Auch wenn die Vor- und Nachteile einer Y-Station aus skifahrerischer Sicht in den vorherigen Beiträgen schon ausführlich diskutiert wurden, wurde bei der Diskussion ein wichtiger Aspekt nicht berücksichtigt. Dies ist die spezielle Glaziologie und Lawinensituation in Saas-Fee.
Meiner Meinung nach ist eine Trasse zum Großen Stein prinzipiell nicht machbar.
Folgende Aspekte sind bei den Überlegungen zur Gestaltung der Trasse zum Großen Stein zu berücksichtigen.
Die Trasse würde im oberen Teil im Gegensatz zur Trasse der jetzigen Spielbodenbahn um ca. 200 zum Egginger hin verschoben.
Dies würde bedeuten, dass die Trasse nun durch den Talkessel zwischen der Endmorände des Nördlichen Feegletschers und dem Egginger statt über die Endmoräne verlaufen würde. Dieser Talkessel ist aber die Auslaufzone der Lawinen vom Hang unterhalb der Felskinbahn (und vom Mittaghorn). Im Moment wird hier die Lawinensituation durch regelmäßige Sprengungen entschärft. Eine Lawinenverbauung wäre völlig unwirtschaftlich und der Situation völlig unangemessen, da man ab ca. 3200m Höhe bis zum Talboden den ganzen Berghang mit Stahlgerippen überziehen müsste.
Ein weiteres Problem stellt die Entwässerung des Feegletschers dar: Die Trasse würde mitten durch das unverbaute Bachbett des Feegletschers verlaufen, was erhebliche Probleme beim Schutz und bei der Statik der Stützen verursachen dürfte (Schwemmgebiet).
Das entscheidende Argument gegen eine Station am Großen Stein ist aber die potenzielle Unberechenbarkeit des Feegletschers.
Abtauende Gletscher auf steilem fesigen Untergrund stellen ein besonders Risiko durch unkontrollierten Eisabbruch dar. Diese Gefahr ist beim Feegletscher definitiv gegeben. Man lese dazu folgenden Link:
http://glaciology.ethz.ch/inventar/download/fee.pdf.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an den Eisabbruch am Allalingletscher beim Bau des Mattmarksees bzw. an das in den Medien diskutierte Risiko, dass vom Triftgletscher in der Zentralschweiz? ausgeht.
Gegen Millionen Kubikmeter Eis kann man nicht sinnvoll eine Seilbahnstation + Seil schützen.
Aus diesem Grund wird man die Trasse der Speilbodenbahn kaum in Richtung Egginger verschieben können.
Bei der Talstation sind folgende Aspekte zu beachten:
Die Sportplatzanlage neben der Spielbodenbahntalstation stellt eine wichtige infrastrukturelle Attraktion für den Sommertourismus dar. Diese würde man sich durch ein Verschieben der Station in Richtung Sportplatz verbauen bzw. zerstören.
Auch hier darf man die Lawinensituation nicht außer acht lassen. So liegt z.B. die Eisbahn wieterhin in der ROTEN Lawinenzone, so dass in dieser keine Gebäude, z.B. als Überdachung errichtet werden dürfen. Dies gilt natürlich auch für Seilbahnstationen.
Außerdem würde die Station in der Ortsmitte das Dorfbild stören.
Aus diesem Grund wird man wohl die Spielbodenbahn im wesentlichen auf der gleichen Trasse belassen.
Allerdings wäre eventuell sinnvoll die Bergstation der Speilbodenbahn auf die andere Seite des Spielboden-Restaurants zu verschieben.
Dies hätte folgende Vorteile:
Will man zu einem späteren Zeitpunkt auch die Längfluhbahn ersetzen; bei dieser wurde erst 2003 /04 die Konzession verlängert; so kann man von diesem Standort eine 8er Kabinenbahn mit Sicherungsgondeln relativ einfach bis zum Panorama-Schelpplift
http://www.panoramio.com/photo/1064492 verlängern. 500m Spannfelder und mehr sind schließlich in gleicher Höhhenlage (vgl. Gondelbahn im Pitztal) kein Problem mehr und die Längfluhbahn ist weniger als 1 km lang! Ein noch höherer Standort der Bergstation wäre kaum sinnvoll, da man sonst das Längfluhrestaurant nur noch mit Mühe versorgen könnte.
Für eine direkte Verbindung spräche das zügige Erreichen des Längfluh-Sesselliftes + Schleppers für schwächere Skifahrer und einfachere Wiederholungsfahren für Experten. Der Steilhang zwischen Längfluhsessel-Talstation und Spielboden-Bergstation wird sich kaum entschärfen lassen (300m Länge 160 hm!!!), da ein Ziehweg nur durch massive Felssprengungen und Erdbewegungen in der Seitenmorände des Feegletschers möglich wäre. Das "Moränenproblem" wurde schon im Pitztalform und Kaunertalforum ausführlich diskutiert. Für viele Skifahrer wird diese Piste für Wiederholungsfahren ein Tabu bleiben. Damit bleibt auch die Berechtigung für den Längfluhsessel bestehen.
Im Übrigen halte ich die Spielbodenpiste in ihrer jetzigen Form mit dem Schusstück zum Schluss für Wiederholungsfahrten auch ohne zusätzliche Mittelstation (egal wo) für sehr attraktiv, da man in der Spielbodenbahn sich a) längere Zeit ausruhen kann
und b) man viel besser als in jeder Sesselbahn mit Sitzheizung und Haube vor Witterungseinfüssen in einer Kabinenbahn geschützt ist.
Zur Verbindung Großer Stein-Morenia 6-Sessel ist noch folgendes zu sagen:
Ein potenzielles Kapazitätsproblem Richtung Morenia ließe sich viel einfacher lösen:
Der Alpin-Express ist für eine Kapazität von 1800 Personen pro Stunde ausgelegt. Durch die zusätzliche Anschaffung weiterer Gondeln ließe sich, ohne die Personalkosten zum Betrieb einer weiteren Bahn zu erhöhen, der Zubringerkapazität um ca. 20 % erhöhen. Auch ist die untere Sektion für eine Fahrgeschwindigkeit von 7m ausgelegt, wird aber aus Zuverlässigkeitsgründen meist nur mit 5,5,m - 6m/s betrieben.