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www.orf.atIOC-Report: Kritik an Salzburg
m Montag ist der Bericht der Evaluierungkommission des Internationalen Olympischen Comités über die Bewerber für die Winterspiele 2014 erschienen. Salzburg muss dabei deutlich mehr Kritik einstecken als Pyeongchang und Sotschi.
Einige Punkte aufgezeigt
Salzburgs Konzept habe im Detail einige Mängel. Gelobt wurde in Salzburg das Konzept der kurzen Wege, bei dem die Mehrheit der Athleten in nur 15 Minuten vom Quartier am Wettkampfort wäre.
Außerdem müssten in Salzburg nur vier von elf Austragungsstätten neu gebaut werden, während in Sotschi in Pyeongchang nur jeweils vier existieren.
Gästebetten auf viele Betriebe aufgeteilt
Leichte Kritik ist aber bei der Unterbringung der Olympia-Gäste zu hören: Die sichergestellten Betten seien auf 1.400 Betriebe aufgeteilt - hier sei laut IOC "umsichtige Planung" notwendig, um die Unterbringung erfolgreich abzuwickeln.
Auch das Verkehrskonzept könne bei "umsichtigem Management" voll funktionieren - allerdings rät das IOC zu weniger Besuchern bei den Schneebewerben. Die Kosten für den Transport seien aber eher niedrig angesetzt.
Budget für Spiele "relativ niedrig"
Auch das von Salzburg in Treffen geführte Olympia-Budget von 965 Millionen Dollar ist für das IOC "relativ niedrig" im Vergleich zu früheren Winterspielen. Pyeongchang und Sotschi haben hier mit 1.257 Millionen Dollar bzw. 1.517 Millionen Dollar kalkuliert.
Gerade die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen dürfte Salzburg "unterschätzt haben", urteilt die Kommission in dem 85-Seiten-Report. Außerdem müssten einige temporäre und dauerende Bauten für die Winterspiele errichtet werden.
Medienzentrum erfüllt Anforderungen nicht
Die Pläne für das Medienzentrum im Salzburger Messezentrum kommen auch nicht ohne Kritik davon: Dieses sei für andere Zwecke errichtet worden und entspreche daher nicht ganz den Anforderungen des IOC, temporäre Strukturen müssten errichtet werden.
Für Olympia-Werber lebt Chance noch
Für Gernot Leitner, Direktor der Salzburger Olympiabewerbung, lebt die Chance auf einen Zuschlag beim IOC-Kongress am 4. Mai in Guatemala City aber noch. In einer ersten Reaktion sagt er: "Salzburg kann das Ding noch gewinnen."
Quelle: ORFOlympische Spiele 2014: Dachstein-Tauern-Region hofft auf Salzburg
Am Donnerstag wird entschieden, ob Salzburg die Olympischen Winterspiele 2014 austrägt. In der Dachstein-Tauern-Region wird die Entscheidung mit großem Interesse verfolgt: Durch die räumliche Nähe hofft man auf einen Imagegewinn und wirtschaftlichen Aufschwung.
Positive Auswirkungen erwartet
Ein Wahl-Steirer, der gebürtige Salzburger Doppelolympiasieger Felix Gottwald, macht in Guatemala City Stimmung für die Salzburger Bewerbung. Nach der erfolglosen Bewerbung für 2010 hofft man nun, den Zuschlag für diese Großveranstaltung zu bekommen. In Gottwalds zweiter Heimat, der Dachstein-Tauern-Region, erwartet man sich positive Auswirkungen von einem Erfolg Salzburgs.
Hoffen auf Buchungen
Einer der geplanten Austragungsorte der Olympischen Spiele, die Salzburger Sportwelt mit Flachau Altenmarkt und Zauchensee, ist nur zehn bis 15 Minuten mit dem Auto entfernt, sagt Hermann Gruber, der Tourismus-Chef der Dachstein-Tauernregion:
"Es ist sicher so, dass wenn die Olympischen Spiele kommen sollten, unsere Betriebe auch miteingebucht werden für die Teilnehmer der Spiele. Von konkreten Zahlen zu sprechen ist aber noch zu früh. Ich glaube eher an die Imagewirkung für unsere Region, wo wir doch Teil von Skiamade sind."
