Ein paar kurze Infos zum Vorfall. Zu sehr ins Detail werde ich aber weiterhin nicht gehen können da wir klare regeln haben wer nach aussen was zu sagen hat und wer nicht.
Die Seilentgleisung war um ca.13.30 an der Stütze 3 auf der Talseite.
Talwärts waren keine Gäste unterwegs, Bergwärts fast voll besetzt.
Stütze 3 ist ein ziemlich langer Nierderhalter. Die Stützen 2 und 4 sind jeweil ca. 50m unterhalb und oberhalb von der 3.
Zum Zeitpunkt des Vorfalls macht ich Mittagsablösung in der Bergstation und war seit ca. 30min dort anwesend. Von der Bergstation aus hat man allerdings nur Sicht bis Stütze 6 runter.
Nach dem Stop der Bahn, war ein normaler Stop und nichts ruckartiges, warf ich einen blick auf die FUA und dachte nur SCHEISSE und habe den technischen Leiter alarmiert.
Anhand der Position vom Spannwagen wusste man sofort das das Seil höchsterns in in einem Seilfänger, jedoch sicher nirgends auf dem Boden sein konnte. Das war schon mal das wichtigste.
Es wurde zuerst kurz einmal die Elektrik kontrolliert, defekte Sicherung etc. Gleichzeitig liefen aber auch schon andere Vorbereitungen.
Das weiter Vorgehen war so wie es das Konzept bei stillstand einer Anlage vorsieht.
Da die meisten Stützen dieser Anlage nur schwer erreichbar sind und gutes Flugwetter herrschte wurde entschieden einen Reko-Flug zu machen und anschliessend Mensch und Materiel direkt zur Stütze zu fliegen. Der Reko-Fluf dauerte weniger als 3min.
Mensch und Materiel wurden in zwei Rotationen runter zur Stütze geflogen, gleichzeitig liefen diverse Vorbereitungen für eine Evakuation der Gäste falls ein einheben vom Seil nicht möglich sein sollte.
Da die Bahn über ziemlich schwieriges gelände verläuft war eigentlich schnell klar das eine evakuation mittels Helikopter durchgeführt wurde.
Da die Presse grundsätzlich ein Informationsrecht hat wird diese bei solchen Vorfällen auch direkt informiert, fragt mich allerdings nicht wer und wie genau. Dies hatte zur Folge, dass ca. 20min nach stillstand der Bahn bereits ein Heli mit einem Kamerateam angeknattert kam. Keine Ahnung woher die kamen und was die vorher den ganten Tag gemacht hatten. Wahrscheinlich sensationshungrig und auf einen Auftrag wartend irgendwo in der Luft sinnlos ein paar Liter Kerosin in Treibhausgase umgewandelt.
Wie dem auch sei, ca. 1Std nach Stillstand war das seil wieder eingehoben und die Bahn soweit betriebsbereit das sie leergefahren werden konnte.
Wiso die 4 Fahrgäste aus der zweitobersten Kabine mit dem Heli rausgeholt wurden kann ich nicht sagen. Entweder weil man sich streng ans Konzept halten wollte in dem steht nach welcher Zeit spätestens mit einer Rettung begonnen werden muss oder weil man nicht wollte das die TV-Fritzen umsonst angereist sind.
Wie dem auch sei, die TV-Fritzen haben ihre Show bekommen und wissen jetzt auch das eine Helirettung ziemlich schnell geht.
Falls sie sensationsgierig auf etwas negatives gewartet haben wurden sie jedenfalls enttäuscht.
Direkt nachdem die 4 Fahrgäste neben der Station abgesetzt wurden konnte die Bahn gestartet werden.
Ich selbst habe die Gäste abgehängt und ihnen dasfür sie der Flug noch ruhig ein bisschenlänger hätte dauern können.
Noch ein paar Anmerkungen von mir selbst, also nichts offizielles.
Diese weiter Zeilen würde ich auch schreiben wenn der Vorfall auf einer baugleichen Anlage irgendwo anders passiert wäre.
Eine Kabine soll ca. 10m unterhalb von Stütze 3 gewesen sein. Das Seil soll auf der ganzen länge vom NH nicht mehr in den insgesamt 12 Rollen gewesen sein sonder in der ca 3-4 cm breiten Schiene in welcher die aüsseren zwei Laufrollen normalerweise den NH passieren. Achtung, ich selbst habe das nicht gesehen sondern nur sagen gehört.
Das würde bedeuten das bei der Anfahrt auf die Stütze noch alles OK war sonst hätte bereits der erste Mastschalter ansprechen und die Bahn stillsetzen müssen.
Da bei Giovanola Bahnen beim überfahren vom NH das Seil von den Streckenrollen weggehoben wird und der Seildruck dadurch nicht mehr auf die Streckenrollen sondern via Laufrollen der Klemme auf die Fahrschiene übertragen wird ( wenn die Klemme genau unter einer Rollte seht sind auch noch die vordere und hintere Rolle entlastet ) und sich die beiden Führungsschienen gegen Ende von NH verjüngen kann es evt. sein das die Klemme am Ende vom NH nach aussen geschoben wurde und das Seil anstatt in der Streckenrolle wieder abgelegt zu werden auf der ausseren Führungsschiene aufgeschlagen hat. Hier kam es dann wohl zur Abschaltung der Anlage durch den zweiten Mastschalter. Die Anlage brauchtwe aber eine gewisse Zeit bis sie still steht. Durch den Bremsvorgang kommen die Kabine automatisch ein bisschen ins schwingen. Dies kann auch dazu führen das je nach Länge der Spannfelder das seil auf ein paar Stützen eine kleine Rückwärtsbewegung macht. Dieses Schwingen verbunden mit einer Rückwärtsbewegung haben das Seil dann wohl auf der ganzen Länge zum entgleisen gebracht.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein, ich habe glaube ich auh so ziemlich alles geschrieben was es zu sagen gibt.
Zu den Bedingungen von Wind etc. werde ich mich nicht äussern, da ich nicht versehentlich Angaben machen will welche mit den offiziellen Angaben zuhanden der Behörden nicht übereinstimmen. Man weis ja schliesslich nicht wer hier alles mitliest.