• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

@ zuviel-Wein-getrunken (sorry, der musste sein) meine letzten Worte zu Deinen Totschlagsargumenten.

bzgl. Winter in der Zukunft: Schön, dass Du weisst, wie die Winter der Zukunft werden, die Gelehrten sind sich da ja mal etwas uneinig, ob es Winter wirklich merklich wäremer wird, oder nur im Sommer. Ich habe bei meinem ersten Urlaub 1988(?) im KWT auch Anfang März schon ohne Schnee bis weit über 1500 Meter dagestanden... in anderen Jahren ersäuft man halt. Das ist nun mal so mit dem Wetter.

bzgl. Beschneiung: sicherlich dauerhaft auch ein notwendiges Invest, aber m.E. für die Masse nachrangig ggü. einer durchgehenden Verbindung. Der Talwinter 2010-11 war schon außergewöhnlich schlecht.

bzgl. Warten: Insbesondere bei der Walmendingerhorn-Bahn befürchte ich auch dass die Wartezeiten eher zulegen werden, aber das Ganze kann sich ggf. auch viel besser verteilen, da vielleicht mehr Leute im Talskigebiet bleiben.

Übrigend wusste ich bisher gar nicht, dass man für einen kredit Zinsen und Tilgung zahlen muss. Ist das echt war? Wie können denn dann andere etwas investieren ohne Pleite zu gehen? Vielleicht dich durch Mehreinnahmen?
 
skilinde schrieb:
Schön, dass Du weisst, wie die Winter der Zukunft werden
genauso gut wie du: "überaus schneesicher, da bekommst Du das Geld in den nächsten 20 Jahren aicher armotisiert.". Wenn schon die Bergbahnen selber anderer Meinung sind, darfst du deine exklusiv haben ...
skilinde schrieb:
Wie können denn dann andere etwas investieren ohne Pleite zu gehen? Vielleicht doch durch Mehreinnahmen?
Die dann generiert werden, wenn trotz höherer Preise gleich viel oder mehr Leute auf den Berg kommen, weil das Skigebiet attraktiver oder die Wartezeiten kürzer geworden sind. Beides trifft für dieses Projekt nicht zu.

Man stelle sich nur einmal vor, in Seefeld (Tirol) hätten sie vor ein paar Jahren nicht Hochanger- und Reitheralmbahn gebaut, sondern statt dessen eine PB vom Härmelekopf zum Gschwandtkopf - das hätte ebenfalls zwei getrennt liegende Gebiete verbunden und wäre wirtschaftlich genauso "vernünftig" gewesen.
 
chianti schrieb:
Man stelle sich nur einmal vor, in Seefeld (Tirol) hätten sie vor ein paar Jahren nicht Hochanger- und Reitheralmbahn gebaut, sondern statt dessen eine PB vom Härmelekopf zum Gschwandtkopf - das hätte ebenfalls zwei getrennt liegende Gebiete verbunden und wäre wirtschaftlich genauso "vernünftig" gewesen.

Ich stelle mir schon vor, wohin ich in den Urlaub fahre, wenn diese Bahn fertig ist:

http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i=1&j=1&news=4295

Wohin bin ich nicht gefahren? Richtig, nach Seefeld. Und wohin werde ich nicht fahren? Richtig, ins Kleinwalsertal.
 
Bergfan schrieb:
Ganz ehrlich: würdest du als Privatanleger dein Geld für die nächsten 30 Jahre in Skilifte eines Gebiets investieren, das nur auf 2000 bis 2200m Höhe hinaufreicht? Ich würde eher in Winterwanderwege, Loipen, Bäder, Tennis- und Reitanlagen investieren und evtl. große Parkplätze plus öffentlichem, kostenlosen Pendelverkehr. Und in das Angebot für Sommer bzw. Zwischensaison.
[/quote]
Als Privatanleger würde ich mein Geld da anlegen, wo der ROI passt und das Risiko abwägbar ist. Für die KBB ist das offensichtlich der Ski- bzw. Bergtourismus. Eigentlich sollte jede Region froh sein, wenn es vor Ort Investoren gibt, die Arbeit schaffen und Steuern zahlen, oder?
Wo gäbe es denn privatwirtschaftlich tragfähige Konzepte mit Winterwanderwegen und Loipen? Bäder, Tennis- und Reitanlagen können in klassischen Bergdestinationen nur ergänzende Angebote sein, denn diese sind nicht an die topographischen Gegebenheiten gebunden und somit auch kein potenzielles Alleinstellungsmerkmal, wegen dem die Gäste ausgerechnet ins KWT fahren müssten - da gibt es zig etablierte und verkehrsgünstiger gelegene Konkurrenten (man zähle nur mal die etwas besseren Bäder bzw. Thermen im Allgäu zusammen).

