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Skigebiet Hochkar insolvent

Ja? Und? Die fühlen sich eher bestätigt.
Zwar hat die Modernisierung der letzten Jahre nicht das Skigebiet gerettet, andererseits werden die denken, dass mein ein Skigebiet, dass bei 1808m aufhört eh nicht vermissen wird. Man könnte sogar sagen, tja, zu spät eingestiegen und die schneearmen Winter konnten durch das bischen Beschneiung auch nicht mehr gerettet werden.

Und da die "WirwollenEUBsmitSitzheizung"-Fraktion eher nicht zu den Tagesurlaubern sondern Wochenurlaubern gehören, die "Urlaub" machen wollen (ohne jetzt hier wieder eine zigmal geführte Diskussion hervorzurufen), werden die eh denken, was soll man mit einem so kleinen Skigebiet, da ist es mir nach 3 Tagen eh langweilig.
 
Fuer mich so nicht nachvollziehbare Argumentationskette.
Aber nur keine Sorge, es werden in den naechsten Jahren auch weitaus bekanntere und groessere Gebiete insolvent werden. Ob dann Vernunft einkehrt?
 
Ich habe gerade den Bericht auf Niederoesterreich Heute gehoert.Ein Wahnsinn!!! Ich kann es gar nicht fassen! 8O
 
Vieleicht liege ich mit meinen Gedanken falsch, aber das ist der Schritt für den Einstieg des Schigebiets in die NÖ Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft.
Die Bezahlen dann einen bestimmten Prozentsatz der Schulden an die Gläubiger und übernehmen das Schigebiet.
 
Werna76 schrieb:
Fuer mich so nicht nachvollziehbare Argumentationskette.
Aber nur keine Sorge, es werden in den naechsten Jahren auch weitaus bekanntere und groessere Gebiete insolvent werden. Ob dann Vernunft einkehrt?

Interessante Aussage... Hoffen wir dass diese Zusage nicht eintrifft ;) Wie kommst du zu diesem Schluss?
 
Werna76 schrieb:
Fuer mich so nicht nachvollziehbare Argumentationskette.
Aber nur keine Sorge, es werden in den naechsten Jahren auch weitaus bekanntere und groessere Gebiete insolvent werden. Ob dann Vernunft einkehrt?

Dass in der Branche einiges im Argen liegt und es durchaus auch größere Skigebiete erwischen kann, sollte jedem spätestens seit dem Kasberg bekannt sein. Dennoch ist die Argumentation von dir nicht nachvollziehbar. Für meine Begriffe ist nicht die Frage ob investiert wird, sondern wie. Und da gibt es zwei Möglichkeiten - eine richtige, und eine falsche. Eine Investition ohne Konzept beispielsweise geht meist in die Hose, während Investitionen, wo Konzepte dahinter stecken, in vielen, aber nicht in allen Fällen gut gehen. Es ist also nicht die Frage, ob jemand eine kuppelbare Anlage mit Sitzheitung, Schließbühel und Co bestellt, sondern ob sich die Investition im Rahmen seines Konzeptes auch bewährt. Denn alleine vom Bestellen wird man an sich nicht insolvent - blöd dann aber, wenn die Bahn sich nicht amortisieren kann.

Im großen und ganzen ist festzuhalten, dass Investitionen mit Bedacht zu tätigen sind, nichts tun ist, wie es viele Fälle beweisen genau so falsch wie falsch investieren.

MFG Dachstein
 
baeckerbursch schrieb:
Diese Weisheit ist natürlich nie verkehrt. In manchen Gebieten ist ja in der letzten Zeit wirklich der "Investitions- Wahnsinn" ausgebrochen - auch in kleinen Gebieten.


Investitionswahnsinn schön und gut, das kann auch gut gehen. Im ORF (http://noe.orf.at/news/stories/2537063/) steht recht interessantes:

orf schrieb:
Die geringe Infrastruktur im Umfeld des Skigebiets, der Rückgang im Übernachtungsbereich und signifikante Umsatzeinbußen sind laut Creditreform die Gründe für die Insolvenz. Außerdem seien im Jahr 2005 zwei Lifte um drei Millionen Euro erweitert worden, verbunden mit steigenden laufenden Kosten.

