• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

RPD - Rope Position Detection: Seillageüberwachung

Kris

Nebelhorn (2224m)
Zur elektronischen Seillageüberwachung RPD (Rope Position Detection) hätte ich ein paar fragen:
- wie funktioniert dieses System?
- welches sind seine Vorteile?
- ist es behördlich als einziges Seillagenüberwachungssystem zugelassen, oder muss parallel ein klassische Überwachung installiert sein (z.b. mit Bruchstäben)?

Ich stelle diese Fragen, weil der Prokurist Hansjörg Posch bzgl Schwarzer Schneid Bahn u.a. festhält:

>13:30 Steuerseil verhängt sich mit einer Talwärts fahrenden Kabine (das
>wusste jedoch keiner der Seilbahn-Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt)
>
>13:33 Stillstand der Bahn

...später ist von einem "RPD Rope Production Detectiv" (ooops!) die Rede . Hat dieses RPD die Bahn zunächst stillgesetzt?
 
Da kann ich jetzt mal helfen.
Das Bild ist aus einem Doppelmayr Jahrbuch.
 

Anhänge

  • RPD.jpg
    RPD.jpg
    90,7 KB · Aufrufe: 4.553
Naja, das ist ein altes. Bzw. Eher ein induktiver Sensor.
Weiß nicht ob der so funktioniert wie das neue System

Brauche ein Foto von einem neuen. Und außerdem die Bildrechte!
 
du kannst ja inzwischen schon die beschreibung machen und das bild dann immer noch einfügen, es sind ja sonst auch nicht überall bilder dabei! :wink:
 
Mehr als dieses Bild aus dem DM-Jahrbuch, das ich im anderen Topic damals gepostet habe, kann ich leider auch nicht bieten. Aber wenn ich den Winter über mal an einem vorbei komme und gefahrlos ein Foto machen kann, werd ich das selbstverständlich tun.
Vielleicht kann auch Yeti01 in dieser Angelegenheit aushelfen, der müsste für so ein Bild nicht unbedingt gegen das Eisenbahngesetz verstoßen wie die meisten anderen hier :lol:

sensor.jpg
 
Am Golm im Sommer haben wir uns das System ganz genau an einem Modell erklären lassen - nur ob ich ein Bild davon gemacht hab weiss ich nicht - schaue morgen abend mal!
 
Um alle RPD-Interessierten etwas schlauer zu machen:

Das neue RPD-System arbeitet ebenfalls mit induktiven Sensoren. Im Gegensatz zum alten System sind hier 2 unabhängige Sensoren (Schwingkreise, Spulen mit Kernen) in ein Gehäuse gepackt welche von 2 unabhängigen Mikroporzessoren überwacht werden die den Seilverlauf mit fest vorgegebenen Grenzwerten vergleichen. Der Sensor ist über ein serielles Signal programmierbar (Adresse, Ausgangsstatus, etc.) und besitzt 2 Ausgangssignale für Seilverlauf (AOC) und Seil fehlt bzw. Seil zu nahe (SRA). Er erfüllt die in der Seilbahntechnik höchste Anforderungsklasse AK4 bezüglich Sicherheit, d.h. der Sensor prüft sich auch selbst und schaltet bei einem Defekt innerhalb eines vorgegeben Zeitrahmens ab. In einem System können bis zu 200 Sensoren in Serie geschaltet werden, d.h. im Prinzip reicht ein Sensor dem anderen das Signal weiter bis dieses wieder in der fehlersicheren Steuerung in der Antriebsstation ankommt. Fehlt dieses oder ist es falsch (z.B. Fremdspannungen) so schaltet die Anlage innerhalb spätestens von 500ms ab.

Der ganze Sensor ist ein kompaktes Stück Hightech, da dieser den massiven Umweltanforderungen (Temperatur, Vibrationen, Feuchte, Blitzschlag...) trotzen muß und nebenbei sicher (Anforderungsklasse AK4) sowie verfügbar sein muß.
Für den Fall daß jemand einmal den Sensor "sezieren" möchte, kann er sich die Arbeit sparen, da dieser eine doppelseitig bestückte und flexible Leiterplatte enthält, welche total in Harz vergossen ist um den Umweltanforderungen zu trotzen. Die Leiterplatte würde beim "sezieren" total zerstört.
 
