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Parkplatzgebühren

Ich würde darin eher eine latente Fremdenfeindlichkeit kombiniert mit massivem Nimbyismus vermuten.

Ist genauso wie mit Windrädern, Stromtrassen, Fabriken für Elektroautos oder Bahnlinien - fragt man die Leute allgemein, finden das 80% unbedingt wichtig, dass sowas gebaut wird.
Aber in ihrer jeweiligen Region - auf keinen Fall!

Mit solch einem grenzenlosen Eigennutz gehen Wirtschaft und Freiheit zugrunde. Oder glaubt hier jemand ernsthaft, wenn man die Autobahnen oder Skigebiete heute bauen würde statt in den 50ern bis 80ern, gäbe es die? Da gäbe es an jedem Ort zig "Bürgeriniativen", "seltene Vögel", "schützenswerte Naturräume" usw. und wir wären alle deutlich ärmer.

Mobilität von Menschen und Waren ist nunmal Kern moderner Gesellschaften und des Wohlstands. Dazu gehören auch, auch wenn das viele Leute heute nicht wahrhaben wollen, ganz entscheidend Autos und Laster.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Alles wage Zukunftsmusik, aber durchaus realistisch, wenn das mit der Verkehrsbelastung so weiter geht.

Keine Zukunftsmusik, siehe Beispiel Pragser Wildsee im Sommer.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Es wird eben eine begrenzte Zahl Parkplätze geben und wenn die voll sind schaut man halt in die Röhre. Vielleicht spendiert man noch ein Reservierungssystem. Danach kommen dann Fahrverbote, da kommt man dann ohne Übernachtungsbestätigung gar nicht mehr ins Tal.

Ich glaube nicht dass Skigebiete, welche mehr oder weniger alle auch massiv von Tagesausflugsgästen abhängig sind diese Schritte verfolgen werden. Im Gegenteil, in den größeren Gebieten die ich besucht habe (Stubaier Gletscher, Mellau, Warth,...) gab es trotz großer Parkflächen keine Parkgebühren was ich natürlich begrüße. Deine Gedanken sind eher fromme Wünsche von offensichtlichen Autogegnern, das spiegelt jedoch die Mehrheit der Menschen nicht wieder.
Und ob es sinnvoll ist das diejenigen, die dann wegen mangelnder Parkplätze in die Röhre schauen, umdrehen und umsonst hergefahren sind was genau so viel CO2 erzeugt sei mal dahingestellt.

Viele Grüße
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Der Autoverkehr ist die größte Belastung für die Urlaubsregionen und wird vor Ort immer weniger akzeptiert

Im Gegenteil, der Autoverkehr ist der entscheidende Motor für die Urlaubsregionen. Für viele ist das Auto nun einmal die erste Wahl, weil die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln für sie zu beschwerlich ist. Der Trend zu kürzeren Urlauben wirkt hier sogar verstärkend, weil eine ewig lange Reisezeit hier erst recht nicht mehr zu wenigen Tagen vor Ort passt.
 
Ja, ich freue mich auch immer über Staus und Chaos am Urlaubsort. Sommer am Gardasee, so ruhig, keine Autos die um den See fahren, ein Traum.
 
br403 schrieb:
Ja, ich freue mich auch immer über Staus und Chaos am Urlaubsort. Sommer am Gardasee, so ruhig, keine Autos die um den See fahren, ein Traum.
Du meinst die Anderen sollen ihr Auto stehen lassen damit du ungestört mit dein Auto um den Gardasee fahren kannst ?
 
Nein, laut Neussergletscher freuen sich die Anwohner, da es der Motor des Tourismus ist. Ich fahre schon gar nicht mehr an den Gardasee z.B.
 
br403 schrieb:
Nein, laut Neussergletscher freuen sich die Anwohner, da es der Motor des Tourismus ist. Ich fahre schon gar nicht mehr an den Gardasee z.B.
Naja, ganz so hat er das nicht gesagt.
Ich kann mich gut vorstellen das das Autoverkehr für die ANwohner ein grosse Belastung darstelt, aber für die EINwohner schon deutlich weniger.
Wenn ich zB. in Fügen wohne und in Zell einkaufen woll dann lieber nicht am Samstag. Aber schlimmer ist es nicht.
Die Leute die da massiv protestieren vergessen immer wieder das sie ihre Wohlstand grossteils am Tourismus und das damit zuzammenhängende Verkehr zu danken haben. Natürlich nicht jederman, aber Regional beschaut schon. Und wie schon erwähnt, die Tourist kommt am liebsten mit eigenem Transport statt Offi.
Parkplatzgebühren sind ein Verdienmodel, nix mehr, nix weniger. Mann lenkt damit gar nichts. Es fahren nicht weniger Autos, es steigen nicht mehr Menschen im Skibus.
 
