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Rollen - Prototyp

@Pilatus, je nachdem was für einen Umlenkscheibendurchmesser Du brauchst überleg Dir eventuell meine Variante mit nachbearbeiteten PVC - Kanalrohrdeckeln zu machen. Ich komme ohne gummierte Seilrille an den Umlenkscheiben aus denn trotz "nur" gleitgelagerten Kunststoffseillaufrollen reicht die Haftung zum Betrieb bis etwa 30 m Liftlänge im Maßstab 1 : 30 mit 245 mm Umlenkscheibe aus.
In der Mitte der Kanalrohrdeckel ist der Spritzgußansatz, dort wird mit 8 mm Bohrer durchgebohrt. Ich schraube die Umlenkscheibe dann mit M8 Schraube an einen Flansch der ins Drehbankfutter für die Bearbeitung eingespannt wird. Ich denke aber das ginge auch in einer Zweigangbohrmaschine (1. Gang) mit Horizontalständer (Inbusschraubenkopf ins Bohrfutter und mit Mutter und großen Beilagscheiben festspannen) und einer Auflage für Drechselbeitel o.ä..
Zuerst wird der Kanaldeckel auf etwa 20 mm Gesamthöhe verschmälert (bei laufender Maschine mit Metallsägebogen mit aller Vorsicht abtrennen), dann den Bord mit grober Feile oder Raspel soweit abnehmen bis er nicht mehr "eiert" und die Kanten abrunden.
Dann die verbleibende ~ 16 mm breite Fläche neben dem Bord mit Drechselbeitel auf Rundlauf bringen und als letztes auf einer Breite von etwa 10 mm direkt neben dem Bord Seillauffläche (Rille in dem Sinne mache ich keine weil das Seil durch das Gehängegewicht immer etwas im Höhenlauf variiert) 1,5 mm Vertiefung einstechen.
Aus optischen Gründen bohre ich dann in die Umlenkscheibenfläche mit Lochsäge noch vier größere Löcher, achte allerdings dabei daß dadurch nicht die Stabilität der Scheibe beeinträchtigt wird.

Anbei Bilder mit Umlenkscheibe (allerdings hier mal eine 125 mm Scheibe ohne Löcher) und Querschnittsskizze Umlenkscheine - Klemme zur Verdeutlichung.
Man sieht am Bild auch, daß die Farbe in der Seilrille nach einiger Zeit des Betriebes wieder rausgearbeitet wird
 
Das gibts dort? Ist das nicht so ein Equipment das man eher bei einem Fachgeschäft bekommt?

Naja. Wenns so ist, ist gut. Dort habens noch halbwegs akzeptable Preise :wink:
 
Die kleineren Kanalrohrdeckel bis 150 mm haben meist auch die Baumärkte, die größeren bekommst du in den Baustoffhandlungen.

Anbei noch Bilder von einer feuerverzinkten 12 Volt Freilandanlage - Kundenauftrag Wien, Seilspur 155 mm.
Hier wurden die Umlenkscheiben mit Löchern versehen, die Anlage ist einer Girak - ESB nachempfunden und geht, wie aus den Bildern ersichtlich im Endbereich sehr steil rauf; dies ist bezüglich Steigung so ziemlich der Grenzbereich dessen was mit normallangen Gehängen machbar ist. Die Beleuchtung wurde übrigens vom Kunden gebaut der den Lift auch komplett selbst aufgestellt hat und dies mit hoher Präzision (denn er lief von Anfang an ohne Störungen) und sehr viel Liebe zum Detail.
Die Bilder der fertigen Anlage sind aus einem Video welches ich nach der Errichtung von ihm zugesandt bekam, der Auftrag hat mir (auch wegen des privaten Backgrounds des Kunden der sich damit einen Jugendtraum verwirklichte und Kindheitserinnerungen zurückholte) sehr viel Freude gemacht.
 
@Pilatus, verzinktes kreuzschlägiges Stahlseil, Dm 2,0 mm, Enden werden in Spezialgehängeklemme verbunden (Seilspleißen kann ich leider nicht......)

Weitere Infos gäbs auch auf meiner Page unter "Wissenswertes"

http://www.modellseilbahnen.com
 
Ein Tipp für Rollen.

Um Seilrollen herzustellen, die z.B. bei PB's für den Spannwagen gebraucht werden kann ich folgenden Tipp auch geben.

Man nheme 2 Unterlagsscheiben von ca. 8mm durchmesser und 3 von 4mm Durchmesser.
Aufbau soll dann wie folgt Sein
84448.

Also erst die große, dann die 3 kleinere und zum Schluss die restliche große. Dire Optik passt und man kann diese auch rollend lagern.
Bilder kann ich auf Wunsch online stellen.
 
Pilatus schrieb:
Von den Profibastlern hier drin: Wer weis wie man eine anständige Umlenkscheibe baut?

