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Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

  • Ersteller Ersteller Anonymous
  • Erstellt am Erstellt am
GIFWilli59 schrieb:
Im Bekanntenkreis habe ich 2 Skilehrer, beide haben einen entsprechenden Lehrgang in AT absolviert. Und können nach meinem Ermessen ziemlich gut fahren. Beide sind nur nebenberuflich tätig, der eine insbesondere in den Ferien in Damüls (wo ich den Eindruck habe, dass dort eher jüngere Leute tätig sind, vermutlich auch nur für 1-3 Jahre, sodass man dort auch keine hohen Löhne zahlen muss). Der andere macht das in einem Mittelgebirgsskigebiet in Deutschland, bislang neben seiner Ausbildung am WE.
Generell ist auch die Frage, ob der Beruf bedingt durch die Abhängigkeit von der Skisaison geeignet ist, Arbeitnehmer langfristig zu binden. Meine beiden Bekannten werden das sicher an den Nagel hängen, sobald sie durch Hauptberuf oder Privates (Partnerin/Kinder) weniger Freizeit haben.

Guest schrieb:
Und da tut es wenig zur Sache, dass ich Ski fahre wie ein junger Gott.
@Wooly , wenn du möchtest kannst du gerne gendern; ich habe einen Bildungsabschluss.
Übermäßige Bescheidenheit kann man dir immerhin nicht vorwerfen ;-)

zonk schrieb:
christopher91 schrieb:
Also in einigen Regionen sieht man zb gefühlt nur noch Holländer als Skilehrer und manchmal auch mit fraglichem Skikönnen.
Siehe die partymädels aus Sölden, die ich erwähnte. Selber gerade mal 3 Jahre auf Skiern, tiefschnee konnten sie nicht, da sie das ja nicht bräuchten für die 4 bis 7 jährigen :roll:
Die Frage ist natürlich auch, ob jeder Skilehrer auf jedem Gebiet einsetzbar sein muss. Von wenigen Destinationen (Arlberg, La Grave, Algan usw.) abgesehen, spielen sich 95 % der Aktivitäten der Gäste und daher auch der Skilehrkräfte auf den präparierten Pisten ab. Oder anders gesagt: Muss eine Grundschullehrerin ein Verständnis für komplexe Zahlen oder Matrizenrechnung haben?

Schon klar, aber wenn mal ein Kind abseits der Piste rutscht, in 40 grad Gelände, sollte die Lehrerin ihr da nicht ad hoc helfen können?
 
Ja, natürlich.
Bei 40° natürlich die Frage, ob da Tiefschneekenntnisse reichen oder man nicht gleich Bergsteigerausrüstung und -know-how dabei haben sollte.
 
GIFWilli59 schrieb:
Ja, natürlich.
Bei 40° natürlich die Frage, ob da Tiefschneekenntnisse reichen oder man nicht gleich Bergsteigerausrüstung und -know-how dabei haben sollte.

ich fand es auch anstrengend, jeden Tag am Notschrei 4-5 Kinder aus den Spalten bergen zu müssen ... ohne Seil ... wir hatten ja nichts !!!
 
Ich bin bisher auch mit fast nur Skilehrern in Berührung gekommen, die viele genannte Kliesches erfüllen. Natürlich müssen Kliesches nicht zutreffen, in den meisten Fällen enthalten aber sie aber einen wahren Kern. Ich glaube hier wurden schon viele gute Gründe genannt, warum trinkfest, Schürzenjäger und teilweise weniger skifahrerisches Können tatsächlich oft zutreffen.

Viele Skilehrer sind einfach jung, üben die Tätigkeit vor/neben der Uni oder der Ausbildung aus. Wenn die Ausbildung beendet ist, beenden sie ihre Skilehrer Laufbahn wieder. Ich kenne jmd., der mal 2 Wochen Änfanger am Fichtelberg als einmalige Sache unterrichtet hat & das war es auch wieder.
GIFWilli59 schrieb:
Die Frage ist natürlich auch, ob jeder Skilehrer auf jedem Gebiet einsetzbar sein muss. Von wenigen Destinationen (Arlberg, La Grave, Alagna usw.) abgesehen, spielen sich 95 % der Aktivitäten der Gäste und daher auch der Skilehrkräfte auf den präparierten Pisten ab. Oder anders gesagt: Muss eine Grundschullehrerin ein Verständnis für komplexe Zahlen oder Matrizenrechnung haben?
Das trifft es doch wunderbar; ich meine nein! Tiefschnee Kenntnisse sind völlig überflüssig, wenn es darum geht Anfängern grade im Mittelgebirge Basics zu vermitteln. Soziale Kompetenzen/ Trainer Kompetenzen sind da viel wichtiger.

