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Overtourism in den Dolomiten

Arlbergfan schrieb:
Ich frag mich, ob das einfach so ein Medienboom unserer Zeit ist und es das Problem an manchen Orten schon immer gab

Ja klar gab es das immer schon, aber je mehr Menschen Willens sind und es sich auch leisten können.

In der aktuellen Zeit gibt es einen mehrseitigen Artikel über den Massentourismus auf der Zugspitze. Da geht es vor allem um ein Stimmungsbild, aber es kamen auch Anrainer zur Sprache und die haben mit diesem ganzen Spektakel keine Probleme oder besser gesagt, haben die sich mit der Realität abgefunden.

Diese Art von Touristen wird man kaum ändern können. Aber man hat durchaus Werkzeuge an der Hand, um diese Massen managen zu können.
 
Arlbergfan schrieb:
Ich frag mich, ob das einfach so ein Medienboom unserer Zeit ist und es das Problem an manchen Orten schon immer gab oder ob es wirklich so massiv zugenommen hat?
Es gibt einfach ein extremes Ungleichgewicht zu Orten, die überlaufen sind und Orte, die im Sommer ohne Probleme gut 100.000 Nächtigungen mehr vertragen würden...

Ich war am Wochenede im Sellagebiet und auch wenn manche Wege wirklich voll waren, die Hütten hatten alle genügend freie Tische...

Genau das ist es.
Versuche mal im Sommer am Gardasee von Torbole bis Limone zu fahren. Da brauchts für die paar Kilometer eine Stunde. Kompletter Verkehrskollaps.
Stört nur niemanden, weil es schon immer so war.
Oder Im Freizeitpark. Da stehen die Leute über 2 Stunden für eine 1-minütige Fahrt auf der Achterbahn. Kein Mensch redet darüber.

Viel wird durch die öffentlichen Medien nun eben greifbarer. Oder (wie am Wildsee oder der Seceda) erst erzeugt.

In keinem Fall sprechen diese Hotspots für die ganze Urlaubsregion. Egal ob Dolomiten oder Garmisch.
 
Eben - mir kommt das schon so vor, als ob wir von Social Media mit solchen Hype-Nachrichten überschwemmt werden und plötzlich diskutierst du mit Oma Trude von Helgoland über den Massentourismus in den Dolomiten... :rolleyes:

Am Gardasee war es während Ferragosta übrigens erstaunlich ruhig. Im Gardaland waren maximal 20 Minuten Wartezeit... :wink:
 
Ich bin im Lauterbrunnental aufgewachsen und wohne jetzt seit mehreren Jahren in Zermatt. Beide Orte stehen immer wieder im Rampenlicht der Zeitungen, wenn es um Tourismus geht.

In Zermatt gab es schon immer viele Touristen (nur hat es früher niemanden interessiert). Im Lauterbrunnental hingegen ist der Massentourismus erst durch Social Media entstanden (das Jungfraujoch klammere ich hier einmal aus). Der grosse Teil der Bevölkerung in Lauterbrunnen freut sich über den Aufschwung. Im Dorf entstanden überall neue Cafés, Shops etc. Klar, der Verkehr durch die enge Dorfstrasse wird zu einem Problem, aber Probleme sind da, um gelöst zu werden. Nur ein kleiner Teil nervt sich über die vielen Touristen, und genau dieser kleine Teil landet dann gerne in den Medien, weil es dort möglichst dramatisch dargestellt werden kann.

In Zermatt hingegen wird weniger über Overtourism diskutiert, weil es eben schon immer ein touristischer Ort war und seit den 60er/80er-Jahren von vielen Gästen besucht wird. Die Zeitungen berichten hier lieber über «Geldgier». Doch im Prinzip ist es gleich wie in Lauterbrunnen: Die meisten freuen sich über die Gäste, weil dann auch etwas läuft und die meisten ja davon leben. Nur ein kleiner Teil regt sich darüber auf, dass es «zu viel» wird.
 
