Seibelseckle 20. Januar 2024 / Traumwetter & voll
Anfahrt: Ettlingen - A5 - AS Bühl - Bühlertal - Unterstmatt - Seibelseckle in ca. 0:45 h
Wetter: Wolkenlos über Nebeldecke, -6°C bis -3°C
Schnee: ca. 40 cm Maschinenschnee, kein Naturschnee
Anlagen in Betrieb: SCHL Seibelseckle (außerdem an der SWH Mehliskopf ÜbungsSCHL, Hundseck, Unterstmatt I)
Wartezeit: ~8 min
Gefallen: Kaiserwetter, draußen sein nach Arbeitswoche
Nicht gefallen: Viel zu voll an dem einen Skihang, nicht zuletzt durch Vereinsrennen
Bewertung: 2 von 6 Mittelgebirgspunkten
Nach dem schönen Skinachmittag an der Hundseck eine Woche zuvor hatte ich mir den Wintereinbruch in Nordbaden eine Woche vom Schreibtisch aus angeschaut ... oder nachmittags schneeräumend auf der Straße. Wegen eines Termins am Sonntag wollte ich das Kaiserwetter des Samstags zum Skifahren nutzen. Bei uns in Ettlingen glänzte eine geschlossene Schneedecke unter der Wintersonne, was selten ist. Der Webcamcheck ergab, dass Nord- und Südschwarzwald vom Schneefallgebiet nichts abbekommen hatten, auch das Enztal mit Enzklösterle nicht, nur das Albtal hinter Ettlingen. Ich hoffte auf Öffnung der kleinen Skilifte in Bad Herrenalb und auf dem Dobel ... leider nicht. Auch der Skilift Beerfelden im Odenwald blieb geschlossen ... eigentlich war die Schneefront dort durchgezogen. Zum Feldberg oder ins Allgäu wollte ich nicht. Also wieder an die Schwarzwaldhochstraße mit demselben Liftangebot wie ein Wochenende zuvor. Da ich zuletzt an der Hundseck war, die immer noch nur einen Lift der Doppelanlage öffnete, und da ich in Unterstmatt möglichst nur fahre, wenn mindestens noch Lift II in Betrieb ist, fuhr ich zum Seibelseckle, wohl wissend, dass ich dort nicht gerade allein sein würde.
Während in meinem Heimatort im Oberrheintal Hochwinter herrschte, war Bühlertal rund 40 km weiter südlich völlig schneelos. Die "Schneegrenze" befand sich knapp nördlich von Rastatt; weiter südlich hatte es im Rahmen des Durchzugs der Schneefront offenbar bis oben hin geregnet. Auf den Nordschwarzwaldhängen sah es abgesehen von einer Raureifschicht auch nicht anders aus. Beim Vorbeifahren in Unterstmatt bemerkte ich die mächtige Liftwartetraube und Kanonenschneefahnen über dem ganzen Hang. Bäh. Der Parkplatz am Seibelseckle war voll, aber mit etwas Geschick konnte man am Rand der angrenzenden Forststraßen parken.
Wie so oft an Januarwochenenden fand am Seibelseckle ein Jugendskirennen statt, entsprechend tummelten sich hier hunderte von Personen. Die Liftschlange war so lang wie ihre Absperrung - ab da wird es unlohnend, weiß ich aus eigener Erfahrung. Mangels Alternativen reihte ich mich ein und zählte 8 Minuten Anstehen für die Liftfahrt. Für das kurze Hängchen ist das zu lang; der eine Schlepplift schafft den Andrang nicht. Die Überfüllung erinnerte an Ansichtskartenmotive von Skihängen an der Schwarzwaldhochstraße aus den 1960er Jahren. Für die Anfängerklientel sollte man am Seibelseckle über einen Seillift oder ein Förderband auf der anderen Hangseite nachdenken.
Ich hatte mir für den geplant zweistündigen Aufenthalt am Hang bewusst nur eine Punktekarte gekauft und verbrachte einige Zeit mit Fotografieren, erfreute mich am tollen Blick über die Nebeldecke im Rheintal zu den Nordvogesen oder schaute mir einfach nur das bunte wintersportliche Treiben unter dem blauen Himmel an. Skifahren ist immer ein kleines Stück Urlaub, weit weg von Pflichten und Arbeit, auch wenn man nicht so viel fährt. Immerhin sorgte die Liftschlangenabsperrung am Seibelseckle für sehr diszipliniertes Anstehverhalten, und die Stimmung der vielen Skigäste war gut. Nach einer Wurst an der Außengastronomie des Skihangs wuchs die Liftschlange am frühen Nachmittag weiter an, folglich fuhr ich heim. Trotzdem war es nett, dort gewesen zu sein ... wer weiß schon, ob man am Folgewochenende im Schwarzwald überhaupt noch Skifahren kann oder ob es bloß wieder schüttet.
17 teilkommentierte Fotos vom Skihang Seibelseckle:
Skihang gegen die mit Aufbauten "verzierte" Hornisgrinde, mit 1164 m höchster Nordschwarzwaldberg.
Gut, das ist der Südhang der Hornisgrinde. Aber man sieht, dass selbst auf dieser Höhe im Januar fast kein Naturschnee liegt.
Ein paar Meter hinter der Schleppliftbergstation blickt man von 1057 m hohen Schwarzkopf übers Nebelmeer im Oberrheintal auf die Vogesen, die von hier kaum markante Höhenunterschiede zeigen. Die Bildmitte teilt ungefähr zwischen Südvogesen und Nordvogesen auf. Ganz links der Große Belchen, höchster Vogesenberg.
Zoom übers Oberrheintal aufs 1099 m hohe Hochfeld / Champ du Feu, höchster Berg der Nordvogesen, hinter dem das gleichnamige Skigebiet liegt. Die außer Betrieb genommenen Skihänge auf der Rheintalseite kommen mangels Schnee auf dem Bild leider nicht heraus.
Zoom über den Rand des Mittleren Schwarzwalds aufs Nebelmeer. Der letzte Vogesenberg, der hinter dem Nebelmeer noch von rechts ins Bild ragt, ist der Molkenrain südlich des Großen Belchen. Unter dem Nebelmeer links davon verbergen sich die 600-700 m hohen Buckel des französischsprachigen Jura südlich von Belfort.
Zoom zum 1009 m hohen Donon, vielleicht der bekannteste, wenn auch nicht höchste Berg der Nordvogesen.
Blick durch den Kanonenschneefall.
Das Nebelmeer brandet gegen den Nordschwarzwaldrand bei Lauf.