Selbst flüssiges Carven auf roten oder gar schwarzen Pisten müssen Skilehrer, die Anfänger unterrichten, nicht bringen. Eine fehlerfreie Ausführung auf blauen Pisten reicht.
Viel wichtiger wäre es, dass überhaupt genug Skilehrer da sind, um die Nachfragespitzen abzudecken. Ansonsten gibt es in den nächsten Jahren zu wenig Nachwuchs oder der Nachwuchs fährt noch schlechter als die jetzige Generation an Skifahrern.
 
V4Show schrieb:
Ich bin bisher auch mit fast nur Skilehrern in Berührung gekommen, die viele genannte Kliesches erfüllen. Natürlich müssen Kliesches nicht zutreffen, in den meisten Fällen enthalten aber sie aber einen wahren Kern. Ich glaube hier wurden schon viele gute Gründe genannt, warum trinkfest, Schürzenjäger und teilweise weniger skifahrerisches Können tatsächlich oft zutreffen.

Es wurden bis jetzt noch quasi keine Gründe genannt ... ausser das es eher junge Menschen im Nebenerwerb sind ... das sind aber keine "vielen" Gründe sondern ein einziger ... also eher keine Hinweis auf "das Klischee" ...
 
Bzgl larifaripartyskilehrer:wenn die mit Kindern einen ziehweg machen, wo es rechts oder links steil runter geht und eines fluppt hinunter, muss ich durchaus erwarten können, dass derdie skilehrer souverän da aushelfen können ohne die Bergwacht rufen zu müssen.
Und auch bzgl larifariskilehrer: ich habe oben beschrieben dass das in Sölden, aber anderswo vor ca 10 Jahren kein Einzelfall war und die skilehrer teils nicht mal eine Ausbildung hatten., die man so nennen darsf und den Aufenthalt in halligallitown Sölden einfach mit dem nützlichen verbanden(Geld) Weiss da jemand mehr? War das ein zeitphänomen? Ist das immer noch so? Oben hatte jemand ja auch geschrieben, dass man gerne billokräfte aus dem Ausland hinzuziehe, was in diese Richtung tendiert,die ich umschrieben habe.
 
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.
In Italien oder in der Schweiz habe ich keine Ahnung, aber in Frankreich glaube ich ist fast unmöglich ohne Ausbildung oder mit einer Ausbildung von anderem Land (auch von anderen EU Ländern) zu unterrichten.

Ich habe nur nebenberuflich unterrichtet, und ich hatte nicht so viele Kontakte mit den anderen Lehrer usw., und ich kann nicht auf die Frage KLISCHEE ODER WAHRHEIT? antworten. Außerdem ich denke, ist ganz anders in Oberjoch oder Schwarzwald als in Sölden oder Ischgl.

PS auf jeden Fall, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte würde ich Hauptberuflich als Lehrer arbeiten. Aber nicht für die Groupies.
 
turms schrieb:
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.

ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?
 
Ganz ohne Ausbildung evtl nicht. Wahrscheinlich so wie wander Führer, 3 Wochen Kurs und du kannst zwergerl unterrichten. In Sölden zumindest damals hatten die niederländerinnen keine umfassende ausbildung
 
Wooly schrieb:
turms schrieb:
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.

ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?

Man darf in Österreich ohne Ausbildung in einer Skischule aushelfen, allerdings keine Gruppe alleine führen (vgl. unqualifizierter Hilfsarbeiter). Ausnahme sind hier kleine "Vereinsskischulen", meist im Osten oder Süden von AUT an kleinen Liften, die nur wenige Tage im Jahr offen haben.
Für alles andere braucht man eine Skilehrerausbildung- Basisstufe nennt sich Skilehrer-Anwärter, damit darf man Kinder + Erwachsene von Anfänger bis blaue Pisten unterrichten. Das ist auch die am meisten verbreitete Ausbildung unter den Skilehrern.
Es folgt der Landeslehrer ("Matura des Skifahrens"), mit in Summe 4 Kursen, damit darf man mit allen Gästen auf allen Pisten und im, mit dem Lift erreichbaren, Gelände unterwegs sein, allerdings immer im Zuge eines Angestelltenverhältnis.
Darüber gibt es noch den Staatlich geprüften Skilehrer ("Studium des Skifahrens"), Dauer = 1 Winter, hier wird all' das vorher genannte perfektioniert, man ist im Gelände, Buckel, Rennlauf und Schule fahren auf 1A getrimmt- befähigt andere Skilehrer auszubilden, sich selbstständig zu machen oder eine Skischule zu übernehmen/eröffnen (vereinfacht gesagt, es gibt Unterschiede in den Bundesländern).
Danach kommt noch der Skiführer- damit darf man auch im Gelände aufsteigen und im Gelände führen.
 