Stimmt. Es sind zumeist die Berufs-Empörten, bei denen das Glas immer halb leer ist und die gut auf Kosten anderer leben und diese als Dank dafür dann noch massiv angreifen.
 
?
Seit wann sollte Zermatt irgendetwas mit Massentourismus zu tun haben?
Die Anreise, Lage und Preise sind ja schon ein Slot-System zur Beschränkung und im Vergleich hat nur das Grödnertal alleine schon mehr Nächtigungen.

Die Relation der "Berufs-Empörten" zur Fraktion "alles ok" bei dem was sich hier im Pinzgau wieder abgespielt hat in den letzten 2 Monaten würde ich ca 98:2 einschätzen.
Die 2 % sind die Chefs vom Tourismusverband und die der größten Hotels. Diese beruflichen Positionen korrelieren flächenübergreifend meist sehr positiv.
 
Allegra schrieb:
Stimmt. Es sind zumeist die Berufs-Empörten, bei denen das Glas immer halb leer ist und die gut auf Kosten anderer leben und diese als Dank dafür dann noch massiv angreifen.

Grotesker Unsinn. Kannst du diesen Quatsch belegen oder ist das "Bauchgefühl"?

K.
 
Anwesende sind natürlich wie immer ausgenommen...

Im übrigen heißt zumeist ja nicht generell.
 
Werna76 schrieb:
?
Seit wann sollte Zermatt irgendetwas mit Massentourismus zu tun haben?
Die Anreise, Lage und Preise sind ja schon ein Slot-System zur Beschränkung und im Vergleich hat nur das Grödnertal alleine schon mehr Nächtigungen.

stimmt, es ist hier ganz leer, voll vergessen 🤦🏻‍♂️
 
Man sollte zuerst mal zwischen einem Overtourism und dem Verhalten der Gäste unterscheiden, bevor man sich in den Medien präsentiert.
Ich habe mir jetzt etliche Tage und Uhrzeiten die Seceda Webcam angeschaut und von zu viel Leuten kann ich da weit und breit nichts erkennen.
Wenn ich lese, dass man im Villnösstal teilweise über eine Stunde an der Bushaltestelle warten muss , dann wird es so sein, aber in Goppenstein und auf der Fafleralp fahren etliche Kurse 3fach und im Frühjahr fragen sie bei den Jungfraubahnen über die Anzahl transportierter Tourengeher nach um die Kurse je nach Bedarf doppelt planen zu können.
 
Cervin schrieb:
stimmt, es ist hier ganz leer, voll vergessen 🤦🏻‍♂️
Den Sarkasmus kannst dir sparen Kollege, im Vergleich zu den Dolomiten ist Zermatt ein ruhiges Örtchen.
Wenn die Straße nach Zermatt ausgebaut und kostenlos für den öffentlichen Verkehr freigegeben wird, mit allem was dann baulich in Zermatt notwendig wäre um den Verkehr zu bändigen... dann kannst mit mir über Massentourismus in Zermatt diskutieren.
Was kommt als nächstes, vergleichen wir die Pitcairn Inseln mit Mallorca?

So, genug Offtopic.
 
Ich habe in meinem Posting ganz klar auf das aufputschen der Medien angesprochen. Nie habe ich etwas behauptet von wo das es mehr Leute hat.
 
Also ich finde auch, dass die neue Welt Zermatt verändert hat. Und ja - Zermatt hat wirklich genug Tourismus. Da wollen wir in Österreich nicht hin.
Zermatt ist auch gut erschlossen und sie arbeiten ja daran, immer besser erschlossen zu sein. Finde den Ort durchaus diskussionswürdig in dieser Thematik!
 
Dafür musst du die Gesamtstrategie von Zermatt anschauen. Sie möchten die internationalen Besucherströme verändern, so dass die asiatischen Gäste bei ihrer Tour durch Europa Zermatt als fixen Tourstopp mitnehmen.
Aber das geht jetzt vlt. hier am Thema vorbei.
 
