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Sparen bei den Armen !!!

@ Kris: Die Idee der Grundkrankenversicherung + Private Zusatzversicherungen fände ich auch traumhaft....wird aber wohl dank der Lobbiisten nie kommen...

Sogesehen gefällt mir das System hier in Österreich mit einer gesetzlichen Krankenkasse pro Bundesland schon wieder sehr gut. Einige schreiben zwar auch Minus(Grossstadt Wien halt), aber IMO klappt das wesentlich besser als in Deutschland. Wobei mir der Kur-Tourismus ab 50 (O-Ton: Ab 50 musst so oft wie möglich auf Kur gehen, sonst streichens dir dein Budget) unverständlich ist...
 
@ Kris: Die Idee der Grundkrankenversicherung + Private Zusatzversicherungen fände ich auch traumhaft....wird aber wohl dank der Lobbiisten nie kommen...

In der CH ist das auch so, allerdings funktionniert auch das nur bedingt. Der Leistungskatalog der Grundversicherung ist viel zu gross (unter anderem wird davon auch Alternativmedizin bezahlt!), macht so das System teuer und den Abschluss einer zusätzlichen Privatversicherung unattraktiv.
 
Bin wg. des Sommers (endlich) ein wenig schreibfaul :wink: , möchte aber zu Bedenken geben, dass der Finanzminister kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem hat.
Die Steuereinnahmen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, die Ausgaben aber überproportional.

Natürlich könnte man auf der Steuerseite was machen. Steuerlast umschichten von der Mitte nach oben.
Aber die Gesamtbelastungsquote nicht weiter erhöhen, denn es gibt auch einen Wettbewerb um Standorte innerhalb Europas.

Und wenn bei einem Haushaltsplan von ca. 327 Milliarden € f. 2010 ca. 167 Milliarden € auf den Sozialhaushalt entfallen, kann man nicht sparen ohne diesen Haushaltsposten (51%!) einzubeziehen.
 
Klasse, die energiekonzerne fahren riesen Gewinne ein und wenn man versucht da ran zu kommen geben sie die zusätzlichen steuern und Abgaben immer an die Kunden weiter. Selbes Thema wie bei der Solarförderung.
 
Ist doch cool. Und dazu noch eine Laufzeitverlängerung für die AKWs.
Hat sich er Rüttgen echt prima ausgedacht! Respekt!!
 
Was ist denn an Atomstrom schlecht? Das Atom-Bashing ohne vernünftige Alternativen zu nennen (ausser den üblichen Verdächtigen wie Windrädern und Solarpannels, die so gut wie nichts bringen) geht mir langsam auf die Nerven. In der Schweiz haben wir nämlich genau das gleiche Problem...

Das Spezialsteuern am Schluss vom Kunden bezahlt werden war ja eh klar. Gerade in Märkten mit hohen Einstiegshürden spielt nie und nimmer genug Konkurrenz um die Steuererhöhung auf Kosten der Firma durchzuführen. Ich denke auch nicht dass Sondersteuern für Gewisse Branchen und Steuerrabatte für andere Branchen die richtige Methode sind. Für alle sollten die gleichen Bedinungen gelten und fertig. Ich habe vor ein paar Tagen im Spiegel einen Artikel gelesen wo die teils lächerlichen Mehrwertssteuersätze beschrieben wurden. So gilt die einte Fischart als "Grundnahrungsmittel" und die andere als "Luxusgut"? Wenn schon macht man gleich für alle Lebensmittel einen tieferen Steuersatz, von Brot bis Kaviar... Was man da zusätzlich einnehmen tut, das geht ja dann gleich wieder für den damit verbundenen Beamtenapparat drauf...

Ein Grundeinkommenwürde tatsächlich eine ganze Menge Probleme lösen. Natürlich gibt es Leute die dann sagen, wozu soll ich da noch arbeiten, aber das wären mit Sicherheit nicht viele. Viel wichtiger ist, dass dann niemand mehr für die teilweise unmenschlichebn Löhne die heute bezahlt werden arbeiten würde. Denn natürlich hat das Grundeinkommen ab dem ersten Euro wegzufallen den man verdient.

