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Seilbahnunglück in Liberec (CZE) - ein Toter

Nachdem ich dank dem Tim Traveller wieder auf dieses Thema gestoßen bin, möchte ich es hier auch wieder aufgreifen.

Ich kenne die Gegebenheiten nicht, aber würde eine Umlaufbahn kapazitätsmäßig überhaupt Sinn ergeben? Ist/war die Pendelbahn auch Teil des Skigebietbetriebs? Für die Hotelbesucher allein kann ich mir nicht vorstellen, dass eine EUB wirklich Sinn macht.
 
Heute wurden 6 Varianten für die neue Bahn auf Ještěd presentiert - 10EUB, PB (50 bzw. 70er Kabinen) und 1-spuriges Funifor (80 bzw. 100er Kabine) und jeweils in bestehende und verlängerte (um ca. 700 m) Strecke. Bei Funifor Variante kann die bestehende Gebäude der Bergstation weiterverwendet werden, bei alle weitere Varianten wäre die Station komplett neu. Baubeginn frühestens Ende 2026.

https://www.liberec.cz/files/dokumenty/ostatni/02_sial_ld_jested_uprava.pdf
 
10EUB mit dem Vorteil der geringen Wartezeit macht nur Sinn, wenn das Skigebiet in Hinblick auf die nächsten 10 Jahre überhaupt betrieben werden kann. Der Gipfel ist nur 1012m hoch, da wird man in Zukunft nicht mehr viel Schnee erwarten können. Und selbst dann projektiert man die EUB nur mit 530 P/h. Und das bei vergleichsweise hohen Betriebskosten im Vergleich zu PB/Funifor.

Ich tippe daher auf PB oder Funifor. Eine Verlängerung zur Tram wäre sicher ein Vorteil für mehr Besucherfrequenz. Ich werde dort auf jeden Fall mal vorbeischauen!
 
Ist ein Unfalluntersuchungsbericht verfügbar? Kennt man die genauen Ursachen?

Der Fall wurde nicht gross diskutiert, da die Fangbremse ausschliesslich von Hand in der Kabine selbst ausgelöst werden konnte, dies ist wie erwähnt etwa vergleichbar mit einem PKW-Airbag, den man im Gefahrenfall per Knopfdruck von Hand auslösen muss. Dass die Nachrüstung einer Schlaffseilauslösng nicht zwingend durchgeführt wurde, ist aus elementärster sicherheitstechnischer Sicht absolut völlig unverständdlich.

BTW Bei gewissen modernen Poma sowie Leitner Pendelbahnen weist der Handhebel zur Auslösung der Fangbremse zwei getrennte Auslösestellungen für unterschiedliche Fangbremsenkräfte auf, als hätte man im Notfall überhaupt noch Zeit zu überlegen, ob man den Hebel 90° nach oben oder 90° nach unten betätigen sollte!
Ist vermutlich sogar vorschriftenwidrig, da last-resort Nothalt- sowie Not-Aus-Bedienelemente nur zwei Grundstellungen aufweisen dürfen: Nicht ausgelöst (betriebsbereit) sowie ggf. ausgelöst (sofern rastend). Nach dem Auslösen ist eine Rücksetzung von Hand vorort erforderlich und diese darf selbst keine gefahrenbringende Freigabe ermöglichen, d.h. nach einem Reset muss die Freigabe für eine gefahrenbringende Wiederaktivierung getrennt von Hand erfolgen.

In Sonderfällen sind im Ausgelöst Bereich zusätzliche Handbedienteil-Stellungen erlaubt, jedoch niemals z.B. Betriebsartwahlstellungen. Die Auslegung in der Praxis kann so subtil sein, dass sogar Sachverständige bei den Abnahmen gewisse Finessen übersehen. Ditto übrigens auch im ATEX Bereich, in der Schweiz sind sehr viele, insbes. kleine ATEX Anlagen nicht konform.
 
ATV schrieb:
Was soll das bringen? Wenn das Zugseil wie am Mottarone kurz von der Bergstation reisst beschleinigt das Fahrzeug je nach Bahn bis zur Stütze so stark, dass es egal ist ob auf der Stütze mit 100kmh in einen Puffer gedonnert oder in der Talstation.
Wieso einfach wenns auch kompliziert geht? Es gab auch Bahnen mit einem separaten Bremsseil.
Fakt ist, eine funktionierende Fangbremse nach Stand der Technik, hätte beide Fälle. Mottarone, wie auch hier am Jested Personenschaden verhindert.

Abgesehen davon, dass man die unterhalb der Stützen befindliche Kabine recht sicher stoppen kann (unabhängig von einer womöglich überbrückten oder defekten Fangbremse)... Ich hab so meine Zweifel, dass die Kabine in Italien so extrem beschleunigt hätte, wenn nicht zig Tonnen Seil schlagartig daran gezogen hätten.
Ohne diese Masse, die die Kabine schlagartig Richtung Tal zieht, würden neben dem deutlich kürzeren (und damit leichteren) Seilabschnitt oberhalb der Stütze nur noch Schwerkraft und die Reibung der Laufrollen auf dem Tragseil übrig bleiben (was die Chance für Überlebende zumindest etwas erhöhen könnte).
Mein Gedanke wäre im Endeffekt nur als zusätzliches Sicherheitssystem gedacht. Denn anscheinend (das haben die beiden anscheinend recht identischen Fälle ja gezeigt) sind Fangbremsen nicht immer und überall so perfekt (ob aus technischen Gründen oder einfach weil sie vom Personal deaktiviert/überbrückt wurden), wie sie es sein müssten.
 
Das Bremssystem wurde vor Jahrzehnten (!) ausgebaut, und das ist bei den Inspektionen durch die Behörde niemandem aufgefallen? Oder wurden die alle geschmiert?
 
stephezapo schrieb:
Das Bremssystem wurde vor Jahrzehnten (!) ausgebaut, und das ist bei den Inspektionen durch die Behörde niemandem aufgefallen? Oder wurden die alle geschmiert?
Der Text ist etwas falsch geschrieben. Nicht die Fangbremse wurde ausgebaut. Es wurde nur der Auslösemechanismus ausgebaut welcher die Fangbremse bei Schlaffseil auslösen würde. Man konnte die Fangbremse von Hand auslösen.
Wie man in diesem Zustand den Griff noch erreichen soll hat sich niemand gedacht.
https://youtu.be/z9ePAlICHRM?t=28

Jedenfalls hatten die Personen in der anderen Kabine mehr Glück als Verstand.
 
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