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Skigebiet Hochkar insolvent

Sehr interessant, aber auch irgendwie verdächtig, wie schnell hier offenbar eine Lösung gefunden wurde. :gruebel:
Der Konkurs wird doch nicht etwa schon längerfristig geplant worden sein... :?: :wink:
 
Vielleicht denkt Schröcksnadel (und der Mensch steht auf meiner Höllenröst - und Quälliste seit er Schispringer Andreas Goldberger wegen eines Joints sprich Drogenkonsums meinte maßregeln zu müssen aber selbst eine, im Ärztejargon so genannte "Rotweinnase" deutlichst zur Schau stellt - wie war das doch nochmal mit dem Glashaus und den Steinen...) er könnte am Hochkar wegen seines Namens mehr Besucher anziehen. Ich befürchte das man dort in paar Jahren dann dasselbe Bettelklagelied singen wird wie in Innsbruck und die umliegenden Gemeinden direkt oder indirekt die Suppe wieder auslöffeln dürfen. Sowohl am Hochkar wie auch in Innsbruck gehörte eine klare wirtschaftliche Untersuchung gemacht ob sich die Gebiete zumindest auf dem Weg der Umwegrentabilität rechnen oder nicht; falls nicht gehören die Läden schlicht dichtgemacht.
 
erneuert wurden ua
4er vorgipfel (ex esl)
4er draxlerloch (ex sl)
4er almboden (ex sl)

diese neuen anlagen haben kein einzigen zusätzlichen pisten km gebracht und wären allesamt nicht notwendig, da sämtliche von diesen liften bedienten pisten über andere lifte erreichbar sind.

dh hier wurden anlagen 1:1 ersetzt, anstatt das skigebiet richtung scheiterkogel, schmalzmauer, leckerplan süd oder zum talboden weiter zu entwickeln - hätte man das gemacht wäre die größe des skigebiets auch für mehrtages besucher interessant.

Wenn man es genau nimmt, arbeitet Ischgl allerdings in den letzten 30 Jahren (ca.) nach dem gleichen Prinzip, ich kann mich jedenfalls nicht an eine wesentliche Neuerschießung erinnern.... :wink:

Hochkar war jedenfalls in meiner Jugend DER Leitbetrieb in NÖ und jedenfalls das alpinste massentaugliche Gebiet in NÖ, die Relevanz der Schneesicherheit wurde ja bereits oben erwähnt, die in Zeiten der Beschneiung ja nicht mehr so wichtig ist. Allerdings war die heurige Saison aufgrund der Wetterkapriolen in vielen Gebieten eine Belastungsprobe, schlechtes Wetter und Sturm oft gerade zu den Wochenenden machten viele Schließ- oder Teilschließtage (auch z.b. am Loser oder auf der Tauplitzalm) nötig, und gerade das Hochkar, das den größten Teil seines Umsatzes am WE erwirtschaftet, war da natürlich massiv betroffen. Auch hat sich an der verkehrstechnischen Erreichbarkeit (im Vergleich mit den 70-er Jahren) ja praktisch nichts geändert, während die Gebiete südlich von Wien durch die in den 70-er Jahren erst entstehende Süd- und Semmeringautobahn massiv näher an Wien gerückt sind, das Stuhleck erst vor kurzem durch den Autobahntunnel durch den Semmering.
 
Petz schrieb:
eine klare wirtschaftliche Untersuchung gemacht ob sich die Gebiete zumindest auf dem Weg der Umwegrentabilität rechnen oder nicht; falls nicht gehören die Läden schlicht dichtgemacht.


Oder zumindest den Betrieb auf das Wesentliche beschränkt, das sich dann auch mit ziemlich geringen Verlusten betreiben lässt. Es wird immer damit argumentiert, dass der Nachwuchs skifahren lernen soll. Das funktioniert am besten noch immer im Skiverein und zum Trainieren reicht an sich ein Schlepplift, oder, wenn viel los ist, halt ein zweiter. Dazu noch eine Hand voll Beschneidungsmaschinen - mehr brauchen die Kids nicht.
 
Petz schrieb:
Ich befürchte das man dort in paar Jahren dann dasselbe Bettelklagelied singen wird wie in Innsbruck und die umliegenden Gemeinden direkt oder indirekt die Suppe wieder auslöffeln dürfen.

Das ist aber bitte faktisch bei jedem privaten Betreiber so. Schließlich hängt er ja mit seinem Privatvermögen drinnen, und ich denke, keiner von uns würde es freuen, wenn von Jahr zu Jahr das Minus am Konto größer wird - da müsste sich unsereins auch etwas überlegen. Und auch ich müsste an seiner Stelle sagen - ich kann einen Verlust nicht dulden, daher muss ich was machen. Und nachdem der Schröcksnadel ganz genau weiß, dass da auch Emotionen drinnen hängen, hat er hier leichtes Spiel.

Aber du sagst es richtig: Untersuchen, ob es sich rechnet, wenn nicht, was kann man tun, damit es das tut, und sonst, zu sperren.

