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Seilführung bei Funifors

k2k

Disteghil Sar (7885m)
Edit: Fortsetzung aus "Skigebiete in aller Welt"

Könnte man eventuell die Fotos aus diesem Topic noch mal online stellen? Vor allem die Zeichnung mit der Seilführung würd mich interessieren, auch wenn ich die offensichtlich schon mal gesehen haben muss...
 
yep, viel andere bilder hab ich da auch nicht..

(btw, wir wissen ja immer noch nicht, wie das mit den stützen funktionieren soll .... (alagna...) )
 
hat das funifor tragseilbremsen?
auf dem foto von starli auf rams datenbank sieht es doch so auch, oder täuscht das?
trincerone_livrio-2.jpg


weiß jemand wie weit die beiden tragseile auseinander sind und wie weit die zugseile (bzw das zugseil, weil ja endlos)? auf den fotos kann man es nicht sehr gut erkennen! aber es sieht so aus als ob der abstand zwischen den tragseilen etwas größer ist als der zwischen den zugseilen und dann könnte es ja gehen! und vielleicht wird bei funifors mit stützen das zugseil einfach noch ein bisschen weiter innen sein (oder das zugseil noch ein stück tiefer unter dem tragseil) und dänn wäre doch eine stütze gut möglich! würde dann eine ähnlichkeit mit funitelstützen haben!
 
Was soll den an den Stützen so kompliziert sein? Ich versteh das Problem, nicht steh ich auf dem Schlauch? Ansonsten hab ich jetzt schon sooo viele Stützenphotos gepostet... na gut, alle mit ziemlich viel Distanz...
 
Wenn du die Kabine mit dem Messer längs durchschneidest wie eine Milchschnitte, so bekommst du es aus Stützensicht mit 2 Pendelbahnen zu tun :-)

Trag-und Zugseil werden von den Stützen jeweils von aussen umgriffen, in analogie zum Funitel.
Die Spur des Zugseils ist etwas schmäler als die des Tragseiles, wohl um die Rollen auf den Stützen nicht direkt unter die Tragseilschuhe montieren zu müssen, sondern versetzt davor.
Vgl:
http://www.funivie.org/funigallery/displayimage.php?album=2&pos=5
Die Gegenseile werden jeweils oberhalb der Stütze zurückgeführt.

Das Funifor hat eine Notbremse, die ausgelöst wird wenn im Abstandshalter (vgl. die 2 kleineren weissen rollen auf dem Bild) kein Druck mehr herrscht:
Vgl:
http://www.funivie.org/funigallery/displayimage.php?album=2&pos=4


Die grossen gelben Rollen drehen sich übrigens nicht im Betrieb (bewegen sich infinitesimal), man kann sich das Zugseil auch geradlinig durchgehend vorstellen. Die Rollen sind aber der Trick des Funifors, um die genaue Ausrichtung der Kabine auf der Strecke zu garantieren, da ja aus Kabinensicht 2 Stränge an ihr ziehen.
Zudem braucht es keine Muffen.

Angeblich soll das Alagna Funifor sehr gute Fahreigenschaften haben, und sanft dahergleiten...
Ugünstiger finde ich jedoch die Energiebilanz des Dinges, da es prinzipbedingt keine Gegenkabine gibt. Angeblich sollen beide Bahnen jedoch elektrisch gekoppelt werden können, so dass eine talwärts"bremsende" Kabine die Bergwärtige mitspeisen kann. Wie effizient das ist, wird sich zeigen.
 
Spielt denn die Energiebilanz bei einer gewöhnlichen PB eine große Rolle? Wenn man bedenkt, dass die im Winter nur in einer Richtung genutzt wird, so dass eine leere Kabine talwärts gleitet und dannoch bedenkt, dass einiges in der Reibung draug geht, wird da vermutlich auch nicht so viel überbleiben (anders möglicherweisebei Sommerbahnen).

Coole Erklärung oben. Was ich noch nicht raffe ist, wo die Stützen im Unterschied zum Funitel bzw. PB probelamtischer sind.... ?!?
 
Energiebilianz: Was wiegt eine leere Funiforkabine? google gab mir 2 Tonnen für eine kabine der alten Montserratseilbahn (35p).

Stützen können gegenüber der Pendelbahn aufgrund der kurzen Funiforaufhängug niedriger ausfallen, benötigen jedoch das massive Stützenjoch. Das optische "Volumen" ist wohl in etwa gleich. Geschmackssache. Das durch die vielen Seile aufgespannte Volumen ist aber wesentlich grösser.

Das Stützenjoch ist einer der delikaten Punkte der Funiforkonstruktion:
Lange Spannfelder, daher grosse mech. Kräfte in Seilschuhen möglich wg. Schwingungen (vgl. Schwarze Schneid..) .
Die Spurweite muss jedoch stets quasi toleranzfrei garantiert sein, sonst könnte eine Seite des Funiforswagens auflaufen, auch bei nur wenigen mm Abweichung.
Deshalb die wuchtigen Stützenjoche...

Geradezu filigran wirken jedoch die grossen Seilreiter. Weite und dünn wirkende Bögen aus Vierkantstahl umspannen von oben sämtliche Seile und sollen diese in Lage halten...
 
motorschaden schrieb:
hat das funifor tragseilbremsen?
auf dem foto von starli auf rams datenbank sieht es doch so auch, oder täuscht das?