Wooly schrieb:
turms schrieb:
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.

ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?

vor 3-4 Jahren habe ich mit vielen Skischulen besprochen , und sie haben bestätigt, dass ich als Snowboardlehrer arbeiten kann, ohne eine Ausbildung. Wo und wie genau , weiß ich allerdings nicht, weil genau vor der Corona-Saison war und dann ist alles gestrichen. Außerdem weiß ich nicht wo ich "Helfen" musste. Für Snowboarding gibt es kein Skikindergarten. Vielleicht in der Hochsaison mit einem Ausgebildeten Lehrer dabei? k.a.
Aber ich muss hier bemerken, dass das nur bei Skischulen in Salzburgerland der Fall war, und nicht in Tirol oder Vorarlberg. Dort war / ist unmöglich ohne Ausbildung.
Ich habe auch probiert meine Ausbildung in Österreich zu anerkennen, aber lohnt sich nicht. Besser sofort eine dort machen.
 
Guest schrieb:
Wooly schrieb:
turms schrieb:
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.

ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?

Man darf in Österreich ohne Ausbildung in einer Skischule aushelfen, allerdings keine Gruppe alleine führen (vgl. unqualifizierter Hilfsarbeiter). Ausnahme sind hier kleine "Vereinsskischulen", meist im Osten oder Süden von AUT an kleinen Liften, die nur wenige Tage im Jahr offen haben.
Für alles andere braucht man eine Skilehrerausbildung- Basisstufe nennt sich Skilehrer-Anwärter, damit darf man Kinder + Erwachsene von Anfänger bis blaue Pisten unterrichten. Das ist auch die am meisten verbreitete Ausbildung unter den Skilehrern.
Es folgt der Landeslehrer ("Matura des Skifahrens"), mit in Summe 4 Kursen, damit darf man mit allen Gästen auf allen Pisten und im, mit dem Lift erreichbaren, Gelände unterwegs sein, allerdings immer im Zuge eines Angestelltenverhältnis.
Darüber gibt es noch den Staatlich geprüften Skilehrer ("Studium des Skifahrens"), Dauer = 1 Winter, hier wird all' das vorher genannte perfektioniert, man ist im Gelände, Buckel, Rennlauf und Schule fahren auf 1A getrimmt- befähigt andere Skilehrer auszubilden, sich selbstständig zu machen oder eine Skischule zu übernehmen/eröffnen (vereinfacht gesagt, es gibt Unterschiede in den Bundesländern).
Danach kommt noch der Skiführer- damit darf man auch im Gelände aufsteigen und im Gelände führen.

100% sicher bin ich nicht, aber ich glaube Staatlich geprüft Lehrer gibt es nur in Deutschland. Oder gibt es auch in Österreich?
Wenn ich in 2014 wollte, in Österreich gab es Level 1, 2 und 3. Heute finde ich nur Anwärter und Landeslehrer.
 
Wooly schrieb:
Deswegen war ich etwas verwundert, das die "Billiglöhner" so ein Problem sein sollen. Wer sich allerdings ohne Not ausnutzen lässt, der ist am Ende vom Tag auch selber schuld ...
Nur als Beispiel: mir wurde bereits in zwei Skischulen sinngemäß gesagt: "bevor ich Dich (als Staatlich geprüften Skilehrer + Trainer (=Meisterstufe)) anstelle, zahl' ich lieber zwei Holländerinnen/Däninnen, die bekommen zusammen weniger als du + denen kann ich jeweils 12 Kinder in der Kindergruppe mitgeben- da verdien' ich mehr als bei deinen Privatstunden"
Betriebswirtschaftlich ist diese Aussage ja grundsätzlich richtig, als junger Mensch mit einer hochwertigen Ausbildung greift man sich dennoch an den Kopf. Dazu sei für das Gesamtbild gesagt, dass man auch mit der Ausbildung zum Landeslehrer oder Staatlichen Skilehrer in AUT (mit Ausnahme am Arlberg) nicht gut verdient (ich nenne hier mal 1.500-1.800 netto/ Monat je nach Position und Aufgabe als Anhaltspunkt). Nun möchte ich bitte keine Grundsatzdiskussion ob das nun wenig oder viel ist- man hat mit dieser Ausbildung eine vollwertige Berufsausbildung, bringt die oben genannten Eigenschaften und trägt mit dem Gast eine Menge Verantwortung, das sollte auch entsprechend entlohnt werden. Bei den "Kinderlandlehrern" ist es nochmal ein Eck weniger an Verdienst obwohl die wahrlich große Arbeit leisten.
Dazu kommt noch, dass Aus- und Weiterbildung, Ausrüstung und Unterkunft selbst zu stellen bzw. zu bezahlen ist.
Dadurch komme ich zu meiner Aussage, dass die "Billiglöhner" den Preis drücken, denn wer ob der genannten Faktoren dennoch für wenig Lohn arbeitet bringt das Gefüge nach unten.

Dass das Ganze zum Großteil von jungen Menschen im Nebenerwerb ausgeübt wird, daran ist grundsätzlich mal nichts verwerflich. Wie von mir bereits genannt, bietet es sich sogar an, weil man als Schüler/Student in den Ferienzeiten einen tollen Ferialjob hat in dem man viel lernen kann und den Skischulen hilft es bei der Bewältigung der Spitzenzeiten. Allerdings dreht sich hier die Problematik im Kreis bzw. in der von mir genannten Abwärtsspirale: Dadurch, dass die Entlohnung für (gut ausgebildete) Skilehrer oder jene die das über eine ganze Saison hauptamtlich machen nicht entsprechend ist, wandern diese sukzessive in andere Bereiche ab, wodurch wieder mehr mit jungen, unerfahrenen und/oder "Importspielern" kompensiert wird. Usw. Usw.
Im Idealfall sollte man mit einem Job soweit über die Runden kommen, dass er die Rechnungen bezahlt. Okay, vielleicht in Kombination mit einem Job für die Sommersaison, aber mit 2x Saisonjob sollte dies, denke ich, nicht zu viel verlangt sein.
 
turms schrieb:
100% sicher bin ich nicht, aber ich glaube Staatlich geprüft Lehrer gibt es nur in Deutschland. Oder gibt es auch in Österreich?
Wenn ich in 2014 wollte, in Österreich gab es Level 1, 2 und 3. Heute finde ich nur Anwärter und Landeslehrer.
Umgekehrt, was die Bezeichnungen betrifft. Die Deutschen haben die Levels 1+2+3 + staatlich geprüfte Skilehrer, in Österreich gibt es Anwärter-Landes und staatlicher Skilehrer- okay, offiziell heißt es "Diplomskilehrer", aber das hat sich im Sprachgebrauch so eingebürgert.
Was die Qualität betrifft ist der österr. staatliche Skilehrer die hochwertigste skifahrerische Ausbildung weltweit und gilt gemeinhin als Maßstab.
Die Deutschen haben zwar ihr System angepasst, sind aber in der Hinsicht nicht vergleichbar und werden auch nicht auf gleichem Level anerkannt.
 
turms schrieb:
Wooly schrieb:
turms schrieb:
so weit ich weiß, man kann in Österreich auch ohne Ausbildung als Ski bzw Snowboard Lehrer arbeiten. Selbstverständlich man kann nur Kindern oder Anfänger unterrichten aber es ist trotzdem möglich.
Ich vermute in DE auch. Dummerweise , ich kann zb in Österreich ohne Ausbildung unterrichten, aber meine deutsche Ausbildung ist nicht in Österreich anerkannt.

ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?

vor 3-4 Jahren habe ich mit vielen Skischulen besprochen , und sie haben bestätigt, dass ich als Snowboardlehrer arbeiten kann, ohne eine Ausbildung. Wo und wie genau , weiß ich allerdings nicht, weil genau vor der Corona-Saison war und dann ist alles gestrichen. Außerdem weiß ich nicht wo ich "Helfen" musste. Für Snowboarding gibt es kein Skikindergarten. Vielleicht in der Hochsaison mit einem Ausgebildeten Lehrer dabei? k.a.
Aber ich muss hier bemerken, dass das nur bei Skischulen in Salzburgerland der Fall war, und nicht in Tirol oder Vorarlberg. Dort war / ist unmöglich ohne Ausbildung.
Ich habe auch probiert meine Ausbildung in Österreich zu anerkennen, aber lohnt sich nicht. Besser sofort eine dort machen.

