Ich bin zwar für den ÖV, aber dieses Projekt lehne ich ab. Folgende Punkte sind in meinen Augen problematisch:
-Es sollen die zwei Streckengleise für die haltenden Züge benutzt werden. Na toll, ein Regionalzug hält in der Porta Alpina und der internationale und nationale Schnellfernverkehr steht hinten an und wartet, bis dieser weiterfährt! Lösung: Zusätzlich in jede Richtung ein vom Hauptgleis abzweigendes Haltegleis bauen.
-Transferzeit. Steht man auf dem Bahnsteig, darf erst mal zum Aufzug laufen, auf der eine Seite sind das 380m auf der anderen Seite sogar 860m. Dort wollen Sie ein Elektrobus einsetzen. Danach geht es im Lift 800m nach oben. Dann steht man allerdings noch nicht in Sedrun. Der Schacht mündet mitten im Berg; Danach folgen noch eine Busfahrt durch circa 1.5km Tunnel und nochmals etwa soviel bis man im Dorf Sedrun ist. Ziemlich kompliziert und umständlich meiner Ansicht nach. Da die Kapazität von Aufzug und Bussen beschränkt ist, wird man wohl auch noch mit Wartefristen rechnen müssen.
-Verkehrspolitisch macht das Projekt auch keinen Sinn. Profitieren würden gerade mal die Gemeinden westlich von Trun, bei allen anderen Zielen ist der bestehende Weg über Chur schneller und einfacher. Grob geschätzt ein Einzugsgebiet von knapp 5000 Einwohnern. Touristisch eine Rolle spielen dabei nur Sedrun und Disentis.
Die Randregionen fördern ist ja schön und gut, aber 50 Millionen an Bundesmittel für 5000 Nasen halte ich doch für ein etwas zu grosszügiges Geschenk!