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Rettungsseilbahn nach Schlammlawine

Bergwastl

Massada (5m)
Wir hatten heute ein Meeting. Dabei ging es um den Einsatz von Seilbahnen nach Naturkatastrophen.

Im letzten August sind nach dem Erdbeben in SW-China in einem Tal 80 Millionen m3 Schlamm und Geröll abgerutscht und haben ein Städtchen verwüstet. Brücken und Strassen wurden weggespült. Auf der gegenüberliegenden Talseite waren Leute abgeschnitten und konnten lange nicht geborgen werden. Das Gebiet ist riesig, man kann nicht so einfach über den Berg ins nächste Tal wandern.

Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art und man überlegt den Einsatz von Rettungs-Seilbahnen wie zum Transport von Holzstämmen oder etwas ähnliches. Damit sollen Leute in Sicherheit gebracht werden, bzw. abgeschnittene Dörfer versorgt werden.

Ein Problem steht im Raum auf das ich keine Antwort weiß. Wie bekommt man das Seil auf die andere Talseite wenn dieses nicht passierbar ist? Boot ist nicht möglich weil es sich um Schlamm und Geröll handelt. Hubschrauber sind rar. Abgeschnittene Personen auf der drüberen Talseite sind keine Fachleute.

Hat jemand Erfahrung oder eine Idee?

Michael
 
Bergwastl schrieb:
Ein Problem steht im Raum auf das ich keine Antwort weiß. Wie bekommt man das Seil auf die andere Talseite wenn dieses nicht passierbar ist? Boot ist nicht möglich weil es sich um Schlamm und Geröll handelt. Hubschrauber sind rar. Abgeschnittene Personen auf der drüberen Talseite sind keine Fachleute.

Das Seil könnte man natürlich mit einer kleinen Rakete rüberschiessen (evtl. erst ein kleineres Seil, mit dem man dann das richtige Seil nachzieht.

Aber, das Seil muss dann ja auch richtig befestigt werden - ohne Werkzeug und Fachkentnisse sehe ich da Problem.
Einfach nur irgendwo festbinden - ob das gehen würde?
 
jens.f schrieb:
Aber, das Seil muss dann ja auch richtig befestigt werden - ohne Werkzeug und Fachkentnisse sehe ich da Problem. Einfach nur irgendwo festbinden - ob das gehen würde?
Eine Anleitung, wie man eine Verankerung baut, kann man vielleicht per ferngesteuertem Kleinstflugzeug liefern. Sowas muss aber auch erst mal "vor Ort" verfuegbar sein. Wenn bereits die Kosten eines einzelnen Hubschrauberflugs zum Absetzen eines Retters/Beraters - klar, der Stuetzpunkt kann Hunderte Kilometer weit weg sein - das Budget uebersteigen, das man fuer die in Not geratenen Leute aufwenden will, dann ist jede andere "technische" Loesung auch in Frage gestellt.
 
Geld ist erst einmal kein Problem. Hubschrauber sind hier generell nicht leicht verfügbar. Ich habe noch nie einen gesehen und selbst die Regierung nutzt den nicht. Warum weiß ich nicht. Geldmangel jedenfalls nicht.
 
Also bei wirklich unwegsamen Gelände wird das erste Hilfsseil (könnte für eine solche Bahn vielleicht schon ausreichen) mit einem Hubschrauber gezogen. Wenn der nicht verfügbar ist wird 's schwierig. Früher hat man Seile auch mit Hand z.B. von der Zugspitze runtergezogen, aber das scheidet ja auch aus. Ich waage mal zu behaupten, dass eine Seilbahn erst dann errichtet werden kann wenn man schon irgendeine andere Verbindungsmöglichkeit hat.
 