Du siehst das Problem: Vielleicht wäre sowas aus Deiner Sicht wünschenswert. Ob es ein wirtschaftliches und nachhaltiges Konzept für den Tourismus im KWT darstellt, steht auf einem anderen Stern.

Darüber hinaus: Gerade im KWT ist doch die Sommersaison außerordentlich stark. Wenn Du jetzt auf einmal mit dem Klimawandel-Argument, das vielleicht bei klassischen Winterdestinationen greift, kommst, dann greift das zu kurz und ist ziemlich unglaubwürdig.
 
Bergfan schrieb:
Ich stelle mir schon vor, wohin ich in den Urlaub fahre, wenn diese Bahn fertig ist:
Die können es sich angesichts je 2400/h Kapazität pro Skiberg auch leisten, am Ifen sind's 1400 und am Walmendingerhorn nur 500 (!) - zum Vergleich: Seefeld schafft von einer einzigen Talstation (Rosshütte) mit 3 Liften über 4000/h auf zwei Berge. Und am Gschwandtkopf sind es noch einmal 2400/h.
thun schrieb:
Eigentlich sollte jede Region froh sein, wenn es vor Ort Investoren gibt, die Arbeit schaffen und Steuern zahlen
Richtig. Der Personalbedarf einer PB ist allerdings sehr, sehr überschaubar und wenn sich die Investition nicht rechnet, gibt es mangels Gewinn auch keine Steuern. Nur die RaiBa, die gleichzeitig Anteilseigner der KBB ist, kassiert die Zinsen.
Ich würde mich ja freuen, wenn die PB das Skigebiet attraktiver machen würde - aber die vorhandene Kapazität spricht eindeutig dagegen.
Lies oben nach: das Klimawandel-Argument habe ich gebracht, weil jemand der Meinung war, das Skigebiet müsste attraktiver werden und das würde durch die neue Bahn gewährleistet.
Ich bin gespannt, wie sich das KWT im Vergleich zu Seefeld entwickelt - beide liegen gleich hoch, haben ein Casino, ein Tagungszentrum und eine gleich starke Sommer- wie Wintersaison und nicht verbundene, kleine Skigebiete.
 
thun schrieb:
Bergfan schrieb:
Ganz ehrlich: würdest du als Privatanleger dein Geld für die nächsten 30 Jahre in Skilifte eines Gebiets investieren, das nur auf 2000 bis 2200m Höhe hinaufreicht? Ich würde eher in Winterwanderwege, Loipen, Bäder, Tennis- und Reitanlagen investieren und evtl. große Parkplätze plus öffentlichem, kostenlosen Pendelverkehr. Und in das Angebot für Sommer bzw. Zwischensaison.
Als Privatanleger ....


Was du da zitierst, habe ich nicht geschrieben.
 
Sorry. Da ist beim BBCode-Befehle-Editieren was falsch gelaufen. Es war natürlich Chianti.
 
chianti schrieb:
Richtig. Der Personalbedarf einer PB ist allerdings sehr, sehr überschaubar und wenn sich die Investition nicht rechnet, gibt es mangels Gewinn auch keine Steuern. Nur die RaiBa, die gleichzeitig Anteilseigner der KBB ist, kassiert die Zinsen.
Ich würde mich ja freuen, wenn die PB das Skigebiet attraktiver machen würde - aber die vorhandene Kapazität spricht eindeutig dagegen.
- Wer sagt, dass die KBB mit der neuen Bahn keinen Gewinn erwirtschaften will? Man muss wohl davon ausgehen, dass sie wie jedes andere Unternehmen auch darauf aus ist, marktwirtschaftlich zu arbeiten. Die genaue Kalkulation und die Prognosen kennt natürlich nur die KBB.
- Dann bitte auch die indirekten Effekte beachten. An den Bergbahnen hängt ein Großteil der Wertschöpfung im Tal sogar ziemlich direkt. Und damit auch die meisten Arbeitsplätze.
 
