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Pimp my Poma

Welcher Effekt genau bedingt das? Redest du nur von den Fertigungstoleranzen oder hast du da noch was anderes im Kopf? ;)
Kann mir da jetzt nicht so wirklich vorstellen, worauf du genau hinaus willst.
Allerdings ist natürlich klar: Minimale Fertigungstoleranzen, die die RPM geringfügig verfälschen, ergeben nach einem Integrierer irgendwann auch eine große Abweichung. ;)
Wenn man jedoch nur stur RPM AS-GS 10% (o.ä.) kontrolliert (ohne das erwähnte Integrierglied), dürfte das doch zumindest stoßartige Veränderungen, z.B. aufgrund von Seilschwingungen o.ä. registrieren.
 
Ich glaub dir ja, dass du mehr Ahnung davon hast als wir, aber kannst du das bitte für den interessierten Laien mal erklären? Mein Zusammenhang den ich oben angeführt habe basiert auf einfachen physikalischen Grundregeln, warum gelten die bei Seilbahnen nicht?
 
Die Genauigkeit der Seilrillengrunddurchmesser ist von Bedeutung bei Doppelrilligen Antriebs+Gegenscheiben-Kombinationen (siehe auch Schnürpsannungen).
Rillenfutter werden vorort mit einer Art Abstechwerkzeug nachbearbeitet, dabei wird die Bahn mit reduzierter Geschwindigkeit bewegt. Die Messung erfolgt von Seilscheibenrand aus, da der Rillengrunddurchmesser nicht direkt gemessen werden kann (entsprechende Messgeräte exisitieren zwar, wären jedoch zu teuer und erforderlicher Platz ist nicht immer vorhanden).
Bei Pendelbahnen und Standseilbahnen werden Umlenkscheiben für die Zugseilwegerfassungen der Kopierwerke eingesetzt; eine Nachbearbeitung der Rillenfutter verändert die Impulsgewichtung für die Zähler (z.B. in [mm/Impuls]) und dementsprechend erfolgen auch Korrekturen.

Die Geschichte mit den unterschiedlichen Winkelgeschwindigkeiten scheint unlogisch, ist jedoch einfach erklärbar:
Stahlseile sind elastisch, demzufolge ist deren Masse pro Längeneinheit (in [kg/m]) vom Seilzug abhängig.
Bei der Seilscheibe in der Talstation ist das Seil etwas schwerer pro Meter als bei der Seilscheibe in der Bergstation. Da jedoch die Masse des Seils sich nirgends aufstauen kann, muss die Seilscheibe in der Bergstation etwas schneller drehen als die Seilscheibe in der Talstation (gilt auch bei theoretisch genau gleichem Wirkdurchmesser beider Seilscheiben).

Der Seilzug nimmt von der Talstation Richtung Bergstation infolge der Hangabtriebskomponente des Seileigengewichtes meist zu (d.h. würde man das Seil bei der Bergstation auftrennen, müsste man eine höhere Rückhaltekraft aufbringen als bei einem Auftrennen in der Talstation).


Habe noch den Quick Draw Express Unfallbericht näher angeschaut. Absolute unzumutbare Vorgehensweise und krasse Inkompetenz punkto Antriebs- und Steuerungstechnik. Erstaunlich, dass sowas in einem Juristerei-Land wie den USA überhaupt möglich ist.
Wiederhole nochmals, dass weder Leitner/Poma noch ABB in Frage gestellt werden, m.E. liegt offensichtlich die Verantwortung bei Electramic Associates (Drittlieferant der u.a. den Stromrichter in Betrieb nahm) sowie beim Betreiber der Bahn. Ob die Fa., die den DC-Motor revidierte zudem noch eine gewisse Mitverantwortung trägt, ist infolge der schwer mangelhaften Untersuchung aufgrund der vorliegenden Informationen nicht abklärbar.
 
Lagorce schrieb:
Die Geschichte mit den unterschiedlichen Winkelgeschwindigkeiten scheint unlogisch, ist jedoch einfach erklärbar:
Stahlseile sind elastisch, demzufolge ist deren Masse pro Längeneinheit (in [kg/m]) vom Seilzug abhängig.
Bei der Seilscheibe in der Talstation ist das Seil etwas schwerer pro Meter als bei der Seilscheibe in der Bergstation. Da jedoch die Masse des Seils sich nirgends aufstauen kann, muss die Seilscheibe in der Bergstation etwas schneller drehen als die Seilscheibe in der Talstation (gilt auch bei theoretisch genau gleichem Wirkdurchmesser beider Seilscheiben).

Klingt sehr interessant, aber gibt es dafür eigentlich auch Messwerte - sprich von welcher Größenordnung reden wir hier?
Dass das Seilgewicht/m unten schwerer ist, kann man nach kurzer Überlegung nachvollziehen: Jeder Werkstoff dehnt sich bei Zugbelastung, wird länger und dabei wird das Gewicht pro Meter weniger. Die Gewichtskraft des Seiles ist in Bergstationsnähe am stärksten, ergo muss dort das Gewicht/m am niedrigsten sein.

Allerdings - das ist ja eher stationärer Natur (bzw. statischer), da müssen sich doch auch Korrekturfaktoren ergeben, die zumindest in einem engen Bereich liegen?
Da käme dann die erwähnte +- 10% Überwachung wieder in Frage.
Eine zweite Idee (allerdings wird das wahrscheinlich zu aufwändig) wäre ja noch eine FFT-Analyse der Geschwindigkeit. Sprich die Signalfrequenzen im Geschwindigkeits-Messwertprofil ermitteln, und wenn eine bestimmte Amplitude mehrmals überschritten wird, gibt es eine Abschaltung.
 
Überschlagsmässig kann man etwa 90 [kN/mm2] als Elastizitätsmodul für ein Zug- oder Förderseil einsetzen. Der Wert bezieht sich allerdings ausschliesslich auf den metallischen Querschnitt des Seils; dieser wird üblicherweise in den Herstellerunterlagen angegeben. Falls nicht, kann man überschlagsmässig aus den [kg/m] einen ungefähren Wert berechnen, wobei der Stahl etwa 90 % der Masse darstellt (die restlichen ca. 10 % entfallen auf die Kunststoff-Seele).

Beispiel aus Fatzer Unterlagen (downloadbar):
6x25 FW (Filler Wire), Durchmesser 46 [mm], Metallquerschnitt 946 [mm2], Masse 8.23 [kg/m].

Gewisse Seildaten findet man online in Herstellerunterlagen, die Elastizität (im Neuzustand) ist jedoch selten aufgeführt und unterliegt auch gewissen Toleranzen. Für die Berechnungen des Bahnherstellers spielt die elastische Dehnung unter Last eine Rolle, für den Betreiber ist eher die verbleibende Dehnung von Bedeutung (sprich nachträgliche Seilkürzungen).
Angaben zu den Seilkürzungen und den beim Lieferwerk zu bestellenden Seillängen stellt der Bahnhersteller zur Verfügung. Bei grossen Pendelbahnen mit Fangbremse kann unter guten Voraussetzungen das Zug- oder Gegenseil während einer Nachtschicht ohne Beeinträchtigung der Öffnungszeiten der Bahn gekürzt werden, bei grossen fangbremsenlosen Pendelbahnen ist die Zugseilkürzung aufwendiger, da der Spleiss erneuert werden muss.
Meist werden Seilkürzungen durch externe Spezialisten durchgeführt, wobei das bahninterne Personal oft umfangreiche Vorbereitungsarbeiten selbst ausführt.

Auf den 2. Teil Deines Message antworte ich später.
 
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