Investitionen in Infrastruktur
Aber nicht nur das Image würde profitieren - in der Wirtschaftskammer erhofft man sich einen wirtschaftlichen Aufschwung. So wären notwendige Investitionen in die Infrastruktur leichter durchzusetzen, sagt der Regionalstellenleiter für das Ennstal und das Salzkammergut, Helmut Blaser. "Wir denken da primär an eine leistungsfähige Straße durch das Ennstal, um die Erreichbarkeit zu erhöhen und den Durchgang nach Salzburg zu verbessern, genauso wie diverse Investitionen, die in der Planung bereits fertig sind, wahrscheinlich schneller zur Umsetzung kommen werden", so Blaser.
Hoffen auf Schladming
Konkret meint Blaser damit einige Hotelprojekte in Schladming und in Ramsau. Er räumt aber auch ein, dass man sich mehr von einer erfolgreichen Bewerbung Schladmings um die WM erhofft als von Olympia in Salzburg.
Quelle: ORFGUATEMALA CITY: Nervenprobe in den letzten Stunden
In Guatemala City fällt in der kommenden Nacht die Entscheidung über die Winterspiele 2014. Ab 16.45 Uhr (MEZ) laufen die Abschluss-Präsentationen von Sotchi, Salzburg und Pyeongchang. Und die Spannung steigt gewaltig.
Ab 18.45 Uhr (MEZ) ist Salzburg dran
Es ist es letzten Mal die Gelegenheit, die Konzepte den IOC-Mitgliedern näher zu bringen. Sotchi macht den Auftakt und hat noch ein Mal eine Stunde Zeit, um alles zu mobilisieren. Bis zuletzt hielten sich Gerüchte, dass auch Ex-Präsident Michail Gorbatschow nach Guatemala City kommen werde.
Um 10.45 Uhr, das ist in Salzburg 18.45 Uhr, folgt dann der große Auftritt der Salzburger Delegation. Jugend und Sport statt Geld und Macht, das ist eine der Botschaften - die das Salzburger Team mit Gernot Leitner an der Spitze - anbringen möchte:
"Im Vergleich zu früheren Präsentationen legen wir mehr Gewicht in die Schlusspräsentation und die Schluss-Message. Es ist ein offenes Rennen, und es kann in Wahrheit alles passieren. Jeder kann in der ersten Runde ausscheiden. Es können 30 Stimmen zu wenig sein, um die zweite Runde zu erreichen. Umgekehrt können Dynamiken entstehen, dass vielleicht sogar jemand in der ersten Runde gewinnt. Wir werden sehen."
"Vielleicht größter Wettkampf"
Neben Gernot Leitner werden auch Athleten-Sprecherin Manuela Riegler, ÖOC-Präsident Leo Wallner, Bürgermeister und Bewerbungschef Heinz Schaden oder auch Walter Pfaller ihre Inhalte präsentieren, der für die Paralympics zuständige Experte:
"Das ist für mich ein großer Wettkampf hier; vielleicht der größte in meinem Leben. Dadurch sind die Nerven sicher angespannt, weil ohne einer gewissen Nervosität kann man nicht erfolgreich sein."
Abgekartetes Spiel oder offenes Rennen?
Wie viel die Präsentationen letztlich wirklich ausmachen, darüber gibt es verschiedene Meinungen von Experten. Die einen glauben an ein abgekartetes Spiel mit Afrikas Stimmen für Sotchi und Lateinamerikas Unterstützung für die Südkoreaner.
Andere wollen davon nichts wissen und sehen in der Präsentation einen wichtigen Impuls zum Schluss. Die Stunden bis zur Abstimmung sind aber für alle eine Nervenprobe; für die Goliaths Sotchi und Pyeongchang wie für den Außenseiter Salzburg.
Stefan schrieb:das wird eh den koreanern hinten reingeschoben. hyundai, samsung etc. werden wohl ähnliches ...öh... "glück" haben wie atlanta 1996, wo ein nicht näher bezeichneter zucker"wasser"hersteller seinen sitz hat.
zu sotschi: die russische regierung hat kleinere investitionen angekündigt:
* ein 327,2 milliarden rubel (kling viel, sind aber "nur" 9,7 mrd. euro) schweres programm für die region und
* 11,7 mrd. dollar für den ausbau des flughafens von sotschi.
http://www.sochi2014.com
http://www.pyeongchang2014.org
Mein Tipp:
Im ersten Wahlgang fliegt Sotschi hochkant raus, im Finale setzt sich Pyeongchang gegen Salzburg mit etwa 12 Stimmen Differenz durch.