Also wenn ich sowas höre, dann wirds mir schlecht... Schon deine Ausführungen beweisen eigentlich, dass das ganze zum scheitern verurteilt wäre. Jemand kann höchstens soviel verdienen, wie er Wertschöpft, sonst loht es sich für das Unternehmen nicht, ihn zu beschäftigen. In gewissen Branchen (dort wo es nicht viel Knowhow braucht und folglich viel Konkurrenz besteht) lassen sich nun mal keine hohen Umsätze/Gewinne realisieren, also müssen auch die Löhne tief sein! Wenn ich jetzt also entscheiden kann: Ich arbeite für den Betrag X oder ich kriege ihn einfach, dann entscheiden sich 95 von hundert Menschen nicht dafür zu Arbeiten. Wer das bestreitet, der ignoriert die durch die Evolution determinierte Verhaltensweise des Menschen. Also muss man mehr haben als das Grundeinkommen. Da das Grundeinkommen aber mindestens auf der höhe des Existenzminimums sein müsste (sonst wären die Leute ja wieder gezwungen zu Arbeiten, was wiederum das von dir geschilderte Lohndumping nicht verhindern würde), müssten die in der Wirtschaft bezahlen Mindestlöhne ja noch höher sein dass sich überhaupt irgend wer zum Arbeiten bequemen würde. Gewisse Branchen würden also ganz verschwinden bzw. der Staat müsste dann auch noch dort Geld in Form von Subventionen abliefern. Anderstherum könnte das Grundeinkommen auch bei Erwerb bestehen bleiben, dann wären die Arbeiter für die Unternehmen wiederum relativ günstig zu haben. Aber dann müsste der Staat immer und jedem ein Grundeinkommen bezahlen.
Wer soll also denn ganzen Spass berappen? So viel Steuern kann der Staat seinen Bürgern gar nicht abknöpfen (vorallem wenn schon ein Grossteil des Einkommens selbst vom Staat kommt... :lol: ), also müsste er Schuldenwirtschaft betreiben. Das geht bekanntlich ein paar Jahre gut und krachts. Die Idee ist nichts anderes als Kommunistenromantik...
Die Lösung für breit abgestützen Wohlstand sehe ich eher in einer rigurosen Sozialpolitik (einer der nichts macht, der kriegt auch nur das absolute Minimum: Essen und ein Bett), dafür verhältnissmässig grosszügige Mindestlöhne. Wenn der Staat für Wohlstand sorgen muss dann gings noch immer Schief, so wären alle motiviert, den eigenen Wohlstand selber in die Hand zu nehmen.
 
Ist ja besser als der besste Stammtisch :lach:
Los hohlt die Parolen raus und beweisse möglich nix - so wie es sich gehört.

Zum Thema Gewinne bei Stromkonzernen reicht 1x Googeln und eine Simple Umsatzrendite auszurechnen um zu merken - hoppla die verdienen zwar absolut gesehen viel - aber gemessen am Umsatz dann doch "normal"......
 
Man muss sparen und es ist völlig in Ordnung, dass dabei der Bürger auch dran glauben muss. Es kann aber nicht sein, dass man bei den Leuten spart, die eh schon nichts haben
Das ist haupsächlich ein Thema der Bemessungsgrundlage. Heutige H4ler hätte man von 50 Jahren wohl eher zur gehobenen Mittelschicht gezählt. Nun leben wir allerdings nicht mehr in der Vergangenheit aber man sollte sich angesichts der Lage mal überlegen ob alles, was heute zum Mindeststand gehört auch noch finanzierbar ist. Wenn man über seine Verhältnisse gelebt hat, dann bedeutet das natürlich einen schmerzhaften Rückschritt.
Bsp: ein Fernseher (und aktuell ist nun mal ein Flachbildfernseher) gehört zum Mindeststandard und ist nicht pfändbar. Jetzt kann man darüber steiten ob die Allgemeinheit jedem diesen Zugang zur Informationswelt finanzieren muss oder ob eine Tageszeitung nicht günstiger und sinnvoller wäre.

Und wenn ich einen H4ler sehe der sich nach wie vor seine 2 Schachteln Zigaretten am Tag leisten kann, dann würde ich nicht behaupten, das der 'eh schon nichts hat' (5€*2*31Tage, ich könnte mir schon vorsellen wo in einem solchen Fall das Elterngeld hinfließt....)
 
