Der Mitmensch stand für ihn im Mittelpunkt
Seit Monaten kämpfte Heinrich Schultz gegen die Leukämie an. Am Samstag verlor er diesen Kampf.
Nur schwerlich konnte man sich seiner Ausstrahlung entziehen, wenn man neben ihm stand. Einerseits hatte man einen Mann mit einem untrüglichen Geschäftssinn vor sich. Andererseits umfing seinen Gesprächspartner die Aura eines Menschen, der zutiefst sozial gesinnt war.
Erst vor wenigen Wochen stellte er dies wieder unter Beweis. Eine allein erziehende Mutter im Zillertal lebte nicht nur mit ihren Kindern auf engstem Raum in einer zugigen Wohnung, der elfjährige Sohn ist zudem an Leukämie erkrankt. "Der Familie muss geholfen werden", sagte er sich, seit Monaten an derselben Krankheit leidend, und setzte alle Hebel in Bewegung.
Heute wohnt die Familie in einer hellen, 94 Quadratmeter großen Wohnung. Der am 31. Juli 1941 Geborene war ein unermüdlicher und beinharter Geschäftsmann, der neben seinen Liftbetrieben auch ein erfolgreiches Immobilienunternehmen führte.
Dem Bezirk Lienz gab Heinrich Schultz entscheidende Impulse für den Aufbau einer Wintersaison. 1989 baute er den Thurntaler bei Sillian als Skiberg aus, später übernahm er die Goldried-Bergbahnen von Matrei.
In Oberkärnten machte Schultz aus dem Wurtenkees das einzige Skigebiet südlich des Tauernhauptkamms, den "Mölltaler Gletscher". Er übernahm auch das Skigebiet Ankogel in Mallnitz und beteiligte sich am Goldeck in Spittal. Im Zillertal baute er das Skigebiet Hochzillertal auf.