IOC-ENTSCHEIDUNG
Putin holt Olympia 2014 nach Russland
Die russische Stadt Sotschi wird die olympischen Winterspiele 2014 austragen. Diese Entscheidung fällte das Internationale Olympische Komitee in der Nacht. Salzburg und Pyeongchang unterlagen - jetzt will sich München um die Spiele 2018 bewerben.
Guatemala-Stadt - IOC-Präsident Jacques Rogge gab die mit Spannung erwarete Entscheidung um kurz vor halb zwei Uhr in der Nacht bekannt. Sotschi, die 400.000-Einwohner-Stadt am Schwarzen Meer, setzte sich bei dem Treffen in Guatemala mit 51 zu 47 Stimmen im zweiten Wahlgang gegen das südkoreanische Pyeongchang durch. Salzburg war schon im ersten Wahlgang ausgeschieden. Die Olympischen Winterspiele finden damit zum ersten Mal in Russland statt.
Sotschis Sieg ist ein persönlicher Triumph des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hatte das Werben für die Stadt zur Chefsache erklärt - ähnlich wie der britische Ex-Premier Tony Blair Londons erfolgreiche Bewerbung für die Sommerspiele 2012.
Vor einem Jahr hatte die russische Stadt am Schwarzen Meer die Vorauswahl unter sieben Bewerbern nur mit Mühe überstanden. Dort und im Kaukasus, der nur 40 Kilometer entfernt liegt, soll ein neues Wintersport-Paradies entstehen. Sämtliche Wettkampfstätten existieren bisher nicht.
Russlands Vizepräsident Alexander Zhukow hatte bei der Bewerbung von einem "hervorragenden Vermächtnis für Sport und Tourismus" gesprochen. Es ist darüber hinaus ein teures Unterfangen: Für den Bau der elf Wettkampfstätten will die russische Regierung 8,8 Milliarden Dollar ausgeben, zudem sieht das Budget weitere 1,5 Milliarden Dollar für die Ausrichtung vor.
Die Evaluierungskommission des IOC hatte das Konzept als "sehr gut" bezeichnet. Die Sportler wohnen in zwei Athletendörfern, die rund 50 Kilometer voneinander entfernt liegen. Mit Ausnahme des Eissports finden die Außenwettbewerbe in der Bergregion statt, die von den Athleten in einer guten Viertelstunde erreicht werden kann.
"Das IOC hat sich für einen neuen Weg entschieden. Das ist vielleicht der Beginn einer neuen Epoche", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in einer ersten Reaktion. Bach, der auch Leiter des Deutschen Olympischen Sportbundes ist, sagte: "Man muß abwarten, inwieweit das in Guatemala eine Richtungsentscheidung war." Vor dem Beschluss hatte es Debatten gegeben, ob das Olympische Komitee die Spiele zu sehr zu einer Show-Veranstaltung machen will und den Sport vernachlässigt. Außerdem gab es Diskussionen über die Frage, ob wichtige Wintersport-Regionen wie die USA und Europa durch eine Entscheidung für Sotschi oder Pyeongchang von dem Ereignis abgekoppelt werden.
"Zwischen zwei Großmächten zerquetscht"
Salzburg, der dritte Bewerber um die Austragung der 22. Olympischen Winterspiele, war im ersten Wahlgang ausgeschieden. Österreich hat sich damit zum vierten Mal hintereinander erfolglos um die Gastgeberrolle beim bedeutendsten Wintersportfest bemüht. In Salzburgs Konzept war der Eiskanal am bayerischen Königssee für die Wettkämpfe in Bob, Rodeln und Skeleton vorgesehen.
Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) hatte heute mit großem Einsatz bei der IOC-Versammlung für Salzburg geworben - vergebens. "Es war eine strategische Entscheidung. Im Unterschied zu Olympischen Spielen, bei denen es Gold, Silber und Bronze gibt, gibt es hier nur Gold", sagte Gusenbauer nach der Niederlage. "Wir haben uns gut präsentiert und sind in Schönheit gestorben. Wenn das eine Grundsatzentscheidung ist, wäre das eine falsche Entscheidung und schlecht für die Olympische Idee."
Nach dem Nein zu Salzburg sieht sich München in seinen Chancen bestärkt, die Winterspiele 2018 zugesprochen zu bekommen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bekräftigte noch am Abend den Wunsch, die Spiele dann in die bayerische Landeshauptstadt zu holen. "Wir sind bestens aufgestellt in München", sagte er. Er werde beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für eine deutsche Kampagne werben. Mit dem Ausscheiden Salzburgs seien "Deutschlands Chancen gestiegen". Auch für IOC-Vizechef Bach steht durch die Entscheidung für Sotschi "die Tür für Spiele in den Alpen ein Stück weiter offen". München war schon einmal Olympiastadt: 1972 wurden dort die Sommerspiele ausgetragen.
Die Olympia-Botschafter für Salzburg und Tegernsee, Georg Hackl und Felix Gottwald, zeigten sich enttäuscht. "Es war ein Tag der Weichenstellung. Da blutet mir als Athlet das Herz", sagte der dreimalige Rodel-Olympiameister Hackl. "Eine Riesen-Enttäuschung. Salzburg hatte ein Kartenhaus mit Werten aufgebaut, die zählen sollten. Das ist in einer Sekunde zusammengefallen", sagte Gottwald, Olympiasieger in der Nordischen Kombination. "Spiele wie Lillehammer 1994 sind nun in weite Ferne gerückt. Wir werden uns künftig nun wohl Retortenspielen hingeben müssen."
"Man kann es nur nüchtern sehen", sagte Gernot Leitner, Geschäftsführer der Salzburger Bewerbung. "Wir wussten, dass es eine Entscheidung wird zwischen olympischen Werten sowie der Atmosphäre und den großen Entwicklungs-Märkten. Wir sind zwischen zwei Großmächten zerquetscht worden." Stefan Kurz, der Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, kritisierte das IOC. "Es gibt das Sprichwort: Geld regiert die Welt. Anscheinend hat es bei der Wahl zugetroffen."
reh/dpa/sid
Investitionen in Infrastruktur
Aber nicht nur das Image würde profitieren - in der Wirtschaftskammer erhofft man sich einen wirtschaftlichen Aufschwung. So wären notwendige Investitionen in die Infrastruktur leichter durchzusetzen, sagt der Regionalstellenleiter für das Ennstal und das Salzkammergut, Helmut Blaser. "Wir denken da primär an eine leistungsfähige Straße durch das Ennstal, um die Erreichbarkeit zu erhöhen und den Durchgang nach Salzburg zu verbessern, genauso wie diverse Investitionen, die in der Planung bereits fertig sind, wahrscheinlich schneller zur Umsetzung kommen werden", so Blaser.
Hoffen auf Schladming
Konkret meint Blaser damit einige Hotelprojekte in Schladming und in Ramsau. Er räumt aber auch ein, dass man sich mehr von einer erfolgreichen Bewerbung Schladmings um die WM erhofft als von Olympia in Salzburg.
Porträt: Eine Baustelle namens Sotschi
Wladimir Putin will mit den Spielen in die Geschichte seines Landes eingehen. Die Nachhaltigkeit der Investitionen ist umstritten. Auch der Eingriff in die Unberührtheit des Nationalparks.
Vorsichtig schraubt sich die Boeing durch die dichte Nebeldecke. Wenige Meter über dem Schwarzen Meer zollt die Technik der Natur gesteigerten Respekt. Über dem Wasser bilden sich die Wolken genauso schnell, wie sie wieder verschwinden. Und weil die Natur bei der Ausgestaltung des Landzipfels nicht gegeizt hat, sind die Piloten gefordert. Wenige hundert Meter hinter dem Strand nämlich beginnt die Ebene anzusteigen, um schließlich in die Dreitausender des Kaukasus überzugehen. Sommer und Winter sind hier einen Katzensprung voneinander entfernt. Und die Landebahn ist noch nicht den internationalen Längenstandards angepasst.