Tageszeitung pro Jahr: ~500 Euro (Bild und Co. gehen definitiv nicht als brauchbare Tageszeitung durch)
TV einmalig: 100 Euro (bzw. Flachbild-TV einmalig ca. 500 Euro)

Doch, ich denke schon, dass der der Fernseher besser abschneidet. Mitunter auch zusätzlich zur Unterhaltung beiträgt.

Sicher muss ein Hartz4-Empfänger nicht entsprechend deinem vorherigen Standard versorgt werden, sondern so, dass er über die Runden kommt ohne dabei noch zusätzlich grössere Abstriche machen zu müssen. Die meisten Hartz4-Empfänger können nichts für ihre Arbeitslosigkeit. Warum soll man diese Menschen denn unnötig bestrafen, weil irgend ein Manager wieder nur den Reingewinn im Auge hatte?

Sicher ist es nicht unbedingt in Ordnung wenn ein Hartz4-Empfänger raucht wie Fabrikschlot. Aber schlussendlich finde ich schon, dass er selbst über seine Finanzen entscheiden können soll. Wer dann halt vielleicht beim Essen spart, kann sich die Zigarretten leisten - da sehe ich jetzt nicht so ein Problem.

Ich wiederhole nochmal: Einfach mal selbst eine Vollkostenrechnung machen (nicht einfach mal schauen was man da so an Geld kriegt...) und dann mal überprüfen, ob das wirklich kein Problem ist. Auf jeden Fall wüsste ich nicht, wie ich vernünftig mit dem was ich kriegen würde über die Runden kommen sollte...
 
Migi schrieb:
Einfach mal selbst eine Vollkostenrechnung machen (nicht einfach mal schauen was man da so an Geld kriegt...) und dann mal überprüfen, ob das wirklich kein Problem ist. Auf jeden Fall wüsste ich nicht, wie ich vernünftig mit dem was ich kriegen würde über die Runden kommen sollte...
Ich hätte ja dann kein Problem mit Sparmaßnahmen im Sozialbereich wenn Deutschland ein armes Land wäre; wenn aber Statistiken zeigen, daß ~ 80 % des Vermögens sich nur 5 % der Bevölkerung teilen ist für mich klar, wer da beizusteuern hätte.
Das wird die Politik aber erst dann begreifen, wenn paar Leute denen die Hutschnur reißt damit beginnen, mal Jagd auf die Upper Class zu machen.
Wer mit höheren Spitzensteuersätzen oder einer Vermögenssteuer mangels solidarischem Gewissen nicht einverstanden ist, sollte von mir aus dorthin gehen wo der Pfeffer wächst denn einen solchen Menschentyp würde ich hier ohnehin nicht haben wollen. Allerdings sollte man denjenigen dann auch die Staatsbürgerschaft aberkennen wenn sie den Hauptwohnsitz ins Ausland verlegen.
 
Ich hätte ja dann kein Problem mit Sparmaßnahmen im Sozialbereich wenn Deutschland ein armes Land wäre; wenn aber Statistiken zeigen, daß ~ 80 % des Vermögens sich nur 5 % der Bevölkerung teilen ist für mich klar, wer da beizusteuern hätte.

Naja, das Vermögen kannst du aber kaum als Referenz herbei ziehen. Sonst strafst du jene die ihr Geld nicht zum Fenster rausschmeissen. Die Aufgabe des Staates ist es m.E, durch ein gutes Bildungssystem für alle mehr oder weniger die gleichen Startmöglichkeiten zu bieten, doch sicher nicht einfach jenen, die sich ein Vermögen zusammengetragen haben, das Geld wieder abzuknöpfen. Und aus diesen Angaben kann man wohl kaum ableiten ob ein Land wohlhabend ist, die Werte dürften u.A. bei Afrikanischen Staaten noch einiges extremer sein ;)

Wer mit höheren Spitzensteuersätzen oder einer Vermögenssteuer mangels solidarischem Gewissen nicht einverstanden ist, sollte von mir aus dorthin gehen wo der Pfeffer wächst denn einen solchen Menschentyp würde ich hier ohnehin nicht haben wollen.

Mit dieser Einstellung hat Deutschland ja schon jede Menge potenter Steuerzahler verloren, dass man damit nicht zum Ziel kommt sollte man langsam begriffen haben.
 
