor einiger Zeit für 0,5 Mio. CHF Inhaberaktien gezeichnet haben. Wer weiss man (vorerst) nicht. Laut VR Christian Hew war jedenfalls nicht der Klosterser Stargast und Förderer Prinz Charles der ‘Retter in der Not’.
Prominente Feriengäste sind jedenfalls, pfleglich behandelt, ein sicherer Wert für Bergbahnen.
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