Sonntagsblick, 11.02.07
Russen kaufen Göschenen auf
Der «Löwen» und das «De la Gare» in Göschenen haben ihre goldenen Zeiten längst hinter sich. Seit Jahren stehen sie leer. Jetzt gehören sie einer Investorengruppe rund um den gebürtigen Russen Wladislaw Postoupalski. Und wenn alles klappt, erhofft er sich auch den Zuschlag für die alte Jugendherberge, wie er gegenüber SonntagsBlick bestätigt. Eine halbe Million Franken für 405 Quadratmeter Wohnfläche - ein Schnäppchen.
Entsprechend brodelt es in der Göschener Gerüchteküche: Kaufen Spekulanten Göschenen auf? Wladislaw Postoupalski wiegelt ab: «Die ganze Region ist wunderbar wild, wunderschön jungfräulich. Ein fantastischer Ferienort.» Er beabsichtige nicht, die gekauften Gebäude zu Spekulationsobjekten zu degradieren. «Wir wollen hier investieren.» Was genau daraus werden soll, lässt er offen. Göschenen liege gleich zweifach zentral: Erstens sei man in wenigen Minuten in Andermatt, wo der ägyptische Milliardär Samih Sawiris ein neues Ferienresort in die Hochebene des Urserentals pflanzt. Natürlich spiele dieses Grossprojekt auch für ihn eine Rolle, sagt Postoupalski. Und zweitens sei die ganze Region weniger abgelegen als Zermatt oder St. Moritz. In einer Stunde sei man am Lago Maggiore oder im Grossraum Zürich.
Dass es der russischen Investorengruppe ernst ist, glaubt auch Ferdinand Muheim, Metzgermeister in Andermatt, mit legendärem Beziehungsnetz bis hinauf in die kirchlichen und politischen Spitzen Russlands. Allein wegen des Denkmals des russischen Generals Suworow kämen jährlich Tausende Russen n die Schöllenenschlucht. Aber Andermatt hat zu wenig Unterkünfte.» Auch die Göschener Gemeindepräsidentin Trudy Banholzer freut sich über das erhoffte neue Leben im Dorf. «Für Göschenen sind diese Investitionen sehr wichtig.» An Spekulation glaubt auch der langjährige FDP-Präsident Franz Steinegger nicht. «Aber klar ist: Wenn das Sawiris-Projekt einmal steht, steigen hier die Immobilienpreise allgemein - auch in Göschenen.»
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Auch ein deutsches Paar hat ein uraltes Hotel aufgekauft... Da scheint wirklich wieder Leben in ein vom Aussterben bedrohtes Dorf zu kommen. Einen seheneswerten Bericht ist auch in "10 vor 10" auf SF1 am Montag 12.02.07 erschienen, s. www.sf.tv/sf1/10vor10/
Russen kaufen Göschenen auf
Der «Löwen» und das «De la Gare» in Göschenen haben ihre goldenen Zeiten längst hinter sich. Seit Jahren stehen sie leer. Jetzt gehören sie einer Investorengruppe rund um den gebürtigen Russen Wladislaw Postoupalski. Und wenn alles klappt, erhofft er sich auch den Zuschlag für die alte Jugendherberge, wie er gegenüber SonntagsBlick bestätigt. Eine halbe Million Franken für 405 Quadratmeter Wohnfläche - ein Schnäppchen.
Entsprechend brodelt es in der Göschener Gerüchteküche: Kaufen Spekulanten Göschenen auf? Wladislaw Postoupalski wiegelt ab: «Die ganze Region ist wunderbar wild, wunderschön jungfräulich. Ein fantastischer Ferienort.» Er beabsichtige nicht, die gekauften Gebäude zu Spekulationsobjekten zu degradieren. «Wir wollen hier investieren.» Was genau daraus werden soll, lässt er offen. Göschenen liege gleich zweifach zentral: Erstens sei man in wenigen Minuten in Andermatt, wo der ägyptische Milliardär Samih Sawiris ein neues Ferienresort in die Hochebene des Urserentals pflanzt. Natürlich spiele dieses Grossprojekt auch für ihn eine Rolle, sagt Postoupalski. Und zweitens sei die ganze Region weniger abgelegen als Zermatt oder St. Moritz. In einer Stunde sei man am Lago Maggiore oder im Grossraum Zürich.
Dass es der russischen Investorengruppe ernst ist, glaubt auch Ferdinand Muheim, Metzgermeister in Andermatt, mit legendärem Beziehungsnetz bis hinauf in die kirchlichen und politischen Spitzen Russlands. Allein wegen des Denkmals des russischen Generals Suworow kämen jährlich Tausende Russen n die Schöllenenschlucht. Aber Andermatt hat zu wenig Unterkünfte.» Auch die Göschener Gemeindepräsidentin Trudy Banholzer freut sich über das erhoffte neue Leben im Dorf. «Für Göschenen sind diese Investitionen sehr wichtig.» An Spekulation glaubt auch der langjährige FDP-Präsident Franz Steinegger nicht. «Aber klar ist: Wenn das Sawiris-Projekt einmal steht, steigen hier die Immobilienpreise allgemein - auch in Göschenen.»
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Auch ein deutsches Paar hat ein uraltes Hotel aufgekauft... Da scheint wirklich wieder Leben in ein vom Aussterben bedrohtes Dorf zu kommen. Einen seheneswerten Bericht ist auch in "10 vor 10" auf SF1 am Montag 12.02.07 erschienen, s. www.sf.tv/sf1/10vor10/