Es bestreitet hier niemand, dass die KBB auf Gewinn aus sind. Aber WIE hier seitens des Unternehmens vorgegangen wird, ist schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.
Und einige Punkte die dieses WIE thematisieren habe ich bereits in meinen zwei vorigen Beitträgen erwähnt. Und dass die Bevölkerung des Kleinwalsertals nun glücklicherweise endlich einen gesunden Widerstand gegenüber den Machenschaften von KBB & Raiba zeigt, ist eine ganz natürliche Reaktion. Man darf einfach nicht alles mit sich machen lassen, ganz einfach. Die KBB als rettendes Unternehmen darzustellen, lässt die ganze Geschichte IMO in einem sehr zweifelhaften Licht erscheinen. Eine Modernisierung gewisser Anlagen ist wichtig - keine Frage - aber die ganze Geschichte so hinzudrehen, dass eine erfolgreiche Zukunft ohne diese Panoramabahn nicht oder nur sehr schwer möglich zu sein scheint, ist IMO nicht richtig.
 
thun schrieb:
Darüber hinaus: Gerade im KWT ist doch die Sommersaison außerordentlich stark. Wenn Du jetzt auf einmal mit dem Klimawandel-Argument, das vielleicht bei klassischen Winterdestinationen greift, kommst, dann greift das zu kurz und ist ziemlich unglaubwürdig.

Was ist daran unglaubwürdig?
 
skilinde schrieb:
Als "Nicht-mehr-Wochen sondern nur Kurztripgast" im KWT schreib ich auch mal meine Meinung dazu:

1. Im KWT muss eindeutig viel Geld in den Wintertourisimus investiert werden. Der erfreuliche Ausbau des Talskigebiets reicht bei weitem nicht aus. Mit einer Panoramabahn würde für mich die Attraktivität merklich steigen, aber käme ich dann wieder als Wochengast, sicherlich noch nicht. Dazu bedarf es weiterer Investiotionen am Walmendinger Horn und im Talskibereich und persönlich finde ich auch eine Anbindung von Baad interessant, aber auch gefährlich, da das ja gerade den Reit von Baad ausmacht.

Und du denkst nicht, dass das geplante Projekt den Reiz des Ifens im Winter und zusätzlich den vom Gottesacker im Sommer gefährdet?


skilinde schrieb:
2. Marketingtechnisch halte ich die Verbindung Ifen <-> Walmendinger Horn für genial nutzbar. Die auf Skiern zurücklegbare Distanz wäre damit riesig (unter Vernachlässigung der Lücke an der Breitachbrücke). Von der Talstation Fellhorn über die Zwei-länderschaukel durch das gesamte Talskigebiet auf Walmendingerhorn und weiter zum Gottesckplateau... Wieviel Km sind das? 25? Auf jeden Fall ein marketingtechnisches Sahnestück. Und machen wir uns nichts vor, Marketing regiert die Skiwelt, wie sonst ist der große Erfolg maximal mittelmäßiger Skigebiete zu erkären?

Die von dir angesprochene Distanz würde mit der vorderen Verbindungsbahn Heuberg-Auenhütte ebenfalls überbrückbar sein.

skilinde schrieb:
3. Die Blechlawinen der Tages- oder Kurztripgäste im KWT sind inzwischen von mir mit verursacht, aber m.E. bei mir nicht auf die massive Werbung der Bergbahnen zurückzuführen, sondern vielmehr der Tatsache geschuldet, dass das KWT für einen 1-2 Tagesskitrip interessant ist für mehr aber auch nicht. Daher kann ich die Grundargumentation schon verstehen, obwohl es für mich nicht reichen würde, um wieder Wochengast zu werden.

Die Zahlen der Bergbahnen sprechen für sich - und ganz klar für die angesprochenen Blechlawinen.

skilinde schrieb:
4. Das KWT darf seine Sommer- und Herbstsaison nicht gefährden. Ich habe meine Eltern als langjährige KWT Tourissten gefragt, ob die Panoramabahn sie stören würde. Sie würde es nicht, aber eine lift- und skitechnische Anbindung von Baad ... da wäre ich mir nicht so sicher ...

Bis Anfang September exisitierte auf dem offiziellen Internet-Auftritt von Kleinwalsertal-Tourismus eine Art Gästebuch, in dem die Einheimischen und Gäste ihre Sorgen und Bedenken kundgetan haben. Zahlreiche Beiträge von Stammgästen, die das Walsertal im Sommer aufsuchen, haben schwere Bedenken gegenüber diesem Projekt geäußert. Warum diese Plattform plötzlich abgeschafft wurde - gerade in der "heißen Phase" vor der Entscheidung um das Panoramabahnprojekt - daüber kann nur spekuliert werden...
 