Zur Herstellung von Umlenkscheiben hätte ich auch noch einen Vorschlag. Seht Euch mal die Scheiben von modernen Seilbahnen an: Wie sind die aufgebaut? Früher wurden Umlenk- oder Antriebsscheiben aus Gusseisen hergestellt (zB. bei VR101-Bahnen). Heute ist diese Herstellungsweise aus Kostengründen überholt. Seilscheiben werden daher aus mehreren Stahlblechteilen zusammengeschweisst, was eine sehr verdrehsteife und trotzdem einigermassen leichte Konstruktion ergibt.
Und genauso wie beim Original würde ich die Umlenkscheiben für eine Modellseilbahn konstruieren. Allerdings würde ich dazu keine Bleche, sondern mehrfach verleimtes, hochwertiges Flugzeugsperrholz verwenden. Im Detail sieht das dann so aus: Zuerst wird der kreisrunde Grundkörper aus einem ebenen Brett herausgeschnitten. Für einen Seildurchmesser von zB. 2 mm würde ich ein 3 oder 4 mm starkes Brett verwenden. In diese Scheibe werden natürlich die Aussparungen zwischen den Speichen ausgeschnitten und die Zentrumsbohrung gebohrt. Auf diesen Scheibenkörper werden beidseitig zwei Ringe aufgeklebt, die im Aussendurchmesser etwa 2 mm grösser sind als der Durchmesser des Scheibenkörpers, so dass die eigentliche Seilrille entsteht. Die gesamte Scheibenkonstruktion erhält dann noch die Versteifungen in Form von Stegen, die beidseitig auf die Speichen des Grundörpers aufgesetzt werden.
Zur Lagerung der Seilscheibe auf der Achse wird jetzt noch eine passende Nabe gesucht (ev. aus Holz, Alu od. Messing selber drehen) und mit der Scheibe verschraubt.
Zur Erhöhung der Seilreibung kann in die Rille der Antriebsscheibe eine dünne Leder- od. Gummieinlage eingeklebt werden. Und zu guter Letzt werden die Scheiben natürlich noch in der gewünschten Farbe (normalerweise gelb) lackiert, was ein sehr vorbildgetreues Aussehen ergibt.
Wichtig erscheint mir, dass die Scheiben auf einem ebenen Baubrett hergestellt und während dem Verkleben gepresst werden, damit sich die Konstruktion nicht verzieht. Ausserdem sollte beim Aussägen des Scheibenkörpers möglichst präzise gearbeitet werden, damit eine möglichst hohe Rundlaufgenauigkeit gewährleistet ist.
Ich hoffe, diese kurze Bauanleitung hilft bei Euren Problemen etwas weiter.
 
Das ist eine Gute Idee.

Nur muss man sagen, dass das genaue Arbeiten an der Rundheit der Scheibe sehr sher schwer ist. Auch mit einer Dekopiersäge, die auf der kleinsten Einstellung betrieben wird, hat man nachher noch kannten,leider.
Das ist meine Erfahrung.
Deswegen empfehle ich folgendes:
Sägt das Ding per Hand aus - ist zwar deutlich aufweniger als mit einer Maschine, aber das Erbegnis ist deutlichst besser.
 
Vielleicht geht es auch mit einem Lochschneider, so einem Teil da man auf eine Bohrmaschine spannt um damit größere Löcher zu schneiden. Wenn man einen findet der groß genug ist hat man auch gleich das Loch für die Lagerung.
 
Stimmt, die Idee ist nicht schlecht. Denn die Lagerung hab ich bis jetzt als Zentrales Problem angeschaut. Das man genau die Mitte trifft, ist fast unmöglich.

Zur Herstellung von Umlenkscheiben hätte ich auch noch einen Vorschlag. Seht Euch mal die Scheiben von modernen Seilbahnen an: Wie sind die aufgebaut? Früher wurden Umlenk- oder Antriebsscheiben aus Gusseisen hergestellt (zB. bei VR101-Bahnen).

Und wenn man jetzt eine VR101 Bauen will ? :mrgreen:
 
Zur Nachbearbeitung einer Holzscheibe könnte man sich ne "russische" Drechselbank bauen:
Bohrmaschine auf Horizontalständer an Tischkante, Maschinenschraube Kopf abgesägen und den verbleibenden Schaft oder ein Stück Gewindestange fest ins Bohrfutter spannen.
Umlenkscheibe vorher mit passender Bohrung möglichst in Scheibenmitte (diese mit Zirkel ermitteln) versehen und sie dann mit zwei großen Beilagscheiben und Mutter auf den Schaft schrauben.
Etwa am Scheibenrand Kantholz parallel zur Bohrmaschine als Auflage für Drechselbeitel (scharfer größerer Schraubenzieher tuts auch) mit Zwinge am Tisch befestigen und den Scheibenrand sachte bei laufender Maschine bearbeiten; die grobe Materialabnahme mit Beitel etc. und dann mit Schleifpapier nacharbeiten.
 