Ein Gebiet steht und fällt mit der Region, und vom Tagesgast kann man eben schlecht leben, denn der kommt am Wochenende wenn es schön ist (und dann ist es knallvoll), oder er bleibt eben daheim - die teure Infrastruktur ist aber trotzdem da, und muss betrieben und bezahlt werden. Ich zweifle also stark an, dass die zwei neuen (fixen!!!) 4 SBs alleine am Konkurs schuld sind, sondern die mangelnde Investitionen der gesamten Region. Und heuer ist es eben nicht nur im Schneeloch Hochkar gut gegangen, sondern eben auch in anderen Gebieten. Und das merkt man dann ungemein, wenn einem eh schon das Wasser bis zum Hals steht.

Für die beste Lösung im Falle Hochkar halte ich übrigens eine Regionale. ;)

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
.... Und da gibt es zwei Möglichkeiten - eine richtige, und eine falsche. Eine Investition ohne Konzept beispielsweise geht meist in die Hose, während Investitionen, wo Konzepte dahinter stecken

"Ohne Konzept" bedeutet in vielen Fällen die Investition in eine einzelne SB/KSB/EUB plus Industrieabfahrt. "Mit Konzept" bedeutet, dass zusätzlich zum "Ohne Knzepz" noch ein Murmeli Kinderland mit Hüpfburglandschaft und Tubingmatten gebaut wird. Idealerweise ergänzt durch eine Speedfit Sommerrodelbahn und der Verdreifachung der Sitzplatzkapazität im Steinadler-Bergrestaurant auf dreistellige Zahlen. Falls möglich, wird eine mittlerweile gut auszubaggernde und zu -polsternde Downhillstrecke eingerichtet. Im Hintergrund wird ein IT-basiertes professionelles und vollumfängliches Materialwirtschaftssystem eingeführt. Ein PR-Agentur erstellt CI und sonstige Guidelines, eine penetrante Tourismuskampagne in Regionalmedien wird lanciert.

Die Investitionssummen gegenüber "kein Konzept" sind hier wesentlich höher, der ROI hoffentlich auch.

Ökonomisch erfolgreich kann dieses Vorgehen durchaus sein. Sofern man der erste in der Region ist mit einer derartigen Strategie. Beim zweiten wird es eventuell auch noch hinhauen so gerade so. Die Dutzend weiteren probieren es früher oder später auch noch und fallen sodann volle tief in den Überschuldung.
Und Kris wird extrem sauer da die vielfach bis an die ursprüngliche Investitionssume heran reichenden Schulden nicht nur vom Steuerzahler übernommen werden, sondern damit auch die Bergflächen entwertet wurden durch ausgeprägtes weil weit ausgefächertes grelles Plastikgelump für den Vollpassivtourismus....


Nunja, alles Menschlich halt :P
 
Kris schrieb:
Ökonomisch erfolgreich kann dieses Vorgehen durchaus sein. Sofern man der erste in der Region ist mit einer derartigen Strategie. Beim zweiten wird es eventuell auch noch hinhauen so gerade so. Die dutzend weiteren probieren es früher oder später auch noch und fallen sodann volle tief in den Überschuldung.

Das ist etwas, was in Österreich weit verbreitet ist - der Nachbar hat es, und darum brauche ich es auch - ein reines Kirchturmhorizontdenken, wobei übersehen wird, dass der Markt grundsätzlich gesättigt ist.
Nur im Falle des Hochkares wird ein derartiges Investment das Problem nicht lösen, nachdem man ja am Problem der Mehrtagesgäste laboriert. Ein Mehrtagesgast ist immer noch ein Mehrwertgast - er lässt unterm Strich eben mehr in der Region, als eine bei Schönwetter einfallende Tagestouristhorde.
Und gerade beim Schaffen von zusätzlichen Angeboten schaut es im Ybbstal meines Erachtens eher schlecht aus (eher einem Rückschritt gleich) - schade, denn gerade ist man dabei, die Ybbstalbahn, eine über 100 Jahre alte Schmalspurbahn gegen einen Radweg zu tauschen, in der Hoffnung, es würden mehr Touristen kommen - nur die Hoffnung wird wohl zuletzt sterben... Im Ybbstal und der Gesamten Region liegt eben das Wohl des Gebietes. Und solange das nicht erkannt wird, wird das auch nichts.