^^
Eine Modernisierung würde zumindest für mich den Reiz des Ifens definitiv schmälern. Bloß bin ich halt nicht ausschlaggebend, sondern wirtschaftliche Überlegungen. Der "Reiz" spricht halt leider nicht die Masse an (geht bei den Kapazitäten ja eh nicht). Wer im Skibetrieb Geld verdienen will und nicht völlig ins Hintertreffen geraten will, der muss halt aufrüsten. Das "Problem" des KWT ist in dieser Hinsicht halt auch, dass es mit Fellhorn/Kanzelwand den Weg Richtung modernem "Massen"skigebiet bereits eingeschlagen hat (die Massen in Anführungszeichen, da das KWT nie die Dimensionen der großen Tiroler Gebiete erreichen wird). Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, auf halbem Weg stehen zu bleiben, indem man Horn und Ifen als altertümliche, gemütliche Gebiete erhält - beides gleichzeitig ist ungleich schwerer zu vermarkten, da dann keine eindeutige Markenbildung möglich ist. Durch den Andrang an Ifen und Horn an Spitzentagen ist ja auch kaum vermittelbar, warum es da gemütlich sein soll.
Wäre das KWT Vals, Faschina oder Balderschwang, dann könnte man Ifen und Horn so erhalten wie es ist und wirklich als Skidestination auf Ruhe und Ursprünglichkeit setzen.

broesl schrieb:
Was ist daran unglaubwürdig?
Die ganze Argumentation (etwas verkürzt und überspitzt): In 15 Jahren ist in diesen Höhen eh kein Skibetrieb mehr möglich, deshalb ergibt es keinen Sinn, heute die Bahn überhaupt zu erneuern.
 
Mein rein subjektiver Eindruck als Einheimischer:
Ich seh das ganze eher aus meiner Sicht des Talbewohners und für mich sind mehrere Dinge wieder mal Typisch Walsertal:

1. Erstmal Motzen: Irgendwas ist immer was einem nicht passt und wo man ja dagegen Treiben könnte.
2. Hand aufhalten: Wie kann ich meinen Eigenen Vorteil maximieren sei es über Grundstücksverkauf, Sabotage irgendwelcher Gutachten usw...
3. Im Kleinwalsertal darfst du alles machen nur nicht in meinem Garten
4. Es wird versucht jeden Markt irgendwie zu bearbeiten aber keiner Richtig sei es Mountainbiker, Wanderer, Erholungssuchende, Ältere Gäste, Jüngere Gäste usw.
5. Das ist näcmlich der wahre Walser Omgang: Ich mir meins.

Wie sich manche Leute hier im Tal speziell zum Thema Panoramabahn verhalten ist einfach nur noch lächerlich. Da maulen Leute über die Bahn und wie Böse die Holding ist usw. waren aber die ersten die beim Fernwärme Netz das die Holding mitfinanziert angeschlossen haben.
Ich habe nichts gegen eine sachliche Diskussion und finde es auch gut das es Gegner gibt denn dadurch wurde die Planung seitens der KBB auch angepasst und die Stationen deutlich Landschaftsschonender geplant.
Aber die Art und Weise wie hier seitens mancher vorgegangen wird ist nicht mehr lustig.

Ich weis das das keine Sachlichen Argumente meinerseits sind aber es spiegelt einfach den Frust wieder der hier im Tal auch bei vielen herscht weil seit Jahren nichts passiert. Und das nicht nur im Bereich des Schigebiets da gibt es unzählige andere Themen die seit Jahren in der Schublade liegen aber aus denen nichts gemacht wird weil einige Kleingeister der Meinung sind alles ist gut wie es ist. Es muss nichts geändert werden.

So Frust von der Seele geschrieben. Ende und Aus
 
Ich empfinde, dass die Beiträge der letzten Seite teilweise aus dem Ruder gelaufen sind. Diverse Statements sind sehr von persönlichen Interessen gefärbt, entsprechend emotional und "streitlustig".

