Obwohl der Antrag beim jüngsten FIS-Kongress in Miami nicht behandelt wurde, stehen die Chancen gut, dass der ehemalige ÖSV-Abfahrer Josef Strobl im kommenden Weltcup-Winter für Slowenien startet.
"Es ist unser beider Wunsch, dass Pepi nächste Saison für Slowenien an den Start geht", ließ der slowenische Alpinchef Klemen Bergant ausrichten.
ÖSV zeigt sich großzügig
Strobl hat vom Österreichischen Skiverband die Freigabe zugesagt bekommen und auch die mündliche Zusage, dass er alle Punkte für die Weltcup-Startliste mitnehmen darf. An sich verliert man bei einem Nationenwechsel alle Punkte.
"Das hieße aber, dass Pepi nicht einmal bei Kontinentalcups starten kann", so Ex-ÖSV-Abfahrtstrainer Günther Gerhard, der bei erfolgreicher Abwicklung künftig Strobls Trainer in Slowenien wäre.
Ein alter Bekannter als Trainer
Gerhard, früher u.a. Cheftrainer in Spanien und den Niederlanden, war in den vergangenen zwei Jahren unter Robert Trenkwalder Abfahrts-Co-Trainer im ÖSV und ist langjähriger Begleiter Strobls.
Er hat den mittlerweile 30-Jährigen schon in dessen letztem Schülerjahr betreut und würde sich auch in Slowenien umfangreich einbringen.
Die Rolle des Leitwolfes
Ähnliches erwartet man auch von Strobl. "Wenn er gut fährt, ist das schön. Aber die Haupt-Motivation ist, dass unsere jüngeren Läufer vom Training mit Strobl profitieren", so Bergant.
Erst der Pass, dann das Rennen
Klar ist aber auch, dass Strobl, der seit seinem siegreichen Sensations-Debüt 1994 als 20-Jähriger in Val d'Isere sieben Weltcup-Rennen gewonnen hat, zuerst den slowenischen Pass besitzen muss, bevor die FIS Grünes Licht geben kann, bestätigte am Montag Sonja Reichen vom Internationalen Skiverband in der Schweiz.
Behandelt werden kann die Causa damit frühestens bei der Vorstandssitzung im November. Reichen bestätigte auch, dass der Vorstand bezüglich der Mitnahme der WCSL-Punkte trotz Nationenwechsel Ausnahmen erteilen kann.