Ich kann nur durch meine eigene Beobachtung sagen, dass die niederländerinnen damals ohne einen "echten" skilehrer mit ihrer Gruppe unterwegs waren. Wie gesagt:Sölden in tirol. Wer weiss, auf welch legalen Fundament das lief.
 
Wooly schrieb:
ich bin davon ausgegangen das man in Deutschland wie in Österreich eine Ausbildung braucht. Das man da "einfach so" unterrichten kann wäre mir neu. Wo genau soll das gehen ?
Man braucht in Deutschland nicht per se eine Ausbildung zum Skifahren unterrichten. Aber um die Frage zu beantworten, müsste man sich erst mal einigen, in welchem Rahmen man sich bewegt. Skiunterricht ist ja nicht gleich Skiunterricht. "Unterricht" kann gewerblich in eine Skischule gegeben werden, in einem Skiverein, als schulische Aktivität bei Klassenfahrten o.ä. Je nach Rahmen gibt es dann auch unterschiedliche Voraussetzungen für die Ausbildung und Berechtigungen.

Einen staatlich anerkannten aberkannten Skilehrer braucht man, wenn man selbständig gewerblich Skiunterricht erteilen möchte, sprich eine Skischule aufmacht. Den staalichen Skilehrerschein kann man in Umfang und Qualität schon mit einer "richtigen" Ausbildung vergleichen, er ist daher auch international anerkannt, auch in Österreich.

Als Vorstufen kann man beim Deutschen Skilehrerverband noch unterschiedliche Skilehrerlevel absolvieren (Skilehrerlevel 1-3). Das ist dann halt ein eine Qualifikation und ein Titel, die einem in Verband erteilt, um damit beispielsweise in einer Skischule als Skilehrer angestellt zu werden oder bei einem Reiseanbieter als Skilehrer zu arbeiten.

Um Schulkassen unterrichten zu können, braucht man dagegen weder den staatlich geprüften Skilehrer noch ein DSLV-Level, sondern eine "Lehrbefähigung Skifahren". Die Regelung dazu ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, weil schulische Angelegenheiten Ländersache sind. In der Regel ist die Skilehrer-Ausbildung eine universitäre Ausbildung und wird beim Lehramtsstudium absolviert.

Allein schon wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen, in denen Skiunterricht stattfindet, und der völlig unterschiedlichen Ausbildungswege halte ich es für ziemlichen Quatsch, solche genannten Klischees bestimmen zu wollen.
 
Betreffend skifahrerischem Können: vielen Dank @zonk für den Begriff "larifaripartyskilehrer"
Mein Anspruch in der Sache ist folgender: Wie oben erwähnt braucht es viele verschiedene Fähigkeiten um ein guter Skilehrer zu sein und neben dem Skifahren gehören psychologische und soziale Aspekte zweifelsohne dazu. Gegenüber dem Gast ist wichtig, dass man gut vorzeigen/ vorfahren kann und Spaß an der Sache vermittelt. Ich kenne "Kinderlandfeen" die didaktisch und pädagogisch einer Kindergärtnerin vermutlich nicht viel nachstehen.
Alles was ich erwarte ist ein gewisses skifahrerisches Mindestkönnen, was angesichts dessen, dass man als Skilehrer Dienst in Uniform verrichtet und gewissermaßen als Vorbild ggü. dem Lernenden und allgemein als Repräsentant der österr. Skischule auftritt, auch nicht zu viel verlangt sein kann :!: In meiner persönlichen Einschätzung, läge diese Anforderung in etwa so, dass man jede Piste in kurzen oder langen Radien befahren kann.
Wer das nicht schafft, sollte mMn die Berufswahl überdenken. Nur hier wird leider in der Anwärter-Ausbildung die Messlatte zu niedrig angesetzt, da man die Skilehrer ja für die Saison produzieren "muss" und O-Ton "fürs Kinderland wirds schon reichen" bzw. "wenn sie außer Dienst fahren, sollns halt die Jacke umdrehen"
Ich denke es ist ähnlich wie in anderen Dienstleistungen auch, im Kern sollte man sich mit der Sache auskennen und diese entsprechend repräsentieren, z.B. ein Installateur kann noch so sympathisch und lustig sein, wenn die Leitung nach seinem Werk weiter tropft stelle ich seine Fähigkeit infrage.
 