Fakt ist, dass die Region Kwt/O-dorf touristisch zu den 10 stärksten Alpendestinationen gehört und dieser Status soll gehalten werden, sowohl im Sommer wie im Winter!
Da man nie mit den großen Skigebieten konkurrieren kann, muss zumindest das Bestmögliche rausgeholt werden, was die Vernetzung der einzelenen Skigebiete unumgänglich macht. Wenn man der Mehrheit der Klimatrends glaubt, dann ist eine Schneesicherheit unterhalb von 1500m in 2030 nicht mehr gewährleistet, was bedeutet, dass die Heubergarena allein die Skigebiete nicht vernetzen kann. Das spricht für die Panoramabahn, weil sie oberhalb von 1500m vernetzt.

Skilinde sieht zudem sehr richtig, dass die PB ein sehr gutes Marketinginstrument ist!
So stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, welche Investitionspriorität die Pb bekommen soll?! Die Alpbordbahn ist m.E. unverzichtbar. Ich finde es zunächst jedoch wichtiger, anstelle einer Pb das Wh technisch aufzurüsten, da wir hier im Forum ja fast einstimmig die Meinung vertreten, dass das Wh im Ist-Zustend eine Pb nicht verkraftet. Fener rangieren die Verbindung Heubergmulde/Auenhütte und die Breitachquerung für mich vorrangig gegenüber der Pb. Das alles sind Winterargumente.

Doch die KBB vertreten andere Prioritäten und die sind auf die Sommerfrequentierung am ifen ausgerichtet, ohne es offen zu benennen.
Im Sommer wird die Pb und das Alpbord ein Besuchermagnet, der Massen von "Turnschuhwanderern" anzieht und die Gipfelrestaurants füllt, was Broesl nicht gefällt. Doch das Kwt hat keine Alternative, wenn man nicht weiter Besucher verlieren will. Die zunehmende Verkehrsbelastung auf der B19 ist dann ein unweigerlicher "Kolateralschaden". Jeder Tagesgast ist nämlich ein potentieller Übernachtungsgast, der sehr stark umworben werden muss. Doch ich sehe seitens der Tourismusdirektion unzureichende Marketinganstrengungen, die Tagesgäste auf den Gipfeln konkret "anzuflirten". Ein ganz simples Beispiel: Nirgends an den Talstationen liegt ein Gastgeberkatalog aus!

Konkret heisst die Bemühung also, dass
1. der Tagesgast "Herr Allgäufan" bei seinem nächsten Urlaub nicht in Bad Hindelang oder Oberstaufen bucht und währenddessen das Kwt als Tagesgast aufsucht, sondern gleich im Kwt bucht. Das dies geschieht, dafür spielen sehr viele Parameter eine Rolle - ungefähr so, wie die vielfältige Parameteroptimierung, um in der Google-Suchmaschine auf Seite 1 gelistet zu werden. Man kann das nicht auf die KBB reduzieren, wie es in der gegenwärtigen Diskussion den Anschein erweckt.
2. der allgemeine Alpenfan nicht in Österreich (zähle hier das Kwt geografisch zum Allgäu) oder in der Schweiz bucht, wofür man das Kwt ebenfalls auf allen Ebenen "sexy" machen muss. Die KBB machen diesbezüglich Ihre Hausaufgaben...

Der ebenfalls zunehmende Tagesgast wohnhaft im Voralpenland ist kein potentieller Buchungskunde sondern statistisch Bruttosozialproduktförderer. Er sucht umso stärker "Ski²" auf, je moderner es wird - und fährt nicht mehr durch den überfüllten Pfändertunnel in ein Vorarlberg-Skigebiet, nach GAP oder ein Kleinskigebiet in den deutschen Alpen. Kein anderes Skigebiet hat aus Richtung Norden eine so gute Verkehrsanbindung wie "Ski²", trotz B19-Kollaps ab Sonthofen.

Die Zunahme der Tagesgäste zeigt eindeutig, dass die Maßnahmen der KBB tourismusförderlich sind. Wenn einige im Kwt die Tagesgäste als nicht förderlich disqualifizieren, so ist das kontraproduktiv. Wenn vielmehr Übernachtungen zurückgehen, so kann man dies weder den Tagesgästen, dem Massentourismus, der Naturbereinträchtigung oder der Politik der KBB anlasten. Das hat touristisch sehr komplexe Ursachen, deren detaillierte Thematik in diesem Forum verfehlt wäre.

