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Selbstfahrende Seilbahnen

Könntest du die Seilführung bei dem bild von der Seite nochmal einzeichnen? So ganz hab ichs mal wieder nicht kapiert..

Um noch mal zusammenzufassen:

Jede Gondel hatte 2 Antriebe und waren selbstfahrend

Tank? Vorteil?

Fährt das Original jetzt noch oder nicht? (Hab zwar den Text nochmal durchgelesen, kam aber irgendwie nicht soo 100%ig raus anscheinend :) )
 
So, ich hoffe jetzt ist es besser verständlich:

TroyerUmschlingungsbahnmodell05.jpg


Zwei unabhängige Dieselhydraulikaggregate treiben jeweils die Seilscheiben einer Seite an. Das Tragseil verläuft in der Mitte und das Zugseil stellt Ihr euch bitte wie bei einem Lift ohne Antrieb vor, oben und unten Umlenkscheiben - eine gewichtsgespannt - und das Zugseil wird mittels Zusatzrollen auf die enge Laufwerkseilspur zusammengeführt.
Im Normalbetrieb ziehen die Scheiben beider Laufwerksseiten die Gondel hoch und das Zugseil bewegt sich praktisch nicht. Fällt eine Antriebsanlage aus so werden automatisch die Seilscheiben dieser Laufwerksseite festgebremst, der verbliebende einseitig noch ziehende Antrieb bewirkt durch das Flaschenzugprinzip einerseits ein Umlaufen des gesamten Zugseiles mit halber Antriebsgeschwindigkeit und daraus resultierend zieht sich die Gondel mit halber Antriebsgeschwindigkeit aber doppelter Kraft nach oben, wodurch der verbleibende Antrieb die volle Gondel ziehen kann.
Vorteil: kein Stationspersonal (bezahlt wurde beim Fahrer), keine Kraftstromversorgung der Stationen und natürlich auch keine große aufwendige zentrale Antriebsanlage.
Der Tank sowie die Dieselaggregate befanden sich in abgetrennten Raum unter der Kabine, gab natürlich etwas Lärm in der Gondel.
An einen anderen Nachteil hatte Troyer eigentlich gar nicht gedacht:
Die Aggregate waren Antriebe von handelsüblichen Baggern (Laltesi), diese Marke war in Italien sehr verbreitet da äußerst robust (weiß ich, hab selber einen). Eines Morgens nun wollte Troyer jun. die Versuchsanlage starten und Motor 1 lief auch sofort. Hingegen kam von Motor 2 nicht mal das Anlassergeräusch. Als er die Klappen zur Antriebsanlage öffnete war kein Motor 2 mehr da den man starten hätt können, denn irgendein Baggerunternehmer hatte offenbar Verwendung für die Antriebsanlage und diese einfach über Nacht "gemopst".

Grüße von Markus
 
Ah jetzt versteh ichs.

Die Aggregate waren Antriebe von handelsüblichen Baggern (Laltesi), diese Marke war in Italien sehr verbreitet da äußerst robust (weiß ich, hab selber einen). Eines Morgens nun wollte Troyer jun. die Versuchsanlage starten und Motor 1 lief auch sofort. Hingegen kam von Motor 2 nicht mal das Anlassergeräusch. Als er die Klappen zur Antriebsanlage öffnete war kein Motor 2 mehr da den man starten hätt können, denn irgendein Baggerunternehmer hatte offenbar Verwendung für die Antriebsanlage und diese einfach über Nacht "gemopst".

8O Wie kriegt man denn so einen mOtor so leicht aus einer Gondel?
Is ja lustig.
 
Wenn mans russisch macht und es konkret eine Laltesiantriebsanlage ist zuerst paar alte Matratzen auf ne LKW - Pritsche und mit dem Lkw unter die Gondel fahren (kein Problem, da kein Stationsgebäude bei Versuchsanlage); Dieselleitung, 2 Hydraulikschläuche und paar Elektrokabel weg, vier Silentgummiblöcke mit Säge durchschneiden und dann den Antriebsblock mit Brechstange etwas seitlich verschieben - Plumps - und tschüss.

Grüße von Markus
 
ok, jetzt hab auch ich's kapiert :)

Also für Große Gondeln glaub ich nicht, daß es sinnvoll wäre, aber für so Privatbahnen bis 10 Personen wär das durchaus interessant. V.a. durch die 2 Antriebe ...

.. wobei es sicher auch nur mit 1 Antrieb gehen sollte?
 
Sicher nur ein Antriebskonzept für kleinere Bahnen. Mit einer Antriebseinheit nur dann, wenn auf der Strecke keine flacheren Stellen sind wo eine besetzte Gondel eventuell nicht mehr zurückrollen würde und ansonsten eine hydrodynamische Bremse eingebaut würde, die man wechselweise auf die linken oder rechten Seilscheiben beaufschlagen könnte wenn z. B. schlimmstenfalls die Antriebseinheit und gleichzeitig einer der Hydraulikmotoren den Geist aufgeben sollten; dies ermöglichte dann das problemlose kontrollierte Zurückfahren der Gondel.