zonk schrieb:
Bzgl larifaripartyskilehrer:wenn die mit Kindern einen ziehweg machen, wo es rechts oder links steil runter geht und eines fluppt hinunter, muss ich durchaus erwarten können, dass derdie skilehrer souverän da aushelfen können ohne die Bergwacht rufen zu müssen.
Und auch bzgl larifariskilehrer: ich habe oben beschrieben dass das in Sölden, aber anderswo vor ca 10 Jahren kein Einzelfall war und die skilehrer teils nicht mal eine Ausbildung hatten., die man so nennen darsf und den Aufenthalt in halligallitown Sölden einfach mit dem nützlichen verbanden(Geld) Weiss da jemand mehr? War das ein zeitphänomen? Ist das immer noch so? Oben hatte jemand ja auch geschrieben, dass man gerne billokräfte aus dem Ausland hinzuziehe, was in diese Richtung tendiert,die ich umschrieben habe.

Also Zeitphänomen ist das keines. Siehe dazu auch meine vorherigen Beiträge.
Stark verallgemeinert würde ich für AUT mal sagen: je größer der regionale Einzugsbereich + je geringer die Anzahl an Skischulen im Ort, desto höher der Anteil an Einheimischen Skilehrern und vice versa desto geringer der Anteil an "Importspielern". Zusatz: wenn das Management die richtigen Entscheidungen trifft. Beispiele hierfür sind u.a. Mönichkirchen, Gosau, Haus/Schladming/ Ramsau, Hofgastein.
Andersrum möchte ich sagen je kleiner der Einzugsbereich + je höher die Dichte an Skischulen + hohe Gästebettenanzahl desto eher finden sich viele viele "Importspieler" und diese sind eben in den meisten Fällen schlechter ausgebildet und nicht so skifahrerisch fit. Beispiele hier sind u.a. Sölden, Gurgl, Kaprun, so gut wie das ganze Zillertal
Dass der Faktor Apres Ski und halligalli nicht abzustreiten ist, kann man nicht von der Hand weisen- wenn es einem nicht um die Tätigkeit geht, ist es ja blöd gesagt egal wo man unter tags im Kinderland steht, wenn abends beim apres ski was geht. Und die Skischulen in diesen Regionen machen sich ja dieses Image auch zu nutze.
 
Guest schrieb:
Gegenüber dem Gast ist wichtig, dass man gut vorzeigen/ vorfahren kann [...]
Warum sollte das für den Gast so wichtig sein? Im Wesentlichen beobachte ich zwei Situationen, in denen der Skilehrer etwas vorfährt:

a) Alle Schüler stehen am Hang und gucken zu, wie der Skilehrer fährt. --> Das ist für meinen Geschmack reichlich unproduktiv. Zum einen sehen die Skischüler entfernungsbedingt vielleicht 2-3 Schwünge genau, was der Skilehrer macht. Zum anderen sollten mMn lernende Skifahrer so wenig wie möglich von den 2h Skischuleinheit damit vergeuden, rumzustehen und sich gute Skifahrer anzusehen. Das können sie besser auf irgendwelchen Videotutorials machen und die meisten Menschen lernen komplexe Bewegungsabläufe nicht, indem sie sehen, sondern indem sie sich selbst bewegen.
b) Skilehrer fährt vorne weg und die Skischüler in Kolonne hinterher. --> In der Konstellation können sich die Skischüler (zumindest bis zu einem bestimmten Niveau) doch überhaupt nicht darauf konzentrieren zuzusehen, wie toll der Skilehrer eine Übung vormacht. Die Skischüler konzentrieren sich dabei viel zu sehr auf die eigene Bewegung oder darauf, die Linie zu halten oder dem Vordermann nicht hinten rein zu brettern.