Wie willst du Wissen, wo genau eine Katastrophe passiert?! Klar man kann vorher schauen, welche Punkte am wenigsten Gefährdet sind. Doch wenn sie dann auch mit Abrutschen/Absaufen, was auch immer waren deine Mühen umsonst. Man kann vorbereitungen vorher Treffen. Am Idealsten etwas mobiles, was schnell und leicht bewegt werden kann.

Aber eine Seilbahn vor der Katastrophe zu bauen halte ich für wenig Sinnvoll. Gut ich kenne das terrain nicht. Mag sein dass es sich an manchen Stellen anbietet. Aber selbst dann weiß ich nicht wann, in welchem Ausmaß und vor allem wo genau etwas Passiert....
 
Ich meine ja auch nicht, man soll ganze Seilbahnen im Voraus erstellen.

Aber Zum Beispiel Verankerungspunkte für Seile.
Dies ist ja (so siehts in diesem Tread zumindest aus) anscheinend ein Problem, wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist.
 
Forscher schrieb:
Ich meine ja auch nicht, man soll ganze Seilbahnen im Voraus erstellen.

Aber Zum Beispiel Verankerungspunkte für Seile.
Klar, das gibt's ja je nach Standort auch für den Circus Knie. Mit fest einbetonnierten Gewindehülsen für Mastfussplatten sowie Anschlagpunkte für die Hauptabspannungen des Chapiteaus.

Bei Niederhalterstützen findet man ggf. ebenfalls im Boden eingelassene Anschlagpunkte.
 
Es wird tatsächlich überlegt das Seil schon vorher zu ziehen. Im Moment sind die Stellen passierbar. Man weiß daß im Juli die Regenzeit einsetzen wird und befürchtet dann eine ähnliche Situation wie letzten August. Allerdings gilt dies nur für diesen einen Ort. Wo sonst noch Schlammlawinen entstehen weiß leider keiner.

Hubschrauber sind in China sehr selten. Evtl. liegt das an einem Embargo für hightech Geräte. Aber genau kenne ich die Ursache nicht.

Die Lösung ist wahrscheinlich ein kleines Hovercraft Fahrzeug. Kann über Schlamm fliegen, kann 600 kg tragen und mit einer Zugkraft von 350kg ein Seil ziehen. Damit kann man dann auch ausgebildetes Personal oder Befestigungsmaterial rüber bringen. Das Gerät kann auch auf einem Anhänger zum Ort des Geschehens gebracht werden.

Danke erst einmal für die Ideen auch per PN.

Michael
 
Die Idee ist tatsächlich nicht schlecht. Für den Seilzug dürfte es aber nur taugen wenn die Bahn nur über den Schlamm, nicht aber über einen Berg gebaut wird. Ein weiteres Problem bleibt aber, die Bahn braucht auch Stützen und die müssen verankert werden. Auf Schlamm dürte das nicht gehen und auf einen Berg kommst du auch mit dem Hovercraft nicht.

Ich wüsste übrigens nicht, dass ein Technologieembargo für China gilt, der Transrapid war schließlich Höchsttechnologie.
 
Bei der Schlammlawine geht es nur darum das Tal zu überbrücken. Diese Bahn muß nicht über den Berg geführt werden. So eine Art mobile Seilbrücke.

Das mit den Stützen bereitet mir noch Kopfschmerzen. Wo noch fester Untergrund ist können wir die ja hinstellen. Aber die matschige Distanz ist an einem Ort 400m! Und der Schlamm ist tief, da sind Brücken und Häuser drin versunken.

Vielleicht ein paar Luftballons dranbinden :lach:

Michael
 
Nein, müssen wir importieren. Ist aber nicht verboten (hoffe ich).

Pferd versinkt auch im Schlamm! Auf trockenem Boden aber logisch da diese in den entlegenen Gebieten als Transportmittel genutzt werden und auch zur Feldarbeit.

Michael
 
Ein Luftkissenfahrzeug kann nur auf einigermassen ebenen Flächen verkehren. Steigungen mag es gar nicht!
 
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