Ron schrieb:
br403 schrieb:
Nein, laut Neussergletscher freuen sich die Anwohner, da es der Motor des Tourismus ist. Ich fahre schon gar nicht mehr an den Gardasee z.B.
Naja, ganz so hat er das nicht gesagt.

Das habe ich überhaupt nicht so gesagt. Es ist müssig, über Dinge zu diskutieren, die andere schlicht frei erfunden haben.
 
Ron schrieb:
Die Leute die da massiv protestieren vergessen immer wieder das sie ihre Wohlstand grossteils am Tourismus und das damit zuzammenhängende Verkehr zu danken haben.

Tirol hat das schlechteste Verhältnis von Löhnen zu Lebenshaltungskosten, so viel zum Wohlstand.
 
Und wie sähe das Verhältnis ohne Tourismus aus?

Man kann nicht einerseits Betten um Betten bauen und sich dann anderseits darüber beschweren, dass das verkehr nach sich zieht.
 
ThomasZ schrieb:
Und wie sähe das Verhältnis ohne Tourismus aus?

Man kann nicht einerseits Betten um Betten bauen und sich dann anderseits darüber beschweren, dass das verkehr nach sich zieht.
:top:
 
Das sehe ich genauso. Ich hätte in den Tourismus Metropolregionen längst Regelungen eingeführt wie bei jeder Investition in neue Hotel oder Seilbahn Infrastruktur müssen zusätzlich 10% der geflossenen Gelder noch für die Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt werden. Gleiches gilt für jeden Euro der ins Marketing und sonstige Werbungen für eine Region fließt. Hätte man das konsequent gemacht, hätte z.B. Sölden längst eine Lösung für die Ortsdurchfahrt oder Garmisch eine zweigleisige Bahnstrecke etc.
Über 50 Jahre die Werbetrommel rühren und Hotels und neue Bahnen aus dem Boden stampfen und dabei Schiene und Straße auf dem Stand der 70er Jahre lassen funktioniert halt nicht. Und anstatt das Problem sinnvoll zu lösen geht man heute lieber her und versucht die Leute die einem zu viel werden einfach wegzugängeln. Anstatt auf den Gast zu zu gehen, tritt man einen Teil der Gäste lieber mit Füßen und setzt halt darauf dass lieber ein paar weniger kommen, die dafür das doppelte zahlen. Insbesondere beim Auto ist das Problem nicht das Auto, sondern die vor Jahrzehnten stehen gebliebene Infrastruktur fürs Auto die überhaupt nicht mit der Entwicklung der Gesellschaft weiter entwickelt wurde. Fast alles was die Leute heute am Auto stört wäre vermeidbar und das ohne dass einer sein Auto stehen lassen müsste. Man hätte es halt nur mal sinnvoll angehen müssen.
 
Das ist halt ganz generell etwas, das heute seltsamerweise viele nicht wahr haben wollen: Wir haben immer mehr Bevölkerung, und die meisten Leute wollen auch persönlich nicht ihren Wohlstand reduziert sehen.

Also muss die Wirtschaft wachsen, damit man nicht ärmer wird. Und zu mehr Wohlstand gehört halt nunmal mehr Verkehr, mehr Touristen, mehr Seilbahnen.

Dass Öffentlicher Verkehr für Skitourismus kein tragfähiges Konzept ist, ist auch etwas, was viele dann nicht wahr haben wollen. Aber es ist halt was anderes, ob man für Mallorca nur ne Badehose und Sommerklamotten braucht, oder fürs Skifahren die Skiausrüstung, Winterkleidung, usw. - das will kaum einer quer durch Bahnhöfe tragen. Der Skigast ist halt einer, der inhärent kaum ohne Auto kommen wird, im Gegensatz auch zu Sommergästen.
 
Ron schrieb:
ThomasZ schrieb:
Und wie sähe das Verhältnis ohne Tourismus aus?

Man kann nicht einerseits Betten um Betten bauen und sich dann anderseits darüber beschweren, dass das verkehr nach sich zieht.
:top:

Das hatte ich auch weiter vorne schonmal erwähnt.

Bettenanzahl begrenzen. Aber das will keiner, bzw. kann man schlechter umsetzen als einfach x Euro für das Parken zu nehmen.
Wenn es eine lenkende Wirkung haben soll, dann sollte es auch entsprechende Alternativen geben.
 
Dass Öffentlicher Verkehr für Skitourismus kein tragfähiges Konzept ist, ist auch etwas, was viele dann nicht wahr haben wollen. Aber es ist halt was anderes, ob man für Mallorca nur ne Badehose und Sommerklamotten braucht, oder fürs Skifahren die Skiausrüstung, Winterkleidung, usw. - das will kaum einer quer durch Bahnhöfe tragen.