Grüße von Markus
 
Üblicherweise werden bei Seilbahnen die Kabinen mit Hilfe einer stationären Maschine bewegt. Allerdings könnte man sich ja auch Fahrzeuge für Drahtseilbahnen vorstellen, bei denen der Antrieb durch einen Motor an Bord realisiert ist. Für spezielle Zwecke, wie Gerätschaften im Leitungsbau wird dies auch angewandt. Aber könnte man solche Fahrzeuge auch für Seilbahnen mit Publikumsverkehr verwenden?
 
Gabs schon mal ein Topic zu, Lifthersteller Trojer in Algund hat länger eine solche Versuchsanlage betrieben bis sie ihm das Dieselaggregat (weil es auch in einen Bagger passt) aus dem Gondelboden klauten.........

http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=947

Anbei die dazugehörigen Pics, das alte Funktionsmessemodell von Trojer hab ich 2003 auf dem Aufspanntisch seiner großen Horizontaldrehbank auf der er früher die Umlenkscheiben abdrehte gemacht, der nette Herr auf dem einen Bild ist übrigens Trojer jun. dem ich in jeder Hinsicht zu Dank für seine zeitintensive Unterstützung bei meinen früheren Recherchearbeiten verpflichtet bin.
 
Was soll ein Selbstfahrer eigentlich für Vorteile haben? Fahrzeuge mit eigenem Antrieb sind schwer und bei Dauerbetrieb stellt sich die Frage der Energiezuführung. Sind mehrere Fahrzeuge gleichzeitig auf einer Fahrbahn unterwegs, braucht man aufwendige Systeme zur Abstandsregelung, wie sie bei Eisenbahnen verwendet werden. Oder man besetzt alle Fahrzeuge mit Fahrer. Ist aber dann aber sehr Personalinteniv.

In Frankreich (Les 2 Alpes) hat man Anfang der 70er Jahre aber tatsächlich mit sowas mal herumexperimentiert. Das ganze nannte sich Téléférique Automonteur. Nach einem schweren Unfall mit Kollision zweier Fahrzeuge 1972 war Schluss damit!

In besonderen Fällen können Selbstfahrer aber durchaus sinnvoll sein, z. B. als Bergungsfahrzeug für Pendelbahnen. Die Nebelhornbahn in Oberstdorf hatte mal sowas und für die Kitzbühler Horn-Bahn wurde auch mal ein derartiges Bergefahrzeug beschafft. Die Fahrzeuge bewegen sich mit sog. Klemmraupen auf dem Tragseil und können offensichtlich auch Stützensättel befahren. Ob das System auch bei Doppeltragseilbahnen mit Seilreitern funktioniert, weiss ich nicht, kenne kein Beispiel dazu.

In Düsseldorf am Flughafen gibts übrigens eine sog. H-Bahn, eine Einschinen-Hängebahn mit automatischen Selbstfahrern. Das Ding ist seit der Inbetriebnahme ständig gestört und es gibt regelmäßig Bus-Ersatzverkehr. Am liebsten würde man die ganze Anlage wieder abreißen. Vieleicht eine Gelegenheit für Doppelmayr oder Leitner, ihre seilgezogenen Systeme (Cable liner usw.) zu platzieren.
 
Das Buch "Die Drahtseilbahnen (Schwebebahnen)" von Prof. Dipl.-Ing. P. Stephan, Springer Verl. Berlin, 1926, befasst sich in einem Kapitel auschliesslich mit Selbstfahrenden Materialseil und Hängebahnen. Vor allem Elektrische mit Stromabnehmern usw. Sehr interessant. Kann ich nur Empfehlen.
 
Wenn ich mich nicht täusche gibt es in Ascona ein privater Schrägaufzug, bei dem die Seiltrommel auf dem Wagen ist.
Aber dieses System kann man natürlich nur bei kürzeren Anlagen verwenden.
 
Von wann bis wann war diese Troyer Umschlingungsanlage in Betrieb? Fand auf ihr auch regulärer Personentransport statt?
Was ist heute aus der Anlage geworden?
 
Dieses System wurde in einer Kiesgrube zwischen Bassersdorf und Wallisellen getestet. Das sind nur etwa 8-10km von mir zuhause entfernt. Meine Grosseltern lebten in Bassersdorf und als kleiner Junge, ich war damals etwa 8 Jahre alt, verbrachte ich viele schöne Stunden dort. Mein Opa war begeisterter Spaziergänger und ich begleitete ihn oft mehr oder weniger gerne. War allerdings ein Gang zu dieser Kiesgrube angesagt, war ich mit Begeisterung dabei. Ich hoffte immer, etwas über die Schwebebahn zu erfahren. Leider war das Areal eingezäunt und von aussen nichts von der Bahn zu sehen.

Die Kiesgrube ist auch heute noch in Betrieb, vom Aerobus ist aber nichts mehr zu sehen. In ein paar Jahren wird sie wohl stillgelegt und wieder aufgefüllt.
 
Ja, das war genau das Unglück mit den 9 Toten in Alpe d´Huez, wurde auch schon unter "Schwere Seilbahnunglücke" diskutiert.
Hab mal in meinen Unterlagen gesucht, aber außer bei HDS (Weltseilbahngeschichte) kann ich dazu nichts mehr finden. Um französische Seilbahnen habe ich immer lieber einen großen Bogen gemacht. :?
 
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