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Schauinslandbahn wird saniert

Können die ihre Sanierung nicht im Sommer durchführen?
Seit Jahren will ich die Kaltwasserabfahrt mit ihren 800 Höhenmetern fahren, und nun wird es wieder nichts ... :wink:

Das im Presseartikel genannte Jahresdefizit ist für eine Seilbahn, die wegen der Autostraße zum Schauinsland-Gipfel theoretisch gar nicht gebraucht wird, erschreckend hoch. 8O
 
Die Kaltwasserabfahrt kannst Du auch ohne Bahn fahren es werden ja Busse eingesetzt.

Allerdings muss man sich schon fragen wie man 3 Mio in eine Anlage investiert welche jährlich 700.000.-- Euro minus einfährt, die bräuchten ja etwas da doppelte an fahrgästen nur um mit einer 0 auszulaufen und nochmal etwa 100.000 Fahrgäste jährlich damit sich die Investition rechnet :?: :roll: :?:
 
Allerdings muss man sich schon fragen wie man 3 Mio in eine Anlage investiert welche jährlich 700.000.-- Euro minus einfährt, die bräuchten ja etwas da doppelte an fahrgästen nur um mit einer 0 auszulaufen und nochmal etwa 100.000 Fahrgäste jährlich damit sich die Investition rechnet

Tja, das gibt es halt nur in Deutschland und, was die Standseilbahnen anbetrifft, bei den Eidgenossen.

In Deutschland nennt man das Ganze Quersubventionierung und funktioniert nur bei Bahnen, die in Verkehrsunternehmen integriert sind. Unsere Dresdner Bergschwebebahn als älteste Bergschwebebahn der Welt kann auch nur durch dieses Prinzip erhalten werden. Zwischen Tal- und Bergstation verkehrt auch die Buslinie 84 im täglichen Verkehr, trotzdem wird die Bahn als historisches Denkmal für Einheimische und Touristen erhalten. Für Frühjahr 2013 steht ebenfalls eine größere Betriebspause an, da umfangreiche Arbeiten am Antrieb erfolgen.

Man sollte froh sein, dass derartige Anlagen überhaupt noch erhalten werden und nicht, wie z.B. in Österreich oder auch Südtirol üblich, alles "vermodernisiert" bzw., wenn es sich nicht rechnet, stillgelegt wird.

Dresdner
 
Naja Steuergelder Verschwendung und unsere Kinder werden mit Erdberen aus China gefüttert weil kein Geld vorhanden ist. Das passt alles nicht mehr zusammen !
 
Achtung, OT.

@msf: Die deutschen (oder österreichischen oder whatever) Erdbeeren, die jetzt noch reif sind, zeigst du mir bitte. Allein die Tatsache, dass Ende September ein Erdbeerdessert geliefert wird, ist bisschen strange. Das passt einfach nicht in die Jahreszeit, die Erdbeersaison ist vorbei. Daher hinkt der Vergleich schon ziemlich :-)
 
msf schrieb:
Naja Steuergelder Verschwendung und unsere Kinder werden mit Erdberen aus China gefüttert weil kein Geld vorhanden ist. Das passt alles nicht mehr zusammen !

Lassen wir das Schulessen mal außen vor und kommen zum "Thema Verschwendung".

Es gibt eine Unzahl kommunaler Aufgaben, die bezuschusst werden. Das reicht von den Opernhäusern über Orchester, Bibliotheken, Museen, Schwimmbäder bis hin zum ÖPNV. Jede Kommune entscheidet über Prioritäten, dabei gibt es sicher auch Verschwendung, wie bei uns in der Stadt die millionenschwere Förderung der Forsythe Company (http://www.theforsythecompany.com/thecompany.html), die kein Mensch braucht, die aber einige prominente Fürsprecher hat.

ÖPNV ist immer ein Zuschussgeschäft (damit er für alle bezahlbar ist) und seine Kosten werden durch Zuschüsse des Bundes, der Länder sowie der Kommunen, durch die Fahrgeldeinnahmen sowie durch Quersubventionen z.B. der Stadtwerke gedeckt. Dass dabei ein geringer Anteil für den Erhalt historischer Anlagen abfällt, die dazu noch einen innerstädtischen Beförderungsauftrag erfüllen, ist aus meiner Sicht keine Verschwendung, sondern im Sinne künftiger Generationen, die das historische Erbe auch erleben sollen.

Dass derartige Quersubventionierungen auch in anderen Ländern an der Tagesordnung sind (und hiermit korrigiere ich meinen obigen Beitrag), zeigt das Beispiel Südtirol. Vergleiche einfach mal die Einzelfahrpreise der folgenden, vergleichbaren Bahnen:
Rittnerbahn Bozen (ÖPNV) - Ifingerseilbahn Meran 2000 (privat)
Kohlernbahn Bozen (ÖPNV) - Vigiljochbahn (privat)
Jenesienbahn Bozen (ÖPNV) - Seilbahn Verdins-Tall (privat).

Dresdner
 
Könnte man auf der Schauinslandstrasse Maut einführen um der Gondelbahn etwas bessere Karten zu geben?
 
Delirium schrieb:
Achtung, OT.

@msf: Die deutschen (oder österreichischen oder whatever) Erdbeeren, die jetzt noch reif sind, zeigst du mir bitte. Allein die Tatsache, dass Ende September ein Erdbeerdessert geliefert wird, ist bisschen strange. Das passt einfach nicht in die Jahreszeit, die Erdbeersaison ist vorbei. Daher hinkt der Vergleich schon ziemlich :-)



Da die Erdberen ja seit Juni gefroren sind könnte man auch deutsche einfrieren aber die sind teurer, aber lassen wir das war ja nur ein Beispiel. Trotzdem passt es nicht in unsere Zeit soviel Geld Jahr für Jahr in eine Anlage zu stecken die kein Mensch braucht da die Straße auf den Schauinsland besser ausgebaut ist als so manche deutsche Autobahn 8O und selbst im Winter nutzen die Skifahrer die Bahn nicht als Zubringer sondern fahren lieber mit dem Auto hinauf.


@ dresdner : wie kommst Du denn darauf dass es sich um eine innerstädtische Beförderungsauftrag handelt ?
 
msf schrieb:
@ dresdner : wie kommst Du denn darauf dass es sich um eine innerstädtische Beförderungsauftrag handelt ?

Die Stadt beauftragt einen Anbieter, in diesem Fall die VAG Freiburg, mit konkreten Beförderungsleistungen für Bus, Stadtbahn, Bergbahn und ggf. auch S-Bahn und Fähren (falls sie diese in Freiburg brauchen).
Diese Aufträge sind sehr konkret und sie enthalten, um nur einmal das Beispiel Stadtbus zu nennen, Streckenführung mit allen Haltestellen, Einsatzzeiten, Taktdichte, qualitative Ansprüche an die Busse (z.B. Anbindung an das RBL) bis hin zu der Festlegung, wann Standardbusse und wann Schubgelenkbusse einzusetzen sind.

Was die Bergbahn betrifft wird beauftragt, zu welchen Zeiten in welcher Taktfolge zu fahren ist.

An diesen Auftrag ist der Auftragnehmer, also in unserem Beispiel die VAG zwingend gebunden. Sie hat den kommunalen Beförderungsauftrag zu erfüllen. Egal, ob alle Ziele im Stadtgebiet oder, wie bei der Bergbahn ggf. außerhalb liegen (meine obige Formulierung sollte deshalb besser "kommunaler Beförderungsauftag" lauten). Dabei ist es unerheblich, ob vorwiegend Einheimische oder Touristen befördert werden.

Die Schauinslandbahn ist eines der Markenzeichen Freiburgs, zudem bekennt sich die Kommune - als freiwillige kommunale Aufgabe - zum Erhalt der ersten Großkabinenumlaufbahn für den Personentransport. Die Stadt hat damit aber auch die Sicherheit, mit diesem Pfund bei der touristischen Vermarktung der Kommune dauerhaft werben zu können.

Dresdner
 
Schon interessant, dass ausgerechnet hierzulande historische Seilbahnen offenbar wesentlich mehr gelten als in manchem Seilbahnland...
 
GMD schrieb:
Könnte man auf der Schauinslandstrasse Maut einführen um der Gondelbahn etwas bessere Karten zu geben?
Die Einführung einer Maut ist nicht erforderlich. Von Freiburg aus führen zwei Straßen zum Schauinsland; einfach mal in GE/Google Maps nachschauen. Man könnte die (unter der Seilbahntrasse verlaufende!) Landesstraße L124 zwischen der Seilbahn-Talstation Horben und dem Schauinsland-Gipfel problemlos komplett sperren, so wie man es am Belchen getan hat. Das würde der Seilbahnauslastung wahrscheinlich schon ein wenig helfen. Die Straßenanbindung der Skigebiete Hofsgrund und Haldenköpfle sowie der Streusiedlungen am Schauinsland-Südwestrücken wäre dann von Freiburg aus immer noch über die Landesstraße L126 (über Kirchzarten und Oberried) und den Rest der L124 südlich des Gipfels gewährleistet. Die L126 ist von Freiburg aus ohnehin besser zu fahren als die L124. Und der Gipfelbereich des Schauinsland muss nicht per Straße erschlossen sein.

Aber in Deutschland hat ja "freie Fahrt für freie Bürger" Priorität, und so verkommt das Thema "Sperrung der Schauinslandstraße" zum reinen Politlobby-Zankapfel und albernen Statements wie diesem.
 
Naja wäre ja noch schöner dass eine Landstraße wegen einer Seilbahn gesperrt wird. Die Straße auf den Belchen ist was anderes das ist ja am Gipfel fertig und keine durchgangsstrecke . Die Schauinslandstraße ist ja auch eine Verbindung in Richtung Wiesental die Strecke besteht ja keineswegs wegen der Skigebiete bzw. der dort liegenden Ortschaften. Ich muss ca. 1 mal im Monat von Feiburg ins Wiesental ( Todtnau ) und fahre grundsätzlich über den Schauinsland ( ist auch von der Aussicht sehr schön ) .
 
Interessehalber die Frage: Was war eigentlich zuerst da - Schauinsland-Seilbahn oder Schauinsland-Straße?

[Edit] Googeln macht froh. Schon ab 1923 wurden Bergrennen auf der Schauinslandstraße L124 ausgetragen, und die Seilbahn wurde erst 1930 gebaut. So ist das halt mit Seilbahnen, die auf einen straßenerschlossenen Berg führen: Spätestens mit Einsetzen der Massenmotorisierung ab ca. 1965 muss man sich nicht wundern, warum die Seilbahn weniger nachgefragt wird als es möglich wäre.
 
GMD schrieb:
Könnte man auf der Schauinslandstrasse Maut einführen um der Gondelbahn etwas bessere Karten zu geben?

Denke das ist eine sehr einseitige Sichtweise!

Ich weiss es nicht genau, aber ich gehe davon aus, dass die Strasse Gemeinde- oder Landeigentum ist und die Seilbahn eine eigene Gesellschaft ist.
Wenn dem so ist, dann ist die Forderung nicht real, denn wenn man bei der Seilbahn anfängt, diese dadurch indirekt zu fördern muss man jedes schwächelnde Unternehmen fördern, wie soll das gehen?
Ausserdem ist die Strasse soweit ich das in Erinnerung habe ine Verbindungsstrasse, die nach dem Gipfel weitergeht, wo die Seilbahn endet. Warum soll also der, der die Verbindung nutzen will oder muss was zahlen, weil es einem Betrieb, der die halbe Strecke nur abdeckt nicht gut läuft?
 
Es gibt ja immer noch die L126, welche die betroffene L124 grösstenteils ersetzen könnte (siehe Harzwinters posting). Soviel ich weiss gehört der grösste Teil der Aktien der Schauinslandbahn der Stadt Freiburg, so gesehen wäre das kein versteckte Unterstützung eines privaten Unternehmens.
 
Warum soll also der, der die Verbindung nutzen will oder muss was zahlen, weil es einem Betrieb, der die halbe Strecke nur abdeckt nicht gut läuft?
Dass der Betrieb nicht gut läuft ist nur einer von vielen Aspekten bei dem Thema. Wichtiger ist der Ansatz, den Massen-Individualverkehr aus den Gipfelregionen eines Mittelgebirges und damit eines Erholungsgebiets zu entfernen, wenn das über bereits bestehende Infrastruktur möglich ist. Als die Schauinslandstraße gebaut wurde (1920er Jahre?), hat ja niemand geahnt, dass darüber 90 Jahre später täglich tausende von Pkws fahren, Motorräder Dauerlärm erzeugen und im Gipfelbereich große Parkplätze benötigt würden. Das Problem besteht so ähnlich am Blauen, am Kandel, am Brend, an der Schwarzwaldhochstraße, der Teufelsmühle usw. Nur gibt es dort leider keine Seilbahn, die den Touristen-Individualverkehr übernehmen könnte.

Die Entfernung Freiburg Stadtmitte - Schauinslandgipfel über die Schauinslandstraße L124 beträgt 16,6 km / 21 min, über die L126 (Kirchzarten / Oberried) 26,4 km / 28 min. Das ist zwar ein Drittel mehr, aber es sind nur 7 Minuten. Wer die Schauinslandstraße täglich als Arbeitsweg benutzen muss, wird den zeitlichen Mehraufwand bei Benutzung der L126 ablehnen. Für alle anderen finde ich es zumutbar.

[Edit] Hier noch eine Visualisierung des Ganzen. Klick aufs Vorschaubild führt zur Großansicht. Rot ge-Xt ist die die Schauinslandstraße L124 / nördlicher Teil. Die gesamte Infrastruktur am Schauinsland bis auf die Seilbahnbergstation und das Bergwerksmuseum am Gipfel bliebe per L126 über Kirchzarten/Oberried erreichbar, also Haldenhotel. Skilifte Hofsgrund, Gießhübel, Sonnhalde, Verbindung ins Münstertal usw.. Seilbahnbergstation und Bergwerksmuseum wären mit gewaltigen ;) 400 m Fußweg ab Parkplatz nach wie vor erreichbar ... Zusätzlicher Fahrzeitaufwand über L126 ab Freiburg sage und schreibe 7 Minuten! Der Schauinsland wäre wieder ein Berg ohne Autos, und die Seilbahn hätte ein Alleinstellungsmerkmal. Für mich wär's das wert.

 
@ Harzwinter: Deine Berechnungen berücksichtigen leider den Verkehr in Freiburg nicht, die Zeiten sind nicht zu ereichen spielt aber auch keine Rolle denn für den Durchgangsverkehr z.B. nach Todtnau müssen die wo außenrum fahren ja nicht zum Schauinsland die können dann den direkten Weg nehmen und sind gleich schnell allerdings nur ohne Verkehr z.B. nachts aber da läuft die Bahn ja nicht.... Man darf nicht vergessen dass die Schauinslandstrecke ein Traum für jeden leidenschaftlichen Autofahrer und unter Woche auch für Motoradfahrer ist. Es ist nicht im Gespräch die Strecke zu sperren und deshalb müssen wir nicht darüber spekulieren, fakt ist dass die Bahn seit Jahrzehnten dem Steuerzahler ein Vermögen kostet ! Mir geht es darum dass für unseren Nachwuchs kein Geld da ist wenn ich mir da nur die Sanitäen Anlagen in der Schulsporthalle bei uns im Ort anschaue da hört es bei mir auf, weshalb ich auch zu dem sicher etwas überzogenem Beispiel mit den Erdberen kam :D :

Ich habe nichts dagegen dass Skigebiete oder Berbahnen Zuschüsse bekommen z.b für neue Anlagen oder Beschneiungsanlagen aber dann bitte mit dem Ziel das diese durch den Zuschuss Konkurenzfähig werden und das zum verdienen bringen, aber dieser Zuschuss ändert nicht an der Zukunft der Bahn und es wird weiterhin Verluste geben.
 
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