MFG Dachstein
 
Dazu musst du aber sagen, dass Schröcksnadel knie tief in der Politik steht und anderen Betreibern nicht geholfen wird.
 
ich hab mir mal aus dem firmenbuch die entwicklung der förderungen aus öffentlicher hand angesehen.
unfassbar was da geld hineingesteckt worden ist
eigentlich muß man fast froh sein, dass die gesellschaft insolvent ist:

jahr | förderungen in mio.€ | schitage | umsatz sparte lift/maut (in mio.€)
2002 | 1,76 | nv | nv
2003 | 1,86 | 252.559 | nv
2004 | 1,84 | 200.670 | nv
2005 | 2,99 | 216.026 | nv
2006 | 2,81 | 206.209 | nv
2007 | 3,00 | 247.053 | nv
2008 | 3,14 | 248.704 | 4,45
2009 | 2,92 | 224.244 | 4,15
2010 | 2,82 | 200.017 | 3,51
 
Gernot die "Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln" in den Firmenbuch-Bilanzen stellen nur den jeweiligen Bilanzwert per 31.10.20xx dar.
Eine Aufsummierung ist somit nicht korrekt.
 
Werna76 schrieb:
Gernot die "Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln" in den Firmenbuch-Bilanzen stellen nur den jeweiligen Bilanzwert per 31.10.20xx dar.
Eine Aufsummierung ist somit nicht korrekt.

habs korrigiert, danke für die info!
 
hmm, wie muss ich das nun lesen?
2010 | 2,82 | 200.017 | 3,51

2010 gab es 2,82 Mio Förderung aus der öffentlichen Hand bei 200.017 Skifahrertagen und 3,51Mio Euro Umsatz aus den Skipass- und Mautverkäufen?
Passt das so?
 
Dachstein schrieb:
Tyrolens schrieb:
Dazu musst du aber sagen, dass Schröcksnadel knie tief in der Politik steht und anderen Betreibern nicht geholfen wird.

Das ist definitiv falsch, auch andere Betreiber werden subventioniert, bzw. auch andere Betreiber sind gut mit der Politik vernetzt.

MFG Dachstein

Klar sind andere Betreiber auch gut subventioniert, sonst gäbe es höchstwahrscheinlich diese Vielzahl an Gebieten gar nicht. Aber der Schröcksnadel kommt sicherlich deutlich einfacher an Geld wie die anderen Gebietsbetreiber, auch wenn er nur in seinem Gebiet ein Verbandstrainigszentrum anlöegt wo dann die ganzen Kader trainieren müssen. Ist ja hier im Schwarzwald so, dass der Verbandspräsident am liebsten alles in seinem Skigebiet hätte.
 
kaldini schrieb:
hmm, wie muss ich das nun lesen?
2010 | 2,82 | 200.017 | 3,51

2010 gab es 2,82 Mio Förderung aus der öffentlichen Hand bei 200.017 Skifahrertagen und 3,51Mio Euro Umsatz aus den Skipass- und Mautverkäufen?
Passt das so?

Bilanzposition "Investitionszuschüsse aus öffentlicher Hand" 2,82 Mio
Bedeutet, dass das Unternehmen in der Vergangenheit Förderungen, öffentliche Zuschüsse, steuerliche Begünstigungen erhalten hat und dass diese per 31.10.2010 noch einen Wert von 2,82 Mio besitzen (auf Basis der von der Steuerberatung gewählten Bewertungsansätze).

Es bedeutet NICHT, dass das Unternehmen im Jahr 2010 2,82 Mio Förderungen erhalten hat.

Ein Beispiel (falls hier ein Steuerberater mitliest nicht gleich schimpfen, i weiß schon dass man das in der Praxis nicht so pauschal darstellen kann):
Gesellschaft kauft nen neuen Lift um Kaufpreis 5 Mio, erhält dafür öffentliche Zuschüsse von 1 Mio, weil so ein Lift ein förderungswürdiges Ding ist.
Dann steht in der Bilanz Aktivseite: Lift 5 Mio
Passivseite: Bankschulden 4 Mio, Investitionszuschüsse 1 Mio
Der Lift wird dann auf zB 10 Jahre abgeschrieben, was bedeutet, dass auch die gewährten Investitionszuschüsse auf diese Laufzeit abgeschrieben werden.

Bedeutet:
Ein Jahr später steht in der Bilanz:
Aktivseite: Lift 4,5 Mio (-10 % Abschreibung)
Passivseite: Bankschulden 3,6 Mio , Investitionszuschüsse 0,9 Mio (ebenfalls - 10 % analog Abschreibung auf der Aktivseite)

Hoffe das ist so halbwegs verständlich.
 
Dachstein schrieb:
Tyrolens schrieb:
Dazu musst du aber sagen, dass Schröcksnadel knie tief in der Politik steht und anderen Betreibern nicht geholfen wird.

Das ist definitiv falsch, auch andere Betreiber werden subventioniert, bzw. auch andere Betreiber sind gut mit der Politik vernetzt.

MFG Dachstein


Ich hätte mich klarer ausdrücken sollen: Es wird nicht "jedem" Betreiber geholfen, Schröcksnadel wurde geholfen, der Glungezerbahn nicht, der Muttereralmbahn wurde geholfen, der Kellerjochbahn nicht, usw. Bei Schröcksnadel fällt's halt auf, weil er sich gerne als Paradeunternehmer sieht und dann doch wieder um Geld bettelt.
 
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