Firn77 schrieb:
Zillertal, Alpbach, das ganze Oberland, Seefeld. Ja klar, sind die näher an der Bahn, aber das allein macht es doch nicht nur. Die sind viel eher aufgewacht, als Sölden. Und schau dir das Söldener Publikum an - von den Russen, die bis zum Krieg soviel da waren - kommt doch keiner mit dem Bus. Sölden war der ÖPNV lange Zeit sehr wurscht. Ausgerechnet jetzt Sölden als die ÖPNV Hochburg anzupreisen ist schon sehr sehr lustig.
Schreibst du jetzt einfach irgendwelche Skigebiete auf? Seefeld und Zillertal haben Bahnanschluss (da können die Regionen aber wenig dafür, daß ist ihnen in den Schoß gefallen). Aber wie kommst du ausgerechnet auf das Alpbachtal? Da gibt's nicht mal einen Stundentakt im Vergleich zum Halbstundentakt im Ötztal. Und Serfaus gehört auch zum Oberland, da frag ich mich auch was da besser angebunden sein soll. Oder auch nur ein Tal weiter von Sölden, fahr mal mit dem Bus ins Pitztal.
Dass das Ötztal so lange ist, dafür können die nichts. Aber sie haben z.B. an fast jeden Misthaufen einen elektronischen Abfahrtsanzeiger gehängt. Vergleich das mal mit Kitzbühel, die das nicht mal am Bahnhof haben.
Firn77 schrieb:
Und wenn ich von München aus vier mal umsteigen muss und über 2 h (sportlich gerechnet) mehr Anreise brauche, dann spring ich halt auch wieder in mein (E-) Auto.
Wenn du aus München vier mal umsteigst machst du was falsch. Die Standardverbindung geht mit zwei Umstiegen in Kufstein oder Innsbruck und Ötztalbahnhof.
Stäntn schrieb:
Und ab deutschen Bahnhöfen ist es noch viel unmöglicher. Würde mich - wenn möglich - schon mal um 5 in einen Eurocity ab MUC setzen wenn der 7

Uhr Ötztal Bahnhof halten würde
Das ist halt so extrem, dafür ist die Zielgruppe einfach zu klein um sowas anzubieten. Ich hab 2 h weniger zu fahren und bin trotzdem nicht vor 8 in Ötztal (weil ich nicht so früh aufstehen will, nicht weil es nicht ginge).
Stäntn schrieb:
Aber das problem hat man auch vor Ort: ich weiß jetzt nicht explizit wie es in Sölden ist, aber oftmals fährt der erste Skibus erst nach (!!) der Liftöffnung. Und als Hotelgast muss man noch hoffen, dass man 1h oder mehr vor Liftöffnung schon Frühstück kriegt. Hotels mit Renntrainingsgruppen sind ja in der Regel aber gut aufgestellt schon 6:30 Frühstück anzubieten.
Am Ende - wenn man „erste Gondel“ als Fixpunkt nimmt, Sölden 8 Uhr Giggijoch: es geht fast nur mit dem Auto. Leider.
Grundsätzlich hast du schon Recht, hat mich früher auch immer wieder geärgert. In Sölden gilt das aber nicht, der erste Bus ist um 6:33 Uhr an der Giggijochbahn, das sollte für jeden Skifahrer früh genug sein.
Stäntn schrieb:
Rückwärts das gleiche Problem: wenn man zB in einem Bergrestaurant noch Abendessen will, und nach 18 Uhr einen Bus retour braucht - gibts keinen mehr. In Tux den Nightliner, aber oftmals steht man dann blöd da. Also da ist viel Luft nach oben.
Auch da stimme ich dir wieder grundsätzlich zu, nicht aber in Sölden. Letzte Abfahrt an der Giggijochbahn 20:07 Uhr, und da kommt künftig noch später was.
Deswegen verstehe ich ja nicht, warum hier behauptet wird im Ötztal würde man nichts für den ÖV machen. Ich hab einfach das Gefühl, manche wollen ihr Narrativ von den bösen Abzockern verteidigen, und da passt das natürlich nicht ins Bild.
Es gibt natürlich noch immer was zu verbessern. Es gibt in der Saison am Wochenende direkte ICE von München nach St. Anton, morgens hin und Abends zurück. Derzeit haben die völlig inakzeptable Fahrzeiten mit ewigen Aufenthalten und Überholungen. Die fahren nur, weil sie Zu- und Abbringer für Langläufer nach St. Anton sind. Ich bin grad dabei etwas Lobbyarbeit zu leisten, dass die Züge künftig für Tagesausflüge von München ins Oberland und ins Zillertal attraktiv werden.
Außerdem bin ich auch noch dran für Direktzüge von München Richtung Skiwelt und Kitzbühel zu sorgen. Auch da gibt's zwar schon ICE, aber die fahren nicht passend für Tagesfahrten. Die Skiwelt und Kitzbühel haben dabei halt den unschlagbaren Vorteil, dass sie direkt an die Bahn angebunden sind.
hch schrieb:
Erreichbar ab wo? Ganz ohne Bahn ab Innsbruck sind der Patcherkofel und die Nordkette perfekt, mit ca einer halben Stunden auch der Glungezer, und die Serlesbahnen. Die Muttereralm geht zwar schnell, aber die Busse sind etwas unregelmäßig. In der Kategorie bis eine Stunde sind dann die Axamer Lizum, und der Elfer noch bestens angebunden, die Schlick mit etwas Umweg. Der Stubaier Gletscher ist immer noch deutlich besser als Sölden angebunden, aber ausserhalb der Gletschersaison tue ich mir das schon seltenst freiwillig an. Das Paznauntal hat auch den Vorteil dass der RJ stündlich in Landeck hält anstatt nur alle zwei Stunden im Öztal Bahnhof (das soll sich allerdings in einigen Jahren mit dem Streckenausbau ändern).
Ötztalbahnhof kann man ab Innsbruck aber auch noch gut mit dem Nahverkehr machen. Das wird nächstes Jahr auch nochmal besser, dann kommt ein Halbstundentakt. Wie lange der Streckenausbau im Oberland noch dauert, und ob der dann wirklich stündliche Halte in Ötztal und Imst ermöglicht steht auch noch in den Sternen.
hch schrieb:
Wobei ich persönlich lieber Bahn als Bus fahre, da bietet sich für mich die Bergeralm und der Venet sehr an, zumindest wenn dort die PB wieder fährt. St. Anton wäre prinzipiell auch super, wenn der Halt nicht nur alle zwei Stunden wäre. Kitzbühel werde ich dieses Jahr das erste mal seit Ewigkeiten ausprobieren, die Halte am Hahnenkamm scheinen aber leider nicht wirklich systematisch zu sein.
St. Anton ist blöd, da kann man nichts gegen sagen.
Die Halte in Kitzbühel Hahnenkamm sind sehr wohl systematisch. Es hält stündlich die S-Bahn und der REX nur zweistündlich. Das liegt daran, dass der REX alle zwei Stunden Anschlüsse zum Fernverkehr in Schwarzach- St. Veit erreichen muss und ihm dann ganz knapp die Zeit fehlt um alle Halte zu bedienen. Nächstes Jahr gibt's aber neue Fahrzeuge für die Linie und dann werden auch die REX stündlich am Hahnenkamm halten. Bis vor ein paar Jahren war es noch so, dass am Wochenende generell nur die Hälfte der Züge auf der Strecke gefahren ist, da ist das schon eine deutliche Verbesserung.