Warum es für den Gast beim Lernen also so immens wichtig sein soll, wie der Skilehrer etwas vormacht, erschließt sich mir nicht automatisch. Ich würde sogar die These aufstellen, dass es die große Herausforderung als Skilehrer ist, so wenig wie möglich vorzeigen/-fahren zu müssen. Vom Anschauen eines perfekten Schwungs hat noch keiner Skifahren gelernt! Ein guter Skilehrer sollte viel mehr Hilfestellungen, Tipps, Übungen, Feedback usw. geben, was der Skischüler tun muss, um einen ähnlichen Schwung zu fahren. Wenn ich dabei als einziges Mittel die Demonstration eines Schwunges wähle und dem Skischüler die Transferleistung, was und wann der Skischüler selbst tun muss, überlasse, ist das ineffektiv und größtenteils eine Verschwendung dessen Zeit.

Diene Aussage, dass es ach so wichtig ist, wie3 der Skilehrer fährt, würde für mich nur Si9nn machen, wenn du davon ausgehst, das bewundert werden zu den elementaren Funktionen eines Skilehrers gehört. Kann man ja so sehen, aber jemand, der sich seine Skilehrerausbildung deshalb ans Revers heftet, um sine Qualitäten als Skigott zu demonstrieren und Bewunderung zu ernten, würde ich ganz bestimmt nicht als Skilehrer für meine Kinder in Betracht ziehen! Ein guter Skilehrer hilft dem Schüler so gut wie möglich selbst Skizufahren anstatt ihm das Ergebnis permanent vorzuführen, genauso wie ein Mathelehrer seinen Schülern ermöglicht, selbst zu rechnen, als ihn stundenlang an der Tafel vorzurechnen

Guest schrieb:
Alles was ich erwarte ist ein gewisses skifahrerisches Mindestkönnen, was angesichts dessen, dass man als Skilehrer Dienst in Uniform verrichtet und gewissermaßen als Vorbild ggü. dem Lernenden und allgemein als Repräsentant der österr. Skischule auftritt, auch nicht zu viel verlangt sein kann
Halte ich für einen grundsätzlichen Denkfehler. Warum sollte für eine Skischule das Fahrkönnen ihrer Angestellten das Aushängeschild darstellen? Sollten das nicht eher das Fahrkönnen und der Fortschritt der Skischüler sein, die mit deren Unterstützung das Skifahren gelernt haben? :)
 
@ Jan Tenner, ich verstehe grundsätzlich deine Überlegungen, stimme jedoch in der Schlussfolgerung nicht überein. Aus vielen Jahren in der Praxis als Skilehrer kann ich berichten, dass das Was viel wichtiger ist, als das Wie. Gerade bei Kindern, Jugendlichen, ängstlichen Erwachsenen usw. tut sich der Gast viel leichter wenn er das Vorgezeigte nachmachen kann (Schattenfahren, Spurfahren, you name it... alles in Bewegung, nicht rumstehen), als über übermäßig Reden, Erklären und Feedback sämtliche Details zu erfahren. Gerade bei Sprachbarrieren wird das noch wichtiger. Und das fürs korrekt Vorzeigen auch ein gewisses skifahrerisches Level benötigt wird, ist denke ich selbstredend. Im Trainerwesen oder bei stark Fortgeschrittenen gewinnt das gesprochene Feedback an Bedeutung, da kann der Gast aber auch schon einigermaßen Ski fahren.
Die These "so wenig wie möglich vorzeigen/-fahren zu müssen" würde ich nur dann unterschreiben, wenn du dazusagst, dass das auch heißt, dass der Skilehrer die richtigen Übungen für den Gast erkennen und geben muss. Also lieber genau die 2 richtigen Übungen als 15 willkürliche, die nichts mit dem Hauptproblem zu tun haben. Wenn das gemeint war, bin ich bei dir.
Jan Tenner schrieb:
Halte ich für einen grundsätzlichen Denkfehler. Warum sollte für eine Skischule das Fahrkönnen ihrer Angestellten das Aushängeschild darstellen? Sollten das nicht eher das Fahrkönnen und der Fortschritt der Skischüler sein, die mit deren Unterstützung das Skifahren gelernt haben? :)
Drehen wir den Gedanken vielleicht um, ab wann wäre ein skifahrerisches Unvermögen schon schädlich für die Reputation der Skischule? Würdest du dich oder deine Kinder von einem Skilehrer unterrichten lassen, der nicht sturzfrei eine rote Piste runterkommt? Wie ist das dann bei der Verantwortung über eine Kindergruppe? Das ist das was ich mit Mindestlevel meinte. (Eine handvoll wenige Ausnahmekönner als tatsächliche Aushängeschilder der Skischule reichen völlig :) )
 
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