Das wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall noch extremer bei uns. Der größte Teil der Weltbevölkerung war doch bislang wirtschaftlich vom Reisen ausgeschlossen. Das wird sich aber zusehends ändern - und Europa ist für Asiaten halt dann das, was Nordamerika oder Asien für uns ist. Da muss man mal hin und landet dann an den Sehenswürdigkeiten und hotspots....
 
Ich finde die Touristenmassen sind zeitlich und örtlich oft sehr begrenzt. Grad dort kann es mühsam sein, wenig weiter ist es entspannt.
z.B Venedig: zwischen Rialtobrücke und Marcusplatz kaum ein Durchkommen, lange Schlange am Campanile und vor der Basilica. Die Schlange an der Basilica kann man für wenige Euro überspringen. Nach Weggang der Tagesgäste abends um 20:00 Uhr ohne Anstehen auf den Campanile, auch tagsüber wenige Strassen von der Hauptachse weg sehr entspanntes Flanieren.
z.B. Luzern: Kapellbrücke - Schwanenplatz und das (kuriose) Löwendenkmal überlaufen, daneben kein Problem.
z.B. Rigi: Vitznau-Rigibahn bumsvoll, Wanderung nach Kaltbad kein Problem.
z.B Davos: Zwischen Weihnacht und Neujahr lange Schlangen an Gotschna- und Parsennbahn, kaum Anstehen (aber voll) am Jakobshorn, entspannt am Rinerhorn.
z.B.Laax: an schönen Wintertagen Anstehen an jedem Lift, ein paar Kilometer weiter in Obersaxen einzig Schlange am Sessellift Untermatt-Stein.
Der Mensch ist ein Herdentier, mit etwas Planung und antizyklischem Verhalten lassen sich viele Staus recht problemlos umgehen.
 
don pipone schrieb:
Das wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall noch extremer bei uns. Der größte Teil der Weltbevölkerung war doch bislang wirtschaftlich vom Reisen ausgeschlossen. Das wird sich aber zusehends ändern - und Europa ist für Asiaten halt dann das, was Nordamerika oder Asien für uns ist. Da muss man mal hin und landet dann an den Sehenswürdigkeiten und hotspots....

Wir müssen in den Alpen einfach aufpassen, was wir wollen und was wir nicht wollen. Wenn ich Marketing in diesen Ländern mache, dann wird es dazu kommen, dass wir diese Gäste in den Bergen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit der hieisgen Tourismusgesinnung vereinbar ist.
 
Arlbergfan schrieb:
Wenn ich Marketing in diesen Ländern mache, dann wird es dazu kommen, dass wir diese Gäste in den Bergen haben.

Der große Unterschied ist der, dass die Gäste auch ohne eigenes Marketing kommen, wenn ein Ort über soziale Medien warum auch immer (Influencer vor Ort o.ä.) voll eingeschlagen hat.
 
Arlbergfan schrieb:
Wir müssen in den Alpen einfach aufpassen, was wir wollen und was wir nicht wollen. Wenn ich Marketing in diesen Ländern mache, dann wird es dazu kommen, dass wir diese Gäste in den Bergen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit der hieisgen Tourismusgesinnung vereinbar ist.

Erkläre doch bitte mal "hiesige Tourismusgesinnung"! Was soll das denn sein?
Die bisherige Gesinnung lautet doch, dass am willkommensten ist wer das dickste Portemonaie in der Tasche hat.

Ach, wie hat man sich doch seinerzeit gesträubt als Massen von neureichen Russen mit eher "rustikalem" Auftreten über das österreichische Alpenidyll herfielen und
die bisherige "Bestandskundschaft" sich nur noch augenrollend abwandte. Endlich kein Januarloch mehr, juchu!!.... So schnell wie sämtliche Prospekte und Speisenkarten auf kyrillisch
gedruckt waren konnte man doch gar nicht gucken.
 
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