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Overtourism in den Dolomiten

Also da muss man schon vorsichtig sein. Das Video zeigt eine 64er PB mit nur 800 Pph. bei solchen Bahnen gibt und gab es in Deutschland auch ähnliche Situationen. Am Nebelhorn gab's früher auch lange Schlangen und an der Zugspitze erstrecht.
In Tirol stand man früher ewig bei der Talfahrt vom Glungzer runter, aber das war halt auch ein 1er Sessel.

Wenn man solch Schlangen im Sommer mal an EUB mit 2000+ Pph hat, dann kann man von Problemen wie in Venedig reden.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Also da muss man schon vorsichtig sein. Das Video zeigt eine 64er PB mit nur 800 Pph. bei solchen Bahnen gibt und gab es in Deutschland auch ähnliche Situationen. Am Nebelhorn gab's früher auch lange Schlangen und an der Zugspitze erstrecht.
In Tirol stand man früher ewig bei der Talfahrt vom Glungzer runter, aber das war halt auch ein 1er Sessel.

Wenn man solch Schlangen im Sommer mal an EUB mit 2000+ Pph hat, dann kann man von Problemen wie in Venedig reden.
Ja hast schon recht, Venedig ist etwas übertrieben. Aber was nicht ist kann noch werden, und wenn die heimischen Medien schon von Overtourism schreiben, ist halt was dran. Die Wartezeiten von früher kenne ich auch, am Schilthorn waren es mal 4 Stunden für die Auffahrt, Felskinn Saas-Fee 3 Std. usw. Aber für den Sommer finde ich den Andrang schon heftig, das Drehkreuz ist ja imho keine Idee eines bösartigen Exzentrikers.
 
Da steht noch mehr dazu:
https://www.merkur.de/welt/suedtirol-urlauber-exodus-in-italien-alpen-muessen-den-zugang-beschraenken-zr-93851967.html

„Als ich diese Bilder sah, dachte ich, sie seien gefälscht: So etwas hatte es noch nie gegeben“, mein Armin Lardschneider, Tourismusrat der Gemeinde St. Ulrich gegenüber dem Corriere Dell‘Alto Adige.
Und, evtl. des Rätsels Lösung:
Doch warum kommen plötzlich so viele Menschen in die Seceda? Laut Tourismuskonsortium Dolomites Val Gardena habe dies nichts mit eigenen Marketingkampagnen zu tun. Allerdings habe Apple zuletzt in zwei Präsentationen (ein iPhone und ein Tablet) Bilder der Geislergruppe als Hintergrund verwendet. Ein Instagram-Hype entstand. Viele Urlauber wollten genau dieses Bild selbst schießen, erklärt Christina Demetz, Leiterin für Marketing bei der Gruppe dem Corriere
 
Also wenn es wirklich das ist, ist das eine Strohfeuer und kein nachhaltiges Problem. Andere Gegenden, mit leistungsfähigeren Bahnen, haben da wesentlich mehr Touristen. Und im Winter kommt eh ein Vielfaches, da laufen ja wesentlich mehr Bahnen.

Problematischer finde ich da den Straßenverkehr (und ja, ich hab dazu auch schon mehrfach beigetragen). Das ist nämlich was, das es auch im Winter nicht so gibt. Da fahren zwar auch viel zu viele mit dem Auto in die Dolomiten, aber es gibt eben nicht diese Dolomitenrundfahrten. Aber eigentlich wären sie da ja in einer super Position das Thema mal anzugehen, es gibt ja jede Menge Seilbahnen die man in den Sommerbetrieb nehmen könnte als Alternative zu den Straßen. Wenn man das noch mit sinnvollen Buslinien kombiniert, kann man die Berge schon sehr entlasten.
 
Wie viele Bahnen mehr willst du denn noch im Sommer öffnen? In Gröden laufen im Sommer in der Hochsaison 19 Anlagen + 7 auf der Seiser Alm. Grödner Joch, Sellajoch etc. werden beidseitig von Bahnen erschlossen...
Das Problem ist eher, dass trotzdem viele täglich mit dem Auto rumfahren.
Im Winter wundere ich mich im Val di Fassa auch immer über die morgendlichen Autokolonnen, wo doch ca. alle 10 min ein Skibus fährt.
 
