Skidieben auf der Spur
In Österreich werden pro Saison knapp 9000 Paar Ski gestohlen. Die Planai Bahnen setzen jetzt auf Videokameras.
SALZBURG, SCHLADMING (SN). Im Vorjahr wurden in den heimischen Skigebieten knapp 9000 Paar Ski gestohlen. Deshalb tüfteln die Skigebiete an intelligenten Systemen, um den Dieben die Arbeit schwer zu machen.
In dieser Branche mischt auch der Netzwerkspezialist Günther Rohrecker mit 30 Mitarbeitern aus Salzburg mit. Der Familienbetrieb hat binnen drei Monaten ein Sicherheits- und Überwachungssystem für die Planai Hochwurzen Bahnen in Schladming installiert. Seit März verfügt das Skigebiet über eine komplette Videoüberwachung für alle Einstiegs- und Ausstiegsbereiche der Berg- und Talstationen sowie für die wichtigsten Skiständer bei Liften und Skihütten.
Rohrecker setzt auch auf Abschreckung. „Die Kameras sind nicht versteckt, sondern so installiert, dass sie jedermann sehen kann“, sagt Geschäftsführer Rohrecker. Beamte des Gendarmeriepostens wurden in das Projekt eingebunden und stellten ihr Wissen über Tricks und Kniffe von Skidieben zur Verfügung. Da die acht Kameras Infrarotaufnahmen liefern können, funktioniert die Kontrolle auch in der Nacht.
Die ersten Ergebnisse sprechen für sich. Ein vermeintliches Opfer, der seine Kamera-Ausrüstung als gestohlen gemeldet hatte, konnte als Betrüger überführt werden. Die Videoüberwachung bewies, dass der angezeigte Diebstahl zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort nicht stattgefunden hat. Auch einen Skifahrer, der den Diebstahl seiner Ski gemeldet hatte, konnte das System überführen. Der Beweis: Der Mann war zwei Stunden nach dem angeblichen Vorfall beim Lift mitsamt seiner „Brettl“ gefilmt worden.