gerrit schrieb:
Diese Diskussion ist durchaus interessant, weil es hier nicht mehr um die "allgemeine" Lawinengefahr dreht, sondern um die individuelle, d.h. um die Gefährdung einer Verschüttung und nicht nur der Auslösung einer Lawine.
Sehe ich genauso, eure Diskussion ist keineswegs sinnlos, daher mein Dank an beide. Ihr habt irgendwie auch beide teilweise recht, und man muss eben für sich entscheiden, was man tut und was nicht und eben auch wie. Es gibt einiges, das sollte man immer lassen, aber bei dem, was man im Gelände macht, ergibt es einen riesigen Unterschied, wie man es macht. Erst richtig entscheiden und dann richtig fahren sind kein Widerspruch.
becks0815 schrieb:
Aber: bitte hinteher nicht heulen und tränenerfüllten Augen die Frage stellen: "warum, und warum ich?"
Habe noch keinen gesehen, der das nach seiner Beerdigung noch fragt.
extremecarver schrieb:
Natürlich bleibt ein Restrisiko, wo bestreite ich dass denn? - dass bleibt bei Hängen über 25° immer. Aber wie man einen Hang befährt - und wo macht halt einen richtig großen Unterschied.
Definitiv, man kann schon sein Risiko beträchtlich durch eine intelligente Fahrweise reduzieren, wenn auch, wie einvernehmlich festgestellt, niemals auf Null. Dazu zählt auch die richtige Wahl von Orten zum Halten, niemals direkt unterhalb von Risikohängen oder in Schluchten, sondern weit genug weg im Flachen, auf Anhöhen, hinter Felsen usw., das weiß offenbar fast keiner von den ganzen Experten mit Airbag und Helmkamera. Man sieht es im Gegenteil leider oft im Gelände, wie die Superausrüstungsspezialisten in unmögliche Steilhänge reinfahren oder noch besser diese queren, immer in Schafherdenanzahl denselben Hang befahren, unterhalb von potentiellen Rutschzonen stehenbleiben und pausieren, prinzipiell niemals das Gelände oberhalb beobachten usw. Da wundert es wirklich nicht, dass oft was passiert.
Umsicht und fahrerische Intelligenz sind keine Garantie für irgendwas, aber eben doch ein Sicherheitsfaktor, der nicht auf vermeintlich sichernder gekaufter Technik beruht, sondern auf Hirnschmalz, Erahrung und fahrerischem Können. Wird halt leider alles immer seltener bei all dem Ausrüstungswahn. Nichts missverstehen, ich meide jedwedes Risiko soweit wie möglich und fahre auch auf der Piste fast immer mit eingeschalteter Lawinensonde. Es ist ja auch schon zweimal diese Saison passiert, dass Schneebretter auf geöffnete Pisten fielen. Es ist auch auf Pisten ganz sinnvoll, bei hoher Lawinengefahr immer mal einen Blick nach oben zu werfen. Da ist nämlich oft auch nichts hundert Prozent sicher.