Kurz gesagt besteht ein knochenharter Verdrängungswettbewerb unter allen Alpendestinationen.
Überall wird in allen touristischen Segmenten aufgerüstet. Gäste sind "sensationsgeil" und "moven" entsprechend zwischen den Destinationen immer mehr hin und her - dieses Jahr hier nächstes Jahr dort - das Stammgastpotential geht zurück und die Aufenthaltsdauer ist ebenfalls überall rückläufig. Eine Destination muss es jedes Jahr aufs neue schaffen, sich mit marketingtauglichen Headlines "sexy" zu posten um Übernachtungen zu generieren. Sie kann sich immer weniger auf ihrer Substanz ausruhen, vielmehr braucht es beides - ein enormer Kraftakt! Das ist eine unweigerliche Erscheinung des "modernen Tourismus".
Ähnlich ist es im Pop-Business. Dass Künstler wie in den 70-90er Jahren über viele Jahre substantiell erfolgreich bleiben ist heute die Ausnahme. Wer sich nicht ständig in den Schlagzeilen hält, ist sofort weg vom Fenster. Und jeder TV-Radiosender, der diesem Trend nicht gerecht wird, verliert Zuschauer/Hörer.

Skilinde liegt mit Ihrem Destinationsverhalten im Trend - sie erwartet symbolisch ausgedrückt: "schneller, höher, weiter"!
Sie kommt als Tagesgast oder Kurzurlauber, aber nicht als Wochengast.

Die KBB wollen diesem Trend mit Ihren Zukunftsplanungen bestmöglich gerecht werden. Deren Konzept versucht das maximal machbare aus dem Kwt rauszuholen. Wie Thun findet ich persönlich diesen Ausbau schade, weil die Gemütlichkeit am Ifen dann dahin ist - als Vermieter muss ich ihn begrüßen. Der Riss geht daher mitten durch mich selbst hindurch. Meine in die in die Zukunft gerichtete Abwägung stellt sich der Pb jedoch nicht in den Weg. Mittelfristig ist sie durchaus sinnvoll, jedoch nicht zwingend sofort.

Fazit:
Wer die Pb jedoch bekämpft, der trägt mit zum Übernachtungsrückgang bei!
Unzweifelhaft ist die Region Kwt/O-dorf eine Massentourismusdestination, sonst wäre sie nicht Top-10 in den Alpen. Bislang gelingt ihr jedoch der Spagat mit der Naturverbundenheit gut (was das touristische Kapital der Region ist) und das wird die Pb nicht gefährden, denn es gibt weiterhin genügend einsame Berggipfel. Die Panikmache der Gegner hinsichtlich des Rückgangs von Besuchern wegen Naturverlust ist nicht haltbar. Diese Befürchtung wird nicht eintreten - das Gegenteil wird der Fall sein, weshalb die Gegner m.E sehr fahrlässig polemisieren.

Hugh :wink:
 
Respekt manitou sehr treffend analysiert. Das muss ich neidlos zugeben.
 
So mein Quark zum Thema, Vernetzung ja bitte! Aber die Panobahn ist Käse! Neue Bahnen ohne neue Pisten sind Schwachsinn! Wobei: durch die Panobahn kann man die Nordabfahrt am WH öfters machen ohne mit dem Bus zurück zu geigen ;)
 
