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Seilbahn Weissenstein will Gondelbahn bauen

:wink:

Das Fricktal erhält seine erste Seilbahn: Die Gemeinden Mettauertal und Gansingen haben die alte Weissenstein-Sesselbahn gekauft. Ab Frühling 2011 wird sie die Besucher zum geplanten Cheisacherturm befördern. Am Donnerstag informieren die Behörden um 17 Uhr beim Gemeindehaus Gansingen.

http://www.nfz.ch/2010/04/per.html
 
Olé, das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht! Alle sind Glücklich. Die Nostalgiker und auch die WSAG, dass sie jetzt endlich ihre Gondelbahn bauen können. Die letzte VR101 bleibt der Schweiz bleibt der Schweiz erhalten.Mich würde jetzt nur einmal interessieren, wie lang die neue Trasse wird und ob sie auch wieder die Mittelstation haben wird.

mfg Meteorus
 
1. April.... oder?
 
Ach Gott, darüber hatte ich gar nicht nachgedacht.

mfg Meteorus
 
Eine neue Medienmitteilung des SHS:

Im Rahmen des Konzessionierungsverfahrens für eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein stellte der Schweizer Heimatschutz (SHS) im vergangenen Jahr den Antrag, das Bundesamt für Verkehr (BAV) habe in den Ausstand zu treten. Dem Antrag wurde nicht stattgegeben. Nach Zusicherungen des BAV sieht der SHS jedoch keinen Grund für einen Weiterzug des Entscheides an das Bundesverwaltungsgericht.
Reichlich spät, im August 2009, reichte die Seilbahn Weissenstein AG beim BAV ein Konzessionsgesuch für eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein ein. Der SHS stellte in diesem Verfahren das Begehren, das BAV habe wegen seiner Befangenheit aufgrund früherer Stellungnahmen in den Ausstand zu treten. Das Verfahren sei durch eine andere Instanz zu führen, denn nur so sei eine unvoreingenommene und objektive Beurteilung des Gesuches möglich. Am 2. März 2010 lehnte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation das Begehren des SHS ab. Im Nachgang zu diesem Entscheid sicherte das BAV dem SHS schriftlich zu, bei der weiteren Prüfung des Konzessionsgesuches die Beurteilung der sicherheitstechnischen Belange klar von den regalrechtlichen zu trennen.

Die Frage nach der getrennten Beurteilung dieser Aspekte ist für den SHS deshalb entscheidend, weil in Fachkreisen unbestritten ist, dass die historische Anlage sicher weiterbetrieben werden kann. Es gibt kaum Zweifel daran, dass die historische Anlage nach einer umfassenden Revision wieder eine Betriebsbewilligung erhalten wird.

Vor diesem Hintergrund verzichtet der SHS auf einen Weiterzug des Ausstandsbegehrens an die nächsthöhere Instanz. Er konzentriert seine Kräfte zusammen mit dem Verein Pro Sesseli und der Stiftung Historische Seilbahn Weissenstein auf die Vorbereitung einer Instandstellung. Nach der Richtplangenehmigung durch den Bundesrat Mitte März ist klar geworden, dass das Neubauprojekt in der geplanten Form nur mit erheblichsten Mehrkosten und -aufwand realisiert werden kann.
 
Also wenn die Bahn je wieder läuft, dann muss ich sagen: Respekt! Und für einmal tönt es gar nicht so schlecht. Mal abgesehen von den eigentlichen Neubau/Umbaukosten: Auch wenn keine der beiden Bahnen am Ende rentabel betrieben werden könnte, bei der Sesselbahn finden sich mit Sicherheit genügend potente Sponsoren (sind ja tw. schon gefunden), während eine Gondelbahn wohl (praktisch) ohne "Goodwill-Sponsoring" auskommen und im schlimmsten Fall dann von den Steuerzahlern durchgefüttert werden müsste.
 
Nun scheint der Fall aber langsam aber sicher so klar wie die Scheibe einer neuen Omega-IV zu sein...
 
Falls es interessiert: Der Busersatzbetrieb wird frühenstens auf Anfang Sommerferien, das heisst hier etwa ab Mitte Juli, zustande kommen, wenn überhaupt, denn die Rentabilität wird sogar vom Kurhaus Weissenstein selbst in Frage gestellt.
 
Heute bei mir im Postfach gelandet:
Medienmitteilung
Solothurn/Bern, 19. Mai 2010

Historischer Sessellift Weissenstein (SO)

Übernahmeangebot und Wiederinbetriebnahme


Der Betrieb des historischen Sessellifts auf den Weissenstein wurde letzten November bedauerlicherweise von der Eigentümerin, der Seilbahn Weissenstein AG, eingestellt. Der Bau einer neuen Gondelbahn auf den Weissenstein ist unsicher. Der Schweizer Heimatschutz, Pro Sesseli und die Stiftung historische Seilbahn Weissenstein konkretisieren deshalb Ihr Übernahmeangebot und wollen die revidierte Bahn 2011 wieder in Betrieb setzen.


Abklärungen bei anerkannten Experten bestätigen, dass die historische Anlage des Sessellifts auf den Weissenstein saniert werden kann und nach einer umfassenden Revision wieder eine Betriebsbewilligung erhalten wird. Der Schweizer Heimatschutz und Pro Sesseli sind zusammen mit der Stiftung historische Seilbahn Weissenstein in der Lage, das einzigartige Baudenkmal zu übernehmen, seine Instandstellung durchzuführen und die Bahn sodann einer bestehenden Betriebsgesellschaft anzuvertrauen. Dazu haben sie sich mit verschiedenen Experten aus Technik, Betriebswirtschaft und Tourismus zusammen getan. Die Vorbereitungsarbeiten sind so weit voran geschritten, dass bereits in den kommenden Wochen der heutigen Eigentümerin, der Seilbahn Weissenstein AG ein konkretes Übernahmeangebot unterbreitet werden kann. Die Organisationen, so Heinz Rudolf von Rohr von Pro Sesseli „rechnen damit, dass nach einem Kauf die revidierte Bahn den Betrieb innerhalb eines Jahres wieder aufnehmen kann“.

Der Industrielle Hansjörg Wyss, Eigentümer der Medizinalfirma "Synthes", hat erneut seine früheren Aussagen bestätigt, dass er die Sanierung des historischen Sessellifts auf den Weissenstein mit einem namhaften Betrag unterstützen wird.

Ein ebenso klares Zeichen setzt der Schweizer Heimatschutz mit dem bekannten „Schoggitaler“. Die landesweite Sammelaktion im kommenden September steht unter dem Thema „Historische Verkehrsmittel“. Adrian Schmid unterstreicht, dass der Schweizer Heimatschutz bereit ist, „aus dem Erlös einen gewichtigen Beitrag an die Rettung des historischen Sesselliftes zu leisten“.

Für den Kauf und die Instandstellung steht die Stiftung Historische Seilbahn Weissenstein bereit. Deren Präsident, Thomas Schmid, weist darauf hin, dass der Kanton Solothurn bestätigt hat, „dass einer Steuerbefreiung der Stiftung im Falle einer Sanierung des geschützten Sesselliftes nichts mehr im Wege stehe“.

Der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz haben die rechtliche Situation ausführlich analysiert. Sie kommen zum Schluss, dass die erforderlichen Anpassungen für einen Neubau im BLN-Gebiet so gross wären, dass nach Raimund Rodewald von der Stiftung Landschaftsschutz, „wenig Aussicht auf eine Realisierung der geplanten neuen Gondelbahn bestehe“. Zudem fordert das Bundesrecht, dass für den Abbruch eines Denkmales von nationaler Bedeutung ein höher wiegendes nationales Interesse geltend gemacht werden muss. Ein solches Interesse ist nicht auszumachen.


Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz
Heinz Rudolf von Rohr, Präsident Pro Sesseli
Thomas Schmid, Präsident Stiftung historische Seilbahn Weissenstein
Raimund Rodewald, Geschäftsleiter Stiftung Landschafsschutz Schweiz

Ich drücke dem Projekt die Daumen :)
 
Kaufen können setzt verkaufen wollen voraus. Ich gehe davon aus, dass der jetzige Eigentümer einen Verkauf ablehnen wird. Denn das Gondelbahnprojekt wurde bekanntlich bezüglich Richt- und Nutzungsplan bereits von Kanton und Bund genehmigt.
 
Stur wie die sind, gehen sie lieber unter statt zu verkaufen und sich so noch vom sinkenden Schiff zu retten. So nach dem Motto alles oder nichts, sprich: Eine EUB oder gar keine Bahn.
 
Worauf liefe das im Endeffekt hinaus, wenn sie nicht verkaufen wollen? Abbauen dürfen sie ja aus Heimatschutzgründen nicht, und der geplante Neubau wird wohl aus Landschaftsschutzgründen auch ausbleiben müssen. Das heisst: alles stehen- und verlottern lassen?

NB:

Subject: Offenes Mikrofon im Regionaljournal Aargau/Solothurn
Heute Donnerstag, 20. Mai 2010, 17.30–18.00 Uhr:
"Das offene Mikrofon" im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radio DRS

Hörerinnen und Hörer können ins Studio in Aarau anrufen und ihre Meinung zum Thema "Weissenstein" allgemein, aber auch zur Auseinandersetzung und den Erhalt der Sesselbahn oder einer neuen Gondelbahn mitteilen.
Die Telefonnummer wird am Mittag nach 12 Uhr im Regionaljournal oder zu Beginn der Sendung bekannt gegeben.

Wir rufen alle am Weissenstein interessierten Personen auf, ihre Meinung zur brisanten Thematik anzubringen.

Heinz Rudolf von Rohr, Präsident ProSesseli
 
GMD schrieb:
Stur wie die sind, gehen sie lieber unter statt zu verkaufen und sich so noch vom sinkenden Schiff zu retten.