Mit dieser Einstellung hat Deutschland ja schon jede Menge potenter Steuerzahler verloren, dass man damit nicht zum Ziel kommt sollte man langsam begriffen haben.
Ich könnte spontan die Mitglieder u. die Anhänger von 4 Parteien nennen wo man das keineswegs begriffen hat. :lach:
Allerdings sollten in problematischen Zeiten auch die Wohlhabenden einen Beitrag leisten.

@Petz
Zu den Rechten eines EU-Bürgers gehört die freie Wahl des Wohnortes.
Ausbürgerung war übrigens eine Spezialität der DDR u. Nazi-Deutschlands.
 
Die Tatsache, daß sich Gutverdiener mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze vollständig aus dem Solidargemeinschaft "Krankenversicherung" austreten ist in der Tat in manchen ein großes Problem, da für die (niedrigen) Beiträge der Schwächeren, die noch dazu öfters Krank werden einzig der Mittelstand aufkommen muß.

Da muß ich dann auch mal meinen Senf dazu geben.
Eins vorne weg. Ja, ich bin Privatversichert. Ich oute mich. Ja ich bin Selbständig und Mittelschicht. Nein ich habe weder Schwarz noch Gelb gewählt. :D

Der Einfachheit halber lass mach ich das mal etwas grob, 100% Zahlengenauigkeit lass ich mal weg.
In Deutschland sind 4 Mio. "Privatversichert" (PKV). AAABER, der Großteil sind Beamte, die den Hauptanteil der Versicherungskosten aus Steuergeldern (aka Beihilfe) bekommen. Je nach Beamtanstatus 50-70%, der Rest wird über eine Zusatzversicherung abgedeckt.
Im Gegensatz zu den "Gesetzlichen" (GKV) sind in der PKV alle Personen einzeln versichert, in der GKV muß nur der Arbeitnehmer im Haushalt beträge Leisten, die zu (fast) 50% der Arbeitgeber Trägt. Im Extremfall ist in einer Großfamilie (ich kenne da ne 11 köpfige Familie) nur einer Arbeitnehmer und zahlt.

Rechenbeispiel für diesen Fall: Vater arbeitet im Reiningungsgewerbe: ca. 2000 brutto ca. 1600 netto, er bezahlt 14,9% Krankenkasse = ca. 240€ (50%AG/50%AN) und alle 11 sind voll Krankenversichert...

Gegenbeispiel: ich zahle ca. 300 ind die PKV, meine Tochter kostet ca. 140€ und meine Frau ca. 450€ macj im Monat rund 900€ Krankenkasse. zzgl. Eigenbehalte nochmal ca. 3500€ im Jahr.
In der GKV hätte ich und meine Frau jeweils Höchstsatz, d.h. 560€ pro Monat pro Person.

Dann ist der GKV Beitrag im Alter gedeckelt und wird massiv quersubventioniert, während in der PKV nach oben alles offen ist, Monatsbeiträge von rund 1000€ sind ab 70 keine Seltenheit.

Weiter schießen die PKV ca. 4 Mrd. € in den Gesundheitsfonds, weiter werden erhebliche Steuergelder (auch der Besserverdienenden und Selbständigen) in die GKV abgeführt, ohne das denen daraus irgendein Nutzen entsteht.
Sooo unbeteiligt wie das immer dargestellt wird ist der PKV Versicherte dann auch nicht.

GKV und Rente (zzgl. zu 19,8 Rentenbeitrag noch 80Mrd. Steuren jährlich) sind eben nicht Kapitalgedeckt, sondern stellen laufende ausgaben dar, die aus dem laufenden Etat bezahlt werden. In den Fetten Jahren wurden die Überschüsse verteilt und komfortable Geschenke gemacht (BK Brandt hat in einem Jahr 3 Mal die Rente erhöht) anstatt eine sattes Kapitalpolster anzulegen. Nun wird die Zeche gezahlt.

Doch anstatt 39 Mrd Subventionen abzubauen (Weshalb bekommt Nestle Agragsubventionen von Bund und EU???) wird dort gekürzt wo kein Lobbyist einem das Frühstück bezahlt und eine Beraterposten nach der Politischenkarriere anbietet.
Die oben gelobte Flugzeugabgabe und Brennelementesteuer sind Luftbuchungen um schöne Zahlen zu Produzieren. Beide Abgabaen werden zu 100% 1:1 an die Bürger durchgereicht und besteuern mit Nichten die Konzerne.