Ja, das müssten Tragseilbremsen sein. Hab hier eine Prinzipskizze vom Laufwerk einer Hölzl-PB, das ist nahezu identisch.
 
Das das mit der Spurweite auf offener Strecke hinhaut wundert mich eh. Wenns mal so richtig schön bläst und der Wind unter die Kabine fährt, dass die auf einer Seite aushakt. Oder auch auf bei den Seilreitern, wenns mal so richtig turbulent stürmt und die Seile auseinander reißt, dass die das dann halten ? Na ja, die Leute, die die Anlage konstruiert haben, werden sichschon was dabei gedacht haben....
 
Hm...denke mal dass man heute über viel erfahrung hat mit klassischen 2-tragseil-pendelbahnen. Dort bestünde ja auch das problem von tragseilschwingungen. Offensichtlich ist das kein problem.

Nur eben bei Funifor stützen gibt es noch keine erkenntnisse was die lagegenauigkeit der weit auseinanderliegenden seilschuhe betrifft, da dies bei klassischen PB eben noch nie ein problem war...

Und ebensowenige erkenntnisse über die haarspangenartigen kabelreiter...
 
Ja, du hast schon recht, du hast bei der klassischen PB mit zwei Tragseilen ja auch Seilreiter drauf und anscheinend dämpfen sie genau solche Schwingungen über die Kopplung beider Seile.

Aber auch schon bei der klassischen PB hats mich immer gewundert: wenn bei einer EUB der Wind der Lage ist, das Seil mit allen Fahrbetriebsmitteln im vorigen und folgenden Spannfeld einer Stütze aus den Rollen zu heben, dann müsste es doch genau so eine Kabine einer PB aus der Tragseilführung rausheben... na ja, das ist wohl eher was fürs technikforum...
 
Kris schrieb:
Ugünstiger finde ich jedoch die Energiebilanz des Dinges, da es prinzipbedingt keine Gegenkabine gibt. Angeblich sollen beide Bahnen jedoch elektrisch gekoppelt werden können, so dass eine talwärts"bremsende" Kabine die Bergwärtige mitspeisen kann. Wie effizient das ist, wird sich zeigen.
Jedenfalls braucht mann für die Funifor weniger Motorleistung, weil das Zugseil als Zugwinde funktioniert, derhalb zieht man das Zugseil einen Meter, fahrt die Kabine einen halben.
 
Ich bin ziemlich sicher:
katrol.gif

Die zweite skizze ist das gleiche Prinzip. Die kabine der Funifor fahrt nur einen halben Meter weil das das Zugseil zwei Mal zum kabinen lauft. Also ein Meter ziehen ist 1 / 2 = 0.5 Meter fahren
 
Hab ich auch zuerst gedacht, aber das stimmt trotzdem nicht. Du hast vergessen, dass sich die orangenen Scheiben garnicht drehen, sondern nur dafür sorgen, dass die Bahn geleichmäßig gezogen wird.
 
Also laut dieser Skizze, die ich frecherweise jetzt einfach mal hier rein poste, sorgen die Umlenkscheiben an der Funifor-Kabine nur für den Augleich eventueller Differenzen zwischen den beiden Zugseilspuren:

index.18.gif
 
Sorry, aber das Prinzip hab ich noch gar nicht gerafft. Wo ist denn nacher die fixe Verbindung? Nach meiner (falschen) Vorstellung bei dieser Skizze drehen sich schön alle Räder, wenn der Motor läuft, und die Kabine steht einfach auf der Stelle. Wie funktioniert das?

2. Warum hat ein Funifor eigentlich nicht einfach nur ein Zugseil (sprich auch nur einfach geführt) wie jede PB auch: die Windstablität kriegt man doch durch die beiden Tragseile auch?

O.k. Antwortzu 2 ist mir gerade selber eingefallen: die Zugseile müssen außerhalb des Lichtraumprofils der Kabine verlaufne und das geht nur mit exzentrischer Lagerung was wiederum fürs Momentengleichgewicht heißt, dass es zwei Seile im gleichen Abstand zur Lagerung braucht. :idea:

Aber Frage 1 steht noch im Raum.
 
Naja, die beiden Antriebsscheiben drehen in die gleiche Richtung, da auf gemeinsamer Achse. Somit ist auf beiden Seilsträngen der gleiche Zug. Die Umlenkscheiben an der Kabine selbst bewegen sich nur, um Ungleichmäßigkeiten auszugleichen, wie sie zwangsläufig entstehen wenn eine Doppelschleife über zwei Seilscheiben angetrieben wird.
Bei den DM-Funitels kommt deshalb im Probebetrieb eine Abschleifeinrichtung an der Seilscheibenfutterung zum Einsatz, um die beiden Seilscheiben auf exakt den selben Umfang zu bringen. Das spart man sich hier, da das Zugseil ja beweglich ist und nachgibt, wenn sich ein Strang schneller bewegt.
 

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Seilbahnjunkie schrieb:
Hab ich auch zuerst gedacht, aber das stimmt trotzdem nicht. Du hast vergessen, dass sich die orangenen Scheiben garnicht drehen, sondern nur dafür sorgen, dass die Bahn geleichmäßig gezogen wird.
ah ja jetzt siehe ich es. Warum reicht denn eine fixe Seilverankerung nicht?
 
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