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Neues in Saas-Fee/Saastal

Kurz und knapp: Pirmin Zurbriggen tritt als VR Präsident zurück und bestätigte dasd der Hammerdeal nur dazu diente die Liquidität kurzfristig zu erhalten. Die Konzession der Hannigbahn wurde bis 31.10.19 verlängert. In Saas Grund will man die ausstehenden Rechnungen bis zum 15.6. zu 50% bezahlen und den Rest der Forderungen in Aktien abgelten. Wenn die Gläubiger damit nicht einverstanden sind gibt es vorerst wohl mal gar nichts.
 
Somit haben nun die Verantwortlichen die Chance, eine sinnvolle und vor allem kostengünstige Variante auszuarbeiten. Das aktuelle Projekt bringt ausser hohen Kosten, 1min kürzerer Fahrzeit und Rollstuhlgängigkeit keinen weiteren Nutzen. Ziel wäre es doch diese Chance zu packen, eine einseitige Mittelstation zu bauen, den Skiweg wieder in Betrieb zu nehmen, um den hinteren Dorfteil einen besseren, komfortableren und schnelleren Zugang zum Skigebiet zu gewähren. Hoffentlich ist hierfür nicht schon wieder der Zug abgefahren.

Was spricht gegen eine kleine Pendelbahn mit z.b 45er Kabinen? Ist bestimmt deutlich windsicherer.. Was spricht gegen eine Occasionbahn aus Österreich?

Lieber eine günstige Erschliessung als gar keine... und lieber eine günstige Erschliessung als ein Prestige-Bau, der weitere Investitionen ins Skigebiet verhindert.. die Knete bei den Bahnen scheint ja spärlich vorhanden zu sein...
 
Laut Geschäftsbericht 16/17 haben die Bahnen ca. 9 Mio. CHF Cash Flow pro Jahr und noch 4 Mio. CHF in der Kasse.
Der Neubau Hannig - laut Prospekt ca. 12. Mio CHF sollte doch damit locker finanziert werden können ...evtl. gibt es jetzt ja auch noch die neue Förderung vom Wallis als Darlehen oder Zuschuss...

Die Verschuldung Ende 16/17 mit 25 Mio CHF ist ja auch nicht so gigantisch. Der Winter 17/18 soll ja ähnlich gut gewesen sein und kommt noch dazu.
Ich weis nur nicht was die Position 13 Mio Passive Rechnungsabgrenzung in der Bilanz als Fremdkapital genau ist...evtl. Tickets im Vorverkauf?

Die aktuelle Ertragslage lässt doch aber einen Neubau zu?
 
snowworld schrieb:
Laut Geschäftsbericht 16/17 haben die Bahnen ca. 9 Mio. CHF Cash Flow pro Jahr und noch 4 Mio. CHF in der Kasse.
Der Neubau Hannig - laut Prospekt ca. 12. Mio CHF sollte doch damit locker finanziert werden können ...evtl. gibt es jetzt ja auch noch die neue Förderung vom Wallis als Darlehen oder Zuschuss...

Die Verschuldung Ende 16/17 mit 25 Mio CHF ist ja auch nicht so gigantisch. Der Winter 17/18 soll ja ähnlich gut gewesen sein und kommt noch dazu.
Ich weis nur nicht was die Position 13 Mio Passive Rechnungsabgrenzung in der Bilanz als Fremdkapital genau ist...evtl. Tickets im Vorverkauf?

Die aktuelle Ertragslage lässt doch aber einen Neubau zu?
Also wenn Du nicht weißt was passive Rechnungsabgrenzungsposten sind, dann kannst Du den Rest der Bilanz auch nicht richtig analysieren und diese Bilanz ist die Grundlage warum die Bergbahnen Probleme bei größeren Finanzierungen haben... Dein erster Teil ist sorry für den Ausdruck eine Milchmädchen-Rechnung...
 
Die Informationen der verlinkten Artikel sind doch eher dürftig um einzuschätzen ob es eher traurige Unfälle oder pure Dummheit war, beides ist leider nur zu verbreitet.


Den anderen Thread kannte ich nicht, weil es mich nicht interessiert ständig alle Unfälle aufzulisten.
 
Es rumort bei den Bergbahnen in Saas-Fee. Gemäss einem Bericht auf 1815.ch steht Rainer Flaig vor dem Abgang bei den Bahnen. Seinen VR-Posten ist er bereits los. Mir scheint es, dass er nun das sinkende Schiff verlassen will. Ein bisschen Schettino-Style.. Obschon der Hammerdeal eine durchaus tolle Marketing-Idee war, diente diese vor allem den Betrieben im Dorf. Restaurants, Hotels und Parahotellerie waren die grossen Gewinner. Die Pisten und Restaurants waren voll wie seit Jahren nicht mehr, aber unter dem Strich war der Ertrag für die Bahnen wegen des zu tiefen Preises einer Wintercard viel zu tief. Die Dienstleister aus dem Dorf (die eigentlichen Gewinner der Aktion) hatten jeweils bis Ende Januar das Recht bis 50% ihrer erworbenen Wintercards der aktuellen Saison, die für den Abverkauf an die Gäste vorgesehen waren, wieder an die Bahnen zurückgeben zu können. Und so erfüllten die Bahnen nie ihre hochgesteckten Ziele der verkauften Wintercards (90'000 im 2016, 77'000 im 2017). Millionen an Einnahmen wurden so verschenkt.. Die ganze Wintercard/Hammerdeal-Aktion war auf drei Jahre hinaus geplant. Etwas gar kurzfristig, wenn man bedenkt, wie hoch das Risiko für die Bahnen ist.

