Seibelseckle & Unterstmatt Flutlicht 28. November 2025 / Vor dem Regen
Anfahrt: Ettlingen - A5 - AS Bühl - Bühlertal - Unterstmatt - Seibelseckle in 1:05 h dank Unfallstaus auf der Autobahn
Wetter: Nebel am Seibelseckle, bedeckt in Unterstmatt, +5°C, gegen 20 Uhr einsetzender Regen
Schnee: 20-30 cm feuchter Maschinenschnee, gut zu fahren, apere Stellen, Liftspur sehr dünne Schneedecke, teils mit Dreckversatz
Anlagen in Betrieb: SCHL Seibelseckle, SCHL Unterstmatt I
Wartezeit: Seibelseckle 3-6 min (Tendenz steigend), Unterstmatt keine
Gefallen: Präparation auf beiden Skihängen; kein Andrang in Unterstmatt
Nicht gefallen: Seibelseckle schon an Betriebstag 1 überlaufen, Baustelle und Absperrungen Seibelseckle, Wegfall Parkflächen durch Baustelle; teilweiser Flutlichtausfall in Unterstmatt
Bewertung: Seibelseckle 2 von 6, Unterstmatt 3 von 6 Mittelgebirgspunkten
Nach dem erfolgreichen Start in die Skisaison am 23. November lautete die Frage: Wo und wann Skifahren am Freitag 28. oder Samstag 29. November? (Sonntag 30. November ist verplant.) Im gesamten Schwarzwald war bereits am Freitagmorgen deutliches Tauwetter eingezogen, und in der Nacht von Freitag auf Samstag sollte es in den schönen Schnee ordentlich hineinregnen. Die Sonne würde sich über das Wochenende ohnehin kaum zeigen. Angesichts des zu erwartenden, nicht unerheblichen nächtlichen Regens erwartete ich für den Skisamstag das Szenario "Massen im Matsch". Dagegen konnte auch der recht gute Öffnungsstatus Südschwarzwälder Skilifte nicht überzeugen. Ich entschied mich stattdessen für einen Flutlichtabend an der Schwarzwaldhochstraße mit den beiden Hängen Seibelseckle und Unterstmatt, die ihren ersten Saisonbetriebstag begingen.
Während auf der Anfahrt der Mehliskopf mit seinem weißen Skihang aus dem Rheintal noch gut zu sehen war, zogen zwischen Unterstmatt und dem Seibelseckle Nebelschwaden über die Schwarzwaldhochstraße. Entsprechend fand ich auch das Seibelseckle leicht vernebelt vor. Am Seibelseckle baut die Waldgenossenschaft Seebach direkt am Lift ein neues Restaurantgebäude. Planungsseitig hat man sich entgegen der sonst wegweisenden Unternehmenskultur der Waldgenossenschaft Seebach offenbar verhauen - zum Winteranfang ist nur das Sockelgeschoss betoniert, und die Baustelle samt Kran muss nun über den kompletten Winter fünf Monate lang eingemottet werden. Nobody is perfect ... Entsprechend meinen Befürchtungen killt die Baustelle einen spürbaren Teil des Parkplatzes und steht nach meinem persönlichen Gusto viel zu nah am Hang, d.h. das künftige Gebäude wird ihn teilweise verdecken.
Bei meiner Ankunft am Seibelseckle war der Parkplatz baustellenbedingt unerwartet deutlich belegt. Es ist nicht nur die Baustelle samt Kran eingezäunt, sondern auch das gesamte untere Hangende mit einem orangefarbenen Plastikzaun abgesperrt. Das sieht aus wie in Italien und nervt. Bis zum Zaun stapfte ich durch 20 cm Schneematsch. Wer zur Liftkasse will, läuft besser über den asphaltierten Parkplatz nach vorn, nicht links an der Baustelle vorbei.
Die Piste am Seibelseckle fand ich für die Tauwetterverhältnisse akzeptabel präpariert vor, mehr aber auch nicht. Die Maschinenschneehaufen sind zu sanften Wellen zusammengeschoben, aber nicht vollständig verteilt worden, damit sie die Tauwetterwoche überstehen. Es gab apere Stellen, und die Liftspur hatte geschätzt 5 cm Schnee. Ob sie den nächtlichen Regen überleben wird, bleibt offen. Meine erste halbe Skistunde am Seibelseckle machte bei Liftwartezeiten von 2-3 Minuten noch Spaß. Dann kamen die Massen, und die Wartezeit für den kurzen Hang stieg auf 6-7 Minuten. Es waren ungewöhnlich viel Snowboarder da, die den Schlepplift fast alle einzeln fuhren und teilweise aus dem Lift fielen, was erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Nach einer Stunde hatte ich auf den überlaufenen Skilift keine Lust mehr und wechselte nach Unterstmatt.
Auch in Unterstmatt war der Liftparkplatz diesseits der Schwarzwaldhochstraße unerwartet voll. Doch bei den Autofahrern handelte es sich vermutlich um Teilnehmer an Weihnachtsessen in der Hochkopfstub oder der "Großen Tanne": Der Lift war nämlich leer - so hatte ich es erhofft. Die Impression des Unterstmatter Hotelhangs war ungewohnt. Hier hatte die im Vergleich zum Seibelseckle weniger schlagkräftige Beschneiung ebenfalls erstaunliche Maschinenschneehaufen auf den Hang gezaubert, die nicht vollständig verteilt wurden. Sie wurden für die Präparation aber nur seitlich angefräst, d.h. die Unterstmatter Hotelhangpiste war bei meinem Besuch ungewöhnlich kupiert.

Die Boarder wussten die Haufen zu schätzen ... Auch hier machte das Skifahren trotz ein paar aperer Stellen und schneearmer Liftspur für die erste halbe Stunde Spaß. Dann fiel am Hotelhang die halbe Flutlichtanlage aus ... (vorher nicht lange genug getestet ??!!) Gottseidank konnte man mit den verbleibenden Flutlichtstrahlern noch genug sehen, und der Betrieb lief weiter. Gegen 20 Uhr fing es an der Schwarzwaldhochstraße an zu regnen. Damit beendete ich meinen Flutlichtskiabend.
Fazit: Wahrscheinlich war es richtig, im Schwarzwald an diesem Wochenende noch vor dem Regen Skifahren zu gehen. Wer es am Samstag oder Sonntag versuchen will, dem drücke ich - genau wie den Liftbetreibern - die Daumen. Am Seibelseckle werde ich künftig wohl nur noch Punktekarten kaufen. An dem üblicherweise überlaufenen Hang werden Zeitkarten für mich zum Verlustgeschäft. In den letzten Jahren habe ich keine bis zum Ende genutzt.
Jeweils 10 Flutlichtfotos vom Seibelseckle und aus Unterstmatt ohne weitere Kommentierung:
Seibelseckle:
Unterstmatt: