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Schnee aus allen Rohren!!!

Im Schwarzwald hat das Seibelseckle mit der Beschneiung begonnen. Meines Wissens der erste Hang im Schwarzwald?!
 
Seibelseckle kam schon weiter oben 😉 aber Unterstmatt ist inzwischen auch dabei. Mit neuem Teich und neuen Kanonen.
 
Da sind die Gebiete des Nordschwarzwald es aber ziemlich früh dran... hoffentlich nicht zu früh.
 
Kann man angesichts des kurzen Schneifensters eigentlich davon ausgehen, dass die Schnee Qualität eher bescheiden ist?
 
Warum denn das? Kommt ja nicht auf die Länge darauf an. Wird nur einen Einfluss auf die Menge haben ;) Kalt ist es ja auch. Einfach kürzer.
 
Weil man vor allem Wert auf Durchsatz und Menge legen wird?
 
Generell wird die Grundbeschneiung mit eher geringer Schneequalität, d.h. relativ nassem Schnee durchgeführt. Dieser Schnee wird schon bei erster Bearbeitung recht kompakt, sodass sich dieser im weiteren Verlauf nicht weiter verdichtet bzw. Lufteinschlüsse bildet. Unregelmäßigkeiten im Gelände können hiermit sehr gut ausgeglichen werden. Natürlich ist er auch als Grundlage mit hoher Haltbarkeit von Vorteil.
 
Das Thema ist halt auch grundsätzlich mega komplex und hängt von so vielen Faktoren ab. Nur ein Beispiel am Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl: Hochgurgl hat von Haus aus keine Lanzen im Einsatz, Obergurgl hat dagegen (vorallem) im Bereich Festkogel sehr viele Lanzen. In den letzten Jahren hat man da zum Saisonbeginn immerwieder krasse Unterschiede in der Pistenbeschaffenheit bemerkt.
Gerade bei älteren Lanzenanlagen ist es besser, wenn man den Schnee nach der Produktion erstmal eine Zeit lang liegen lässt und "entfeuchtet", da dieser von Grund aus sehr nass ist. Diese Zeit hat man aber in diesem Jahr wiedermal nicht, sodass man davon ausgehen kann, dass in den Lanzenbereichen die Piste sehr eisig sein wird. Die Propellerkanonen produzieren dagegen von Anfang an trockeneren Schnee, da dieser dort wesentlich länger in der Luft ist.
In Obergurgl kann man den Unterschied meistens ziemlich gut erkennen. Am Plattach stehen Propeller, hier ist die Piste oft richtig griffig und super zu fahren und dann fährt man über Festkogel Richtung Topexpress und die Piste wird zur Eisbahn.
In Ischgl wird man am nächsten Wochenende wahrscheinlich wieder das selbe Phänomen beobachten können.
Natürlich nutzen die meisten zur Grundbeschneiung etwas nasseren Schnee, aus den schon von Basti beschriebenen Gründen.

Aber grundsätzlich ist die Gefahr zur schlechteren Schneequalität zu Gunsten der Menge aktuell schon groß, vorallem bei den Gletschergebieten und jenen Gebieten, die am nächsten Wochenende aufsperren wollen.
 
Gerade bei älteren Lanzenanlagen ist es besser, wenn man den Schnee nach der Produktion erstmal eine Zeit lang liegen lässt und "entfeuchtet", da dieser von Grund aus sehr nass ist.

Diese Vorgehensweise ist unabhängig vom Schneeerzeuger ratsam. Wir lassen (wenn möglich) alle "nassen" Haufen einen Tag ruhen. Wie schon gesagt, läuft das nicht gefohrene Wasser nach unten ab. Der Schnee ist dann auch schon wesentlich stabiler und lässt sich mit der Maschine besser bearbeiten. Wenn man einen nassen Kunstschneehaufen direkt vor Skibetrieb aufschiebt bzw. anwalzt, verwandelt sich die Piste direkt in eine bockharte Eisbahn, was viele von den ersten Saisontagen kennen. Dies reguliert sich allerdings relativ schnell wieder, wenn man diesen Schnee am nächsten Tag gründlich auffräst. Nach mehrmaliger Bearbeitung pulvert auch dieser Schnee auf und erzeugt eine griffige Piste.
Die Propellerkanonen produzieren dagegen von Anfang an trockeneren Schnee, da dieser dort wesentlich länger in der Luft ist
Die einstellbaren Schneequalitäten 5-9 erzeugen bei Propellermaschinen und Lanzen einen hohen Ausstoß an Nassschnee (geringe Abweichungen je nach Maschinenhersteller unbeachtet). Die Stufen 1-4 erzeugen dann den trockneren Schnee, welcher sich in großen Mengen nur schlecht zur Grundpräparation eignet (geringe Bindung). Durch die jeweilige Wurfweite hat man im Randbereich unterschiedliche Abstufen der Schneequalität bis hin zu Pulverschnee. Bei einer Lanze ist dieser Randbereich eben sehr klein. Doch prinzipiell lässt sich auch mit einer Lanze trockener Schnee produzieren, dann aber mit einer entsprechend geringen Ausbeute. Sölden setzt beispielsweise nur auf Propellermaschinen, da die Menge und Qualität des produzierten Schnees höher ist als bei Lanzenanlagen.
Doch spielen bei der Auswahl der geeigneten Anlage viele Randfaktoren mit ein, die es je nach Gegebenheit zu berücksichtigen gilt.
 
Kann man bei -10° mit Lanzen oder Kanonen überhaupt noch nassen Schnee herstellen (ohne jetzt die Kanone extra tief einzustellen vom Wurfwinkel).? Ich würde annehmen wenn es so richtig kalt ist wie heute oberhalb 2000m, dann wird der Schnee einfach relativ pulvrig - selbst bei maximaler Durchflussmenge.
 
Auch wenn das jetzt etwas OT geht.....

Ja, bei -10°C ist das mit einem ensprechend hohen Wasserdurchsatz durchaus möglich. Eine TF10 z.B. schluckt dann bei einer Schneequalität von 7-9 über 7l/s. Das Maximum liegt glaube ich bei 10l/s. Das konnten wir im Test jedoch nie ausfahren. Bei Windstille kann man dann zusehen, wie der Berg wächst :D

Diesen Berg Nassschnee (Schneequalität 8 ) haben wir mit einer Sufag Compact bei -12°C in 10h produzieren können.
20170107_084606mrj87.jpg


Und das passiert, wenn man den nassen Schnee direkt aufschiebt. Er bildet dann nicht nur auf der Piste einen Eispanzer :rolleyes:
20170107_104013zrj3y.jpg
 
Genau wegen qualifizierten Beiträgen von Menschen, die Ahnung davon haben was sie tun, mag ich das Forum :-D

Danke @basti.ethal. Gerne mehr davon...
 
Das heißt dann das nach der Grundbeschneiung nur noch versucht wird Schnee der Qualität 1-4 zu erzeugen ?
Denn im Januar wenn nachts die Kanonen laufen, gibt es ja meist keine Möglichkeit diesen einen Tag liegenzulassen.
 
Genau, wenn nur noch nachbeschneit werden muss, dann meist relativ trocken und bei Propellerkanonen mit großen Schwenkwinkeln. Somit verteilt sich der Schnee großflächig und ein Vereisen der Pisten kann vermieden werden. Die Ausbeuten sind dann aber auch entsprechend geringer. Entweder wird dann vor Skibetrieb nochmal kurz angewalzt oder der neu produzierte Schnee einfach liegen gelassen. In beiden Fällen hat man jedoch ein griffige Piste, die sich allerdings auch schnell zu Buckeln auffahren kann. Für mich persönlich kommt die Befahrung einer relativ steilen, frisch nachbeschneiten Piste auf der Favoritenliste direkt nach dem Tiefschnee :D
 
basti.ethal schrieb:
Ja, bei -10°C ist das mit einem ensprechend hohen Wasserdurchsatz durchaus möglich. Eine TF10 z.B. schluckt dann bei einer Schneequalität von 7-9 über 7l/s. Das Maximum liegt glaube ich bei 10l/s. Das konnten wir im Test jedoch nie ausfahren. Bei Windstille kann man dann zusehen, wie der Berg wächst :D
Müssten 12 l/s bei T60/TF10 sein, bei T40/M18/Piano max. 7,9 l/s und bei der M12 sogar nur 5 l/s.
Den Maximaldurchsatz wird man vermutlich nur bei wie gesagt hoher Schneequalität und bei um -20 °C erreichen. Ob die 12 l/s dann wirklich nur bei Schneequalität 9 und -25°C (tiefste Betriebstemperatur bei TA) erreicht werden, würde mich auch mal interessieren, auch wenn es arg praxisfern ist...

Genau, wenn nur noch nachbeschneit werden muss, dann meist relativ trocken und bei Propellerkanonen mit großen Schwenkwinkeln. Somit verteilt sich der Schnee großflächig und ein Vereisen der Pisten kann vermieden werden.
Wobei ein recht großer Schwenkwinkel bei der Erstbeschneiung auch sinnvoll sein kann, wenn das Schneifenster groß genug ist. Vom nachträglichen Verschieben wird der Schnee ja auch nicht mehr...
 
Mutig, mutig... Jauerling beschneit auch!
 
Kurze Frage hier an die Experten: Bis zu welcher Windstärke macht es im "Normalfall" Sinn zu beschneien?
 
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