MFG Dachstein
 
Vor 2 Wochen hatte ein Freund von mir eine Lieferung aufs Hochkar. Ihm wurde über eine ganz schlechte Wintersaison (Kälte, Sturm,...) berichtet. "Zur Zeit sei nicht einmal Geld für die Revision da und es ist nicht sicher ob die nächste Wintersaison aufgesperrt werden kann". 8O Ich habe den Kopf geschüttelt und noch gelacht.- Jetzt bin ich schockiert! :cry:
Wo sind die Zeiten als tausende Tagesgäste das Hochkar belagerten, und Buskolonnen aufs Hochkar fuhren :?:
Auf Tagesgäste kann man nicht mehr zählen (zu teuer, kann sich keiner mehr leisten).
Die kleinen Schigebiete (~20-40 Pistenkilometer) werden alle Probleme bekommen. Es wird einfach "Fad". Die Leute wollen immer etwas Neues haben, und es gibt ja noch genug anderes Angebot :!:
 
Turrachfan schrieb:
Die kleinen Schigebiete (~20-40 Pistenkilometer) werden alle Probleme bekommen. Es wird einfach "Fad". Die Leute wollen immer etwas Neues haben, und es gibt ja noch genug anderes Angebot
Dieser Meinung bin ich nicht ! Die Leute sehen eher aufs Geld und fragen sich sich, ob es denn Ischgl oder Sölden sein muß. Man kann auch schön in Lofer oder Rauris fahren. Und viele denken sich halt: für des wos mia fahren langt des allemal.
Aber Thema, wo sind die Buskolonnen hin, möchte ich mich äußern.
Ich arbeite nebenberuflich als Reiseleiter bei einem Reiseunternehmen, das ausschließlich Wintersportreisen anbietet. Wir fragen uns auch, wo sind die Gäste. In den Jahren 95 bis ca 2003 waren wir jedes Wochenende in der Hauptsaison mit 10 -15 Bussen unterwegs. Derzeit noch mit 3 - 5 Bussen. Wo sind all die Skifahrer hin ?
Beispiel: Ich war über Dreikönig am Wilden Kaiser, normalerweise stehen in Scheffau 80 Busse an solchen Tagen, seien es Tagesfahrten oder Mehrtagesfahrten. An dieser Zeit waren es 4 (in Worten vier!!!)
Am letzten Märzwochenende war ich in Scheffau der einzige Bus.
Wo sind die bitte alle hin ?
 
Hochkar hat sicherlich durch den Ausbau der Schigebiete südlich von Wien, v.a. Semmering und Stuhleck massiv gelitten, da einfach die Anfahrt zum Hochkar um so vieles länger ist. Andererseits hab ich wenig Befürchtung, dass im kommenden Winter kein Betrieb aufgenommen wird, weil 2013 sind in NÖ Landtagswahlen, und normalerweise wird da spätestens ein halbes Jahr vorher wieder der Plan einer Seilbahn vom Tal mit Bau einer Weltcup-tauglichen Talabfahrt aus der Schublade gezogen..... Eine Schließung des Gebiets kann sich die dominierende Partei im NÖ Landtag sicher nicht leisten.
 

Da schau mal was die in letzer Zeit investiert haben und was noch kommen soll. Anscheinend alles total notwendig. Die Tageskarte wird da bald nicht weniger kosten als auf der Steinplatte. Und wo wird dann wohl hingefahren? Ob dann das "Kleinskigebiet" noch so attrativ ist?
 
Ich denke auch, dass der Preis in gewisser Weise auch ausschlaggebend ist; aber was ich die letzten Jahre immer mehr beobachte, ist, dass die Leute immer öfters auf höhergelegene Skigebiete im Frühjahr ausweichen ala Sölden oder Ischl. Nach dem Motto: "Unter 2000 m brauchst gar nicht zum Skifahren gehen, da ist sowieso kein Schnee mehr".
Was (besonders in der letzten Saison) absolut nicht stimmt! Aber durch die anhaltende Klimadiskussion wird dieser Trend immer mehr verstärkt.
Ich kann das sehr gut am Beispiel SkiWelt (dort wohne ich) und Sölden (war die letzten 2 Jahre Ende März dort) beobachten. Sölden war im März voll und die SkiWelt immer leerer. Wer Skifahren wollte, hätte mit der SkiWelt zu dieser Zeit die besser Wahl, da bedeutend weniger Leute und gleiche bzw. besser Pistenverhältnisse. Meiner Meinung nach ist weniger die Höhe eines Skigebietes im Frühjahr ausschlaggebend für die Pistenbedingungen, sondern vielmehr die Hanglage zur Sonne. Und da bieten insbesondere große Skigebiete wie die SkiWelt, die in jede Himmelsrichtungen Abfahrten hat, bedeutend mehr Vorteile als z.B. Sölden, dessen Hänge im Wesentlichen nur in einer Himmelsrichtung ausgerichtet sind und durch die Vielen Leute auch schnell abgefahren sind. Die Pisten in Sölden waren im März ab Mittelstation bzw. Bereich Gaislachkogel genauso aufgetaut wie in der Skiwelt.
... aber mir kann der Trend nur Recht sein, dann habe ich im Frühjahr mein eigenes großes Privatskigebiet mit der SkiWelt (und Kitzbühel) ;D
 