Muss man ja auch nicht.
Man kann die Ausrüstung auch vor Ort mieten.

Und selbst wenn man als Übernachtungsgast mit dem Auto anreist, kann man ja den Wagen mal eine Woche auf dem Parkplatz der Unterkunft stehen lassen und mit dem Skibus zur Talstation fahren.
 
TPD schrieb:
Und selbst wenn man als Übernachtungsgast mit dem Auto anreist, kann man ja den Wagen mal eine Woche auf dem Parkplatz der Unterkunft stehen lassen und mit dem Skibus zur Talstation fahren.

Genau so sehe ich das auch. Mit dem Auto anreisen ist ja das Eine. Da ist die Alternative ÖPNV gerade mit Skiausrüstung, die nun einmal die meisten erfahrenen Skifahrer selbst haben, eher keine wirkliche Alternative. Aber warum man vor Ort das Auto benötigt, hat sich mir noch nie erschlossen. Da finde ich es viel vorteilhafter mit dem Skibus zu fahren. :bindafür:
 
TPD schrieb:
Dass Öffentlicher Verkehr für Skitourismus kein tragfähiges Konzept ist, ist auch etwas, was viele dann nicht wahr haben wollen. Aber es ist halt was anderes, ob man für Mallorca nur ne Badehose und Sommerklamotten braucht, oder fürs Skifahren die Skiausrüstung, Winterkleidung, usw. - das will kaum einer quer durch Bahnhöfe tragen.

Muss man ja auch nicht.
Man kann die Ausrüstung auch vor Ort mieten.

Lecker so SkiSchuhe, Hosen und Helme wo schon viele andere vollgeschwitzt haben. Und am Ende drückt es dann iwo noch im Schuh ohne angepasste Sohle. Dazu noch ganz schön teuer auf Dauer. Ski leihen OK aber den Rest never.
 
TPD schrieb:
Man kann die Ausrüstung auch vor Ort mieten.

Ich nicht. Ich bekomme weder meine angepassten Schuhe noch meine per Hand präparierten Ski bei irgend einem Verleiher.

TPD schrieb:
Und selbst wenn man als Übernachtungsgast mit dem Auto anreist, kann man ja den Wagen mal eine Woche auf dem Parkplatz der Unterkunft stehen lassen und mit dem Skibus zur Talstation fahren.

Das mache ich schon deswegen, weil ich es als ausgesprochen lästig empfinde, jeden morgen erst noch mit dem Auto zur Talstation zu fahren. Es gibt aber Orte, da ist das Auto halt deutlich schneller. Ich bevorzuge aber mittlerweile Hotels mit Ski-In und Ski-Out. Leider lassen die sich ihre Lage vergolden.

Ram-Brand schrieb:
Bettenanzahl begrenzen. Aber das will keiner, bzw. kann man schlechter umsetzen als einfach x Euro für das Parken zu nehmen.

Es gibt Berichte hier im Forum, die deuten darauf hin, dass wir eher das umgekehrte Problem haben. Die Zahl der bezahlbaren und "warmen" Betten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurück gegangen. Viele Hotels der einfachen bis mittleren Kategorie haben dicht gemacht, die Betten sind verschwunden. Preiswerte Unterkünfte findet man daher oft nur noch weit ab von den Pisten. Und dann stellt sich die Frage der täglichen Fahrt zur Talstation. Ich habe hier im AF mal ein Interview mit jemandem aus dem Engadin gelesen, der sich darüber beklagt hat, wie viele Hotels in den letzten Jahren die Tore geschlossen hätten. Finde das leider auf Anhieb nicht mehr, aber es gibt auch externe Berichte dazu.
 
TPD schrieb:
Dass Öffentlicher Verkehr für Skitourismus kein tragfähiges Konzept ist, ist auch etwas, was viele dann nicht wahr haben wollen. Aber es ist halt was anderes, ob man für Mallorca nur ne Badehose und Sommerklamotten braucht, oder fürs Skifahren die Skiausrüstung, Winterkleidung, usw. - das will kaum einer quer durch Bahnhöfe tragen.

Muss man ja auch nicht.
Man kann die Ausrüstung auch vor Ort mieten.

Und selbst wenn man als Übernachtungsgast mit dem Auto anreist, kann man ja den Wagen mal eine Woche auf dem Parkplatz der Unterkunft stehen lassen und mit dem Skibus zur Talstation fahren.

Das vor Ort mieten ist doch kein wirkliches Argmuent. Hast du mal Preise der eigenen Ausrüstung mit der entsprechenden Nutzungsdauer und die Preise vom Verleih verglichen?
Das mag für den Gast funktionieren, der 6 Tage im Jahr Ski fährt. Für alle anderen wird es deutlich teurer.
 
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