Pilatus schrieb:
Und wenn man jetzt eine VR101 Bauen will ? :mrgreen:

Bei meinen "Machbarkeits- und Vorstudien" für einen allfälligen VR101-Nachbau im Massstab 1:10 bin ich in Sachen Antriebs- und Spannscheiben auf einen Anbieter gestossen, der auch Zubehör für den Dampfmaschinen-Modellbau im Programm führt. Hier werden Schwungräder in verschiedenen Grössen aus Rohguss angeboten. Nach entsprechendem Überdrehen müssten diese sich eigentlich sehr gut für einen Modellnachbau eignen, zumal die Gussteile verdammt stark den originalen VR101-Scheiben ähneln!
Für eine VR101 im Massstab 1:10 wären Scheiben von 300 mm nötig, lieferbar sind Gussscheiben von 305 mm! :D

Näheres hier: (PDF-Katalog runterladen und Seite 34 anklicken)
http://www.rc-machines.ch/index.php
 
PHB schrieb:
300mm Rollenurchmesser?! ich glaub ich schau nicht richtig... 8O

Die Rede ist hier von Seilscheiben, nicht von Rollen. Seilscheiben sind die grossen, horizontal drehenden Räder am Antrieb oder an der Spannvorrichtung.
VR101-Stützenrollen im Massstab 1:10 kämen auf einen Durchmesser von 32 mm bei einer Breite von 8 mm.
 
Wenn es nicht naturgetreu sein muß sondern originell sein kann, könnte man eventuell auch ne VR - Originalseilrolle als Modelliftumlenkscheibe verwenden.
 
Tschuldigung war gestern wohl nicht ganz bei der sache als ich es gelesen hatte. Der unterschied ist mir selbstredend klar.

Die Maße für eine normale Seilrolle sind ja noch human und gut machbar. Wenn du eine Originalzeichnung oder gute Detailfotos von den Rollen hast, sowie mir sagst, wie viele denn du benötigst kann ich dir eventuell helfen.

Da ich an deinem Sessel sehe dass du auch sehr Detailverliebt bist oder sollte ich sagen, ein Nietenzähler bist, wäre es schade so einen schönen Sessel an Notlösungsrollen laufen zu lassen.

Zwecks der Seilscheibe würde ich eine Scheibe aus einzelnen Profilen und gedrehten Ringen verlöten o.ä.

Schreib mir einfach ne PN.
 
Petz schrieb:
Wenn es nicht naturgetreu sein muß sondern originell sein kann, könnte man eventuell auch ne VR - Originalseilrolle als Modelliftumlenkscheibe verwenden.

Originell wäre diese Lösung in der Tat, wohl aber nicht ganz vorbildgetreu. Zudem müsste die Unterkonstruktion wegen des enormen Gewichts der Rolle extrem robust und schwer aufgebaut werden. Da suche ich mir doch lieber eine etwas leichter zu realisierende Lösung.

PHB schrieb:
Tschuldigung war gestern wohl nicht ganz bei der sache als ich es gelesen hatte. Der unterschied ist mir selbstredend klar.
Die Maße für eine normale Seilrolle sind ja noch human und gut machbar. Wenn du eine Originalzeichnung oder gute Detailfotos von den Rollen hast, sowie mir sagst, wie viele denn du benötigst kann ich dir eventuell helfen.
Da ich an deinem Sessel sehe dass du auch sehr Detailverliebt bist oder sollte ich sagen, ein Nietenzähler bist, wäre es schade so einen schönen Sessel an Notlösungsrollen laufen zu lassen.

Ein Nietenzähler (danke für das Kompliment! :wink: ) bin ich vielleicht nicht gerade, aber ich lege Wert darauf, dass bei einem Modell die Proportionen und die charakteristischen Details stimmen, so dass das Vorbild sofort erkannt wird. Petz z.B. setzt diese Philosophie bei seinen Modellen meisterlich um!
Die Beschaffung von passenden Stützenrollen in grösserer Stückzahl ist nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich auch für die meisten anderen Seilbahn-Modellbauer ein Problem. In meinem Fall muss die Rolle auf den Einsatzzweck massgeschneidert sein was Form, Grösse und Aussehen betrifft. Und zwar nicht nur wegen der Vorbildtreue, sondern in erster Linie wegen der einwandfreien Funktion. Damit steht fest, dass man um einen Selbstbau nicht herumkommt. Zwar könnte ich jetzt jedes Rädchen einzeln auf meiner Emco drehen, aber bei einer geschätzten Stückzahl von mind. 50 Stück wäre das eine echte Fleissarbeit. Und zu den Stützenrollen kommen noch die Laufrollen an den Kupplungen dazu (4 Stück pro Kupplung), was bei etwa 10 Sessel nochmals 40 Rollen machen würde!
Aus diesem Grund bin ich nun am Abklären, ob diese Arbeiten ev. extern in Auftrag gegeben werden könnten. Die Herstellung all dieser Rollen auf einer Automatendrehbank wäre sicher um einiges komfortabler. Das Problem hier dürfte einzig die Kostenfrage sein.
Bevor ich aber das VR101-Projekt in Angriff nehme, müssen noch zahlreiche weitere Punkte zweifelsfrei geklärt sein. Und zudem steht bei mir Ende Jahr noch ein Wohnungswechsel an, so dass ich erst im Laufe des nächsten Jahres mit den Arbeiten beginnen könnte. Es bleibt also noch genügend Zeit, dieses und jenes aufzuzeichnen und abzuklären.
 
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