Auch, wenn wir uns jetzt schon auf eine Kabinenform geeinigt haben

, vertrete ich weiterhin die Meinung, dass die Nebelhornbahn mit einer Umlaufbahn nicht unbedingt sehr gut beraten ist. Eine Modernisierung der bestehenden Pendelbahn ist sicher wichtig, aber das sollte mit den nötigen Augenmaß geschehen.
Dabei ist es oftmals gar nicht so dumm, mal zu sehen, was die anderen Bergbahnbetreiber so machen. Aber bitte die mit ähnlichen Verhältnissen. Das Nebelhorn ist nun mal kein großräumiges Skigebiet mit schneesicheren Nordhängen. Natürlich hat es zum Skifahren seine Reize, insbesondere für deutsche Verhältnisse. Es ist vielmehr auch ein Aussichtsberg mit Ganzjahresbetrieb. Die Talstation liegt dazu ja relativ zentral im Ort, dass auch Ausflügler angelockt werden. Gerade in Oberstdorf ist der Anteil an Gästen, die nicht zum Skifahren kommen, sehr hoch.
Daher drängt sich für mich eher ein Vergleich mit der Nordkettenbahn in Innsbruck auf, als mit der Stubaier Gletscherbahn oder der Penkenbahn im Zillertal. Ich finde es schon bemerkenswert, dass die Nordkettenbahn weiterhin als Pendelbahn betrieben wird, obwohl Österreich nicht gerade ein „pendelbahnfreundliches“ Land ist.
Bei einer Pendelbahn entfällt ein großer Teil der Baukosten auf den baulichen Teil, der zudem eine hohe Lebensdauer von ca. 100 Jahren hat, während die Maschinentechnik eher geringer ausfällt. Bei einer Umlaufbahn ist das eher umgekehrt. Beim Neubau der Nebelhornbahn wurden in der 70er-Jahren sehr massive Stationsgebäude errichtet. Diese sind zwar von der Architektur mit der Nordkettenbahn nicht vergleichbar und wirklich kein Schmuckstück, aber trotzdem wird hier durch den Abbruch jetzt Kapital vernichtet. Von den hohen Abbruchkosten mal ganz zu schweigen. Aus meiner Sicht hätte der bauliche Teil der Nebelhornbahn noch Erweiterungsmöglichkeiten. Größere Kabinen wie in Innsbruck wären in jedem Fall möglich. 800 – 900 P/h nicht unrealistisch.
Natürlich wird die Nebelhornbahn AG tun, was sie für richtig hält, aber man erhält offenbar öffentliche Zuschüsse für das Projekt. Hoffentlich wird die Gemeinde nicht irgendwann auch für die hohen Betriebskosten einer Umlaufbahn mit 1500 – 2000 P/h aufkommen müssen, obwohl diese langfristig keiner braucht. Am Nebelhorn primär auf Wintersport zu setzen, halte ich für falsch. Dazu hat Oberstdorf besser geeignete Gebiete (Fellhorn, Söllereck/Höllwies).
Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe. Bereits vor 8 Jahren habe ich mit Mitarbeitern aus dem technischen Büro der Nebelhornbahn darüber diskutiert. Da war man sich bereits sicher, dass man die gleiche Bahn haben will, wie in Riezlern.