Und der Leistungsausweis der Führung - nebst diesem Hochrisiko-Game mit der Wintercard/Hammerdeal - sieht dann schon sehr bescheiden aus:
Mit dem letzten Fünfer hat man die neue Spielbodenbahn bauen können. Ein ganz tolles Förderband wurde als Zugang zum Staffelwald gebaut... und das war's dann schon.

Eine überdimensionierte Hannigbahn wurde uns diesen Frühling fürs 2018/2019 vorgestellt.. interessanterweise wurden die Zonenplanänderungen für den Neubau aber erst Ende Juni 2018 von der Gemeindeversammlung verabschiedet.. ähm... no comment! Und das BAV (Bundesamt für Verkehr) hatte mal wieder etwas Mitleid und hat die Konzession für die Hannigbahn verlängert..

Weitere nennenswerte Investitionen ins Gebiet sucht man vergeblich. Viel mehr trifft man auf sanierungsbedürftige Anlagen und Bauten (Restaurant Längfluh, Metro Alpin, Drehrestaurant). Ein schleichender Leistungsabbau bei den Saison-Öffnungszeiten und bei aufgegeben Pisten (Felsental, Skiweg) konnte beobachtet werden.

Und das Zerwürfnis mit der Gemeinde und möglichen Investoren erwähne ich hier jetzt nur nebenbei..

Trotz allen diesen Problemen, einem schwachen Leistungsausweis, der schwierigen Finanzlage der Bahnen und der Hochrisiko-Strategie hat sich die Führung aber ganz ordentlich mit satten Löhnen belohnt.

Meiner Meinung nach braucht es frischen Wind, um den langfristigen Weiterbetrieb der Bahnen sicherzustellen.
 
Danke für den Link. Es bleibt spannend...

Allgemein stellt sich halt die Frage, wie man die Systemabgrenzung macht: Die Bergbahnen als alleinige Firma zu betrachten, die Profit machen muss, finde ich persönlich etwas problematisch und wenig realistisch. Wäre es nicht sinnvoller, sie als eine Art ÖV zu sehen, die im Besitz der Gemeinde und Hoteliers ist, welche an Ende ja auch am meisten von ihr abhängen/profitieren? Aus diesem Blickwinkel macht auch der Hammerdeal dann etwas mehr Sinn.

Sprich, die Bergbahnen als „quersubventioniertes Übel“, dass es halt einfach braucht, damit überhaupt zahlende Kundschaft nach Saas-Fee kommt? Am Ende sind ja alle im gleichen Boot~ da finde ich „Gärtlidenken“ ziemlich ungeeignet.

Wird soviel ich weiss doch in Ischgl und grossen nordamerikanischen Skiorten auch so gehabdhabt, oder?



Wie steht es eigentlich mit dem Ersatz für den SL Mittelallalin 1 aus Sicherheitsgründen beim Ausstieg? Oder hat sich da das BAV auch gnädig gezeigt?
 
Hat uns nicht damals als die Verkaufszahlen raus kamen jemand vorgerechnet, dass die Bergbahnen so viel eingenommen haben wie noch nie? Gibt's da keine Geschäftsberichte über die man das mal nachvollziehen könnte?

In Ischgl läuft das indirekt. Dort haben die Bergbahnen so viel Kohle in der Kasse, dass sie ihre Investitionen locker selbst finanzieren können. Die hatten ja teilweise schon das Problem, dass sie zu viel Geld angespart hatten und kurz davor standen zwangsweise Dividende zahlen zu müssen. Dort hat man aber einfach rechtzeitig alles richtig gemacht. Die Aktionäre sind die Hoteliers und die haben erkannt, dass sie genug Geld mit ihren eigenen Betrieben verdienen können wenn sie den Bergbahnen ihr Geld lassen um den Ort als Urlaubsziel attraktiv zu machen. Sowas holt man aber nicht einfach mal so schnell nach, der Zug ist abgefahren.
 
Letzte Woche wurden zumindest fleissig Betonkübel Richtung Mittelallalin geflogen. Liftteile gabe ich aber keine gesehen. Vmtl. wird eh einiges vom jetztigen Lift übernommen?

Die Hannigbahn bin ich auch gefahren. Kann man die nicht noch ein bisschen erhalten? Zumindest optisch ist sie in einem hervorragenden Zustand. Und für diepaar Wanderer und das Bergrestaurant völlig ausreichend. Eine Investition in eine Hochleistungsgondelbahn ist an dieser Stelle jedenfalls Quatsch. Ausser es gibt wieder Skibetrieb.
 
Bei der Investoren-Situation könnte sich was in Richtung Schröcksnadel tun.. Bin gespannt, wie es weitergeht.
 
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