manitou schrieb:
Doch die KBB vertreten andere Prioritäten und die sind auf die Sommerfrequentierung am ifen ausgerichtet, ohne es offen zu benennen.
Im Sommer wird die Pb und das Alpbord ein Besuchermagnet, der Massen von "Turnschuhwanderern" anzieht und die Gipfelrestaurants füllt, was Broesl nicht gefällt. Doch das Kwt hat keine Alternative, wenn man nicht weiter Besucher verlieren will.
Dass die Nächtigungszahlen im Sommer eben nicht zurückgehen, hast du aber schon mitbekommen? Oder wird das ignoriert, weil es nicht in die Argumentation passt?
manitou schrieb:
Die zunehmende Verkehrsbelastung auf der B19 ist dann ein unweigerlicher "Kollateralschaden".
Der dazu führt, dass der Tagesgast sich sagt "einmal und nie wieder" und einfacher erreichbare Orte für einen Wochenaufenthalt aussucht. Und damit als Übernachtungsgast verloren ist.
manitou schrieb:
Da man nie mit den großen Skigebieten konkurrieren kann, muss zumindest das Bestmögliche rausgeholt werden, was die Vernetzung der einzelnen Skigebiete unumgänglich macht.
Dann aber "first things first" und das bedeutet zuerst die Parkplatzklemme lösen (was hindert eigentlich die KBB daran, ein Parkhaus zu bauen, so wie in Seefeld an der Rosshütte eines steht? Wälzt man lieber diese Kosten auf die Gemeinde ab, weil man daran nichts oder wenig verdient? Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren?) und die Zugangskapazität am Wh verbessert. Ob dann eine talquerende Bahn mehr bringt als ein Skibus, ist immer noch die Frage.
manitou schrieb:
Überall wird in allen touristischen Segmenten aufgerüstet. Gäste sind "sensationsgeil" und "moven" entsprechend zwischen den Destinationen immer mehr hin und her - dieses Jahr hier nächstes Jahr dort - das Stammgastpotential geht zurück und die Aufenthaltsdauer ist ebenfalls überall rückläufig. Eine Destination muss es jedes Jahr aufs neue schaffen, sich mit marketingtauglichen Headlines "sexy" zu posten um Übernachtungen zu generieren.
Gerade deswegen ist es wichtig, eine Marke zu entwickeln - die "sexy Marktschreierei" kann man aber nur im Jahr nach der Eröffnung glaubwürdig abziehen. Und dann? Wofür steht das KWT in den danach folgenden 20 Jahren? Noch mehr Stau?
manitou schrieb:
Ähnlich ist es im Pop-Business. Dass Künstler wie in den 70-90er Jahren über viele Jahre substantiell erfolgreich bleiben ist heute die Ausnahme. Wer sich nicht ständig in den Schlagzeilen hält, ist sofort weg vom Fenster.
Das gilt aber nur für die gecasteten Pseudo-Stars. Als Marke kann es das KWT von der Bekanntheit durchaus mit Bruce Springsteen oder Bryan Adams aufnehmen - und die hecheln eben nicht jedem musikalischen Trend hinterher, sondern bleiben bewusst bei ihrem Stil.
manitou schrieb:
Die KBB wollen diesem Trend mit Ihren Zukunftsplanungen bestmöglich gerecht werden. Deren Konzept versucht das maximal machbare aus dem Kwt rauszuholen.
Für sich - und nachdem es herausgeholt ist, was ist dann noch "drin" im KWT?

Auch interessant:
manitou schrieb:
von manitou » 05.07.2011 - 22:02

Auch ich nehme mit meiner Fewo an "Bergbahn inklusive" teil und befürchte, über meine (dann erhöhte) Bettenbeitragszahlung zur Mitfinanzierung der Panoramabahn herangezogen zu werden.

Ich sehe jedoch keinen Mehrwert für alle Herbergsbetriebe und bin insgesamt skeptisch, was die Sommerfrequentierung der Panoramabahn angeht - und da stehe ich in O-dorf/Kwt mit meiner Meinung nicht allein da!!! Wanderer und Sommergäste nutzen Bergbahnen nicht im Tagesmarathon und fahren den ganzen Tag drei Bahnen vom Wh zum Ifen um dann ggf. auch noch mit dem Bus incl. umsteigen in Riezlern zurückfahren zu müssen. Die Panoramabahn ist im Sommer überflüssig - sie bringt keine nennenswerten neuen Gästezahlen in die Region. Im Winter mag die Bahn als Verbindung wichtig sein, doch mal ehrlich - wir Skifahrer wollen keine Bahnen ohne dazugehörige Piste.

Viele Stimmen (incl. Alpenverein) befürworten mittlerweile die "kleine Lösung", d.h. KSB von der Heubergmulde zur Auenhütte. Auch ich meine, das reicht!!!
Am Ifen reichen dann m.E. auch zwei 6KSB und man kann auf eine teure Dreieckskabinenbahn verzichten. Die Region gibt wegen des Engpasses B19 keine Kapazität für weitere Tagesgäste her. Weniger ist manchmal mehr und ökologosch und ökonomisch m.E. die wahrscheinlich beste Lösung, mit der dann wohl auch der Naturschutz leben kann.
 
Ich war Anfangs (2011) sehr skeptisch hinsichtlich der Pb - das stimmt. Und ich habe sie auch für einen taktischen Fake gehalten, damit die KBB die Genehmigung für die Verlängerung zum Alpbord bekommen. Aus meinem Gespräch mit der KBB und sonstigen Infos habe ich deren Position jedoch besser und umfangreicher verstanden.