Hochkar hat übrigens traditionell Saison bis 1. Mai und das auch in der Mehrzahl der Jahre eingehalten. Aber da hatte ich schon in den 80-er Jahren oft ein Privatschigebiet im April außerhalb der Ferien.
 
baeckerbursch schrieb:

Da schau mal was die in letzer Zeit investiert haben und was noch kommen soll. Anscheinend alles total notwendig. Die Tageskarte wird da bald nicht weniger kosten als auf der Steinplatte. Und wo wird dann wohl hingefahren? Ob dann das "Kleinskigebiet" noch so attrativ ist?

So klein ist Lofer nun auch wieder nicht, wie hier getan wird. Und gerade die 8er Sesselbahn, die heuer kommt wird, nicht wie die neue EUB(Kette) einen Ziehweg erschließen, sondern die Skifläche aufwerten, denn dort werden schöne breite blaue Pisten erschlossen - sicher uninteressant für den versierten Skiprofi, aber für die Zielgruppe interessant. Die Steinplatte ist übererschlossen, in Lofer verteilt sich der Besucherstrom eher. So gesehen hat das Gebiet einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Am Hochkar wird sicher seine Öffnungspolitik überdenken müssen, denn in der Nachsaison wird einiges an Geld verpulvert. Hier orte ich Einsparungspotential.

MFG Dachstein
 
Dass Skigebiete sehr wohl vom Tagesgast leben können, zeigt sich doch gerade in Niederösterreich eindrucksvoll. Das Stuhleck ist tagein, tagaus gerammelt voll - und das meines Wissens nach ohne einer nennenswerten Anzahl an Gästebetten. Auch am Hochkar hat das doch eigentlich relativ lange sehr gut funktioniert und mit Hinterstoder gibt es ein weiteres Paradebeispiel für ein super laufendes weitgehend von Tagesgästen frequentiertes Skigebiet.

Das Problem ist meines Erachtens nach jedoch vor allem, dass das Skifahren für den Tagesgast schlicht und einfach zu teuer wurde. Man braucht sich nur ein wenig im Einzugsgebiet umhören (ich wohne ja selbst in Wien) - viele verzichten inzwischen aus Kostengründen auf Tagesfahrten, der Schwerpunkt wird auf den jährlichen Skiurlaub gelegt - auf Kosten der Tagesfahrten.

Man wird aber aus dem Hochkar nie ein richtiges Mehrtagesskigebiet machen können - dafür ist es viel zu weit weg vom Schuss und auch sonst ist die Gegend für Mehrtagesgäste nicht wirklich attraktiv. Es gäbe aber durchaus Möglichkeiten, dasSkigebiet punktgenau auf Tagesgäste auszurichten. Man kann spezielle Wochentagstarife anbieten (man glaubt gar nicht, wie viele Wiener an Wochentagen Zeit hätten!!! Warum macht das bis heute noch keiner?!) Bus-Shuttledienste aus Landeshauptstädten einrichten (Wien, Linz und St. Pölten sind binnen 2 Stunden erreichbar), eine Talabfahrt + EUB bauen (ich möchte nicht wissen wie hoch die Erhaltungskosten der Straße sind),...

Feststeht, dass das Hochkar als eines der wenigen niederösterreichischen Skigebiete wirklich Potential für die Zukunft hat (schon alleine aufgrund der Höhenlage). Man braucht sich daher denke ich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen wenn man davon ausgeht, dass es nächsten Winter dort oben weitergeht.
 
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