Danke für die Info
Die Frage woher das genaue Fachwissen kommt kann ich mir wahrscheinlich schenken?

Warum spicht man in der Seilbahnbranche noch von AK wo nach EN 954 der SIL (Sicherheits-Integritäts-Level) in aller Munde ist?
(AK4 = SIL3)
Ist AK 4 die höchste Anfoderungsklasse in der Seilbahnbranche? 8O
 
Kurz zur Erklärung der neuen Normen:


Die Anforderungsklassen werden in der EN 13243 (Sicherheitsanforderungen für Seilbahnen für den Personenverkehr) festgelegt und sind in einer Tabelle gegenübergestellt.


AK nach EN13243 mit AK 1 2 3 4

SIL nach EN61508 mit SIL 0 1 2 3 4 (wobei AK4 SIL3 entspricht)

EN954-1 mit B 1/2 3 4


AK....Anforderungsklasse
SIL...safety integrity level
EN....Europa Norm

Die in der Seilbahntechnik verwendete höchste AK ist 4 (bzw. SIL 3) was einer Selbstüberwachung entspricht. SIL 4 bewegt sich in anderen Dimensionen (z.B. Nuklearanlagen welche bei Versagen eine Katastrophe bewirken würde).



Gruß vom Bodensee
 
Hallo Snow and Fun

Zum RPD, weisst du auf welche Frequenz die beiden Schwingkreise eingestellt sind und was für eine Bandbreite die ungefähr haben?!
 
Eigentlich ist die Grundidee bei weitem nicht revolutionär, analoge (wegmessende) induktive Sensoren gibt es seit langem. Die grosse Herausforderung liegt in der technischen Ausführung wie es bereits erwähnt wurde. Sicherheitsanforderungen (Redundanz, Selbstüberwachung der Funktionstüchtigkeit usw.) müssen erfüllt werden und zudem sind sehr anspruchsvolle Umweltbedigungen (Temperatur, Feuchtigkeit/Nässe/Schnee/Eis, Licht (insbes. UV), Erschütterungen, Ueberspannungen usw.) zu berücksichtigen. Technisch zwar absolut lösbar, der Entwicklungsaufwad war vermutlich jedoch hoch.

Andere kontaktlose Messverfahren wären zwar denkbar, die induktive Lösung scheint jedoch die vernüftigste. Optisch wäre heikel (Schmutz, Wasser/Schnee/Eis usw.), Ultraschall wäre grundsätzlich denkbar jedoch vermutlich hier nicht sinnvoll.

Weiss jemand viewiel so etwa ein Detektor kostet (als Bauteil)?
 
Die Beros in den Stationen, die für die DFS zuständig sind und die selben wie die der RPD sein sollten, kosten 55 euro plus Steuer.

In den Stationen wird das System schon seit über 20 Jahren verwendet.
Dort müssen die beros die selben Wettereinflüsse aushalten!
 
Scheint mir sehr günstig für einen Sicherheits-Bero. Normalerweise sind alle sicherheitsorientierte Komponenten um ein vielfaches teurer als konventionelle Ausführungen. RPD Sensoren sind vermutlich ziemlich teuer. Würde mal raten locker ein paar Hundert EUR pro Stück.
Ist das RPD System störanfällig (=Fehlabschaltungen)? Wäre eine Art nicht-sicherheitsorientiertes RPD-ähnliches System sinnvoll (als Zusatz zu den bisherigen Bruchstabmeldern, was ggf. eine Ueberbrückung im Normalbetrieb erlauben würde)?
 
Die Stationsberos sind sicher auch Sicherheitsberos, da sie für die gesammte DFS und Blocküberwachung so wie für die KKP messung verantwortlich sind.
Das ist zumindest genau so wichtig wie die überwachung der Seillage.

Ich habe vor ca. 3 Wochen 10 Stück für mein Lager bestellt und musste 550 euro dafür zahlen.

Gekauft bei Siemens Innsbruck!
 
Besten Dank für die Infos. Habe mich kürzlich nicht gross mit Netto-VKP auseinandergesetzt und es werden ja auch immer mehr sicherheitsorientierte Komponenten eingesetzt. Weiss jemand, ob der RPD Sicherheits-Feldbus auf einem normierten Sicherheits-Feldbus basiert (zumindest protokollmässig gesehen)?
 
Zurück
Oben