So wie ich die Lage überblicke, ist das Schiff - mit klarem, nicht nostalgisch sepiagetrübtem Blick betrachtet - nicht wirklich am sinken: Der vom Gesamtbundesrat genehmigte kant. Richtplan schliesst eine alte Bahn nicht explizit aus, beruft sich aber im Wesentlichen auf eine neue Bahn. Der kant. Nutzungsplan, der von Heimatschutz usw. nicht angefochten wurde (!!), legt - notabene nicht nur behörden-, sondern grundeigentümerverbindlich - die konzessionsrechtlich notwendige raumplanerische Grundlage für die neue Bahn. Es bestehen mithin nunmehr rechtskräftige Interessenabwägungen des Bundesrats und der solothurner Regierung. Das Plangenehmigungsverfahren ist beim BAV offenbar in Bearbeitung; mit Richt- und Nutzungsplanung ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt.
Schliesslich: Nach meinem Verständnis von Marktwirtschaft - und in einer solchen befinden wir uns meines Wissens immer noch - kann nur gekauft werden, was auch verkäuflich ist. Es können also noch so viele Übernahmeangebote dargebracht werden, es können noch so viele honorige Geldgeber angeschleift werden und Schulkinder wider Willen zum Schoggitalerverkaufen genötigt werden - die Bahn ist, wenn ich die Vertreter der Seilbahn AG in ihren aktuellen Stellungnahmen richtig verstehe, immer noch unverkäuflich.
Sodann: auch mit Zeitablauf und massivem "Gegränne" wird aus einem Gutachten, das der Bahn höchstens eine "Quasisanierbarkeit" attestiert, und das dem Bundesrat immerhin als Grundlage für den oben erwähnten Richtplangenehmigungsentscheid diente, und das vom Heimatschutz zur Hälfte finanziert wurde, nicht plötzlich Makulatur.

Nun fragt sich fürwahr, welches Schiff hier am Sinken ist...
 
Kakadu schrieb:
Worauf liefe das im Endeffekt hinaus, wenn sie nicht verkaufen wollen? Abbauen dürfen sie ja aus Heimatschutzgründen nicht, und der geplante Neubau wird wohl aus Landschaftsschutzgründen auch ausbleiben müssen. Das heisst: alles stehen- und verlottern lassen?
So wie ich den ganzen Ablauf verstanden habe wollte der Heimatschutz die Bahn schützen lassen. Nur die Behörden und Gerichte haben entschieden, das andere Interessen schwerer wiegen. Also steht die Bahn de facto nicht unter Heimatschutz.
 
Also wer jetzt die besseren Karten hat ist m.E. egal. Lächerlich finde ich das Verhalten der Seilbahn Weissenstein AG, der es anscheinend nur noch ums Prinzip "ich habe Recht" zu gehen scheint. Ernsthafte finanzielle Interessen können in dieser Gruppe kaum vorhanden sein, die neue Bahn wird nie Geld abwerfen (und wenn, dann nie so viel dass sich ein Investment in diese Anlage lohnen würde) und wohl im besten Fall eine schwarze Null schreiben. Wieso also den "Schrotthaufen" nicht zu Geld machen und sich freuen, dass irgend einer bereit ist, die nötigen Gelder ohne Gewinnforderungen in die Anlage zu stecken? Die geplante Gondelbahn ist ja auch nicht ein besonders revolutionäres Projekt, für welches es sich mit Herzblut zu kämpfen lohnt. Und dass sich einer von 120 in der Schweiz lebenden Milliardäre für das Sponsoring zur Verfügung stellt ist doch ein absoluter Glücksfall! Wird die Bahn von einer gut ausgestatteten Stiftung getragen, dann muss sie nur noch exklusiv, nicht aber rentabel sein (mal abgesehen davon, dass die Chancen auf Rentablilität bei der Sesselbahn nicht kleiner sind als bei der Gondelbahn)! Das ist ja wohl eine geniale Win-Win-Situation, insbesondere für so einen langweiligen Grashügel wie der Weissenstein.
 
Und ich bin absolut einer Meinung mit Pilatus. Kommt auch nicht jeden Tag vor :lol:
 
Und vielleicht hätte das Gezerre um die alte Bahn dem Sessellift und womöglich auch der Region drumherum so viel Publicity gebracht, dass die Besucherzahlen im Vergleich zu vor der Stilllegung sogar noch steigen würden. Ich denke schon, dass der ein oder andere Schweizer, der noch nicht auf dem Weissenstein war, dort mal vorbeischauen würde, nachdem das Tauziehen durch die Medien ging.
Ich als Deutscher kannte den Weissenstein vorher gar nicht und als Alpinforumler ist klar: Sollte die alte Anlage je wieder laufen, fahre ich dort ganz sicher vorbei!

Ich hoffe, dass das was wird. Bei den beiden Alternativen Neue/Alte Bahn sehe ich jedenfalls nur ein Konzept, für das es eine solide Finanzgrundlage gibt.

Lg,
Bastian
 
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