In einem Land, wo der Spitzensteuersatz bei ca. 48000€ Jahreseinkommen (brutto) erreicht wird, die Armutsgrenze aber bei 27000€, das Durchschnittseinkommen bei ca 38500€ liegt, kann nicht mehr von Steuergerechtigkeit etc. gesprochen werden. Doch an diesem Thema möcht offensichtlich niemand was ändern, die Steuerprogression ist eine heilige Kuh, die nicht angepackt wird.

Nachtrag: Der Gebäudereiniger zahlt übrigens keine Steuern (Kinderfreibetrag für 9 Kinder), bekommt ca. 1500€ Kindergeld monatlich (steuerfrei) und Wohngeld etc. macht ein reales Monatseinkommen von ca. 4000€. Und das ist kein Einzelfall...
 
Nachtrag: Der Gebäudereiniger zahlt übrigens keine Steuern (Kinderfreibetrag für 9 Kinder), bekommt ca. 1500€ Kindergeld monatlich (steuerfrei) und Wohngeld etc. macht ein reales Monatseinkommen von ca. 4000€. Und das ist kein Einzelfall...

Bei 9 Kindern beträgt das Kindergeld schon 1633 € monatlich. Ist schon eine gewaltige sozialpolitische Leistung.

Spitzensteuersatz beträgt doch schon praktisch 50 % und beginnt schon ab 52 tsd Jahreseinkommen.
Ist in meinen Augen schon fast Enteignung.
Also wenn Ribery bald 10 Mille Jahresgehalt hat,bekommt Vater Staat immerhin 5 Mille. :mrgreen:
 
@Rüganer
Ich sagte ja, grobe Zahlen. Spitzensteuersatz liegt bei 43%, die dazugehörigen Abgaben machen aber den "pikanten" Aufschlag aus.
Insgesamt ist das gesamte System in einer derartigen Schieflage, dass das was da vorgeschlagen wurde nur dazu führt, dass noch mehr den Bach runter geht.
Verlagerung der Steuerprogression, Veränderungen im Steuerrecht (z.b. Absetzungsregeln, Kapitalbesteuerung etc.) werden einfach nicht angegangen. Die berühmten Schlupflöcher im System stehen ja erst ab hohen 6stelligen Beträgen zur Verfügung, alle anderen werden ausgeblutet. Versuch doch mal 100€ Steuern zu hinterziehen dann macht dich das Finanzamt platt. Hinterziehst du aber 600 Mio. (s. Schraubenkönig Würth) bekommst du das Bundesverdienstkreuz und der Bundespräsident Frühstückt bei Dir zu hause.
 
Wie ungerecht, da bekommt einer Geld vom Staat geschenkt, nur weil er den Spass hat 9 Kinder zu haben. Hat sich eigentlich schonmal jemand überlegt was 9 Kinder monatlich kosten? Größere Wohnung, höherer Stromverbrauch, Kleidung, Nahrung, etc. Da kommst du mit nichtmal 200€ pro Kind nicht weit. Von Geschenk kann hier wirklich keine Rede sein.

Pilatus schrieb:
Was ist denn an Atomstrom schlecht? Das Atom-Bashing ohne vernünftige Alternativen zu nennen (ausser den üblichen Verdächtigen wie Windrädern und Solarpannels, die so gut wie nichts bringen) geht mir langsam auf die Nerven. In der Schweiz haben wir nämlich genau das gleiche Problem...
Windenergie hat in Deutschland schon fast 10% Anteil an der erzeugten Strommenge und die Offshore Windparks sind ja noch garnicht gebaut.
Und um dir mal das Potential der Solarenergie zu verdeutlichen, die jährlich auf die Erde abgestrahlte Energiemenge der Sonne enspricht ungefähr der 6-fachen Energiemenge der bekannten Uran- und Plutoniumvorkommen. Und jetzt erzähl mir nochmal, dass Solarenergie nichts bringt. Das ist eine Lüge der Energiewirtschaft, weil sie mit dem Atomstrom noch gut Geld verdienen und noch von dieser staatlich entwickelten und praktisch verschenkten Technologie profitieren.