Bis zum nächsten Jahr schon soll sich das ändern. "Sotschi ist zum Erfolg prädestiniert", meint Wladimir Schejanow. Der 53-Jährige war früher Vizebürgermeister, seit Kurzem managt er für den russischen Oligarchen Oleg Deripaska den Bau des Olympischen Parks. "Der Masterplan steht, die Investitionen betragen bis zwei Milliarden Dollar", erklärt Schejanow.
Die Oligarchen
Deripaska, in dessen Schlepptau der österreichischen Strabag Milliardenaufträge winken, ist einer der Oligarchen, die Moskau für das olympische Großprojekt gewonnen hat. "Gezwungen", sagt man hinter vorgehaltener Hand. Nicht alle Projekte nämlich sind nachhaltig. "Die Bewerbung ist eine Kopfgeburt der Beamten", wirft ein örtlicher Großunternehmer, der anonym bleiben möchte, ein. Es würden ein Entwicklungskonzept für die Region und die Erfahrungen mit Großveranstaltungen fehlen, "vor allem aber die Infrastruktur".
Von Wahnsinn sprechen Umweltschützer. Ihr Hauptvorwurf richtet sich dagegen, dass Olympiaanlagen im Nationalpark errichtet und eine zweite Straße sowie eine Bahn von der Küste zum 40 km entfernten Skizentrum Krasnaja Poljana gebaut werden. Manche Projekte wie die Bobbahn und eine Liftanlage auf dem Gletscher werden empfindlich nah an das kaukasische Biosphärenreservat heran- oder sogar hineinreichen. "Auerochsen, Steinböcke, Wisent oder Braunbären werden darin geschützt", sagt Dmitri Kapzow von der Nordkaukasischen Ökologiewache. "Hier werden Gesetze gebrochen."
Dass man zuerst Fakten schafft und die Genehmigungen danach einholt, hat der russische Gasmonopolist Gazprom demonstriert. 2002 hatte man hinter Krasnaja Poljana mit dem Bau der Liftanlage für Nobelgäste begonnen. Das Plazet der Behörden kam 2005. Von der Talstation auf 500 Meter Seehöhe geht es mit den Gondeln österreichischer Doppelmayr-Produktion hoch. Dort, wo der Blick auf den Gletscher fällt, sollen 2014 die nordischen Disziplinen stattfinden. Bislang stehen sechs Lifte mit 16 Skitrassen. "Als staatliche Firma hat man auch soziale Verantwortung", sagt Wladimir Makarenko, Vizegeneraldirektor der Gazprominvestarena. Ob er damit meine, dass sich das Projekt nicht rechnet? Der ehemalige Atomphysiker lässt die Frage ins Leere laufen und erzählt von der Zukunft. Neben der Talstation entstehen Dutzende Appartements. Auf dem Hang dahinter hat man "das größte Holzhaus der Welt" mit Swimmingpool und allem erdenklichen Schnickschnack errichtet. Putin selbst sollte hier wohnen, die Präsidialwache habe jedoch die Lage als zu unsicher befunden.
Auf dem gegenüberliegenden Hang errichtet Top-Oligarch Wladimir Potanin soeben die Trassen, auf denen die alpinen Bewerbe ausgetragen werden sollen. "Einen solchen Platz finden Sie in ganz Russland nicht", meint Projektleiter Alexandr Belokobylski stolz. 300 Millionen Dollar investiert sein Chef. Noch ist bis auf die eben angelieferten Doppelmayr-Gondeln wenig zu sehen. Fortan wird es schnell gehen, weiß Belokobylski und erinnert an die Immobilienpreise. "Bis zu 500 Dollar kostet der Quadratmeter bereits. Der Preis ändert sich täglich."
Vor allem die Moskauer Elite kauft sich in Krasnaja Poljana ein. "Früher hat man dich für Spekulationen eingelocht", kommentiert Pensionist Sascha. Nahezu täglich wollen Makler sein Häuschen. Sascha lehnt ab: "Wir brauchen die Spiele nicht. Offiziell soll die Mehrheit der Bevölkerung dafür sein. Aber uns hat niemand gefragt." (Eduard Steiner aus Sotschi, DER STANDARD Printausgabe 3. Juli 2007)
Dresdner
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