Here we go:
Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Diese lassen mich in punkto Klischees doch etwas weiter ausholen als ursprünglich gedacht. In meiner Einschätzung sehe ich hier einen Wandel bzw. zwei Verallgemeinerungen:
-Althergebrachtes Klischee: gebräunt und gutaussehend, trinkfest, Hang zum Schürzenjäger, vielleicht etwas einfältig aber niemand hat skifahrerische Qualifikation infrage gestellt
-Neueres Klischee: trinkfest, tw. auch Hang zum Schürzenjäger, skifahrerische Qualifikation wird infrage gestellt, dadurch verliert Beruf an Respekt
Es versteht sich von selbst, dass diese Klischees nicht von ungefähr kommen und ein nennenswerter Anteil der Kollegen wird diesem wohl auch gerecht. Dennoch kann es nicht sein, dass aufgrund dessen alle Skilehrer über einen Kamm geschoren werden und dadurch ein ganzer Berufsstand verunglimpft wird.
Als Skilehrer ist man ein extrem wichtiger Faktor im Tourismus, da man (unter Umständen) lange Zeit mit dem Gast verbringt und dadurch die Wahrnehmung auf das im Urlaub Erlebte stark beeinflussen kann. Es ist schon lange nicht mehr ausreichend ein ausgezeichneter Skifahrer zu sein, sondern gleichermaßen auch Psychologe und Entertainer. Dies verbindet alle Ausbildungsstufen und Aufgabenbereiche von der "Kinderlandfee" bis zum Freeride-Guide. Wie in jedem anderen Unternehmen auch, gibt es Kollegen welche Stärken in bestimmten Bereichen vorweisen, weswegen sie sich womöglich besser als "Kinderlandfee" oder Freeride-Guide (und alles was es dazwischen und zusätzlich noch gibt) eignen. Diese Eigenschaften zu kennen und dem jeweiligen Gast zuzuordnen ist jedoch Aufgabe des Managements- als Skilehrer sollte man nach Möglichkeit alles abdecken können. Was sie in der Motivation verbindet ist die Liebe zum Sport, das Vermitteln des Mediums Schnee und der Umgang in der Natur sowie den Bedürfnissen des Gasts gerecht zu werden. Dazu braucht es neben dem oben erwähnten "Skilehrerischen-Dreizack" auch Fähigkeiten in den Bereichen Zeitmanagement, Flexibilität, Kommunikation (+Sprachen), Anpassungsfähigkeit, Problemlösung, Vorbildwirkung uvm. - alles Fertigkeiten die auch in anderen Berufsfeldern höchst gefragt sind.
Nun begab es sich wie folgt, dass einige (profitorientierte?) Skischulchefs vor geraumer Zeit meinten, man könne bei der Bezahlung der Mitarbeiter sparen. Was folgt war, dass die lokal verfügbaren Arbeitskräfte eher in andere Sparten wechseln (z.B. Gastro) und das entstandene Delta sowie der zusätzlich gestiegene Bedarf mit "Importspielern" aus dem Ausland abgedeckt wird. Diesen fehlt in gewissen Fällen nicht nur der Bezug zur Region und zum Sport sondern auch die Ausbildung (Stichwort Vorbereitungskurs für einen Skilehrer-Anwärter) und darüber hinaus das Wissen über eine entsprechende Entlohnung. (Da die Gewerkschaft der Skilehrer die Skischulchefs selbst sind ist das Argument KV hinfällig.) Kurzum, die "Importspieler" drücken den Preis. Und diese Spirale dreht sich immer schneller. Auch das gehört zur Wahrheit.
Wie oben angeführt verbindet die Tätigkeit als Skilehrer viele Aspekte die starke Sportler, Persönlichkeiten und Arbeitnehmer auszeichnen, sie sind weit mehr als "nur" die skifahrerischen Vorturner. Begegnen wir also den Vorzeigemodellen mit entsprechendem Respekt und erinnern die "schwarzen Schafe" an ihre Wirkung nach außen.
Ein Hoch auf die Skilehrer!