Pilatus schrieb:
Ein Grundeinkommenwürde tatsächlich eine ganze Menge Probleme lösen. Natürlich gibt es Leute die dann sagen, wozu soll ich da noch arbeiten, aber das wären mit Sicherheit nicht viele. Viel wichtiger ist, dass dann niemand mehr für die teilweise unmenschlichebn Löhne die heute bezahlt werden arbeiten würde. Denn natürlich hat das Grundeinkommen ab dem ersten Euro wegzufallen den man verdient.

Also wenn ich sowas höre, dann wirds mir schlecht... Schon deine Ausführungen beweisen eigentlich, dass das ganze zum scheitern verurteilt wäre. Jemand kann höchstens soviel verdienen, wie er Wertschöpft, sonst loht es sich für das Unternehmen nicht, ihn zu beschäftigen. In gewissen Branchen (dort wo es nicht viel Knowhow braucht und folglich viel Konkurrenz besteht) lassen sich nun mal keine hohen Umsätze/Gewinne realisieren, also müssen auch die Löhne tief sein! Wenn ich jetzt also entscheiden kann: Ich arbeite für den Betrag X oder ich kriege ihn einfach, dann entscheiden sich 95 von hundert Menschen nicht dafür zu Arbeiten. Wer das bestreitet, der ignoriert die durch die Evolution determinierte Verhaltensweise des Menschen. Also muss man mehr haben als das Grundeinkommen. Da das Grundeinkommen aber mindestens auf der höhe des Existenzminimums sein müsste (sonst wären die Leute ja wieder gezwungen zu Arbeiten, was wiederum das von dir geschilderte Lohndumping nicht verhindern würde), müssten die in der Wirtschaft bezahlen Mindestlöhne ja noch höher sein dass sich überhaupt irgend wer zum Arbeiten bequemen würde. Gewisse Branchen würden also ganz verschwinden bzw. der Staat müsste dann auch noch dort Geld in Form von Subventionen abliefern. Anderstherum könnte das Grundeinkommen auch bei Erwerb bestehen bleiben, dann wären die Arbeiter für die Unternehmen wiederum relativ günstig zu haben. Aber dann müsste der Staat immer und jedem ein Grundeinkommen bezahlen.
Wer soll also denn ganzen Spass berappen? So viel Steuern kann der Staat seinen Bürgern gar nicht abknöpfen (vorallem wenn schon ein Grossteil des Einkommens selbst vom Staat kommt... :lol: ), also müsste er Schuldenwirtschaft betreiben. Das geht bekanntlich ein paar Jahre gut und krachts. Die Idee ist nichts anderes als Kommunistenromantik...
Die Lösung für breit abgestützen Wohlstand sehe ich eher in einer rigurosen Sozialpolitik (einer der nichts macht, der kriegt auch nur das absolute Minimum: Essen und ein Bett), dafür verhältnissmässig grosszügige Mindestlöhne. Wenn der Staat für Wohlstand sorgen muss dann gings noch immer Schief, so wären alle motiviert, den eigenen Wohlstand selber in die Hand zu nehmen.

Genau weil viele so denken wie du gibt's das nicht. Warum lässt sich in manchen Branchen kein Geld verdienen wenn man höhere Löhne zahlen müsste? Weil uns die entsprechenden Dienstleistungen nichts wert sind. Wenn sie aber niemand mehr für diese teilweise unmenschlichen Löhne machen würde, dann würden wir merken wie wir z.B. die Müllabfuhr brauchen. Es gab ja schon in einigen deutschen Städten einen Vorgeschmack darauf als die gestreikt haben.
Das Problem mit der Finanzierung liegt einzig und allein darin, dass das BIP Deutschlands extrem ungleich aufgeteilt ist. Und mir kann keiner erzählen, dass irgendwelche Vorstandsvorsitzenden, wie z.B. Josef Ackermann, so viel mehr arbeiten als ihre unteren Angestellten wie sie mehr Gehallt bekommen. Ich möchte keinen Kommunismuss in dem jeder gleich viel bekommt, aber das Verhälltniss muss gerechter werden.
 