In Gröden - wie in ganz Südtirol - gibt es sehr guten Nahverkehr, der zumeist für Gäste kostenlos ist.

Vielleicht sollte man die Grödener Bahn wieder aufbauen, um die Straßen weiter zu entlassen.
 
Strohfeuer ist das mit Sicherheit keines. Die Tourismuszahlen in Südtirol sind vollkommen explodiert im Sommer in den letzten Jahren, insbesondere natürlich an den bekannten Instagram Plätzen.
Wenn man vor 15 Jahren in der letzten Juni Woche vor der Maratona nach Corvara gekommen ist, glich Corvara einer Geisterstadt. Es gab eine einzige Pizzeria die geöffnet hatte.
Wenn man jetzt in dieser Woche kommt ist alles ausgebucht.

 
Wer die Bergeinsamkeit in den Dolomiten sucht, muß heutzutage wohl in die unerschlossenen Regionen von Venetien gehen.
 
Ich verstehe die grundsätzliche Problematik und den Frust der Anwohner.

Aber Tourismusregionen müssen sich zuvorderst entscheiden, ob sie Tourismusregion sein wollen oder nicht. Und der grundsätzliche Andrang entsteht zunächst mal über die Bettenzahl. Natürlich trägt dann auch noch der Bus-Tagestourismus und ein instagram-hype seines dazu bei.

Es kann sich jeder Betroffene aber auch selber mal die Frage stellen, wie er selber Urlaub macht, ob er auch schon mal in einem Touri-Bus gehockt ist und dann auf dem Weg zu irgendeinem Tempel durch irgendein Dorf gelatscht ist und vielleicht dabei auch nicht nur Fotos des Tempels gemacht hat. Gruppenreisen sind nicht nur unter Asiaten beim Europatrip beliebt....
 
Ich finde diese ganzen Beschwerden albern, wenn sie weniger Gäste wollen, könnten die Betreiber doch einfach beschließen, dass sie im Sommer die Zahl der belegbaren Hotelbetten und Restaurantplätze um 30% reduzieren.
 
j-d-s schrieb:
Ich finde diese ganzen Beschwerden albern, wenn sie weniger Gäste wollen, könnten die Betreiber doch einfach beschließen, dass sie im Sommer die Zahl der belegbaren Hotelbetten und Restaurantplätze um 30% reduzieren.

Schlauer wäre es aus Sicht der Hotelbesitzer, die Nachfrage über höhere Preise zu reduzieren. Dann haben sie immer noch die gleichen Einnahmen bei weniger Gäste.
 
Downhill schrieb:
Wie viele Bahnen mehr willst du denn noch im Sommer öffnen? In Gröden laufen im Sommer in der Hochsaison 19 Anlagen + 7 auf der Seiser Alm. Grödner Joch, Sellajoch etc. werden beidseitig von Bahnen erschlossen...
Das Problem ist eher, dass trotzdem viele täglich mit dem Auto rumfahren.
Im Winter wundere ich mich im Val di Fassa auch immer über die morgendlichen Autokolonnen, wo doch ca. alle 10 min ein Skibus fährt.

Stimmt, dann ist der nächste Schritt eben der Zwang, also die Sperrung der Passstraßen. Aber das wird ja auch bereits diskutiert und ich glaube das dauert nicht mehr lange bis das wirklich kommt.

Auch im Winter zeigt sich, wie du es beschreibst, dass man mit nur Angebot attraktiver machen irgendwann nicht mehr weiterkommt. Da muss man dann Parkplätze reduzieren und Zufahrten sperren. Auch das wird sicher in nicht allzu ferner Zukunft mal passieren. Teilweise gibt's ja schon Beschränkungen, z.B. Einfahrtsverbote für Touristenbusse.
 
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