Wiedermal eine sehr interessante Diskussion hier.
M.E. bedeutet die Vermarktung als "familienfreundlich" eine möglichst weitgehende Betreuung der Kinder, sei es als Babysitterservice im Hotel, dem Dorfkindergarten oder einer Ganztagsbetreuung in der Skischule usw. Es wird halt eine Dienstleistung angeboten, die dann aber natürlich Geld kostet. Ob man das will, muss jeder selbst entscheiden. Ich denke, wenn man das so versteht, dürfte SFL leistungsmäßig schon sehr weit vorn sein.
Wir suchen auch jedes Jahr ein neues Ziel (da es so viele Gebiete gibt, die wir gern kennenlernen möchten :lol: ). Dabei spielen auch immer wieder neue Aspekte und Erfahrungen der vergangenen Jahre eine Rolle. Seit immer mehr Kinder zu unserer Gruppe gehören, haben sich da die Anforderungen auch geändert. Anfangs ging es nur um große und abwechslungsreiche Skigebiete. Dann war eine gute Skischule wichtig. Nun streiken da die größeren Kinder, die lieber mit den Eltern und den zahlreichen Freunden fahren wollen. Also schauen wir, wo es bezahlbare Privatlehrer gibt (die Kinder sollen ja noch weiter lernen), was neben dem m.E. weitaus höhren Lerneffekt allen mehr Spaß und Flexibilität bringt.
Bei den Preisen muss man halt (außer Geld spielt keine Rolle) auf die einzelnen Leistungen schauen. Wir prüfen auch, wo die Kinder wieviel bezahlen müssen bzw. noch kostenfrei fahren (teilweise bis 10!), wieviel Skikurs bzw. Skilehrer und was der Skipass, die Unterkunft (Hotel oder Fewo) und Essen/Trinken kosten. Das mag zwar aufwendig sein, aber mir macht das sogar ein bißchen Spaß.
Mal ein paar Beispiele (dass es auch immer teurer als SFL geht):
- In Chamonix zahlen Kinder ab 4 Jahren (und dann auch gleich mal 240 € p.W.

für den großen Paß), im Pitztal erst ab 10 (in Begleitung der Eltern bzw. beim Kauf der Erwachsenen-Pässe). Das die Gegenleistung unterschiedlich ist, dürfte aber klar sein.
- Der private Skilehrer kostet in Ischgl ca. 80 € pro Stunde, in Les Menuires (3V) 44 € und in St. Christina wohl schon ab 34 €.
Das könnte man jetzt unendlich mit den Skikurspreisen, der Verpflegung, den Hotel- und Fewopreisen und allen weiteren Bausteinen so fortsetzen. Es gibt nicht das billigste oder teuerste Gebiet. Noch nicht einmal, wenn man ganz konkrete Anforderungen hat (z.B. mit oder ohne Kinder, Anfänger oder Fortgeschritttene, Off-Piste oder nicht). Es wird immer ein Kompromiß sein.
Das Forum bietet doch so viele Informationen und Erfahrungsberichte, aus denen man unglaublich viel rauslesen kann. Entscheiden muss dann aber jeder selber. Und das die Erfahrungen subjektiv sind, liegt nicht nur in der Natur der Sache. Es dürfte weitgehend darauf beruhen, dass die Ansprüche unterschiedlich sind.
So richtig kompliziert wird es doch erst (da spreche ich aus Erfahrung), wenn man bei der eigenen Reise aufgrund der Gruppenzusammensetzung zahlreiche unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen möchte bzw. jedem irgendwie entgegenkommen will (z.B. Familien mit kleinen und großen Kindern, Kilometer-Fressern, Tiefschnee-Fans, Apresski Anhängern, Gourmets, Studenten etc.). Da bekommt das Wort Kompromiß eine neue Dimension.
Also - nicht verärgert sein, wenn SFL nicht jedem gefällt. Es bedient ein Klientel, dass es sich in den letzten Jahren bewusst ausgesucht hat (m.E. Famlien, die viel Betreuung und einen schönen Zirkus mit allem drum und dran möchten, aber nicht ganz arm sind). Wer das nicht ist, kann es ja trotzdem versuchen. Man sollte sich aber später nicht ärgern, sondern sich bewusst sein, dass man halt nicht im direkten Fokus war. Noch besser ist es m.E., wenn man sich das auch dort immer vor Augen hält und den Urlaub einfach genießt, wie er ist. Wenns nicht super ist, wird es beim nächsten halt besser.
Wir waren dieses Jahr mit 10 Erwachsenen und sechs Kindern zwischen 4-9 Jahren im 3Vallee. Dort liegt der Fokus klar auf Kilometerfressen und Off-Piste, also klar nicht auf den Kindern. Trotzdem hat es allen gefallen und keiner war enttäuscht, da alle vorher wussten, was kommen wird.
Viel Spaß noch beim Diskutieren. Auch subjektive negative Erfahrungen oder Erkenntnisse tragen zur Meinungsbildung bei und sollten ruhig gepostet werden. Nur nicht ärgern, wenn andere das halt anders sehen...