Gut, die grossen Gehälter sind ein "Problem" der Globalisierung. Durch die riesigen Umsätze/Gewinne werden Löhne möglich, die ein gewöhnlicher Mensch gar nicht mehr fassen kann. Prozentual gesehen (im Vergleich zum Umsatz/Gewinn) verdienen die Geschäftsleitungsmitglieder von globalisierten Firmen gar nicht so übertrieben viel. Trotzdem haben sich aber die Lebenskosten etc. nicht verändert, so dass so ein Manager nach einem Jahr Arbeit schon ausgesorgt haben kann, ohne grosses Risiko auf sich zu nehmen. Das das nicht toleriert wird und schlussendlich zu Marktversagen führen muss (wenn man mal ein Jahr gearbeitet hat kann man sich ungehemmt dem spekulieren hingeben, es kann ja nur noch mehr werden ;) ) ist auch klar... Das Problem ist eher wie man hier eingreifen könnte, ohne dass der Staat schonwieder expandiert. Und die Globalisierung steht ja auch nicht in Frage ;)

Genau weil viele so denken wie du gibt's das nicht. Warum lässt sich in manchen Branchen kein Geld verdienen wenn man höhere Löhne zahlen müsste? Weil uns die entsprechenden Dienstleistungen nichts wert sind. Wenn sie aber niemand mehr für diese teilweise unmenschlichen Löhne machen würde, dann würden wir merken wie wir z.B. die Müllabfuhr brauchen. Es gab ja schon in einigen deutschen Städten einen Vorgeschmack darauf als die gestreikt haben.

Da kann ich nichts dafür, die Evolution hat mich und die Menschheit so gemacht ;)
Dass in gewissen Branchen sehr tiefe Löhne bezahlt werden hat einzig und alleine mit dem Arbeitsmarkt zu tun. Um im Supermarkt Gesteller einzuräumen braucht man weder Intelligenz noch Ausbildung. Sprich jeder kommt dafür in Frage. Also hat man als Arbeitnehmer keine Verhandlungsgrundlage, ausser die Arbeitslosigkeit wäre sehr sehr tief.

Desshalb sehe ich die Lösung schon eher bei Mindestlöhnen, denn wer arbeitet soll auf jeden Fall ein gutes Stück besser gestellt sein als jener der vom Sozialamt lebt. Auch ohne gesetzliche Mindestlöhne verdient man in der Schweiz m.W. als Anfänger im Supermarkt ca. 4000 CHF, wenn man bedenkt dass z.B. ein Ingenieur nach dem Studium irgendwo zwischen 5000 und 6000 Franken liegt, ist das m.E. ein sehr fairer Lohn.
 
Fab schrieb:
Zu den Rechten eines EU-Bürgers gehört die freie Wahl des Wohnortes.
Ausbürgerung war übrigens eine Spezialität der DDR u. Nazi-Deutschlands.
Die Ausweisungen gab es auch schon im Mittelalter und nur allein deshalb, weil es solche Gesetze unter anderem auch im Kommunismus und der Nazidiktatur gab, müssen sie deshalb nicht automatisch gleich schlecht sein.
Ich hielte einen Entzug der Staatsbürgerschaft bei schweren Fällen von Sozialbetrug und Steuerhinterziehung durchaus für eine sinnvolle zusätzliche Bestrafung; wenn sich jemand mit Vorsatz und krimineller Energie der Solidargemeinschaft entzieht sollte er auch nicht mehr damit rechnen können, der Gemeinschaft noch weiterhin anzugehören.

Die freie Wohnortwahl wäre dann problemlos wenn in der EU endlich mal eine vernünftige Harmonisierung der Steuer - und Abgabenquoten durchgesetzt würde; bis dies der Fall ist sollte aber die Steuerregelung so modifiziert werden, daß ein Bürger von seinem Einkommen und Vermögen Steuern und Sozialabgaben dem Land zuführen muß dessen Staatsbürgerschaft er besitzt.

Pilatus schrieb:
Da kann ich nichts dafür, die Evolution hat mich und die Menschheit so gemacht ;)
Dieses Argument kann ich so nicht gelten lassen denn jemand der gegen Hungerlöhne ist, wird wie ich bei einer solchen Firma keinen Cent Umsatz machen sondern sich einen Anbieter suchen, der zumindest auskömmliche Löhne zahlt.
Inwieweit es bei den Argumentationen gegen Mindestlöhne nicht um Wettbewerb sondern eher um Gewinnmaximierung auf Kosten von Lohnsubvention geht lass ich mal dahingestellt; wenn letzteres der Fall wäre hätte der Betreffende nach meiner Überzeugung nach seine Staatsbürgerschaft aber sicher auch nicht mehr sehr lange... :ja:
 
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