Ich war gestern an der Aktionärsversammlung der Bergbahnen Sedrun.
Den Jahresbericht kann man hier abrufen.
Übrigens schneits hier wie verrückt, im Dorf liegen am Samstagabend ca. 40cm Schnee, am Oberalp gegen 70cm -
Bilder in meinem Blog oder
auf unseren Webcams. Das ist mehr als es im gesamten letzten Winter jemals hatte!
Zurück zum Topic: Laut Verwaltungsratspräsident Peter Furger soll im Dezember 2013 die erste Anlage der Verbindung nach Andermattt stehen. Welche das genau ist, sagte er zwar nicht, aber man erfuhr wieder einige Neuigkeiten. Die Tendenz punkto Einnahmen und Frequenzen ist seit 4 Jahren rückläufig, auch der letzte Winter brachte wieder ein kleines Minus - die Verantwortlichen schworen die Versammlung darauf ein, dass es drum praktisch nur einen Weg gebe: Das verbundene Skigebiet Andermatt-Sedrun mitsamt dem neuen Resort in Dieni. Ohne dies lasse sich nicht genug neues Publikum anlocken. Auch wenn die Gesellschaft derzeit stabil sei und die Finanzen im Griff habe: Die insgesamt rückläufige Tendenz (und notabene das völlig unrentable Sommergeschäft) zeige, dass etwas gehen müsse. Zudem sei der Eurokurs ein Riesenproblem; Gäste aus dem Euroraum bezahlen im Vergleich zu vor zwei Jahren ca. 40% mehr für genau das gleiche Angebot, auch die Konkurrenz in Österreich und Frankreich sei sehr stark und vergleichsweise massiv günstiger.
Entschieden ist noch nichts konkret, die Pläne wurden aber in den Amtsblättern in den Kantonen Uri und Graubünden veröffentlicht und liegen u.a. auf der Gemeindeverwaltung Tujetsch öffentlich zur Einsicht auf. Den Masterplan mit allen Anlagen in Andermatt und Sedrun
kann man hier runterladen. Derzeit finden in den Medien erste kleine Scharmützel statt, wer wieviel an die neuen Bahnen bezahlt und wie sich die Kantone beteiligen...
In einer ersten Phase ist laut den Infos von gestern Abend die Verbindung Andermatt-Sedrun via Nätschen-Schneehüenerstock geplant, danach folgen schrittweise die Verbindung nach Göschenen sowie die Sanierungen und Ausbauten am Gemsstock.
Laut Peter Furger bewegt sich die Endgrösse des Skigebietes irgendwo im Bereich Lenzerheide / Saas Fee, das heisst, aus heutiger Sicht müsste man für eine Tageskarte rund 63-68 Franken hinblättern (heute nur Sedrun und ohne Zug 52 Franken; Sedrun-Andermatt mit Zug 56 Franken).
Als "klassischer Jojo-Skifahrer" (Bernhard Russi nannte vor einigen Tagen an einer Infoveranstaltung die Leute wie mich und viele Einheimische so, die einfach gerne rauf-runter-rauf-runter fahren) finde ich das natürlich alles andere als cool, denn heute bezahle ich in Sedrun für die Jahreskarte (inkl. Sommer) 692 Franken, wenn ich das Ticket bis Juni kaufe.
Wenn "mein" gutes altes Skigebiet auf die modernen "Safari-Skifahrer" ausgerichtet wird (die sich lieber von einem Teil des Skigebietes in ein anderes verlagern und auch etwas länger in Restaurants verharren) und von Leuten überflutet wird, die nicht so gut Skifahren wie die heutigen Gäste am Gemsstock und am Oberalppass, dann hoffe ich, dass es in Zukunft zumindest günstige Skipässe gibt, bei denen man weiterhin nur die Anlagen bis zum Oberalppass benützen kann.
Vermutlich ein frommer Wunsch - die Aussicht auf eine knapp tausendfränkige Saisonkarte finde ich nun wirklich nicht besonders gut, da ich mit dem bestehenden super zufrieden bin. Allerdings bin ich mir bewusst, dass ich da ziemlich alleine bin und dass ein Szenario "Alleingang Sedrun als Klein-Aber-Fein-Skigebiet ohne Schnickschnack" finanziell nicht machbar wäre. Ausserdem muss man zugeben, dass die Vorfreude auf die neuen schönen Hänge zwischen Oberalp und Nätschen auch vorhanden ist - oder die Tatsache, dass mit der Bahn Göschenen-Gütsch Sedrun auch als Tagesausflug aus Bern machbar macht.
Bleiben wir kurz am Oberalppass: Schade, dass die neue Sesselbahn Alpsu-Calmut sogar ein klein wenig weiter oben beginnen soll als der heutige Skilift. Die Gondelbahn Oberalp-Schneehüenerstock (ich hätte lieber eine KSB gesehen, aber das ist wohl ein Bodenabstands- und Windproblem) beginnt noch weiter unten... da wird man ein gewisses Ziehweg-Problem haben von der Piste 9A (von der Fellilücke her kommend) zur Talstation der Gondelbahn bzw. zur Talstation der KSB Alpsu-Calmut sowieso... ob man da eine Brücke oder Geländebewegungen plant? Ich hätte es lieber gesehen, wenn die KSB Calmut im Bereich des heutigen Parkplatzes stehen würde.
Die vor Ort bereits mit Pfählen markierte Bergstation Calmut...
... führte laut meinem Vater schon zu einigen Protesten von naturliebenden Wanderern, die sich über die Verschandelung des Calmutgipfels nerven. Meine Ansicht: Nun ja, wenn man schon ne neue Anlage baut, dann sollte sie schon möglichst bis ganz oben gehen. Plus: Man kommt leichter in die Steilhänge des Calmut, die gerade im Frühling genial sind. Minus: Die paar Meter, die man auf der normalen Piste gewinnt, sind die Verlängerung kaum wert.
Auf diesem Panoramabild meines Vaters vom letzten Dienstag sieht man, wo die Bergstation zu stehen kommt und wo's danach lang gehen soll. Hier noch die Pläne:
Interessant ist auch das Stichwort "Teilabriss des Skiliftes" - vermutlich lässt man den unteren Teil der heutigen WSO-Anlage stehen als Übungsanlage für schwächere Fahrer?