Mein letzter Beitrag ist aus einer Metaperspektive verfasst. Ich persönlich brauche die Pb nicht und würde ihr nicht nachtrauern, sollte sie abgelehnt werden. Volkswirtschaftlich halte ich sie mittlerweile allerdings für einen Gewinn im Kwt.

Auch kann ich folgende Argumente hinsichtlich Stau und Frequentierung nicht nachvollziehen:
chianti schrieb:
a: ...der dazu führt, dass der Tagesgast sich sagt "einmal und nie wieder" und einfacher erreichbare Orte für einen Wochenaufenthalt aussucht. Und damit als Übernachtungsgast verloren ist.
b: ...die "sexy Marktschreierei" kann man aber nur im Jahr nach der Eröffnung glaubwürdig abziehen. Und dann? Wofür steht das KWT in den danach folgenden 20 Jahren? Noch mehr Stau?
c: ...Das gilt aber nur für die gecasteten Pseudo-Stars. Als Marke kann es das KWT von der Bekanntheit durchaus mit Bruce Springsteen oder Bryan Adams aufnehmen - und die hecheln eben nicht jedem musikalischen Trend hinterher, sondern bleiben bewusst bei ihrem Stil.
zu a:
Tagesgäste und auch Übernachtungsgäste werden sich von B19 Staus nicht abhalten lassen, weil sie vor dem Pfändertunnel, in Füssen, am Arberg etc. ebenfalls in Staus stehen. An Wochenenden muss der gesamte Alpenanreiseverkehr durch diese Nadelöhre. Dagegen ist die B19 teilweise harmlos... Dein Argument "einmal und nie wieder" ist polemisch überzogen. Einfacher zu erreichende Orte sind meist bei weitem nicht so attraktiv.
zu b:
Deshalb müssen sich die Destinationen ja ständig neue Aktionen, Investitionen und Gigantomanien einfallen lassen, das alles gehört zum "schneller höher weiter" Trend, den ich als gnadenlosen Verdrängungswettbewerb bezeichne. Man ist zum Mitmachen verdonnert... andernfalls ist das Risiko des Abfalls hoch. Ich sagte man braucht beides - Substanz und Aktionismus, was ein enormer Kraftakt ist. Damit kommen wir...
zu c:
Springsteen und B.Adams verkaufen heut nicht einmal mehr halb so viele Platten wie damals, weil sie primär von ihrer Substanz leben. Sie stehen auch bei jungen Radiosendern nicht mehr auf der Playlist. U40 interressieren sich kaum noch für sie. Und das kann auch dem Kwt ohne marktschreierische Neuerungen passieren. Diese Diskussion hat der Alpenraum hinsichtlich traditioneller und moderner Ausrichtung schon hinter sich. Die antiquierten Destinationen sind alle abgestiegen. Heimatfilm-Alpentourismus ist out. Die traditionelle Volksmusik hat sich auch zum modernen volkstümlichen Schlager gewandelt, der oftmals sogar in Richtung Ballermann geht. Crossover ist angesagt und der moderne Alpen-Massentourist ist anspruchsvoll geworden. Er will "alles" kompakt vorfinden...

Es ist heute im Pop-Business einfacher nach oben zu kommen als oben zu bleiben und das gilt auch für das Kwt. Wenn die dauerhaft oben bleiben wollen, dann müssen die mächtig Klimmzüge machen und dazu gehört dann auch eine Pb. Das Kwt sollte vielleicht lieber zunächst eine Volksabstimmung über die künftige touristische Richtung machen und dann über die einzelnen Maßnahmen entscheiden.

Wenn sich Gegner im vorgenannten Zeitungsartikel vom 26.9.2012 fragen, warum die KBB so sehr an den Plänen trotz Alternativen festhalten, dann deshalb, weil ohne Pb auch das Alpbord-Projekt gefährtet wäre. Und da wollen die KBB rauf, um im Sommer Geld zu verdienen, was legitim ist - der ganze Ausbau kostet schließlich ne Menge Geld und das Wh muss anschließend auch noch modernisiert werden. Wenn die Hallergruppe nur untere und oberse Sektion am Ifen erneuern wollen, dann verschenken die viel Geld und ich bin mir sicher, dass die dann in ein paar Jahren mit ergänzenden Wünschen/Forderungen am Ifen kommen - ein wichtiger Punkt wäre hier die Vernetzung der Skigebiete bei Schneemangel in der Heubergarena.
 
Zurück
Oben